Fensterolive mit Schloss - Einbruchsicherung

04.10.2011



Hallo,

in unserem Haus denke ich aus Gründen der Einbruchsicherheit im EG über Fensteroliven mit Schloss nach. Das Haus ist denkmalgeschützt, Bauzeit ca. 1930 (Bauhaus). Wir haben Verbundfenster aus Holz mit zwei einfachen Glasscheiben. Die Fensteroliven sind die Standardmodelle aus den 20er-30er Jahren (wie im Bild - nur vernickelt).
Die Oliven sind einfach abzumontieren, so dass die Originalteile eingelagert werden können. Sind solche oder ähnliche Oliven in verschliessbarer Form zu bekommen ? Also so, dass nach durchschlagen der Scheiben und durchgreifen keine Entriegelung stattfinden kann ?
Alternativ kämen Oliven in Frage, die auch in der Bauhauszeit eingesetzt wurden (mit gerader Querstange).

z.B. hier:
http://www.herr-auktionen.de/uploads/pics/68_0275.jpg

Oder gibt es sonst eine Möglichkeit die Fenstermechanik zu verschliessen ohne die Fenster wesentlich baulich zu ändern ? Die Verriegelung erfolgt an drei Punkten (einen Riegel in Höhe der Olive und zwei Stangen die in Lager am Rahmen oben und unten geschoben werden).

Besten Dank !



Googel mal



nach "Bisschop 4470".

Gruß Holm



Moin Gemm,



ruf doch erstmal bei der Kripo an und frag nach einer Einbruchsberatung, kost' normal nix.

Die Vorstellungen von Eigenheimbesitzern und die Wirklichkeit liegen meistens Meilen auseinander und evtl. kriegst du noch Hinweise auf Schwachstellen, die dir noch garnicht aufgefallen sind.

Mit einem entsprechenden Set kriegst du jedes Zylinderschloss in weniger als 30 Sekunden auf, Scheibe einschlagen war gestern.....

Gruss, Boris



Hallo



besten Dank fuer die Infos ! Die Bisschop 4470 sehen sehr gut aus - leider golden und nicht vernickelt. Ich habe mal eine Anfrage bei der Firma gestartet, ob die auch vernickelt zu haben sind. Falls nicht muss ich eben nacharbeiten/lassen.

Die Fenster sind das Problem - die Tueren sind ueberarbeitet worden und entsprechen etwa WK3. Die Scheibe in der Kellertuere wurde aus Verbundsicherheitsglas mit vorgesetzter Sicherheitsglasscheibe konstruiert (Klasse P6B). Die Einscheiben-Kellerfenster (Hochkeller - nur ca. 1 m in der Erde) sind im Mauerwerk vergittert und wurden zu Kastenfenstern aufgeruestet. Drei Fenster sind historische Panzerfenster (zwei einfache Scheiben in einem nicht teilbaren Rahmen) und wurden wurden restauriert. Auch sie sind vergittert.
Bleiben die Fenster im EG bzw. Hoch-EG (wie nennt man das ?) Fensterunterkante liegt fast 3 m ueber dem Boden. Da es bereits Verbundfenster sind, sind sie nicht zu Kastenfenstern aufzuruesten. Durch die hoehere Lage und die robuste Konstruktion (Wolfsrachen, 3-Punkt Verriegelung) sind eben die Oliven der Schwachpunkt, auch wenn laut Statistik das Einschlagen der Scheibe wegen Verletzungsgefahr (DNA-Spuren) heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle spielt (Info von der Polizei).

Zylinderschlosser sind heute nicht mehr in 30s zu knacken - auch hier hat sich die Technik weiterentwickelt. Ich setze derzeit an den Tueren auf ein EVVA MCS mit ensprechendem Einbau.

http://www.evva.de/produkte/mechanische-schliesssysteme/schliesssystem-mcs/technologie/de/

Weitere Schwachstellen sind bekannt und werden nach Wichtigkeit beseitigt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Kooperationsbereitschaft des Denkmalamtes, denn es gibt Dinge, die sie sich nicht gerne ans Bein binden lassen (z.B. Sicherheitsthemen im weitesten Sinn). Freundlicher und bestimmter Austausch von Argumenten auf beiden Seiten - so kann das funktionieren. Ich bin jedenfalls bislang sehr gut beraten worden.

Besteht Interesse an Bildern von der Haustuere im Rohbauzustand ?



Moin Gemm,



danke für das "update". Was kostet denn so ein Schliesszylinder?

Für alle interessierten Mitleser:

http://www.dieterade.de/schlosstypen.html

Gruss, Boris

P.S. Hoch-EG = Hochparterre





Kostet so ca 150-200 Euro je nach Ausführung. Ist vergleichbar mit anderen hochwertigen Schließzylindern (z.B. Keso 2000 S). Das Magnetprinzip überzeugt mich aber mehr als die immer komplexeren mechanischen Schlüsselprofile. Elektronische Schließzylinder sind etwa doppelt so teuer (z.B. DOM Protector) und das Verlegen des Stromabels zur Türe ist im Denkmalbau evtl. nicht ganz so einfach realisierbar.

Im Hinblick auf die Kosten der Überarbeitung der Türe nach Denkmalrichtlinien sind die Kosten für einen guten Schließzylinder allerdings unerheblich.

P.S. danke für den Link ! Einziger Hinweis auf Lockpicking an Magnetschlössern scheint mir das hier zu sein:

http://www.koksa.org/viewtopic.php?f=46&t=11337

Aber das kommt mir sehr spekulativ vor und bei Magnetrotoren-Schlössern sollte dieses Prinzip auch nicht funktionieren, denn bei einer Schlüsseldrehung wird zweimal die Codierung von je 8 Rotoren geprüft.