Fensterbankleiste ohne untere Abdichtung montiert

02.03.2008



Hallo liebe Fachwerker,

was haltet Ihr von dieser Fenstermontage eines Fensterbauers?

Alle Kunststofffenster wurden mit deren Fensterbankleisten direkt auf den Sandstein gesetzt. Also ohne jegliche Abdichtung nach unten hin. Kein Kompriband und keine Dichtstoffe wurden hier verwendet. Die Fenster wurden nur an den Seiten links und rechts, sowie an der Oberseite zum Mauerwerk hin mit PU-Schaum, aber nicht an der Unterseite abgedichtet.

Wie Ihr es schön auf den Fotos sehen könnt, schlägt an diesen Stellen der Regen durch und der Wind weht kräftig hinein. Die Oberfläche des Sandsteins ist ja nicht absolut in einer Ebene. Deswegen klafft die Lücke mal mehr, mal weniger auseinander.

In der Ausschreibung des Architekten stand aber drin "Mit Montage inkl. ausschäumen. Abweichend vom Regelfall der ATV DIN 18355, wird die Dämmung zwischen Rahmen und Mauerwerk mit Montageschaum ausgeführt. Dies entspricht den Empfehlungen des ift Rosenheim."

Haben die Monteure des Fensterbetriebes hier fachgerecht gearbeitet?

Könnte ich selbst hier noch eine nachträgliche Abdichtung hinbekommen, ohne die Fenster ausbauen zu müssen?

Was würdet Ihr mir jetzt raten?

Vielen Dank für Eure Hilfe und Tipps.

Herzliche Grüße,
Axel



Fenster



müssen mit einem umlaufenden Dichtband versehen werden, das am Mauerwerk verklebt und eingeputzt wird.
Hat der Architekt den Murks abgenommen?? Dann ist er in der Pflicht. Ansonsten der Montagebetrieb.
MfG
dasMaurer



eigentlich



hat er doch nach Ausschreibung geleistet.
(Bis auf unten)
Abdichtung war nicht beauftragt. Wo soll der auch abkleben bei der Wandvorbereitung?
Was kommt denn außen noch drauf, oder soll das mit dem Bankanschluss so bleiben?
Grüße



An Patina:



Schon blöd, dass mich ausgerechnet dieser Thread auch interessiert hat, da wir genau die gleichen Mängel an unseren Fenstern haben, die allerdings schon seit ca. 1992 im Haus sind.
Ich leide diesen Winter an heftiger Bronchitis, die seit Mitte Dezember eher schlimmer als besser wird. Die Ursache habe ich heute wohl gefunden: genau diesen hier beschriebenen Pfusch beim Einbau des Schlafzimmerfensters im Westgiebel. Denn seit Jahren scheinbar schon, läuft hier das Wasser unter dem Fenster hinter das Mauerwerk (zwischen Mauerwerk und Gipskartonverkleidung) und hat da mit Sicherheit (wegen dem schweren Heizkörper und der erstmal wichtigeren Sturmschadenbeseitigung am Dach konnte zur genauen Bestimmung der Heizkörper noch nicht entfernt werden, der hier im Weg ist) schon Schimmel verursacht.

Und nun möchte ich Sie doch bitten qualifizierte Antworten zu geben statt mit Sarkasmus und Verbreitung von schlechter Laune andere runter ziehen zu wollen (sicher nur unbewusst).

Eine schöne sonntag Nach wünsche ich.

Gruß
"DJ"



@Patina,



die anerkannten Regeln der Technik sind immer Bestandteil eines Auftrags, unabhängig von vielleicht veralteten Ausschreibungstexten.
Und abkleben geht immer, eventuell sind dafür Vorarbeiten nötig. Aber die müssen dann eben erbracht werden.
MfG
dasMaurer



Ist guter Rat immer teuer?



Mit dem Architekt haben wir keinen Vertrag für Bauleitung oder Bauaufsicht gemacht. Er war nur der Ideengeber, Planer und Vermittler für die ersten großen, schweren Arbeiten. Das Einzige, was er zu dieser Fenstermontage sagte, war, dass normalerweise ein Kompriband unter die Fensterbankleiste gehört. Ansonsten hüllte er sich in Schweigen. Vielleicht war er aber auch sauer auf uns, weil wir uns damals nicht für seinen Spezi entschieden haben, den er uns vorgeschlagen hatte.
Als ich mal einen Monteur der Fensterfirma darauf ansprach, meinte er, dass ich das selbst Abdichten müsse. Dazu gibt es im Baumarkt oder Fachhandel einen PU-Dichtstoff in der Kartusche, den ich mit einer dünnen Spritze in die Lücken pressen muss. Mittlerweile leuchtet mir ein, dass der Fensterbauer nur das teure Kompriband sparen wollte und ich ein leichtes Opfer war.

Tja, also so wie es jetzt ist, kann es selbstverständlich nicht bleiben. Nur was jetzt machen???
Ein Kompriband bekomme ich jetzt nicht mehr unter die Bankleiste. Es sei denn, dass alle Fenster wieder ausgebaut würden.
Alternativ dazu, könnte sich vielleicht wirklich das Abdichten mit einem spritzbaren Dichtstoff anbieten. Dabei kenne ich mich aber nicht gut aus. Das Problem ist die variierende Größe des Spaltes und die Kombination PVC-Kunststoffrahmen mit Natursteinuntergrund unter einen Hut zu bekommen. Den Sandstein als Fensterbank wollten wir ja lassen. Es sei denn wir sind gezwungen andere Fensterbänke z.B. aus Blech zu nehmen. Wichtig ist, dass die Funktion der Dichtheit stimmt.

Ich habe mal im Internet geschaut und bin auf http://www.tremco-illbruck.de/ gestoßen. Dieser Hersteller macht einen ersten kompenenten Eindruck. Aber ich muss mich erst mal einlesen in seine spezielle Produktpalette.

Ich hatte ja schon zuvor gehört, dass das Fenster-Gewerk keinen so guten Ruf hat. Da wird ganz schön viel getrickst, gemurkst und Schindluder getrieben. Jetzt haben wir es am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Von diesem Fensterbauer sind wir wohl ganz schön verschaukelt worden.

Für jeden weiteren Tipp bin ich ganz arg dankbar.
Viele Grüße an alle Fachwerker,
Axel



Wenn ich mir das Ganze so ansehe...



...muß in jedem Fall unten noch angedichtet werden. Ob jetzt die PU-Dichtmasse gegen Sandstein funktioniert, weiß ich nicht. Das Zeug ist aber viel besser als Acryl. Bei Illbruck wirst du sicher was finden. Aber was viel wichtiger ist (aus meiner Sicht), du wirst um neue Bänke nicht drum rum kommen. Du braucht Bänke mit einem definierten Gefälle, die unter den Bankanschluß geschoben werden. Da kannst du auch Granit nehmen, Alu sieht doch besch... aus und Granit ist meist nicht viel teurer.
Weiter sollten die Rolladenschienen verkürzt werden, damit sie auf den neuen Bänken aufstehen. Mit dem undefinierten Gefälle wirst du immer Probleme bekommen.
Seitlich sollten auf die Steinbänke noch eine kleine Steinleiste, an die dann angeputzt wird. So wirst du nicht glücklich und hier nochmal mein Wahlspruch: Wasser hat einen kleinen Kopf...

Gruß Patrick.



Wasser sucht sich seinen Weg.



Vielen Dank Patrick für Deine Antwort.

Dass ich an den Fensterbänken außen etwas machen muss, wegen dem fehlenden Gefälle, dachte ich mir auch schon. Außerdem sind die Fensterlaibungen aus Sandstein auch ganz schön verwittert, sehen mitgenommen aus, da die Generationen vorher die ehemals schönen Oberflächen mit Fassadenfarben überstrichen und damit versaut hatten. – Tja, aber eine z. B. Granitplatte auf die vorhandene Sandsteinfensterbank setzen, sieht evtl. auch nicht gut aus. Und die schwere Sandsteinfensterbank rausmachen, würde ja bedeuten, dass ich gleich das ganze Fenster rausnehmen könnte. Wäre wieder eine große Baustelle. Alternativ, Fensterbänke aus Alublech gibt es farblich wahrscheinlich auch nicht passend zu dem rotbrauenen Sandstein. Es sei denn ich lackiere sie passend. Wäre zwar günstig, aber auch ein Stilbruch am alten Haus. Auf der anderen Seite hat halt auch der Geldbeutel ein großes Mitspracherecht. Na, ja...

Das was Du mit den seitlichen Steinleisten meinst, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Kannst Du mir bitte schreiben, was Du da beschreibst?

Danke und Gruß,
Axel



Zoom mal rein...



...vielleicht kannst du es erkennen, was ich meine. Granit gibt es übrigen in allen Farbe, sicher auch in einer, die einigermaßen zu Sandstein paßt. Sicher eher als Alu, ob angepinselt, pulverbeschichtet oder eloxiert.

Gruß Patrick.



Habs jetzt gesehen.



Damit die Granitplatte also eine U-Form erhält und als Putzhilfe, sind die seitlichen Leisten wahrscheinlich aufgeklebt. Danke Patrick, ich weiß jetzt was Du meintest.

Aber, ob die Kombination aufgesetzte Granitplatte im ähnlichen Farbton unseres Sandsteins plus die dann darunterliegende alte Sandsteinfensterbank, kann ich mir noch nicht so gut optisch vorstellen. Es sind ja dann zwei verschiedene Baustoffe die, so schätze ich, nicht als ein einheitliches Bauelement am Haus auftreten werden.

Gruß,
Axel



Der Fenstereinbauer muß nachbessern,



ohne weitere Diskussion. Wenn er das nicht freiwillig macht, Gutachter holen.

Wenn der Architekt nicht auf dem Stand der Technik ist, haftet er ggf. mit. Die Ausschreibungtexte von ihm haben Euch schließlich auch Geld gekostet.

Wie lange ist der Einbau her?

Grüße

Thomas



Glauben ans gute Handwerk verloren!



Hallo Thomas,

erstmal Danke für Deine Meinung.

Der Einbau der Fenster ist so ca. 1 1/2 Jahre her.

Gleich nach dem Einbau kam der Fensterbauer auf unser Drängen etwa 4mal zum Nachbessern vorbei. Z. B.: 80 % der Fenster hatten das Problem, dass der Fensterflügel beim Schließen am Fensterrahmen streifte. Obwohl die einflügeligen Fenster keine übergroßen Formate hatten. Das retuschierte der Fensterbauer erst mit montierten Fensterhebern. Das verweigerte ich ihm und bestand auf neues Einklotzen der Scheiben. Dann gings. Dann wurden Schließeschläge, Rolladenanschläge und Zierleisten außen vergessen. Und noch vieles, vieles mehr.

Bei der fehlenden Abdichtung unter der Bankleiste, hatte ich mich damals noch nicht schlau gemacht. Leider:-(

Ein Fenster funktioniert bis jetzt noch gar nicht richtig. Das müsste eigentlich gegen ein neues ausgetauscht werden. Der Fensterbauer lässt nix von sich hören. Der weiß wahrscheinich auch warum.

Was den Architekten angeht, der ja keine Bauleitung hatte, aber den vielleicht veralteten Ausschreibungstext nahm, weiß ich nicht, ob man ihn zur Rechenschaft hinzuziehen kann. Der lässt ebenfalls nix mehr von sich hören.

Da aber nicht nur der Fensterbauer gemurkst hat, sondern auch der Dachdecker und Zimmermann, habe ich mittlerweile den Glauben an das gute goldene deutsche Handwerk verloren.
Echt enttäuschend.

Viele Grüße,
Axel



Bei solch windigen Ganoven...



...hätte nur teilweise gezahlt werden dürfen.

Sei's drum. Setze den einzelnen Firmen einen letzten Termin zur Beseitigung genau aufzulistender Schäden mit Androhung weiterer (Gutachter) Kosten.

Und dann bestelle einen Gutachter und trage Dich mit dem Gedanken, einen versierten Anwalt hinzuzuziehen.

Solch Mist kann, über Folgeschäden, zuweilen auch teurer sein als die Leistung an sich.

Grüße

Thomas



kurz vor Ende der Gewährleistung



Hallo Axel,

da hat Herr Böhme recht. Fensterbauer s c h r i f t l i c h auffordern, 10 Tage Frist und dann zum Anwalt. In wie weit der Architekt doch in der Pflicht war kann ich nicht sagen, da mir Euer Vertragsverhältnis noch etwas im unklaren liegt. Da die Leistung ersichtlich tief unter der Gürtellinie liegt wird der Fensterbauer es kaum auf einen Gutachter ankommen lassen. Wenn man es gut anfängt muss ein Gutachter im Übrigen nicht selbst gezahlt werden.

Auch würde ich – egal wie das Vertragsverhältnis – Deinen Architekten darauf aufmerksam machen, dass, wenn in 10 Tagen die Leistung nicht korrekt ausgeführt ist Du das große Anwalts- und Gutachterprogramm fährst, in dem er gewiss auch auftauchen wird. Das sollte ihn vielleicht dazu bringen etwas Druck auf den Fensterbauer auszuüben.

Für Dich ist aber besonders wichtig: Falls nicht VOB etc endet die Gewährleistung nach BGB nach 2 Jahren. Hier sollte jetzt nicht groß abgewartet werden.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Ein Druckmittel



Hallo Christoph,

auch Dir erst einmal vielen Dank.

Das Verhältnis zu unserem Architekt war dieses, dass wir eigentlich gar keinen richtigen Vertrag gemacht hatten. Nur eine Honorarvereinbarung für Planungsphase 1 bis 4 (27 %). Für Objektüberwachung und Ausschreibung hat er aber auch einen Betrag erhalten. Der Ausschreibungstext für das Gewerk Fenster war eine zig mal kopierte Standardvorlage. Evtl. war diese nicht up-to-date.

Ein großes Druckmittel haben wir. Nämlich, hat der Fensterbauer erst einen Teilbetrag erhalten. Etwas hatten wir doch von unseren vielen, schlechten Erfahrungen vorher gelernt.

Mir stellt sich aber generell die Frage, ob ich auch selbst hier noch etwas retten kann, in dem ich selbst Hand anlege. Immerhin stehen einige Tausend Euro auf dem Spiel. Wenn nämlich nur das Kompriband unter die Bankleiste kommt und sonst wieder außen herum nur eingeschäumt wird...na ja, ich meine an den Sandsteinfensterbänken muss ich eh etwas machen. Bei denen ist kein Gefälle vorhanden. Und neue, evtl. aufgesetzte Fensterbänke, müssen an die Fenster auch angeschlossen werden.
Ich dachte daran, mit einer PU-Dichtmasse aus der Kartusche (dieser quillt ja auch ganz leicht etwas auf, so wie ich hörte), diese Lücke abzudichten und neue Fensterbänke gescheit anzuschließen.

Viele Grüße,
Axel





Gilt die Garantie für Elektrogeräte auch noch wenn man zuerst selbst dran rumbastelst ? Wenn du jetzt an deinen Fenstern selber rumwerkelst freut sich der Fenstersetzer ganz bestimmt !
Gutachter und Anwalt, glaub auch das das erstmal der richtige Weg ist !