Fachwerk dämmen, Schallschutz auch wichtig! Material? Fenster?

14.04.2008



Hallo zusammen,
ich lese schon lange hier mit - mittlerweile einige Jahre. Jetzt ist es an meinem alten Fachwerkhaus BJ. ca. 1890, Eichenbalken mit Vollziegelgefachen, soweit: Ich möchte die Aussenfassade dämmen.

Bisher außen: Unverputzt, darüber flächig Bretter genagelt, darauf Holzschindeln.

Ich dachte an: Holzfaserplatten, insges. ca. 20 cm, Hinterlüftung, Vorhangfassade Boden/Deckel-Schalung, unbehandelt. Großer Dachüberstand ist vorhanden.

Fenster: Bisher teils ISO, teils WSG, meist 2-flügelig. Diese möchte ich in/an die Dämmebene setzen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Und - jetzt kommt der Schallschutz ins Spiel - ein ZUSÄTZLICHES Fenster auf der Innenseite anbringen. Da hier bisher eine 5-6cm Zellulose-Innendämmung besteht, kann das zusätzlihe Fenster VOR die "original"-Fensterlaibung gesetzt werden, damit es groß genug für das andere Fenster ist, die (leider) nach innen aufgehen. Komfortmäßig für uns kein Problem, da KWL reinkommt, Bedingung ist nur: Irgendwie müssen die Fenster aufgehen, putzen etc, auch wenn es 2 Minuten dauert ;-)

Bei der Außenwanddämmung ist der Schallschutz ebensowichtig: Worauf muss ich beim Anbringen achten, damit es beste Ergebnisse erzielt, ohne die Wärmedämmung zu beeinträchtigen?

Vielen Dank und einen schönen Wochenbeginn,
Phil



Schall- und Wärmeschutz



Diese Konstruktionen, die nicht Fisch noch Fleisch sind, also weder eindeutig einschalig nach dem Massegesetz berechenbar noch eindeutig zweischalig, entziehen sich weitgehend der Berechenbarkeit; der mit PC-Programmen im Besonderen.
Hier können nur Erfahrungswerte herangezogen werden. Bei der von Ihnen vorgesehenen Vorsatzschale von 20 cm und einer 12 cm-Vollziegelwand können Sie mit einem bewerteten Schalldämmmaß von > 50-55 dB(A) rechen, vergleichbar einer gut verputzten schweren 24er Vollziegelwand.

Allerdings halte ich einen schweren Wärmeschutz von 20 cm für übertrieben:
- wegen der Kosten
- wegen der Unsicherheit ob die Konstruktion das hergibt.
Mit 12 cm liegen Sie im hellgrünen Bereich.
Sie müssen immer daran denken, daß bei einer Dämmung der Wand andere Verluste prozentual an Bedeutung gewinnen.
Hier vor allem die Lüftungswärmeverluste.
Beim Fenster wäre es optimal, ein Fenster als ISO-Fenster zu bauen und ein leichteres davor zu stellen und den Kastenzwischenraum an den Flanken zu dämmen.
Dann wird es mucksmäuschenstill im Haus und die anderen Quellen fangen an, Sie zu ärgern.

Grüße vom Niederrhein



Erfahrungswerte



...sind mir manchmal lieber, eben weil die Wand etwas eigen ist. Also ist eine Holzfaserplatte als "schwere" Dämmplatte mit entsprechend gutem Schallschutz zu verstehen.
Lt. Zimmermann hält die (sehr stabile) Hauskonstruktion das sehr gut, hier wurde damals wohl sehr gewissenhaft, sowie dauerhaft gearbeitet. Was die Kosten betrifft: Ich reiße die Schindeln runter, das macht ein Menge Arbeit und tut estwas im Herzen weh, da diese das Haus prägen. Und da dieses sehr klein ist, tun 500 Euro für 8 cm mehr nicht weh. Die Sichtfassade selbst kostet ja das Gleiche.

Fenster: Sie empfehlen also eher, auf der Innenseite "dünne" Scheiben, wie etwa die älteren Verbundfenster, zu verwenden?

Vielen Dank für Ihren letzten Hinweis!
Viele Grüße

Philipp Voßler



Fassade



Ja, denn sonst haben Sie im Laibungsbereich Dämmprobleme.
im Übrigen finde ich Schindeln schön. Kann man die nicht wiederverwenden ?



Schindeln



Nein, leider nicht, so wie ich das sehe. Das alles ist so heftig "für die Ewigkeit" gebaut, daß vieles kaputt geht, wenn man es entfernt. Dazu kommt noch, daß sie Fassade ja größer wird, wenn man dämmt (an den Ecken fehlt Material). Außerdem wurde & wird das Haus geringfügig angebaut, und da die Schindeln aus den 30ern kommen, wird es schwer sein, die Größe nachzubekommen. Weiters sind diese Zig-mal überstrichen worden und nicht überall ganz in Ordnung.
Geschweige denn die Arbeit... Leider.

Was könnte passieren, wenn innen UND außen ISO/WSG-Fenster sind? Ich dachte immer, bei derartigen Kastenfenstern ist nur wichtig, daß das Innenfenster dicht ist?



Fenster



dann kriegen Sie weniger Licht.
Warum ? Weil die Transmission auch von der Anzahl der Scheiben abhängt.
Mit dem möglichen Kondensat ist es bei Kastenfenstern auch so eine Sache: ist das dünne Fenster außen, wird es sofort beim Öffnen des Innenfensters beschlagen.

Grüße