Neue Fenster. Muss die Wand gedämmt werden?




Hallo,

stimmt das wenn ich bei einem Altbau die Fenster austausche, dass dann die Außenwand unbedingt gedämmt werden muss, weil sonst die Fenster einen besseren U- Wert haben als die Wand und sich an diese dann Feuchtigkeit bildet und schimmelt?!



Totaler Quark



Was haben Sie denn gelesen, bzw. getrunken?



...



das habe ich hier im Forum ma gelesen...

Zitat:
Soll bei Altbauten ein Fensterwechsel erfolgen ist es meistens zwingend notwendig die Außenwand zu dämmen.
Als Beispiel: das alte Fenster hat einen U-Wert (über alles) von 2,5 W/m²K und die ungedämmte Wand liegt bei 1,7 W/m²K stimmt das Verhältnis. Das Fenster hat den schlechteren Wert. So soll es bekanntlich auch sein.
Wenn nun aber ein Fenster, neuer Generation (0,9 W/m²K oder besser!), eingebaut wird und die Wand nicht gedämmt wird, wird sie feucht und beginnt zu schimmeln. Ganz klar: plötzlich ist das Fenster besser als die Wand.
(...)
Ich ärgere mich oft über Tischlermeister, die Ihren Kunden neue Fenster einbauen und es nicht für nötig halten darauf hinzuweisen, dass sie nun ein unfertiges Konzept geschaffen haben. Sollte die Wand dadurch schimmeln und in Mitleidenschaft gezogen werden, ist der Tischler der Verursacher und er wird von jedem Gutachter „eins drüber bekommen“.
Zitat Ende.



So pauschal...



... stimmt die Aussage nicht...

Es KÖNNTE zu Problemen kommen, wenn das Heiz- und Lüftungsverhalten nicht der neuen Bausituation angepasst ist oder wird...

MfG,
sh



Noch ein Gedanke



Im Grunde sprechen Sie das Taupunktverhalten des Mauerwerksverbandes an. Und falls der Taupunkt durch neue Fenster weiter nach innen verlagert wird( was ich noch nicht erlebt habe), so soll als Gegenmaßnahme eine Außendämmung erfolgen, damit der Taupunkt wieder zurückgeholt wird. In diesem Fall vor das Fenster und hinter der neuen Außendämmung, was wieder eine Schwitzwasser-situation mit anschließender Kondenswasser/Schimmelformation zur Folge hat. Aber Hauptsache , die Dämmindustrie erzählt Märchen und erklärt sie als Wahr.
Wenn es ein Problem im Innenbereich gibt, dann ist es mangelnde Lüftung,bzw.Heizen sowie mindere Putze oder Schlichtweg eine verkehrte Auffassung der Bewohner über die Art zu Heizen und zu dämmen.
Das sogenannte Stoßlüften ist völlig absurd.



Das mit dem...



... Stoßlüften bedarf einer Erklärung...

Bitte...

MfG,
sh



Stoßluft



Stoßlüften bedeutet, Fenster für kurze Zeit zu öffnen, um einen möglichst kurzen und starken Fechteabgang zu erzeugen.
Die Feuchte im Raum, und am Fenster als Kondensat bezeichnet, hat dabei wenig Möglichkeit abzudampfen.
Wenigstens nicht, die solche haben könnte.
Habe es immer wieder erlebt, dass sich Mieter von Wohnungen über kalte Zimmertemperaturen beschwerten. Als Tischler hatte ich deren Mutmaßungen über undichte oder schlechte Fenster angehört.
Mein Hinweis, das kalte Raumklima liegt an der Art der Lüftung wurde mit Mißtrauen erwidert. Schließlich redet der Hausverwalter gebetsmühlenartig vom Stoßlüften. Der als Botschafter der Probleme Grüner Dämmidioten, um das mal zu sagen, auserkorene Hausverwalter redet auch nur das, was von "Oben" kommt.
Als geprüfter Handwerker hat man es folglich gegen eine Übermacht von verstandlosen arroganten Arschlöchern zu tun.
Schön ist es, wenn einem der Mieter das bestätigt was man ihm sagt: Nicht Stoßlüften sondern gemächlich Fenster auf Kipp 20 Minuten und das 2 mal am Tag. Fertig und gut.
Kein Schimmel, alles angenehm warm, Fenster nicht beschlagen,Bewohner zufrieden.



Stoßluft



Frage: Seit wann existiert der Begriff des Stoßlüftens?
Seit 5 Jahren??
Was für eine empirik...
Stoßlüften was für ein Begriff.. total krank



Fenster neu ..



..dann kann es sinnvoll sein , die Innenlaibung der Fensteröffnungen zu dämmen , um die dortige Oberflächentemperatur anzuheben . Läßt sich je nach Bauweise , Fenstertyp und Einbauart berechnen .

besten Gruß
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube Zimmerei
www.fensterecke.de



@hanshorst



der fachliche Zusammenhang wird seit über 20 Jahren in der Fachliteratur der BRD geführt (eher hatte ich keinen Zugang) und hat einen realen Hintergrund.
Der Begriff Stoßlüften ist ebenso alt ...





Der Zusammenhang stellt sich aus meiner Sicht so dar:

Neue Fenster sind i.d.R. deutlich dichter als die alten Fenster. Dadurch werden die meisten Räume insgesamt luftdichter. Diese vergrößerte Luftdichtheit führt bei gleichem Feuchtigkeitseintrag durch die Bewohnung und gleicher Raumtemperatur zu einer im Mittel höheren relativen Luftfeuchtigkeit. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit führt zu einer Feuchteerhöhung an Außenwänden, die kälter sind als die Raumtemperatur.

Ob das alles im konkreten Fall stört, hängt von vielen Faktoren ab. Ist z.B. der Feuchtigkeitseintrag nichts so hoch, weil wenige Leute in großen Räumen leben, keine Wäsche trocknen und keinen Regenwald züchten, dann stört die erhöhte Feuchte vielleicht nicht. Entscheidend ist auch, wie kalt die Außenmauern werden und wie sie feuchtediffusionstechnisch aufgebaut sind.

Normal beschäftigte Leute werden nicht in der Lage sein, durch Lüften die Feuchte im Mittel auf das alte Niveau zurück zu bringen. Mehr als eine intensive Durchzugslüftungsaktion am Morgen ist bei meiner Familie z.B. nicht drin.

Bzgl. Fenstereinbau und Außendämmung würde ich aus anderen Gründen über eine grundsätzliche Entscheidung nachdenken. Falls man aus bestimmten Gründen irgendwann eine Außendämmung haben möchte, würden die Fenster anders eingebaut werden, wenn man nicht möchte, dass die Fenster in tiefen Höhlen verschwinden. D.h. bei einem Ziegelaltbau würde man die Mauerwerksanschläge der Fenster entfernen und die Fenster bündig mit der Außenfassade einbauen. Die anschließend aufgebrachte Außendämmung sorgt dann wieder für eine normale aüßere Einbautiefe der Fenster. Es macht also m.E. keinen Sinn, im Abstand von wenigen Jahren Fenster und Außendämmung zu machen.

Wenn ich mich dafür festgelegt habe, dass es keine Außendämmung gibt und die neuen Fenster unverändert eingebaut habe, dann müssen mögliche Schimmelprobleme an den Innenwänden anders angegangen werden.
* Möbel umstellen
* keine Wäsche mehr trocknen
* Pflanzen reduzieren
* höhere Raumtemperatur
* Heizungsrohre entlang kalter Außenwände verlegen
* zusätzliche Heizkörper an Außenwänden
* Abluftanlagen in Bädern und Küchen
* elektrische Lufttrockner in Bädern
* feuchtesperrende Wandschichten (Zement- und Gipsputze, dichte Farben) durch diffusionsoffenere Schichten (z.B. Kalk- oder Lehmputze ersetzen
* Innendämmung+Wandheizung

Falls Sie aktuell alle Fenster ihres Hauses wechseln wollen und schon immer mal das ein oder andere Problem mit Schimmel hatten, dann überlegen Sie besser noch einmal.

Wenn Sie nur wenige Fenster tauschen, keine Probleme mit Schimmel hatten, wärmetechnisch mit dem Haus bisher zufrieden sind, dann lassen Sie einfach die nur die Fenster wechseln. Hinterher ein wenig kritische Außenwandecken in Bädern oder unbeheizten Schlafzimmern im Auge behalten.



Fensterbankfreiräumer und das Geheimwissen der Omis



Entgegen Erwins Meinung denke ich, dass es auch normal beschäftigten Leuten durchaus möglich ist den Feuchtigkeitshaushalt durch Lüften zu regulieren. Die von Hanshorst verfehmte Stoßlüftung ist ausreichend dazu geeignet - wenn man das denn richtig macht.

Unter anderem sind "normal" beschäftigte Leute weniger zu Hause als nicht normal beschäftigte Leute, dementsprechend ist auch der Feuchteeintrag ein ganz anderer.
Im Rahmen meiner gutachterlichen Tätigkeit begegnen mir die meisten Schimmelbefälle in rundumdieuhrbewohnten Wohnungen. Die Bewohner hätten durchaus ausreichend Zeit um vernünftig zu lüften, haben aber entweder keine Lust, keine Kenntnis, handeln aus Trotz oder mangelndem Energieeinsparverständnis. In jenen Wohnungen hinterlegte Datenlogger haben vielfach mangelndes Lüftungsverhalten genauso belegen können wie einen durch Kipplüftung entstandenen Schimmelschaden an mehreren Fensterlaibungen. Vollgestellte Fensterbänke können entlarven.
In von Eigentümern bewohnten Wohnungen habe ich noch nie lüftungsbedingt entstandenen Schimmel gefunden; das mag aber vielleicht ein Zufall sein.

"Draußen ist es kalt, ich lasse besser die Fenster zu und kippe lieber wenn die Pumahöhle müffelt" ist kein ausreichendes Lüftungskonzept.
Ein ungeheiztes Bad oder noch mehr das Schlafzimmer sind die häufigsten Schimmelkandidaten. Viele Leute machen sich über das Lüften/Heizen keine Gedanken – und das nicht einmal mutwillig, nein, die meisten Wohnungen sind eben keine Schimmelhöhlen obwohl diese mit Isolierglasfenstern ausgestattet sind. Diese fallen auch nicht auf und tauchen in der Diskussion nicht auf.

Wenn die Oma gegenüber morgens die Bettwäsche aus dem Fenster hängt macht sie genau das richtige: Wäsche lüften und Stoßlüftung, abends noch mal das Fenster auf. Für Regenwald- und Reptilienzüchter ist das natürlich nicht ausreichend. Es handelt sich hier natürlich nicht um altes Geheimwissen der Omis die dieses gemeinerweise nicht an die Folgegeneration weitergegeben haben, sondern um das einfache Verstehen der Vorgänge und einem daraus resultierenden Verhalten.

Beim normalen Lüften ist darauf zu achten, dass die Temperatur der Außenluft kühler ist als die Oberflächentemperatur der Innenwände. Im Winter kein Problem denn besonders in Zeiten mit niedrigen Außentemperaturen ist das Lüften ganz besonders wirksam, da die kalte Luft - die eben gerade wenig Feuchte enthält - beim "einströmen" an den Oberflächen erwärmt wird. Hierbei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, die Luft wird „trockener“ und gerade jetzt erst richtig aufnahmefähig für die abzutransportierende Feuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt nun wieder an, bis auf etwa 70%, dann ist die normale Aufnahme weitgehend erschöpft, ein erneutes Lüften ist nötig. Je kälter die Außentemperatur ist, um so effektiver erweist sich die Lüftung.

Am wirksamsten ist eine kurze Stoßlüftung, bzw. bei höherem Feuchtegehalt mehrere. Aber: Der Abtransport der von der ausgewechselten Luft aufgenommenen Feuchtigkeit geschieht immer erst mit der nächsten Stoßlüftung.

Ein langes Lüften ist hier nicht wirksamer, da der Luftaustausch schneller vollzogen wird als sich die Luft erwärmen kann. Die Erwärmung der Luft ist zu schwach und die vom Bauteil aufgenommene Feuchtigkeit kann nicht abgegeben werden. Auch wird beim Dauerlüften die Oberflächentemperatur herabgesetzt, was ein Erwärmen der Luft verhindert und ggf. ausgefallenes Kondensat verbleibt im Bauteil.

Zu lange gekippte oder nicht dicht schließende Fenster führen zur Auskühlung der Fensterlaibungen. Genau hier wird sich das ausfallende Kondensat niederschlagen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Überflüssige Minuspünktelei!



Warum der Beitrag von Christoph eben den Forumsregeln konträr sein sollte, erschließt sich mir nicht. Leute, dieser Button bedeutet nicht "Gefällt mir nicht" oder " Glaube ich nicht".

Bitte noch 'mal die Forumsregeln lesen.

Grüße

Thomas



Lüftung, neue Fenster



Das mit den Datenloggern klappt nicht immer, viele wissen mittlerweile was man damit messen kann und betreiben in der Zeit vorbildliches Lüftungsverhalten. Natürlich kann man einen Logger "zufällig" so liegen lassen das ihn der Mieter nicht findet,aber das ist in einem Rechtsstreit nicht verwertbar.

Viele Grüße



Küchenphysik und Demagogie, ...



... wie offiziell ausgegeben vom Vermieterverband, garniert mit sozialphilosophischen Einsprengseln à la "Nur Hauseigentümer behandeln ihre Immobilie pfleglich, Mieter sind per se Pumakäfig-Ferkel und Schimmelpilzkulturzüchter".

Die physikalischen Erklärungen sind dürftig und unbelegt. Alles wird auf den stark simplifizierten Nenner:

warme Luft = feucht
kalte Luft = trocken

gebracht. Danach dürfte es keine trockene Wüstenluft oder kaltfeuchte Spätherbstluft geben.

Warum funktioniert das Kippfenster in wahrscheinlich 99% der Fälle ohne Schimmelbildung? Weil evtl. dort anfallendes Kondensat durch den steten Luftstrom getrocknet wird.

Warum beklagen sich so viele Bewohner (Mieter und Hausbesitzer) trotz vorschriftsmäßiger Stoßlüftung über Schimmel? Alles Betrüger oder Selbstbetrüger, denen nur mit Datenloggern und anderem HighTech-Schnickschnack beizukommen ist?

Solche Beiträge wie oben dienen nur der Hetze und Stimmungsmache, bringen das Thema aber nicht voran. Von daher kann ich den Wunsch derjenigen, die den Beitrag ablehnen, nachvollziehen.





Mein Opa Bj. 1907 hat auch ca. 2h täglich mit dem ausgiebigen Lüften seines Fachwerkhauses verbracht. Wir haben das als Kinder gehasst, denn während der Zeit konnte man im Haus nichts beginnen. Alle Türen waren festgehakt, alle Fensterflügel gesichert, Gardinen festgebunden und alles was weggfliegen konnte war weggeräumt und es war bitter kalt. Wer hier unbedacht ein Tür geöffnet oder geschlossen hat, riskierte, dass der Durchzug etwas kaputt machte.
Der Opa war aber auch Rentner und wir waren nur zu Besuch.

Wenn morgens unsere 4 Kinder aus dem Haus sind, dann ist derjenige, der später zur Arbeit muss ca. 20min damit beschäftigt eine halbwegs wirksame Stoßlüftung zu fabrizieren, ohne dass im Haus etwas zu Bruch geht oder wichtige Unterlagen durch die Gegend fliegen. Wenn es gar zu sehr regnet, dann muss das Lüften ausfallen.
Nachmittags oder Abends sind immer mehrere Leute im Haus und gehen verschiedenen Dingen nach, da ist so eine Lüftungsorgie nicht realistisch durchführbar

Fazit für uns: das Haus muss zur Not auch ohne Lüften klar kommen, wenn das nicht ausreicht, muss eine elektrische Lüftungsanlage eingebaut werden.

Im Bad betreiben wir seit einigen Jahren erfolgreich einen elektrischen Lufttrockner. Das Bad muss dadurch deutlich seltener gelüftet werden, ist wärmer und trockener.



@ Khaled



Was Du im ersten Satz verbindest zu einer Unterstellung, steht als Aussage so gar nicht in Christophs Beitrag. Da wird Mietern eben nicht pauschal Pumahöhlenmentalität nachgesagt. Daß freilich Wohnungseigentümer Ihr Eigentum teilweise pfleglicher behandeln als Mieter die Wohnung eines Vermieters, den sie vielleicht hassen wie die Pest, ist eine naheliegende Vermutung.

Auch wird ein Fachmann wohl eher gerufen, wenn ein Vermieter beweiskräftig klären will, ob ein Mieter den Schimmel verursacht hat, als wenn's hinter dem eigenen Sofa müffelt. Auch das erklärt Christophs Beobachtung.

Im übrigen halte ich Christophs Beitrag für fachlich korrekt, er entspricht meinen eigenen Beobachtungen.

Grüße

Thomas



@ Erwin



5 Minuten Stoßlüftung ist keine Lüftungsorgie und muß nicht ganz so fanatisch wie bei Deinem Opa betrieben werden. Die frische Luft hat auch noch keinem geschadet.

Oder bist Du etwa ein versteckter Pumahöhlenproteget :-)))

Grüße

Thomas





Dem Wind reichen schon ein paar Sekunden um großen Schaden anzurichten, wenn man beim Durchzugslüften nicht aufpasst.

Das andere ist einfach unsere Realität. Ich bin viel zu wenig zu Hause um meinen Damen dann noch lange Vorträge über das richtige Lüften zu halten. Und bevor die dann die Fenster auf Kipp stellen, sollen sie sie lieber zu lassen. Unsere Wohnung und unser neues altes Haus sind hinreichend undicht, so dass die Feuchtigkeit im Rahmen bleibt.

In überschaubaren Wohnungen mag es ja Leute geben, die das 3malige Stoßlüften pro Tag hinbekommen. Von arbeitstätigen Leuten mit Häusern und Kindern kenne ich niemanden, der das hinbekommt. Dafür kenne ich solche, die sich im Eigenheimneubau eine KWL haben einbauen lassen und schwer begeistert sind, dass sich das Haus von allein lüftet.



Wat mutt datt mutt



Beim Stoßlüften werden benötigt: Pro Raum mindestens ein Fenster, sperrangelweit geöffnet. Die Fenster müssen jeden Tag sperrangelweit geöffnet werden und das mindestens 3 Mal.
Was macht ein Fenster bei Starkem Zug? Richtig, es knallt zu. Darum muß es gehalten werden also ca. 5 Minuten je Fenster eine Person. Den Personen muß es zugemutet werden, bei jedem Wetter und das täglich, -also bei Eis, Sturm, Schnee, Regen und was es sonst noch an Variationen gibt, am Fenster zu stehen. Besonders unschön ist es ab minus 10 Grad celsius.
Durch den starken Zug entstehen Krankheiten wie Husten, und Grippe.
Abgesehen von der Pflicht diese völlig widrige Prozedur
täglich widerholen zu müssen und am besten beglaubigte Nachweise zu führen, weil Mensch ja sonst in Haftung genommen wird für den Schimmel in der Hütte.
Denke mal, diese Art des Lüftens macht krank und niemand hält sich daran. Also völlig fehlgeschlagen das Projekt Stoßlüftung.
Wozu gibt es die Kippfunktion am Fenster? Halte für komplett widersinnig und auch überhaupt nicht durchführbar,
ständig Stoß zu lüften. Was für ein Stoß..



Klingt ...



... so doitsch wie Stoßtrupp, Stoßgewehr oder Stoßseufzer und hat natürlich, wie kann es in Doitschland anders sein, stets mit Zwang und Disziplin, Schuld und Strafe zu tun.

Zur Kontrolle schlage ich vor, statt des Einsatzes von Datenbloggern, die gecheatetd werden können, lieber vorzuschreiben, dass jeder Fensteraufhalter während der Stoßlüftung zur vorgeschriebenen Zeit und mit vorgeschriebener Dauer laut und vernehmlich doitsches Liedgut ausstoßen muss. Das fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Leidensgemeinschaft, genau wie das (demnächst bestimmt noch kommende) Anstehen nach Emissionswertmarken, die jeweils kurze Heizeinheiten der Wohnung erlauben und bei nicht ordnungsgemäßer Stoßlüftung natürlich wieder gestrichen werden.



Hmm



Das Gegenteil von Stoßluft ist Zwangsluft
Die Zwangsbelüftung im Niedrigenergiehaus mit 3fach Isolierglas und ohne Kipp und Drehfunktion. Zu und gut is.
Nur zum reinigen der Fenster "darf" geöffnet werden.
OK.ich höre auf



@hanshorst



das, was Du meinst ist kontrollierte Belüftung, Zwangsbelüftung sind u.a. "undichte" Fenster. Und wer vom Lüften sich erkältet, der ist schon arg verweichlicht.
Mein Vater hat jeden Morgen alle Fenster auf einer Hausseite (es waren nur 2 Zimmer) aufgemacht beim Heizen. In der Zeit saßen wir zum Frühstück in der Küche. Aber so viel Zeit haben die gestressten Leute heute wohl nicht mehr, die arbeiten - um dann ungesund zu leben ....
Stoßlüften sagt doch nicht aus, daß man Durchzug machen muß, es ist nur das gegenteil von Dauerlüften. Dies machen viele mit Kippflügel den ganzen Tag. ist ja auch nichts weiter dabei, solang man nicht heizt. Frische Luft hat noch keinen geschadet.



Ihr lest Euch echt drollig!



Besonders die Anleitung zum Lüften (1 Mann Pro Fenster) schildbürgert herrlich. Es ist durchaus möglich, je einen Mann durch je ein Stück Holz, passend U-förmig geschnitten und in das geöffnete Fenster geklemmt, zu ersetzen. Aus einem Holzkopf kann man ca. 15 solcher Fensteroffenhalter herstellen.

Macht weiter so :-)

Thomas



@ alle - wie war nochmal die Frage ..?



da soll mich doch der Troll ..

Bevor sich noch wer zum Vollhorst macht , steig ich aus diesem Thema aus !

Lieber Fragesteller , gebe gern persönlich sachdienliche Hinweise .

schönsten Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke.de



Wände dämmen. Historie. Stoßlüften. Warme/Kalte Luft und Herbstnebel



1. Wände dämmen:
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Ich schätze der Hintergrund ist folgender. Früher funktionierte das Fenster als kältester Punkt im Raum (zumind. morgens) als natürlicher Kondensationspunkt. Wasser kondensierte an der kalten Scheibe, floss daran herab. Unten an der Scheibe gab es eine Sammelrille und ein Ausflißloch. Im Winter gab es statt Kondensat - Eisblumen. :-)
Bei gedämmten Scheiben entfällt diese Funktion und das Fenster ist nicht mehr automatisch der kälteste Punkt. So kann es auch an Wänden oder Decken zur Kondensatbildung kommen. Gegenmaßnahme wäre eine Erhöhung der Oberflächentemperatur an entsprechender Stelle - z.B. durch Dämmung. Andere Alternative - feuchteregulierende Wand. Besonders geeignet: Lehmputz. Der nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie nach und nach wieder ab (bei entsprechenden Bedingungen).
Je diffusionsdichter eine Wand, desto höher das Risiko von Kondensat und Schimmel.

Alter des Stoßlüftens:
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Hat schon meine Mutter ihr Leben lang gemacht - meine Oma wahrscheinlich auch. Sie nannten es schlicht "Lüften". Kippfenster gabs damals noch nicht.

Funktion des Stoßlüftens:
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Ziel des Lüftens ist ein Austausch der Innenluft. Das funktioniert beim Kipplüften nicht.
Der Sinn des Stoßlüftens ist ein Austausch der Innenluft und zwar in der kalten Jahreszeit nur so lange wie notwendig (ca. 3-10 Min, je nach Wohnungsaufbau) bevor die sog "Wärmespeicher" (das sind z.B. Wände, Möbel, etc.) auskühlen. Dann wird auch nach dem Schliessen des Fensters die Luft schnell wieder erwärmt.

Wer schon mal etwas auf dem Herd angebrannt hat kennt den Unterschied zwischen Fenster Kippen oder Fenster öffnen. Beim Kippen zieht nur der Rauch unmittelbar am Fenster ab da innerhalb des Raumes kaum Luftströmungen entstehen. Macht man kurz alle Fenster auf, ist der Rauch ruckzuck verschwunden.

Kalte und warme Luft:
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Der Hintergrund der Diskussion kalte und warme Luft ist der - warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen. Kühlt sich die Luft wieder ab - gibt sie auch Wasser ab. Sie "kondensiert". In der Natur z.B. als Nebel zu beobachten. So kann es auch zu "feucht-kaltem Herbstwetter" kommen - hierbei hängen die Wassertröpfchen förmlich in der Luft. Warme Luft muss hingen nicht unbedingt viel Wasser gespeichert habe - darum gibt es auch trocken warme Luft.
Aber auch in solchen Wüstenregionen gibt es Morgentau (Kältekondensat), manchmal für lange Zeit die einzige Feuchtigkeitszufuhr für Pflanz und Tier. Und solchen "Tau" gibs auch im Zimmer - an kalten Stellen.

Da der Mensch transpiriert (schwitzt) und das auch intensiv wenn er schläft, wird die Raumluft langsam gesättigt. Ziel des Lüftens ist nicht unbedingt warme gegen kalte Luft zu tauschen, sondern gesättigte gegen "ungesättigte" bzw. mindergesättigte Luft. In den Subtropen würde also selbst Stoßlüften keinen Sinn machen.

Es gab hier mal eine Diskussion darüber was ein Ideales Fenster ausmachen würde. Da war ein guter Beitrag von Herrn Böttcher dabei der meinte - ein Fenster muss auch dann geöffnet werden können, wenn die Fensterbank voller Krimskrams steht. Das ist doch meistens das größte Hindernis fürs (Stoß)Lüften, gell?!
Die Alternative wären z.B. Fenster, die sich nach außen öffnen lassen ("z.B. Dänische") oder auch schon gesehen, Fenster, die unten erst eine etwa 15cm hohe feste Verglasung haben und dann erst Dreh-Kippfenster. So muss man nicht immer die Fensterbank leer räumen um zu Lüften.

P.S.: Nachtrag zum Morgennebel - schön zum Selberbeobachten! Sobald warme Sonne auf den Morgennebel fällt "lösst" er sich auf. Dabei "verdampft" er nicht etwa. Die Luft erwärmt sich lediglich und kann somit mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Das Wasser (Nebel) ist noch da - nur nicht mehr als sichtbares Kondensat.





Das Einscheibenfenster als "Sollkondensationsstelle" zu bezeichnen halte ich für falsch. Dadurch entsteht der Eindruck, dass so ein Fenster die Raumluftfeuchte in Grenzen halten kann, weil es kalt ist

Woher soll die Feuchte Luft in eine Raum wissen, dass sie nicht an einer kalten Außenwand kondensieren soll, weil es irgendwo im Raum eine Stelle gibt, die noch kälter ist als die Außenwand?

Den größeren Einfluss auf die Raumluftfeuchtigkeit sehe ich in unterschiedlichen Dichtheiten der Fenster. Hier unterscheiden sich meistens alte Einscheibenfenster im schlechten Zustand stark von neuen Isolierglasfenstern.



Nicht ganz "dicht"



Nichts dergleichen habe ich geschrieben!!!!

Es ging um die Frage warum man möglicherweise dämmen sollte, wenn neue Fenster eingesetzt werden.
Und damit auch impliziert um die Frage - was ändert sich denn mit neuen Fenstern (mit besserem U-Wert), dass diese Maßnahme sinnvoll erscheinen könnte.
Luftfeuchtigkeit reichert sich in bewohnten Räumen an. Früher wie heute. Nur hatte man früher kaum Probleme mit Schimmel an den Wänden. Die traten manchmal erst bei besser gedämmten Fenstern auf. Auch bei unverändertem Lüftungsverhalten. Woran liegt das ihrer Meinung nach? Schwitzen die Leute bei neuen Fenster plötzlich mehr?

Kondensat tritt an den kältesten Stellen im Raum auf. Das war früher das Fenster - und das machte keine Probleme, denn das Kondensat wurde aufgefangen und abgeleitet. Ist das Fenster nicht mehr der kälteste Punkt im Raum, dann tritt Kondensat an anderen Stellen auf. In Ecken. An den Wänden. An den Decken. Hinterm Schrank..... - und hier ist nix mit auffangen und ableiten. Hier richtet das Kondensat Schaden an.

Ausserdem ist es Schwachsinn zu schreiben Dadurch "das Einscheibenfenster als 'Sollkondensationsstelle' zu bezeichnen entsteht der Eindruck, dass so ein Fenster die Raumluftfeuchte in Grenzen halten kann". Das wäre als würde man behaupten eine "Sollbruchstelle" verhindert dass Brechen oder den Badewannenabfluss als "Sollabfluss" zu bezeichnen würde implizieren dass die Badewanne weniger feucht wird.

Die Luftfeuchtigkeit die entsteht bleibt bei alten wie neuen Fenstern die gleiche (c.p.) die Frage ist nur, was geschieht damit. Bei gewissen Temperaturen kondensiert sie. Kondensiert sie an falscher Stelle, gibt es Schäden. Also entweder sehe ich zu, dass sie das nicht tut - z.B. durch richtiges Lüften, durch eine Lüftungsanlage, oder früher durch eine Sollkondensationsstelle (wohl nicht so geplant, aber der Effekt war da), durch feuchteregulierenden Wandaufbau ("Lehm"), oder man versucht zu verhindern, das eine Temperatur erreicht wird, bei der die Luftfeuchtigkeit kondensiert - z.B. durch Dämmung, durch übermäßiges Heizen, durch Wandheizung etc.

Sollte die "Dichtigkeit" der Fenster etwas damit zu tun haben, dann würde in allen Fällen ja ein gekipptes Fenster die Lösung aller Probleme sein, denn ein offenes Fenster ist nicht besonders "dicht".

So, ich habe meine 5cent in die Diskussion eingeworfen - und verabschiede mich heraus. Vielleicht hats MacDaniel geholfen.





Sorry, aber warum müssen einige Leute immer gleich so gereizt reagieren?

Ansonsten:

* Kondensat bildet sich an allen Stellen, an denen der Taupunkt unterschritten wird. Nur weil an einem kalten Fenster Kondensat anfällt, heißt das nicht automatisch, dass nirgendwo anders im Raum Kondensat anfällt.

* ist ein neues Fenster dichter als ein altes, dann steigt bei identischem Lüftungsverhalten und gleichem Feuchtigkeitseintrag die mittlere relative Luftfeuchte im Raum. Bei höherer relativer Luftfeuchtigkeit verschiebt sich der Taupunkt zu höheren Temperaturen. Dadurch kommt es auch an Stellen zu Kondensation, an denen das vorher nicht passiert ist. Den selben Effekt könnte man erreichen, wenn ein altes Fenster abgedichtet wird.

* ein ständig gekipptes Fenster könnte sicher die mittlere Raumluftfeuchte nach unten bringen, würde aber durch starkes Auskühlen der Fensterlaibung für eine verschimmelte Laibung sorgen.

* "Soll"-Stellen funktionieren nur als solche, wenn auch gezielt dafür gesorgt wird, dass das zu entlastende Medium auch an diese Stelle kommt. Sollbruchstellen, sollen dafür sorgen, dass ein Teil nirgendwo anders bricht als an dieser Stelle ebenso soll ein Badewannenüberlauf dafür sorgen, dass die Wanne an dieser Stelle überläuft. Wie soll jedoch ein einziges besonders kaltes Bauteil in einem Raum dafür sorgen, dass es nur an diesem Bauteil zu Kondenstion kommt. Das würde erst mit einer gezielten Führung der Raumluft an dieses Bauteil funktionieren. Wobei dann auch noch dafür gesorgt werden muss, dass das Bauteil auch bei ständiger Raumluftzufuhr ausreichend kalt bleibt. Ein elektrischer Lufttrockner erfüllt m.E. so eine Funktion.



eine



kleine Korrektur zum letzten Beitrag von ERWIN

bei neuen dichten Fenstern muß unter gleichen Bedingungen der Raumnutzung nicht unbedingt die ralative Luftfeuchte steigen - denn neue Fenster bringen bei besserer Dämmung und höhere Dichtigkeit auch zeitgleich eine höhere "Wohnwärme" im allgemeinen Aufenhaltsbereich - damit sinkt möglicherweise die relative Luftfeuchte, wohingegen die absolute Luftfeuchte mit Sicherheit steigt durch die fehltende "Fugenlüftung". Und das ist das Problem, bei dem man die Ausgangsfrage durchaus mit "ja man könnte" beantworten kann, denn in der Nähe der "alten" Wände bleibt die Lufttemperautur durchaus auf niedrigeren Niveau.
Was passiert dann aber Keiner sieht an den (sonst anlaufenden) Scheiben, daß es längst Zeit zum Lüften ist - man hält sich nun stur an die Regel der X-mal Stoßlüften, aber an der kalten Wand hinter dem Schrank kommt es nun zum Kondensat, was vorher wegen besserer allgemeinen Duchlüftung und Entwässerung an den alten Fenstern nicht passiert ist.
Nur mit dem Anheben der Wandtemperatur könnte man dem begegnen. Das wäre durch Dämmung, bessere Lüftung der "toten" Bereiche oder Umbau der Heizung u.a. möglich.

Als Beispiel meine eigenen (dürfigen) Messwerte (Kachelofenluftheizung):
vor Dämmung: Raumtemperatur früh 16°c und Wamdtemperatur unter 10°C, nach Dämmung bei weniger Heizaufwand (ca 30%) früh 22°C bei 19° Wandtemperatur - der sich früher im Sockelbreich auf den bruchsteinwänden abzeichnende Schwache Schimmel ist völlig verschwunden, keine kalten Zimmerecken mehr und die Couch steht wieder an der Wand ohne daß man ein kaltes Genick bekommt :-) ...

bei vielen der neuen Fenster gibt es nur noch Kondensat im bereich der metallenen Abstandhalter. Auch das wird abgeschafft - mit Kunststoffabstandhalter. Jetzt hilft der hausfrau wirklich nur noch der Luftfeuchtemesser - aber bring das Ablesen mal einer blonden Hausfrau bei ... :-)



Eine (weitere)



kleine Korrektur zum letzten Beitrag von ERWIN.

Erwin schreibt:
"Wie soll jedoch ein einziges besonders kaltes Bauteil in einem Raum dafür sorgen, dass es nur an diesem Bauteil zu Kondenstion kommt."

Scheinbar hast du noch nie beobachten können wieviel Kondensat sich an einem kalten Fenster bilden kann. Bei unseren Küchenfenstern früher waren das gut 200 - 300 ml pro Nacht. Es lagen immer Handtücher unterm Fenster, die man dann morgens richtig ausfringen konnte.

Wie kann ein einzelnes kaltes Bauteil solch einen Effekt haben? Das ganze nennt sich PHYSIK!
Stichwort: "Luftzirkulation".
Warme Luft ist leichter als kalte Luft. Wenn Luft erwärmt wird, steigt sie auf, wird sie kühler, dann sinkt sie. Fenster sind in einem Raum meist sehr zentral platziert und frei stehend (nicht von Schränken verdeckt, etc.). Luft, die sich am Fenster abkühlt (und kondensiert) sinkt herab, warme Luft strömt nach (wie beim Wetterbericht). Die kühlt sich ebenfalls ab (und kondensiert dabei) - usw. Es entsteht eine Luftzirkulation, die warme (feuchtere) Luft zum Fenster führt.

Ähnlich (nur umgekehrt) kann es sich mit einem einzigen besonders warmen Bauteil verhalten. Nennen wir es mal "Heizung" (die nicht ohne Grund meist direkt unter den Fenstern platziert ist). Hier wird die Luft erwärmt, sie steigt auf, kühle Luft aus Bodennähe strömt nach - viola - Luftzirkulation!

Bei Wänden ist dieser Effekt geringer, da sie weder so kalt werden wie ein Fenster, meist vollgestellt sind, der kälteste Punkt meist in Ecken oder in Bodennähe sich befindet (oder direkt unter der Decke) und die Wände selber Feuchtigkeit aufnehmen - und sie nicht "sammeln" wie ein Fenster.

Hier mal ein Link zum Thema: http://www.ibrk.de/heizluef.html

Und wer es gern fundierter und akademischer mag - das entsprechende Skript über Bauphysik zum Thema Wärmen, Dämmen, Kondensat und Wohlfühlen:
http://www.sotere.uni-osnabrueck.de/Lehre/skript/bauphys.pdf