Wie rette ich meine Butzenfenster(?)




Hallo!
Bin ganz frisch hier obwohl ich schon einige Zeit versuche durch hier mitlesen schlauer zu werden. Aber ich verzweifle im Moment eher...

This is my case:

Wir haben ein altes Butzenfenster (ich denke das es so zu bezeichnen ist), ca. 145 x 165 cm (mit Rahmen), 2-flüglig nach inner öffnend mit alter Stabverriegelung. Die Scheiben sind alle noch intakt nur der Kit brökelt ein wenig und die Verwitterung ist stark sichtbar. Mit Schleifen und intensiver Lasur werde ich das Fenster sicherlich wieder sehr ansehnlich herrichten können. Das ändert allerding nichts an der Undichtigkeit des Fensters. Abgesehen davon das es die Heizkosten im Winter sicherlich in die Höhe treiben wird, haben wir nach einem dieser heftigen Regenschauer feststellen müssen, dass es reingeregnet hat. D.h. an den einzelnen Butzen (gewölbtes Glas) waren Wasserrückstände und die Fensterbank war bis auf den Boden tropfend nass. (Wahrscheinlich über die untere Fensterschwelle geschwabt.) Mein Mann möchte es vor allem wegen der Energiekosten entfernen und durch ein modernes Fenster ersetzten. Können Sie mir konkrete Tips geben, wie ich es Energie- und Wettertauglich bekomme könnte? Ich habe auch schon irgendeine Art "Doppel"-Fenster angedacht, um es auch vor weiteren Wettereinflüssen zu schützen. Für jeden handwerklichen Hinweis oder richtigen Adressat wäre ich unendlich dankbar.

Hoffnungsvoll
Eva



Fenster



Hallo Eva, hängen Sie an dem Fenster (und der Tür) aus
a)rein gestalterischen Gründen, also weil Sie Ihnen gefallen oder geht es Ihnen
b)um die Wahrung "historischer" Bausubstanz?
Würden Sie im Fall b)ein anderes Fenster bzw. eine andere Tür mit anderer Gestaltung und besserem Gebrauchswert akzeptieren?
Wie alt ist eigentlich das Gebäude?

Viele Grüße



Und wie wäre es mit einem Fenster vor dem Fenster...



...nach holländischem Vorbild. Wir haben ein ähnliches Problem, mit einem Fenster. Wir wollen es gerne erhalten, aber die Energiebilanz ist mehr als schlecht. Von innen können wir nichts davor montieren, da sonst unsere original Holzvertäfelung beschädigt werden müsste. Wenn wir ein Fenster aussen vor setzen, das nach innen öffnen soll, dann sind die Rahmen zu dick um es funktionsfähig zu machen. Und toll sieht es auch nicht aus. Somit haben wir uns für ein Isolierglasfenster aus Holz nach holländischem Vorbild (nach aussen öffnend) entschlossen. Zwei Flügel, deren Mittelsteg, von innen gesehen, durch den Steg des alten Fensters nicht sichtbar ist. Und gut reinigen lässt es sich auch.
Überlegt doch mal...

Gruss Michael



••• Das Leben nach der Butze •••



Hallo Frau Menge,

also rein optisch wird es sich bei Ihrem Fenster nicht um schützenswerte historische Bausubstanz sondern eher um schlichte Nachkriegsware im Stile der 50er bis 70er Jahre handeln. In dieser Zeit wurden schon einige sehenswerte, auf historischen Vorbildern gründende Geschmacksverirrungen produziert.

Lassen Sie sich doch mal von einigen Fensterbauern Angebote für ein neues Holzfenster machen, in dieser Größe wird das nicht besonders teuer sein.

Das Leben "nach der Butze" ist im Übrigen um einiges heller! :-))

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer


P.S.: Irgendwie erinnern die Dinger an Glasbausteine



Wenn man's nicht anders kennt...



Das Fenster würde ich schon gerne erhalten. Es ist halt doch ein subjektives Thema.
Aber wenn es Preislich nicht völlig utopisch klingt, würde ich mich sicherlich auch für ein epochen nahes Holzfenster entschließen. Was ich auf keinen Fall möchte ist ein Standard Holzfenster. Leider sind wir da Finanzell noch sehr gebunden und daher würde ich es so gerne für die nächsten Jahre irgendwie tauglich halten.

An ein Doppelfenster (Hollandfenster) hatte ich auch schon gedacht. Werde ich mich preisvergleichlich noch mal schlau googeln...

Hatten auch überlegt ob man einfach eine Flächendeckende Scheibe über den kompletten Flügel anbringt. Dafür müssten die Butzen aber Wasserfest werden...

Vielen Dank für die schnellen Antworten. Das ist wirklich mal ein schönes Forum.

Eva



...und so machen wir's...



Wir haben jetzt erfahren dass das Haus tatsächlich von 1870 ist! Also sind weder die Fenster noch die Sandsteinfassade original...hihi... Aber wir werden jetzt die Fensterflügel einfach auflasieren die Fensterchen eventuell Silikon versiegeln und dann, je mit einer wieder abnehmbaren, 8mm Plexischeibe bestücken. (Ähnlich einer Vorsatzscheibe - hier irgendwo gelesen) und das muß dann für die nächsten 2 - 3 Jahre langen.
Entschuldigt meine stümperhaften Erklärungsversuche. Aber bin halt echt nur Leihe...
Danach werden wir in historische Fenster investieren und sicherlich auf Herrn Milling zurückkommen.
MfG
Eva

P.S. Viellen dank nochmal für die schnellen Reaktionen. Hat mir auf jeden Fall neue Denkanstöße gegeben. Echt ein tolles Forum hier!