Fensteraustausch Denkmalschutz Bj. 1880




Ich möchte im Rahmen der Sanierung eines kleinen Gründerzeithauses (Mauerwerksbau) die Fenster austauschen. Da das gesamte Haus unter Schutz steht, gibt es Einschränkungen.

Ist-Zustand:
-80% der Fenster Einfachglas mit Rolläden teilw. Schlagläden.
-20% Isolierglas aus den frühen 90ern (nicht auszutauschen)
-Die Fenster sind bis auf eines nicht aus dem Baujahr und sehen hässlich aus. Sie haben auch keine Aufteilung wie die Originale (senkrechte Teilung und einmal waagerechte Teilung)
-Um Energie zu sparen, ist ein Luftzwischenraum erzeugt worden, indem raumseitig eine Spezialschrumpfolie aufgezogen wurde. So liegt der U-Wert des Fensters dann bei etwa 3 statt 5.


Soll-Zustand:

pflegeleichte PVC-Fenster mit Dreifachverglasung (wegen Wärme- und etwas besseren Schallschutz)und 70mm Profil.

Fragen:

Soll ich den Denkmalschützer einfach Zeichnungen und Beschreibungen von einem Fensterbauer für geeignete (vierteilige Fenster) zur Verfügung stellen und um die Genehmigung bitten, damit er mir nicht die mit Abstand teuerste Lösung vorsetzt (die Nachbarhäuser, die auch unter Schutz stehen haben fast alle vierfach geteilte PVC-Fenster) mit irgendwelechne Schnitzerein o.ä.?

Kann ich die Fenster ganz normal nach RAL mit Schaumstoffkompressionsdichtband einbauen? Oder ist aufgrund des Alters des Gebäudes eine geeignetere Norm anzuwenden?



Plaste Fenster im Denkmal



muß das sein?



Mein Vorredner



sieht es vermutlich wie ich: PVC-Fenster gehören in kein Wohnhaus, erst recht nicht in ein denkmalgeschutztes Haus. Es gibt eigentlich auch keinen nachvollziehbaren Grund für den Einbau von Plastikfenstern.
Wenn es sich um ein Denkmal handelt, gehe ich davon aus, dass die anderen Bauteile wenn überhaupt, eher sparsam gedämmt sind. So rate ich vom Einbau einer dreifachen Verglasung ab. Die Mehrkosten rechnen sich wenn es gut geht nach 40-45 Jahren (Beispielrechnung an einem konkreten neuen Bauvorhaben) und die Lichtdurchlässigkeit ist um 10-15% geringer. Dabei ist der erforderliche stärkere Fensterrahmen noch nicht berücksichtigt.





Hallo,

da die heute üblichen Dreifach-WS-Verglasungen u-Werte um 0,70 bringen, will ich die Zahlen von Fred Heim mal nicht so einfach bestätigen. Vor allem sind 70% der Kosten eines Fensters, was den Modernisierungswert angeht "Sowieso-Kosten", also der Instandhaltung zuzuordnen. Die ziehen Sie doch bitte mal von C-Null bei der Investitionsrechnung ab und schreiben mir dann Ihre neuen Zahlen !
Im Übrigen: Plastefenster bestehen aus PVC, einem Produkt, das auf allen Ebenen des Lebenszyklus Schäden verursacht und deshalb verboten gehört.
Mein Fensterbauer baut mir Holzfenster zum selben Preis.
Haben Sie schon einmal mit Stahlfenstern geliebäugelt ?
Jansen aus der Schweiz, heute mit SCHÜCO verbunden, baut hübsche Teile mit extrem schlanken Profilen.

Und die Wartung von PVC-Fenstern ist auch nicht ohne. Wenn die nicht gelegentlich mit einem Co-Polymer poliert werden, kreiden sie und sind Sondermüll.

Grüße vom Niederrhein





Ist denn die RAL-Montage mit Kompressionsschaumstoffdichtbändern bei einer alten Vollziegelwand richtig? Sind auch die Normmaße der Fuge auch in einem solchen alten Haus genauso hoch anzusetzen?

Das wäre ja unabhängig davon, ob man teurere Holzfenster oder billige PVC-Fenster verwendet. Was soll an PVC denn schlechter sein bis auf die Optik? Ich sehe nur Vorteile:

-billig
-robust
-pflegeleicht
-sehr lange haltbar



@odobenus



billig: nein (man muss die Lebenszeit mit betrachten)
robust: erst recht nicht (PVC ist weich und wird mit der Zeit spröde
pflegeleicht: nein, schwerer zu putzen, da sie durch statische Aufladung den Schutz anziehen und festhalten, eine weitere Pflege zur Verlängerung der Lebenszeit wie der Anstrich bei den Holzfenstern ist kaum möglich.
sehr lange haltbar: nein ich rechne Holzfenstern eine um mindesten 1/3 längere Lebenszeit zu (Weichholz). Dabei muss man aber berücksichtigen, dass PVC-Fenster dann schon lange nicht mehr ansehnlich sind.



@Beckmann



Ich habe einfach die 2.000 € Mehrkosten für Dreifachverglasung (aus einem konkreten Angebot) bei einem neuen Einfamilienhaus bei der EnEV-Berechnung incl. Zins und Zinseszins und einer moderaten Energiepreissteigerung durchgerechnet und komme auf eine Amortisationszeit von über 40 Jahre.
Der Grund hierfür: Der Anteil der Fensterflächen gegenüber den anderen Bauteilen ist sehr gering. Der Anteil der Fenster wird aus meiner Sicht häufig zu hoch bewertet.
Die Verschlechterung des Lichteintrages bleibt als zusätzlicher Nachteil. Gleiche ich den schlechteren Lichteintrag durch Vergrößerung der Fensterflächen aus, muss man über eine Amortisationszeit gar nicht mehr sprechen.





@Fred Heim

unter diesen Bedingungen ist man dann natürlich wieder beim Standard.

Den Vorteilen von Holzfenstern ließe sich noch hinzufügen, dass sie auch noch die bessere Ökobilanz haben.
Stahlfenster bringen das meiste Licht ins Haus.



@Dietmar Beckmann



Stimmt, wobei für mich der Standard das doppeltverglaste Fenster mit einem möglichst niedrigen U-Wert und einer möglichst hohen Lichtdurchlässigkeit und einem der Situation angepassten g-Wert ist. Zur Einfachverglasung möchte ich in aller Regel natürlich nicht zurück. Dazu dann möglichst schlanke Rahmen. Dass bekommen die Skandinavier am besten hin.
Mit Stahl tue ich mich etwas schwer. So ein kaltes Material setze ich im Wohnungsbau so wenig wie möglich ein. Aber das ist natürlich Ansichtssache.



RAL-Montage, Alu-Kunstoff-Verbundmaterial.



Was ist von Kunstoff-Alufenstern zu halten, die einen Kern aus Recycling-Kunstoff haben und mit Aluminiumblech ummantelt sind? Die Rahmen sind schlank aber dämmen nicht so gut die Wärme dafür aber umso besser den Schall und die Aluminiumoberfläche ist wartungsfrei.

Aber wie sieht es mit der RAL-Montage aus? Ist die IMMER mit gleichen Maßen durchzuführen? Oder gibt es da Unterschiede zwischen Alt- und Neubau.

Sollte aus Schall- und Wärmeschutzgründen der Rahmen nicht nur mit zwei Kompribändern (innen und außen)abgedichtet, sondern dazwischen auch noch mit PU-Schaum ausgeschäumt werden? Ich meine nicht die regelinkonforme Ausschäumung ohne weitere Abdichtung, sondern die Ausschäumung des Luftzwischenraums zwischen den beiden Abdichtungskompri-Bändern.



Fuge zwischen Fenster und Wand:



Außen Wind und Schlagregendicht, in der Mitte wärmedämmend
und innen luftdicht.
Ich verwende keine Bauschäume.



statt PUR-Schaum?



Welche Vorteile haben alternative Wärmedämmungsmaterialien?