Wie baue ich meine neuen Holzfenster ein?

01.02.2004



Endlich ist es soweit. Nach langer Planung sind meine neuen Holzfenster mit Sprossen, etc. (Fachwerkgerecht) geliefert.
Der Einbau soll um Kosten zu sparen selbst erledigt werden. Beim Lesen im Forum wird aber immer wieder negativ auf Bauschaum hingewisen! Gezieltes Nachfragen bei Tischlereien ergaben aber jedesmal das gleiche, nämlich das machen wir immer mit Schaum und das ist auch nicht weiter schlimm.
Sichtbar wäre es keinesfalls, da von außen noch ein entsprechender Blendrahmen gefertigt wird und von innen sowieso eine neue Laibung gefertigt werden muß.
Was ist nun die genaue Gefahr? Ganz billig wahren die Fenster nicht und sollen entsprechen lange halten! Deshalb möchte ich keinesfalls einen konstruktiven Mängel begehen.
Über sachliche Antworten bedanke ich mich schonmal im Vorraus.
MfG, Tobias Oppermann



Das Problem



bei Schaum ist, das es kein Wasser aufnehmen kann. Wenn also Feuchtigkeit eindringt (und das passiert irgendwann mit 100%iger Sicherheit) dann kommt die direkt ans Holz und von dort nicht mehr weg. Ergo, das Holz gammelt. Das passiert sicher nicht gleich nach 3-4 Jahren, aber die Fenster sollen ja sicherlich auch länger drin bleiben.

Also Fenster einsetzen, ausrichten und ordentlich mit dem Fachwerk verschrauben. Die Spalten mit Hanf ausstopfen. Dann innen und aussen mit einem geeigneten Dichtband abkleben (Achtung muß diffusionsoffen sein) dabei muß das innere Dichtband dichter als das äußere sein. Da gibts was geeignetes von Würth, be Bedarf kann ich mal raussuchen wie das heisst und was es kostet.

Dann kommt von aussen ein Holzrahmen drauf und von innen wird es angeputzt.

Wichtig ist, das das ganze Winddicht ausgeführt wird. Der Hanf hat den Vorteil, eine große Menge Wasser aufnehmen zu können und dieses damit vom Holz fernzuhalten. Durch das diffusionsoffene Dichtband kommt die Feuchtigkeit auch wieder raus.


Viel Erfolg



hallo tobias :)



falls es zeitlich noch nicht klemmt ;) morgen ist herr milling bei uns zu gast *freu* und ich werde ihn darauf mal ansprechen :)

und vor allem muss ich auch gunnar zustimmen (denke mal, herr milling sieht es genauso) hanf ist wohl die erste wahl, wie mir auch heute ein sehr netter herr schmitt (danke@juergen kube) auf der "ausbau" erklaerte :)

schaum scheidet aus den von gunnar genannten gruenden aus, evtl. spritzkork?

liebe gruesse
heide



Vielen Dank für die Antworten!



Das mit der Feuchtigkeit ist natürlich sehr einleuchtend!
Gibt es evtl. auch Ausnahmen für den Einsatz von Schaum? Man denke an gut überdachte Fenster an die kein direkter Regen gelangen kann.
Oder ist Wasserdampfdiffusion schon ausreichend, um Feuchtigkeit unter den Schaum zu transportieren? Läßt sich ja nicht vermeiden.
Außerdem würde mich noch die genaue Bezeichnung des Dichtungsband interessieren und wo ich entsprechendes Hanf beziehen kann?



Dichtband und Co



Dichtband gibt es von der Fa. Illbruck als Compriband in unterschiedlichsten angepaßten Stärken: www.illbruck.de,
Hanf gibt es eigentlich überall.
Noch einen Haken hat Bauschaum: als Anfänger bläst man manchmal zu viel rein, dann übt er Druck aus und patsch ist das Fenster kaputt, oder man nimmt zu wenig, dann zieht es.
Nächster Haken: Nicht alle Bauschäume sind FCKW-frei.
FCKW_haltiger Bauschaum ist beispielsweise bei öffentlichen Bauten in NRW verboten !
Also: schön Hanf nehmen.
Spritzkork ist toll, aber nicht bei riesigen Fugen, dann geht es kräftig aufs Material.
Überdachen ist immer gut.



Bauschaum ?



Hallo Tobias,

eine Dämmung der Fuge zwischen Fachwerk und Fenster läßt sich ordentlicher mit Hanf oder Jute stopfen. Das volle Ausschäumen dieser Fugen ist schwierig (ich kann es nach 30 Berufsjahren immer noch nicht) und die meisten Mitwerber glauben sie können es und wenn man sich die Schäumerei anschaut sieht man das nur 20 - 30 mm gedämmt wurde. Beim stopfen kann die volle Fensterdicke genutzt werden. Auch kann beim Stopfen das Fenster nicht beschmutzt werden und die innere wind- und diffusionsdichte Abklebung (wichtig) kann ohne Wartezeit ausgeführt werden.

Bei einer ordenlichen äußeren Verleistung wird kaum Feuchtigkeit in die Fuge kommen. Wichtig ist das Feuchtigkeit nach Außen diffundieren kann. Weil eine Feuchte Dämmung dämmt nicht egal welches Material.

Für Spritzkork bin ich auch nicht. Die Lösungsmittel im Spritzkork sind baubiologisch bedenklich.


Viele Grüße aus Diepholz.



Ausstopfen



Hallo Thobias,
ich habe gestern die Spalten in unseren neuen Fenstern mit Flachs ausgestopft, da ich auch sonst Flachsdämmung verwende und es genauso zu Verarbeiten ist wie Hanf. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn erst die Leisten aussen angebracht werden. Dann kann man sehr einfach die Spalten komplett bis zum Anschlag ausstopfen und anschliessend von innen die Dichtbänder kleben. Ich habe für 17 Fenster ca. 1/4 Kubikmeter Flachs und einen halben Tag Arbeit (nur das Stopfen) benötigt. Interressant beim Einbau ist noch die Frage, ob man die Fenster lotrecht nach Wasserwaage einbaut oder parallel zu den Stützen/Riegeln.
Ich werde in den nächsten Tagen mal Fotos der Fenster in unsere Homepage basteln.
Viel Spass beim Einbau.
Ciao,
Elmar



lotrecht geht nicht so gut



lotrecht ginge wohl nur, wenn die Fassade nach innen abfällt. andersherum steht das fenster oben aus. also immer parallel, auch wenn es noch so schief ist.