Salzausblühungen nur durch Kodenswasser?

20.09.2007


Hallo,
unser zukünftiges Sandsteinhaus (Bj.1912) ist teilunterkellert Bruchsteinkeller). Die Wände haben fast nur oberhalb und besonders am Fenster starke Salzausblühungen.
Die Verkäufer haben die Kellerfenster immer sperrangelweit auf und das besonders im Sommer.
Können die Salzausblühungen nur vom offenstehenden Fenster kommen, oder kommt da auch noch Feuchtigkeit vom Erdreich mit ins Spiel? Ist aus der Ferne wahrscheinlich schwer zu sagen, aber rein erfahrungsgemäß.
Ich möchte mir nämlich das aufgraben von aussen wenn es geht ersparen. Wenn es nur von innen ist, reicht es dann den alten Putz zu entfernen und einen neuen drauf?
Der Keller soll nur als Lagerraum dienen.
Achja, welche Deckendämmung wäre hier bei einer Deckenhöhe von 1,80m zu empfehlen?

Gruß,
T. Waldner





Ich wollte doch noch ein Bild anhängen. Jetzt aber...



moin,



nun wahrlich ist es schwer zu orakeln, aber wenn im sommer das fenster sperrangelweit offen war ist das schonm mal ziemlich "uncool" warum? warme luft kann viel mehr wasser aufnehmen als kalte, die luft kühlt im keller ab--->kondensat ohne ende (aber das wussten sie ja schon, wie ich ihrem beitrag entnehme). der keller soll nur als lagerraum dienen, na dann lassen sie es wie es ist. stören sie diese paar ausblühungen? ein bis zweimal im jahr mit nem besen drüber und gut is. aber:! das geht narürlich nur wenn nicht die Wand in fetzten runterkommt.

und ja es kann auch aufsteigende oder eindringede feuchtigkeit sein, aber mal ehrlich, was solls zur not einfach noch nen lüfter rein, feuchtegesteuert gibts von maico für ca. 120 €

sehr zu beachten ist jedoch, dass in einem feuchten keller keine hölzer, Pappe etc gelagert werden darf (soll) die gefahr von pilzen wie z.b. dem echten Hausschwamm würde enorm steigen.





nun ja, mich stören die Ausblühungen rein optisch gesehen nicht. Aber wie sieht es mit Zerstörung der Wände durch
die Mauersalze aus, wenn diese über die Jahre weiterfressen?
Die Wände einmal ersetzten zu müssen, möchte ich mir allerdings auch ersparen.
Welche Empfehlung hätten Sie für die Deckendämmung?
Styropor möchte ich obwohl es günstig ist, meiden.
Welcher Naturdämmstoff hätte den den gleichen oder besseren
Dämmwert bei gleicher Dicke wie Styropor und ähnlichen Preisen?



Kaufmängel!!



Hallo Herr Waldner,
mir ist nicht ganz klar wo hier die Salze ausblühen, Innen oder Außen?
Grundsätzlich ist es so das Salze die Substanz eines Gebäudes gefährden.
Aufgrund der Kristallisation an der Bauteiloberfläche kommt es zur Sprengung der Kapillare und Mikroporen.
Steht nun das Salzkristall auf der Wand, nimmt es Feuchte aus der Luft auf, geht in Lösung und Wandert wieder ins Bauteil ein.
Wird nun durch z.b. Sonneneinwirkung die Wand erwärmt oder strömt trockene Luft das Bauteil an setzt der Zyklus erneut ein.
Im Ergebnis bleibt eine feuchte Wand und eine bröckelnde Bauteiloberfläche.
Ihre Frage, ob die Salze zum Fenster reinkommen, nein.

Meine Oma hat den ganzen Tag die Straße im Blick und deren Fenster sind okay, lediglich das Fensterbrett ist arg in Mitleidenschaft gezogen, die gute hat etwas Übergewicht.

Wo die Salze herkommen kann in diesem Forum nur geraten werden, ich Tipp jetzt mal auf Streusalze durch den Winterdienst.

Zur Frage der Deckendämmung kann dir bestimmt von den Spezis hier geholfen werden. Die wird nur nicht die Deckenhöhe interessieren sondern die derzeitige Konstruktion und was du mit der Dämmung erreichen möchtest, Wärmeschutz, Schallschutz, Brandschutz oder was?

Mit freundlichen Grüßen

j.h.s



Ein grundlegender Gedanke meinerseits, kaufen Menschen ein gebrauchtes Auto für 10.000,00 Euro wird Hinz und Kunz zur Begutachtung mitgeschleppt!
Da wird sich über Vorbesitzer Kilometerstände und Wartungsbücher unterhalten, Probe gefahren, unters Auto gelegt, die Motorhaube geöffnet, das Öl gekostet und und und......
Wohlgemerkt bei 10 Td. Euro!
Kaufen die selben Menschen ein Haus für 250.000,00 Euro wird dem Makler, Bauträger oder Verkäufer blind vertraut.

Eine erste Stellungnahme vor Ort, von Leuten die sich auskennen, Kostet weniger als ein Satz neue Reifen, kann aber im Extremfall eine ganze Existenz retten!
Mal drüber nachdenk

Mit freundlichen Grüßen

j.h.s





Hallo,
ich tippe mal eher nicht auf den Winterdienst, da dort keiner fährt.
Und warum sollten die Ausblühungen nicht vom offenen Fenster kommen?? Da der Keller sonst eher trocken ist und es auch nicht muffig riecht oder sonstige Feuchtigkeitsmerkmale, tippe ich doch eher auf die Fenster. Die Ausblühungen sind übrigends innen. Mir gehts auch eher darum, ob es nur durch offenstehende Fenster kommt. oder zusätzlich auch durch die Wand.
Nur zur Information, ich informiere mich auch vor einem Hauskauf in Anwesenheit eines versierten Energieberaters genau über dessen Zustand. Und nicht nur beim Autokauf.
Der Kellerzustand war mir durchaus bekannt.
Aber es gibt sehr viele Käufer, die blind ein Haus kaufen, da haben Sie recht.
Für weitere Anregungen und Erfahrungswerte für unseren Keller bin ich sehr dankbar.

Gruß,
T. Waldner



woher kommen Bausalze



Hallo Herr Waldner,
was hat den der Energieberater zu den Salzen und dem feuchten Keller gesagt, teilt er Ihre Meinung zum Flugsalz?
Wie sah sein Sanierungsvorschlag und wie seine Kostenschätzung aus, rein informativ gefragt.

Zurück zu Ihrer Frage.
Salze sind in allen mineralischen Baustoffen enthalten. In Abhängigkeit von ihren Eigenschaften können sie positiv wirken, in dem sie den Bestand der Baustoffe z.B. als Bindemittel gewährleisten(Eigensalze)oder durch mögliche Bauschädigende Reaktionen die Bausubstanz beeinträchtigen. Dabei kann ein und dasselbe Salz beide Wirkungen ausüben. So agiert Calciumcarbonat und Calcit als Festigkeitsbildner bei Kalkmörteln, während es in Form von Ausblühungen oder Aussinterungen auf Beton unerwünscht ist und negative Auswirkungen auf den Baustoff hat.

In keinem mir bekannten Fall, sind Salze durchs Fenster gekommen!!

Salze gelangen, z.B. durch den Herstellungsprozess der Baustoffe (Eigensalze des Baustoffs) als Bestandteile des Bindemittels, als Zuschlag in der Ziegelproduktion oder der
Zusatzmittel.
Infolge von Kapillartransport durch aufsteigende Mauerfeuchte aus dem
Baugrund.
Durch Umwelteinflüsse, z.B. Vergipsung von Bauwerksoberflächen infolge der
SO2 - Belastung der Luft.
Durch Spritzwassereinwirkung mit Streusalzen.
Durch salzhaltige Wässer (z.B. Meerwasser) und Böden.
Durch Kontakt zu Fäkalien (Misthaufen, Dunggruben).
Durch Fassadenreinigungen in Verbindung mit Säuren, z.B. durch Absäuern von Ausblühungen auf Ziegelsichtmauerwerk.
Durch Sanierungsmaßnahmen, z.B. durch unsachgemäße Anwendung von Alkaliwassergläsern.
Durch Unverträglichkeit beim Kontakt historischer und moderner Baustoffen.

Salze kommen mit empirischer Sicherheit nicht durch das geöffnete Fenster einer Wohnung, es sei den, in Ihrer direkten Nachbarschaft befindet sich ein ungeschütztes Lager der Chemischenindustrie, oder ein Düngemittellager mit Düngesalz!!

Ich hoffe die Antwort ist erschöpfend, mehr fällt mir nämlich nicht ein.

Mfg j.h.schröters



Ja, Herr Schröters das ist ein guter Beitrag.



Fachlich ist alles OK.
.
Herr Waldner lassen Sie doch alles wie es ist. Denn, wenn Sie nichts anderes als geschrieben vorhaben, wird Ihr Keller mit Sicherheit noch einige hundert Jahre so bleiben.
Das Haus fällt nicht ein wegen dem bisschen Salz.
Aufgraben - ja für was denn?
Und warum einen neuen Putz?





Sehe ich ähnlich wie der Herr Bromm, Handlungsbedarf besteht hier nicht wirklich.





Nun ja, wenn die Experten sagen, das es wie beschrieben noch lange ok ist, dann bin ich beruhigt.
Den Keller hatte jetzt mal ein Polier gesehen, er meinte das mit dem abbrökelnden Putz wäre für das Alter völlig normal.
Mann könne da eine Ytong-Verblendung vor machen, müßte man aber nicht.
Unser Installateur meinte er hätte genau den gleichen Kellerzustand. Von unten bis zur Mitte der Wand ist alles trocken, weil da sowas wie ein Sperrputz vor wäre, hätte man damals so gemacht. Und obenrum würde der Putz brökeln, weil dort dieser Putz fehlt. Er meinte obenrum genau wie unten verputzen, und dann wäre ruhe.
Ich glaube, ich laß die Wände erst mal so.
Das einzigste was wir im Keller wegen Fördermaßnahmepaket machen müssen ist, die Kellerdecke dämmen.
Der Maurer empfiehlt als Ausgleich eine Lattung u. darauf Styrodur.
Ich habe jetzt mal was von Isover Topdec DP3 gelesen.
Was halten die Experten davon? Andere Empfehlungen?

Gruß,
T. Waldner



Sehr geehrter Herr Waldner



Seit nun fast zwei Jahren habe ich mich nicht mehr in das Forum eingeschaltet, da es unerträglich war, zu erfahren was für haarstreubende Sanierungsvorschläge menschen in diesem Land von sogenannten Fachfirmen erhalten. Nun heute nutzte ich die Zeit, um mal wieder vorbeizuschauen, und muß erkennen, daß es wohl immer noch einfacher ist den Kunden mit Scharlatanerie (bezieht sich nicht auf Ihr Problem) das geld aus der Tasche zu ziehen, als ihnen klar zu machen, was gut für ihr Gebäude ist und was nicht.
Meine Empfehlung:
-überdenken sie die aussage des maurers auf fachkompetenz
-holen sie sich noch eine oder mehr meinungen ein
°Ach so was für ein Raum befindet sich eigentlich über den Keller, würde mich nicht wundern wenn es eine Garage ist.


mfg.
c.heise




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