Holzfenster in Fachwerk einbauen




Einen schönen guten Abend,

in unser neues Eichenständer-Fachwerkhaus, dass uns übrigens die Fuhrberger Zimmerei aufstellt, sollen natürlich auch Fenster rein.

Und da kommen schon die nächsten Fragen auf, wofür man im WWW doch sehr schwer kompetente bzw. fachliche Fragen findet, und ich suche wirklich bevor ich mich an ein Forum wende.

Also meine Frage(n) wären einmal:

- wie werden Holzfenster fachgerecht in einen (Fachwerk)
Rahmen gesetzt, da man ja eigentlich keinen Anschlag hat
um diese dann auch abzudichten? Es ist eine Einschalige
bauweise, 120 mm Eichenfachwerk, 80-100 mm Lehm in einer
verlorenen Schalung, u.s.w.

- womit wird abgedichtet?
Bauschaum oder sonstige Chemie kommt garnicht in Frage.
Ist Natur Hanf die optimale Lösung?

- wie werden die Rähmen optimal beschichtet/gestrichen, ohne Chemische Zusätze. Die Aussenrahmen sollen weiß sein.
Besser gedeckt oder wäre offenporig auch ok, man würde dann noch den Faserverlauf erkennen.

- meine nächste Frage ist eher ethischer Natur:
Sind innenliegende Sprossen (Alu oder Holz) wirklich
Stilbruch, dies war eine Aussage eines Schreiners?
Bei aufgesetzten oder voll Sprossen-Fenstern, die eine
wesentlich schönere Optik geben sind aber die Kosten
höher und es zählt auch der Alltag
(putzen zwischen den Sprossen).

- welche Holzarten sind die, ich sage mal vertretbarsten?
- Eiche ist gut aber teuer.
- nordische Kiefer scheint gut und preislich ok zu sein.
- Tropenhölzer kommen eigentlich nicht in Frage.
- ein anderer Schreiner setzt unter anderem Eukalyptus ein, ist mir gänzlich unbekannt, soll angebautes Plantagen-Holz sein.

- eine letzte Frage noch:
worauf sollten wir besonders bei unserer Bauweise
achten? Mal von den DIN-ISO Vorschriften und Gütezeichen
abgesehen? Welche Erfahrungen kann uns die/der Eine oder
Andere ans Herz legen?

Ich bedanke mich schon mal recht herzlich im vorraus für Eure Mühe bei der einen oder anderen Antwort.

Gruß
Christian

PS: Das selbe gilt wohl auch für die Haustür.



uff, viel Frage ..


Sprossenfenster

..viel Ehr !
FACHGERECHT einsetzen : Da gibts bestimmt schon 3 Meinungen bei 2 Fachleuten . Was geht und gut aussieht - Fenstereinbauebene 2 cm hinter FW- Aussenkante ,unter dem Fenster einen über den Brüstungsriegel vorspringenden Wasserschenkel mit 15° Schräge an der Oberseite anbringen , zwischen Fenster und Fachwerk umlaufend ausreichend breites Kompriband zur Winddichtung , 3seitig schmale ans FW angepasste Verleistung , Einbauluft zwischen Fenste und FW mit Dämmstoff nach Wahl - wir verwenden nach jeweiliger Absprache idR DämmFlachs - stopfen , innen abkleben mit Lu#ftdichtungsband , zB. von proKlima oder Siga o.ä. ..
Rahmen optimal beschichten : 20 Meinungen bei 3 Fachleuten ;-) , mein Rat - nicht das optimale wollen , das Machbare ist gut genug - Es gibt mehrere Wege zum Glück !
Sprossen im Glaszwischenraum : auch "Sprosse in Aspik " geschimpft - ach , lass man - dann lieber ohne !!
aufgesetzte Sprossen sind bei sehr kleinen Glasfeldern nicht wegzudikutieren , sonst sind echte Sprossen nicht wirklich teurer ( hmhm , zumindest bei uns .. ;-) )
Holzart :Ausgesuchte Kiefer bei deckend lackierter Oberfläche hält bei guter Pflege wirklich lange .Bei heller Lasur glaub ich den Farbhestellern egal welcher Coleur gar nix mehr 8-( ! Eukalyptus setzen wir selber ein , als Victoria Eiche TM , kein Mecker !! )
Ein Rat für Alle : Guckt eure Fenster von innen an , von da seht Ihr sie dauernd , nach aussen ist - salopp gesagt - für den Nachbarn (oder den Architekten )..
Besten Gruß Jürgen Kube



Mein "Senf" dazu:



1. Einsetzen: Nicht unüblich ist es, außen einen Rahmen vorzusetzten, der oft auch stilbildende Merkmale aufweist. Hanf als Stopfmaterial ist bewährt, wer ein übriges tun will, lege es vorher in 10%ige Boraxlösung ein und trockne es wieder sorgfältig. Innen wird man bei einer reinen Holzlösung keinen Platz für die jetzt geforderten Winddichtigkeitsherstellungsbänder finden. Straff ausstopfen und mit einer sauber angepassten Leiste abschließen.

2. Sprossen: Surrogatsprossen sehen wirklich erbärmlich aus. Was ist gewonnen, wenn das Fenster bloß 80% kostet und einen lebenslang ärgert. Das bischen Aufwand mehr beim Putzen (wer putzt schon wöchentlich Fenster?) fällt doch kaum in's Gewicht.

3. Holzarten: Kiefer nur, wenn garantiert nur Kiefernkernholz verbaut wird, der Kiefernsplint ist empfindlicher als Fichte gegen Schädlinge, Wasser etc. Ich rate zu Lärchenkernholz als gute Alternative zur Eiche. Eukalyptus läuft für mich unter Tropenholz, auch wenn's aus Spananien kommt - es gibt sehr gut geeignete einheimische Hölzer.

4. Anstrich: Auf jeden Fall auf Leinölbasis. Gute deckende Farben kommen z.B. von Kreidezeit (Standölfarbe), im lasierenden Bereich (das geht ohne weiteres) ist das Öllasursystem von Natural mein Favorit: Grundierung/Lasur/UV-Wetterschutz. Alles volldeklarierte Naturfarben und auch selbst streichbar. Letzteres besonders wartungsfreundlich.

Grüße

Thomas