Nasse Fenster im Winter

18.02.2005



Bei unseren Fenstern läuft das Wasser im Winter oft
direkt von den Scheiben. Ich weiß nicht, wie wir dieses
Problem abstellen können. Vor drei Jahren haben wir
neue Fenster eingebaut, aber dadurch ist auch nichts
anders geworden.Wer kann mir einen Rat geben, wie
man an die Sache herangehen kann?
Danke für euren guten Rat.
R.W.



nasse Fenster im Winter



hm, es wäre nützlich zu wissen welche Art von Fenster Sie haben, sind die einfachverglast, in diesem Fall ist die Ursache klar, es kondensiert Wasser aus der warmen Raumluft auf der kalten Glasscheibe, Abhilfe wäre ein Winterfenster dazu einzubauen, es würde diesen Vorgang verhindern sofern die einigermaßen dicht sind

viele Grüße
Schreinermeister Reinhard Winter





Hallo Roselie Weise,
wie Reinhard Winter schon schrieb ist das Kondenswasser bei einfachverglasten Fenstern am größten, weil direkt an der Scheibe die größte Temperaturdifferenz zwischen draußen und drinnen vorhanden ist. Bei doppelverglasten Scheiben ist schon wieder ein Puffer dazwischen. Früher haben meine Großeltern und Eltern immer ein Handtuch innen unten ans Fenster gelegt und ab und zu ausgewrungen. So war eben die "gute alte Zeit".
Die Kondenswassermenge wäre schon geringer, wenn drinnen weniger geheizt wird, aber Ihr sollt ja auch nicht frieren.!
Dann kenne ich noch jemand, der hat kleine Ventilatoren auf jedem Fensterbrett, so daß mehr Luftumlauf entsteht. Aber bei Einfachgläsern würde das auch nichts helfen, im Gegenteil.
Mir fällt auch nur ein (meist) von außen vorgesetztes Fenster ein, das im Winter das Haus zusätzlich isoliert.
Freundliche Grüße
D.Fr.



nasse Fenster



Danke erst mal für die Antworten.
Das ist ja das Problem. Es sind neue doppelt verglaste
Thermofenster. Da dürfte das doch nicht passieren.
Oder ist deren Qualität nicht in Ordnung?



Fenster



Haben sie schon mal die Luftfeuchte und Temperatur in ihren Räumen gemessen.Bei uns ist so 45% Luftfeuchte bei 20°C.Da laufen die Fenster nicht an,erst bei -15° rum.



Die nassen Fenster!



Hallo Roselie!
Meine Vorschreiber haben das schon ganz gut erkann, aber die falschen Schlüsse gezogen!

Es ist die kälteste Stelle im Zimmer, hoffe ich jedenfalls!
Sollte es irgenwo in der Ecke oder am Fenster genausokalt sein, erreicht die relative Luftfeuchtigkeit die 60 % Marke, geht es dem Schimmel richtig gut.

Der Grund für das Schwitzwasser.
Erstens falche Heizung. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hast Du eine Luftheizung. Warscheinlich einen Radiator genau unter dem Fenster. Die Luft ist das Heizmedium, es gibt im Zimmer Ecken, die sind deshalb kühler, da die Heizungsluft sie nicht ausreichend erreichen.

Zweitens zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Durch den Einbau von superdichten Fenstern ist nicht mehr der erforderliche Luftwechsel gegeben.
Die Luft in unseren modernen Häusern ist zu feucht. Kochen, Waschen, Trocknen und nicht zuletzt Atmen. Und nicht wenig.
Früher waren die Wande und Dächer luftdurchlässig.
Dank Vinyltapeten, Gips-, Zement-und Kunstharzputzen sowie Folien oder Dampfbremspappen diffundiert die Feuchtigkeit nur noch langsam und ganz schleppend durch die Wände und Dächer. Und auf dem Weg nach draussen kühlt sie sich ab, und kondensiert in der Wand oder der Dämmung. Folge. Nasse Wände = Kalte Wände, dann noch mehr Kondensation usw.

Was kannst Du tun.
Ist es Dein Haus?
Fein: Stell die Heizung um! Mindestens die Heizkörper nach innen auf die Innenwände. So kann die aufsteigende Luft die Wand erwärmen die dann wiederum das Zimmer und auch das Fenster bestrahlt und damit wärmt.
Besser: Heizkörper rausschmeissen, Heizleisten einbauen.
Das ist dann nicht nur gegen die nassen Fenster sondern auch für das Gemüt gut, es ist nämlich als wenn die Sonne im Haus ist. Geht ganz einfach, kost auch Dank radia-therm auch nich mehr die Welt.

Auf jeden Fall, für etwas mehr Frischluft sorgen.
Es kommt ja immer der Hinweis mit dem Stoßlüften.
Aber ehrlich, wer hat schon die Angestellten um am Tag 5 bis 7 mal Stoßzulüften?
Lieber von den Fenstergummis außen oben auf jeder Seite 10 cm und innen unten auf jeder Seite wegschneiden.
Das gibt eine schwache permanente Lüftung.

Im Übrigen stimmt die Sache mit den Einfachverglasten Fenstern die immer alle naß waren nicht!!!!!!
Ich hab seinerzeit mit unserem Architekten gewettet. Wir haben ein einzelnes 200 Jahre altes einfachverglastes Fenster im Haus. Und das auch noch im Wohnzimmer.
Ein einzige Mal war es naß, als wir einen Oststurm im Winter hatten, und auf dem Fensterbrett 10 cm Schnee lag.
Seit dem ist durch die Strahlungswärme der Taupunkt im Glas.
Das Fenster ist Trocken. Immer!
Mal sehen ob ich ein Bild davon finde!

Mit den besten Grüßen von der Ostsee



nasse fenster



Danke erstmal für die guten Tips
So-also noch mal. Ich habe jetzt einen halben Roman
geschrieben und sonst wohin gespeichert, jedenfalls
finde ich es nicht wieder.
Ich muß wohl noch erklären, daß wie 1990 innen renoviert
haben und auch eine neue Heizung eingebaut haben. Es ist
ein altes Lehmfachwerkhaus, das bis zur Fußbodenhöhe
mit Klinkern verkleidet ist.In der Küche kann es schon an
der Heizung liegen, da ist der Heizkörper vielleicht an
der verkehrten Stelle. Aber im Wohnzimmer haben wir eine
Fußbodenheizung. Es sind Plastefenster, die unten schon
2 Löcher für die Entlüftung haben. Könnte es vielleicht an
den Klinkern liegen? Ich habe gehört, daß dadurch die
Feuchtigkeit hochsteigt und die Wände feucht werden.Wie stehen Sie dazu?
Ich bin zum ersten mal bei diesem Forum und habe die Seite
durch Zufall gefunden. Ich finde sie Klasse!

Viele Grüße aus Thüringen von Roselie



Die Löcher in den Kunststofffenstern...



sind im allgemeinen dazu, daß Wasser, egal ob Kondens- oder Regenwasser, aus dem Raum zwischen den Dichtungsebenen ablaufen kann.
Es gibt Kunststofffenster mit Lüftungsöffnungen, die sind jedoch meist an der Oberseite.

Die Fußbodenheizung ist nicht mit einer anderem Strahlungsheizung gleichzusetzen. Es sind meist doch starke Luftströmungen in den Räumen, da sich die am Boden erwärmte Luft in regelmäßigen Abständen zyklonartig an die Decke bewegt.
Erkennbar daran, daß in den Ecken oft dicke Staubpudel umherliegen. (Eigene Erfahrung)

Was verwunderlich ist, ist der Holz-Lehm-Aufbau!
Sind auf der Innen oder Aussenseite andere Materialien verbaut worden? Gipskarton, Gipsputz, Dämmaterialien etc.?
Offensichtlich funktioniert der Feuchtigkeitstransport durch die Wand nicht, und durch die Fenster kann er auch nicht erfolgen.

Der Ingo



Nasse Fenster



Hallo Herr Ingo!

Jetzt will ich endlich Ihre Fragen beantworten.
Der Sockel ist aus ortsüblichen Grünstein gemauert.
Dann im EG getrocknete, bzw. gebrannte Lehmziegel.
Im OG ist dann richtiges Fachwerk, Lehm -Holz.
Innen ist dann Lehmputz und außen Mineralputz, wobei
das Fachwerk mit verputzt wurde.
Eigentlich wollte ich ein Foto mit reinstellen,
aber es hat leider nicht geklappt.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antworten

Roselie



Wenn die Wände "offen" sind ist das schlimmste schon mal nicht passiert!



Allerdings denke ich, daß dann zur Senkung der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung der Luftwechsel erhöht werden muß. Also noch mal mein Vorschlag, von den Dichtgummis etwas wegschneiden. Außen unten und innen oben. Für Ängstliche 5 cm, wenn es dann nicht reicht auch etwas mehr.

der Ingo



Nasse Fenster im Winter



Hallo Rosali!
Ich glaube Ingo Rhein liegt mit seinen Einschätzungen ganz gut.
Zusätzlich hätte ich zwei wichtige Fragen an Sie:

1.) Haben Ihre Tapeten einen leichten Glanz, wenn Sie seitlich auf die Wand schauen?
2.) Haben Sie evtl. eine Strukturtapete? Ich meine damit eine Tapete, bei der man beim Herüberfahren mit der Hand eine starke Struktur spürt?

Dann hätte ich noch weitere Hinweise, die gerne nicht beachtet werden, aber die Luftfeuchtigkeit exorbitant nach oben jagen:

- Morgens bei und nach dem Duschen die Badezimmertür fest verschlossen halten! Nach dem Duschen Badezimmer gründlich Lüften (ca. 30 Min.), bei eingeschalteter Heizung! Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Ihr Badezimmer überall bis zur Decke hochgefliest wurde!
- Besitzen Sie einen Wäschetrockner? Wenn ja, hat dieser einen Auslass, der außerhalb des Hauses liegt?
- Wenn Sie in der Küche kochen, dann halten Sie unbedingt die Tür verschlossen, insbesondere bei großen Dampfentwicklungen! Stellen Sie beim Kochen prinzipiell Ihr Küchen Fenster auf "kipp".
- 2mal am Tage das ganze Haus gut durchlüften.

Gruß
Matthias





Hallo - erst einmal vielen Dank
Die Tapeten haben wir schon wegen der Feuchtigkeit entfernt
und mit Strukturfarbe gestrichen. Die platzt aber auch schon
wieder ab. Es sieht vorher aus, als wenn da Blasen drunter
sind. Ins Bad gehts über den Flur und Trockner haben wir
keinen. Ich werde versuchen die anderen Ratschläge auszuführen.
Gruß
Roselie



Nasse Fenster im Winter



Sie sagen, Sie hätten die Wände mit "Strukturfarbe" gestrichen. Können Sie mir das Fabrikat nennen? Womöglich ist diese am Problem beteiligt.





Nasse Fenster

Danke erst mal, dsß sie sich meiner Probleme so annehmen

Es ist eine Strukturgebende Dispersionsfarbe, flüssige Rauhfaser, Produkt cod M-DF01, waschbeständig.
Gruß Roselie



Nasse Fenster im Winter



Tja. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben wir damit schon das Problem eingegrenzt. Haben Sie damit auch die Decken gespritzt/gerollt?

Bei diesem Produkt handelt es sich wohl um eine Kunstharzdispersion der Fa. PUFAS, die nicht weiter deklariert ist.
Wenn dies der Fall sein sollte, gehe davon aus, dass dies eine Reinacrylat-Dispersion ist. Ist dies alles richtig, dann ist folgendes zu sagen:
Die Kosten für dieses Produkt sind niedrig und es lässt sich sehr schnell mit Rolle oder Niederdruckverfahren verarbeiten, was niedrige Dienstleistungskosten verursacht. Es ist eine typische Objektware die normalerweise auf Großbaustellen eingesetzt wird, um im Niedrigstpreissegment Preise unterbieten zu können.
Leider hat die ganze Sache bei all den schönen, attraktiven Preisen einen ganz erheblichen Nachteil:
Sie haben Ihre Wände mit hoher Wahrscheinlichkeit dicht gerollt/gespritzt, wie es dichter nicht geht. :(

Dass sich teilweise Blasen bilden hat wohl folgende Ursache:
Es wurde wohl kein Tiefengrund oder nur teilweise Tiefengrund gestrichen. Dort wo kein Tiefengrund gestrichen wurde, bilden sich Blasen aufgrund von:
1.) Oberflächenspannung, und / oder
2.)Feuchtigkeit unter dem Anstrich die nicht entweichen kann. Sollte letzteres der Fall sein, haben Sie ein größeres Problem. Ich kann Sie aber beruhigen, dieser Fall tritt selten auf.

Was können Sie nun machen?
1.) Berücksichtigen Sie vorerst meine Hinweise zur Vorgehensweise beim Lüften! Gewöhnen Sie sich und Ihre Familie daran, bis das automatisch funktioniert. Das ist sehr wichtig! Vielleicht bekommen Sie das Problem so schon einigermaßen in den Griff.
2.) Sollte keine echte Verbesserung eintreten, achten Sie ganz genau darauf, ob sich in Ihrem Haus dunkle Flecken an Wänden und in den Ecken (z.B. Fensternischen) bilden. Sollte schlechtestenfalls dieser Umstand eintreten, muss die Flüssigrauhfaser im Interesse Ihrer Gesundheit (Schimmelpilzbildung) und Ihres Werterhalts sofort von den Wänden herunter.

Zwei Fragen:
Haben Sie selbst dieses Produkt ausgewählt oder war das die Beratung eines Malerfachbetriebs?

Besitzen Sie ein Fachwerkhaus oder einen Ingenieursbau, sprich das Haus eines Komplettanbieters?



Nasse Fenster



Hallo Herr Lenz!

Die Sache wird ja immer verzwickter. Tiefengrund haben wir
aufgebracht und die Farbe selbst ausgesucht. Es ist ein altes Lehmhaus, im OG Fachwerk. Ich dachte, wenn die Feuchtigkeit verschwindet, gehen die schwarzen Stellen auch
weg. Jetzt im Winter kann doch auch nicht vorgerichtet werden, und was sollen wir dann an die Wände machen?
Gruß
Roselie



Nasse Fenster im Winter



Nein, nein verzwickt ist das nicht. ;)

Also wenn Sie in einem Lehmhaus wohnen, sprich einen Lehmputz an den Wänden haben, dann können die Beulen zwei Ursachen haben:
- Die Flüssigrauhfaser hat eine derart hohe Oberflächen Spannung, dass der Lehmoberputz bzw. eine vorher nicht abgewaschene Leimfarbschicht gelöst wird oder
- dass Sie nicht überall (jeder cm²) mit Tiefengrund gestrichen haben.

Mit der Farbe haben Sie leider ein Baumarkt-Produkt erwischt, das nur über den Preis verkauft wird. Offen gesagt: Es ist leider ganz großer Mist für Ihre Bedürfnisse. :(
Sie haben raumklimatisch Ihre Situation eher verschlechtert als verbessert. Jedenfalls nicht verbessert.

Wenn die Feuchtigkeit verschwindet, gehen die schwarzen Stellen nicht weg! Die schwarzen Stellen sind Algen, Pilze und Bakterien, die ganz in Ruhe darauf warten, dass es wieder Wasser gibt. Dann wachsen sie weiter, bzw. bilden sich neu. :)
Sie können die Situation nur wirklich entschärfen, wenn Sie das Wasser durch die Wände hindurchlassen. Das bedeutet, dass Sie kein Material einsetzen dürfen, das ähnlich einem Lack- oder Latexanzug Ihre Wände luftdicht einpackt!
In dem Fall ist es dann sinnvoll eine richtige Papierrauhfaser zu Kleben und diese dann mit offenporigen Produkten zu streichen, wie z.B. Leimfarben, Innensilikatfarben usw...
Die andere Variante wäre den Putz zu Streichen und auf ihn Techniken aufzubringen.

Vorerst versuchen Sie erst mal mit den Lüftungsratschlägen weiterzukommen. Wenn das nicht funktioniert, können Sie darüber nachdenken diese elende Flüssigrauhfaser wieder zu entfernen.



Nasse Fenster



Hallo an alle die sich mit meinem Problem beschäftigt
und mir einen guten Rat gegeben haben

Ich möchte mich nun nochmals bei Ihnen allen bedanken.
Wir werden nun erst mal alle Ratschläge beachten und
dann im Frühjahr laut ihren Anweisungen frisch vorrichten.
Wenns dann nichts wird....

Gruß aus Thüringen
Roselie