Holzfenster einbauen, zT. Natursteinlaibung

17.03.2008



Hallo, wir wollen Holzfenster in ein historisches Bauernhaus einbauen. Zur Situation: Mauerwerk, in einigen Räumen Naturstein, in anderen Ziegel; die Fenster werden stumpf gegen einen Außenanschlag (auch mal Ziegel-, mal Natursteinlaibung, je nach Raum) eingebaut, innen gibt es eine Falz, unter die die Innenfensterbank greift. Die alten Fenster sind einfach eingeputzt, entsprechend undicht. Vor einigen Jahren haben wir bereits einige neue Holzfenster eingebaut, damals die Fugen nur mit Mineralwolle ausgestopft und von innen dagegengeputzt, von außen auch nur mit Kalkputz verfugt, zwischen Innenfensterbank und Fenster ziehts (hätte man vielleicht irgendwas besser machen können). Hab jetzt im Internet recherchiert und folgende Lösung gefunden: am Anschlag außen Compriband, dazwischen Mineralwolle, von innen mit entsprechender Dampfsperre beklebt, die man überputzen kann. Klingt technisch sinnvoll, aber geht das vielleicht auch ohne Plastik? Mich interessieren vor allem die Erfahrungen anderer damit, weniger irgendwelche Normen. Schonmal Danke für die Antworten
Claudia



Hans Dampf in allen Fenstern



Hallo Claudia,

wenn´s um Mauerwerk geht halte ich das Anschlagband (Kompriband) eigentlich schon für die richtige Wahl.
Da Du aber bereits schon Mineralwolle ohne das Kompriband verbaut hast sollte vor dem beidseitigen Zukleben unbedingt mal die Feuchtigkeit des Materials geprüft/gemessen werden.
Bei vorkomprimierten Schaumstoffdichtungsbändern ist darauf zu achten, das nach heutigem Stand der Technik immer zwei Sorten der Abdichtung verbaut werden:

- Innen: DAMPDICHT (z.B. mit dampfdichtem Vlies, das mit
überputzt werden kann, oder auch mit Hinterfüllschnur und Silikon – muss man halt mögen )

- Außen: DIFFUSIONSOFFEN und SCHLAGREGENDICHT eben mit
dem Kompriband. Hiermit wird dann auch die Winddichte erreicht

Es soll so verhindert werden, das Feuchtigkeit von Innen in den Dämmbereich um das Fenster gelangt und den Dämmwert herabsetzt. Durch das Mauerwerk aufgenommene Feuchtigkeit kann nach außen ausdiffundieren.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



MiWo hat dort nichts zu suchen!!



Mineralwolle hat in diesen Bereichen nichts zu suchen und verloren!!

@ Christoph Kornmayer

Hat da bereits den Finger in die Wunde gelegt!

Wenn ein Fenster(Bauteil) gegen bestehende Anschläge eingesetzt werden kann, so ergibt sich daraus bereits schon eine wesentlich bessere Winddichtigkeit.
Am Kontaktbereich zur Anlegefläche am Mauerwerk/Natursteingewände sollte das bereits erwähnte Kompriband (http://www.falcone.ch/pdf_datenblaetter/Kompriband-Deutsch.pdf) aufgelegt werden.
Nachher wird das Bauteil (Fenster) ausgerichtet und mechanisch befestigt.
Nunmehr wird die Innenleibung so Putz technisch hergericht, daß der Unterputz Bauteil bündig anläuft.
Der Oberputz umschließt dann das Bauteil und läuft mind. 0,5-1,0 cm auf dieses auf.
Die Bauteilstärke wird mittels Hanf gefüllt und angeputzt.
Bei Ziegelmauerwerk kann auch bis hinter die Rahmenstärke problemlos mit Lehmunterputz gefüllt werden.

Sollte es sich um eine Variante mit Winddichtungslappen handeln, so ist dahinter vollfugig mit Stopfhanf zu arbeiten, um nachher die Winddichtungsstreifen am Mauerwerkr hochwirksam zu verkleben (umlaufend ist da erst ein mineralischer Glattstrich anzubringen, auf dem nach Trocknung aufgeklebt wird!!).
Anschließend überdecken wir diesen Bereich mit einem Heraklithputzträgerstreifen (untergründig etwas Lehm als Pufferung und Schutz für diese Winddichtungslappen!!)und verdübeln diesen im Untergrund.
Vorsicht! Nicht durch die Windlappen mehr bohren!!
Nun kann komplett überputzt werden.
Leider stehen viele Lösungen nicht in Lehrbüchern, sondern müssen sich in der harten Realität täglich erarbeitet werden.


Handwerklicher Gruß,

Udo Mühle



MiWo



Erstmal Danke für die Antworten. Warum keine MiWo, nimmt die zuviel Feuchtigkeit auf? Wo bekommt man die Hanffasern, ist es dasselbe Material, mit dem Wasserhähne etc abgedichtet werden? Der Idealfall, dass der Putz über den Fensterrahmen läuft, ist hier leider nicht gegeben, er stößt einfach seitlich an; da die Innenlaibung oben über dem (eckigen) Fenster bogenförmig ist, kann man auch nicht anders anputzen, weshalb es wohl auch schwierig wird, die Dampfsperre noch unter den Putz zu kriegen, muss mir das Material wohl erstmal in echt angucken.



MiWo säuft ab!!



MiWo säuft ganz einfach ab in diesen Bereichen.
Stopfhanf bekommt man bei Naturbaustoffhändlern oder wir können Ihnen auch ein Streckengeschäft organisieren.

Sagen Sie um welche Menge es sich handelt, dann organisieren wir die Lieferung.
Stellen Sie doch einmal ein Detailbild von Geschehen hier ein, damit man noch bessere Vorstellungen bekommt.

Grüße Udo



Foto



Hier mal ein Foto. Die neuen Fenster haben ähnliche Maße, die Einbausituation bleibt also so. Wenig Platz für Dämmung und so.