angegriffene Glasoberfläche durch Ausscheidungen aus dem Mauerwerk?

20.07.2011



Moin Moin in die Runde,

ich habe folgendes Problem: Bei unserem Haus ist die Glasoberfläche eines Fensters von außen deutlich angegriffen. Es sind über die gesamte Glasfläche die Laufspuren des Wasser zu sehen, in etwa wie Kalkflecken. Diese Laufspuren lassen sich nicht mit normalem Reinigen entfernen. Ich habe es auch schon mit Verdünnung versucht. Meine Eltern haben vor zig Jahren schon mal die Scheibe dieses Fensters wechseln lassen, da sie zu stark angegriffen war.

Interessanter Weise tritt dieses Phänomen nur bei einem einzigen Fenster auf, welches aber auf der Wetterseite im EG leigt. Diese Lage hat es auch als einziges Fenster. Ansonsten sind auf der Wetterseite nur noch zwei Fenster im Obergeschoss.

Meine Vermutung ist, dass die angreifende Substanz aus dem Mauerwerk (Klinker) ausgewachsen wird und dann über das Fenster läuft. Irgendwas stimmt auch nicht mit dem Klinker, denn auf der Wetterseite lösen mit der Zeit die Fugen und fallen heraus. Das Haus wurde 1980 gebaut.

Hat jemand eine Idee, wodurch diese Oberflächenschädigung auftreten kann?





Hallo Stefan,

Was auch immer über Jahre aus einer Wand herausgelöst werden könnte und sich auf einer Glasscheibe niederschlägt,wird ja wahrscheinlich mineralisch und nicht organisch sein.
Lösemittel helfen also wahrscheinlich nicht (die machen höchstens die Oberfläche vom Fenterrahmen kaputt).
Gesucht wird also ein Niederschlag der sich mit dem normalen Regenwasser aus der Wand löst und sich dann auf dem Fenster niederschlägt oder auch einfach nur antrocknet.

Hier würde ich einfach mal eine Versuch mit einer Säure machen (Essig, Essigessenz oder Zitronensäure, vielleicht geht auch ein Entkalker für die Kaffeemaschine). Das Glas ist gegen alle diese Mittel vollkommen unempfindlich, der Rahmen und die darunter liegende Mauer aber nicht unbedingt.

ich würde das Fenster aushängen und einfach probieren, lange genug warten und keine Scheuermittel verwenden.
Die Glasscheibe selbst wird nur von sehr wenigen Chemikalien angegriffen (z.B. Flusssäure), die in deiner Wand aber nicht vorkommen. Wenn das Material aus den Fugen ausgewaschen wird, durfte der Hauptbestandteil Calzium sein (z.B.als Carbonat, daneben Spuren von Aluminiumsalzen und Eisenverbindungen). Alles das sollte sich in Säuren bzw. in Entkalkern / EDTA lösen lassen.

Gruß Götz



Moin Stefan,



wenns oberflächlich ist: Ceranfeldschaber.

Ansonsten mal mit Glasern dort telefonieren ob die das öfter haben, bzw. Blech überm Fenster montieren, damits nicht auf's Glas tropft.

Gruss, Boris



Hallo Stefan,



probier doch bitte mal Klarspüler. Das ist das Zeug, was man für den Geschirrspüler nimmt. Ich halte es für eine Wunderwaffe und benutze es bei äußerst hartnäckigen Kalkflecken im Duschbereich. Vielleicht hilft es Dir auch. Herzliche Grüße Kathrin





Vielen Dank für die klasse Antworten!!! Ich werde es in den nächsten Tagen mal ausprobieren, ob etwas davon geholfen hat. Bin zuversichtlich! :-)





So, ich habe ein paar Mittel, die wir im Haus hatten, ausprobiert. Der Ceranfeldschaber hat nicht geholfen. Essig und Zitronensaft (der aus der gelben Kunststoffzitrone) habe ich über Nacht einwirken lassen. Leider auch keinerlei Wirkung!

Werde die anderen Mittel in nächster Zeit auch noch testen!



Ich glaube, Du hast ein Problem



schaust Du hier:

http://www.glaskratzer.info/glasveraetzung.htm

Die Fa. sagt, sie bekommen das weg, aber zu welchem Preis sagen sie nicht!

(Abgesehen von der Nummer mit dem Wasserglas hatte ich das vorher aber auch nicht gewusst)

Götz



Zum Glück noch (!) kein Problem



Habe nun weitere Mittel ausprobiert:

Zitronensäure (30%ige) [eine Nacht Einwirkungsdauer]
Salzsäure (24%ige) [eine Nacht Einwirkungsdauer]
PU-Reiniger [eine Nacht Einwirkungsdauer]
Polieren mit Lackreiniger

Hat aber auch alles keine Verbesserung gebracht! :-/


@Götz
Ich habe momentan den Vorteil, dass das komplette Fenster gerade erneuert wurde. Ich habe somit das alte Fenster zum Testen, falls dieser Effekt in einigen Jahren wieder auftritt. Meine Hoffnung ist, dass das Mauerwerk nach 31 Jahren weitestgehend ausgewaschen ist. Die erste Scheibe wurde schon nach ca. 5 Jahren getauscht, da sie extrem angegriffen war. Diese hat es zumindest 26 Jahre geschafft, und ist nicht mehr so stark angegriffen. In etwa so wie auf dem mittlerem Bild von Deinem Verweis.

Danke für den Verweis, habe in der Richtung weiter recherchiert, nun bin ich mir zumindest sicher, dass es sich um eine Verätzung handelt. Dieses Problem scheint es offensichtlich öfter zu geben, als man denkt. Wenn man es selbst beheben will, gibt es vermutlich nur diese beiden Möglichkeiten:

Glaspolitur: für kleine, feine Glasschäden
http://85.25.136.73/scratchex-p48h5s11-GLASPOLITUR_PROFISET.htm?sid=g

Abschleifen und polieren: für gröbere Glasschäden
http://www.youtube.com/watch?v=fkEd32Y1_rY&feature=related

Wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich abwarten muss, ob es wieder auftritt. So bald die ersten Anzeichen sichtbar werden, versuche ich sie mit der Glaspolitur zu entfernen. Wenn das nicht hilft, ein Angebot für eine Glassanierung einholen. Ist das zu teuer, kann ich es versuchen selbst zu Schleifen und zu polieren. Geht das schief, muss eine neue Scheibe her. Ein Abtropfblech am Sturz als vorbeugende Konstruktion kommt für mich nicht in Frage!



um



den Schaden nicht erst auftreten zu lassen - Glas (und Rahmen) mit Autowachs ohne Schleifkörper einfetten, hilft beim Fensterputzen und erhöht die Haltbarkeit bei Lasuren von Holzfenster. Bei uns seit über 15 Jahren in der Anwendung: Amway-Autowachs.





Gute Idee, werde die neue Scheibe mit einer Scheibenversiegelung versehen, in der Hoffnung, dass dies hilft oder zumindest den Effekt hinauszögert. In 30 Jahren gibt es eh wieder ein neues Fenster! ;-)