Verbesserung der Isolierwirkung bei Eichesprossenfenster




Guten Tag,

wir haben eine Doppelhaushälfte gekauft, gebaut 1951. Alle Türen sind aus Eiche, die Fenster und Fußleisten auch. Das gefällt uns und wir wollen es erhalten (so weit es eben geht). Die Fenster sind mit konstruktiven Sprossen geteilt, überwiegend in 4 Partien. Daneben gibt es noch eine 3 flügelige Terrassentür und 2 einflügelige, die mit einem Hebel gehoben und dann aufgeschwenkt werden können. Diese sind in 6 Glaspartien geteilt.
Zu unserem Wunsch, die Wärmedämmung der einfach verglasten Fenster deutlich zu erhöhen, hörten wir 3 verschiedene Vorschläge:
a) Innen, auf eine "Gummileiste" eine Scheibe aufsetzen.
Vorteil der Lösung: sie erhält am besten die Struktur. Kann die Wärmedämmung wirklich von 5 auf unteer 2 gesenkt werden?
b) Innen zu einem Kastenfenster erweitern
Vorteil: ist das Kastenfenster mit Doppelverglasung ausgeführt, so ist die Wärmedämmung des gesamten Systems sehr gut.
Nachteil: teuer, da auf jeden Fall neue Fenster zu kaufen sind und von Innen sieht es viel wuchtiger aus als bisher
c) Die Glasscheiben entfernen, die Sprossen runterfräsen und neue Doppelscheiben einsetzen, die Halterung überfängt die Sprossen.
Vorteil: sieht so ähnlich aus wie jetzt.
Nachteil: die urspünglichen Sprossen sind nicht mehr zu sehen, sie werden ganz verdeckt. Und die Farbe der "neuen Fenster ist sicher anders als die aktuelle Farbe. Außerdem haben wir es so verstanden, dass die Gläser mit Silikon in die Halterung eingebettet werden. Ob das eine gute Lösung ist?
Wir erhoffen uns einen Rat, welche Methode die empfehlenswerteste ist für die Erhaltung der Fenster und Erhöhung der Wärmedämmung. Oder einen Hinweis, welche Methode es sonst noch gibt.





Stellen Sie doch mal ein Bild von der Außenansicht ein !
Dann kann man mehr sagen.

grüße



Außenansicht



Guten Tag,

vielen Dank für Ihr Interesse. Hier die Bilder vom Haus. Wir freuen uns auf jeden Kommentar zur Anfrage.

Es grüßt Sie freundlich

Rita Kruger



Fenster



Hallo Frau Kruger,

sehr schöne Fenster, aber energetisch eine Katastrophe.
Aber vor allem die Wände haben einen u-Wert, der irgendwo zwischen besonders schlecht und unzumutbar liegt.
Wenn Sie jetzt etwas an den Fenstern machen, werden die Wände die kältesten Oberflächen im Haus haben und zu Kondensationsebenen werden, mit allen negativen Folgen, wie Durchfeuchtung und Schimmelbildung, zuerst in den Ecken, dann unter Bildern, hintern Möbeln etc...
Grundregel: Kein Fensteraustausch ohne Dämmung der Wände.
Bei Ihrem Haus würde sich, auch wegen des Dachüberstandes, ein Wärmedämmverbundsystem anbieten. Mittlerweile gibt es auch Dämmplatten der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 0,22, was beinahe eine Verdoppelung gegenüber dem Standard bedeutet.
Mit einer nur 10 cm dicken Platte könnten Sie den u-Wert der Wand auf weniger als 0,2 Wh/m² verbessern !
Ich finde eine dünne Platte wichtig, damit die kleineren Fensteröffnungen nicht optisch "versaufen", weil die Laibungen zu tief werden.
Aus Kostengründen würde ich mich allerdings von den Eichenfenstern trennen. Stattdessen würde ich neue Kunststofffenster in Auftrag geben mit identischer Teilung aber ohne Sprossen (gegenüber handwerklicher Nachbesserung oder Ersatz durch nahezu identische Holzfenster liegt hier der Preisunterscheid ungefähr beim Faktor 2,5 !).
Bei einem Denkmal sähe meine Entscheidung sicher anders aus.
Das Haus würde dann auch zeitloser aussehen.

Und weil das Ganze ja auch eine finanzielle Dimension hat, würde ich mich mal mit den KfW-Förderprogrammen vertraut machen.
Schicke ich Ihnen mal in einer separaten mail.

Mit freundlichen Grüßen



Eine Möglichkeit ..



.. ist die Neuverglasung mit sehr dünnem Isoglas sowie das Einfräsen von Flügeldichtungen .Näheres weiß hier der kollege Klaus Bartling vom hamburgerfensterkontor . Ist auch hier Mitglied , s. Profil o. www.hamburgerfensterkontor.de
Besten Gruß Jürgen Kube





Sehr geehrte Frau Kruger,

falls Sie wirklich planen neue Fenster einzubauen, dann doch wohl eher welche aus Holz, auch wenn Ihr Haus nicht unter Denkmalschutz steht. Das ist schließlich eine Frage der Baukultur und Lebensqualität! Wer guckt schon gerne auf und aus einem Plastikfenster. Den U-Wert der Verglasung sollten Sie unbedingt, wie Herr Beckmann schon bemerkt hat, auf den Bestand oder mögliche weitere Wärmedämmmaßnahmen abstimmen.
Viel Erfolg!
Bernd Kibies