Altbaufenster raus?

05.01.2006 Niederlande



Hallo,

ich habe mich nur kurz eingelesen und stelle mir jetzt doch die Frage, ob wir unsere geplante Renovierung wirlich wie geplant durchführen sollen.

Wir haben ein Haus in ziegelbauuweise aus dem Jahr 1949 gekauft. Leider ist es nirgends isoliert. Da wir die Ziegelfassade unbedingt erhalten wollen, möchten wir aus kfw-Mitteln folgende Maßnahmen durchführen:

1. Austausch der (gut erhaltenen) Holzfenster z.T. Eichenholz gegen neue Holzfenster
2. dämmen der Dachsparren mit Holzwolle (Tonziegel sind noch in Ordnung und bleiben erhalten.)
3. Dämmen der Kellerdecke
4. Austausch der alten Rippenheizkörper (liegen sämtlich im Mauerwerk unter den Fenstern.)Die Gasheizung von 1988 ist laut Handwerker noch gut in Schuss.

Nachdem ich hier gelesen habe,was man alles falsch machen kann, bin ich jetzt doch sehr unsicher, besonders die Fenster machen mir Sorgen. Führen die geplanten Maßnahmen auch zu einer Überfeuchtung des Hauses (SCHIMMEL)????

Über Rückmeldungen bin ich dankbar.

Viele Grüße aus Westfalen



Maßnahmen



Wenn die Fenster gut erhalten sind (und auch noch in Eiche), warum wollen Sie die dann rausreißen? Lassen die sich nicht Aufarbeiten und mit Isoglas versehen? Evtl. kann auch eine Lippendichtung eingefräst werden.
Wenn Sie die Fenster verbessern sollten Sie die Außenwände mitbetrachten. Welchen Aufbau haben die? Häufig passiert es, dass nach dem Einbau neuer Fenster Schimmelbildung in Außenwandecken oder sogar großflächig an Außenwänden auftritt. Wenn es eine Hohlschicht gibt, kann die evtl. gedämmt werden.

Was heißt denn, dass der Gaskessel "gut in Schuss" ist? Was für eine Art von Kessel haben Sie denn? (Gasbrennwert, Nidertemperatur, Konstanttemperatur?).

Ich kann Ihnen nur empfehlen sich einen Energieberater (mit Bafa-Anerkennung) ins Haus zu holen um die sowohl energetisch als auch wirtschaftlich beste Kombination an Maßnahmen zu ergründen.



Kritische Energiesparmaßnahmen



Hallo,
ich stimme meinem Kollegen ganz zu und kann nur nochmals aus Erfahrung mitteilen dass energetische Verbesserungen oft die Wohnqualität im Sinne des gesunden Wohnens verschlechtern - wobei ich immer versuche die bisherigen Kosten des Energieverbrauchs von den Vorbesitzern zu bekommen. Da ich kein KfW -Fan bin sollten die Investitionen des Dämmens mit den wahrscheinlichen Energieeinsparungen auf Jahre verglichen werden !
Oft genügt aus meiner Sicht eine Modernisierung der Wärmeerzeugung und der Wärmeabgabe sowie das einfache dämmen
des Daches. Fenstererneuerung nur wenn Sie wirklich notwendig ist - lieber die Innentüren "Zugdicht" machen.
Die Wärmespeicherfähigkeit eines Ziegelbaus ist meist Super !
Gute Baubiologische- und Energieberatung erspart hier viel Ärger und Sorgen !



Alles Neu macht der Mai ...!?



Hallo
Sie schreiben:
1. Austausch der (gut erhaltenen) Holzfenster z.T. Eichenholz gegen neue Holzfenster
würde ich auf keinen Fall machen! überarbeiten, Leinöl ... fertig

2. Dämmen der Dachsparren mit Holzwolle (Tonziegel sind noch in Ordnung und bleiben erhalten.
denken Sie an die Entwässerungsebenen, keine "dichten" Bahnen etc verarbeiten

3. Dämmen der Kellerdecke
für was?

4. Austausch der alten Rippenheizkörper (liegen sämtlich im Mauerwerk unter den Fenstern.)Die Gasheizung von 1988 ist laut Handwerker noch gut in Schuss.
das würde ich nir auch noch überlegen ... und konzeptionell im Ganzen betrachten lassen

Nachdem ich hier gelesen habe,was man alles falsch machen kann, bin ich jetzt doch sehr unsicher, besonders die Fenster machen mir Sorgen. Führen die geplanten Maßnahmen auch zu einer Überfeuchtung des Hauses (SCHIMMEL)

ich bin kein Freund von "berechneter" Energieersparnis! Das ist m.E. zu überzogen und die meisten angebotenen DIN-mässigen Vorschläge und Verfahren kosten sehr viel Geld und sind nicht immer langlebig und Störungsanfällig.
Auch kfwKredite kosten Geld - hier mal gegenrechnen (lassen) ob der Einsatz von Geld auch wirklich auf lange Sicht "einsparend" ist

Ein Haus ertüchtigen und schadensfrei machen sollte man in erster Linie!
Dann sollten die ganzen Massnahmen (Fenster, "Dämmung", Heizung etc.) aufeinander abgestimmt werden. Hierzu sind neben den Systemen auch und vor allem die zu verwendenden Materialien ausschlaggebend.
Hierzu sollte geplant werden und dann ausgeführt werden!

Massive Bauteile haben auch ihre Vorzüge und nicht alle Vorschriften sind "benutzerfreundlich" und "produktiv" - sowei manche Werbungen das nicht halten was sie versprechen!

Anamnese - Diagnose - Therapie

grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Danke für die Infos



Wir haben uns über die sachnellen und sachkundigen Antworten sehr gefreut, daher herzlichen DANK.