Fenster, Leibungen, Öffnungen, Vertrag, Regel

16.05.2008



Hallo
Ich möchte meine Fassaden wärmedämmen und habe auch schon einen Kostenvoranschlag. Meine Frage werden Fenster und Türenflächen beim m²Preis abgezogen. Ich habe einen Preis für die gesammte Hausaußenfläche bekommen.



In der Regel...



...werden Laibungen und dergleichen (abweichen Arbeiten) in einem Leistungsverzeichnis separat aufgeführt. Für diese besonderen Aufgaben wird mehr Zeit benötigt. Ich würde mir den Kostenvoranschlag aufgeschlüsselt geben lassen, damit es hinterher kein böses Erwachen gibt (jaaa, da mußten wir soviel schneiden und die ganzen Eckschienen und Anschlußprofile...).
Auch Perimeterdämmung, Anschluß an Trauf-/Giebelseite am Besten auführen lassen. Je aufgedröselter ein LV ist, desto genauer wird es.

Gruß Patrick.





Hallo Patrick
Danke für die schnelle Antwort.
Meine Frage ist noch nicht ganz gelöst.
Mir wurden 215 m² Außendämmung beim Kostenvoranschlag
genannt, mein Haus hat aber nur abzüglich Fenster und Türen
ca. 190 m² Außenfläche. Ich denke da wurde falsch gerechnet
oder ist es üblich diese Flächen einfach mit anzurechnen.
Es sind immerhin ca. 3200€.



Abzug von Öffnungen nach DIN 18350



Bei Putzarbeiten (dazu zählen WDVS) werden bei Abrechnung nach Flächenmaß nur Öffnungen ab 2,5 m2 Einzelfläche abgezogen.
(DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten). Normale Fenster und Türen werden somit übermessen.

Gruß, Marc Sattel



Dazu wäre noch zu sagen,



dass bei den Öffnungsgrößen >= 2,5 m² dann aber die Leibungen extra berechnet werden. Bei kleineren Öffnungsgrößen werden diese nicht abgezogen, die Leibungen werden aber nicht gesondert abgerechnet. Und das ganze natürlich nur, wenn der Vertrag nach VOB abgeschlossen wird. Bei einem BGB-Vertrag gibt es so weit ich informiert bin solche festgelegten regeln nicht.
Ein klärendes Gespräch mit dem Handwerker sowie ein 2. Angebot wären natürlich sinnvoll.



Das mit dem Leibungen,...



...die erst bei nicht abgezogenen Fenstern berechnet werden, habe ich früher auch als Gerücht gehört, so aber jedenfalls in der aktuellen DIN 18350 nicht gefunden.
Die DIN 18350 gehört zwar zur Sammlung der VOB Teil C, gilt aber afaik als Anerkannte Regel der Technik und muss daher meiner Ansicht nach nicht ausdrücklich vereinbart werden, um Gültigkeit zu besitzen, im Gegensatz zu VOB/B, die im Vertrag als AGB vereinbart werden kann (was aus vielerlei Gründen sinnvoll ist)

I.d.R. werden die Leibungsausbildungen getrennt ausgeschrieben, da hierbei ja auch z.B. Anschlüsse an Fenster (nach Länge) erforderlich werden, die mit Anschlussdichtungen richtig ausgeführt und nicht nur "drangeputzt" werden sollten, so dass alles (zunächst) schön aussieht.

Gruß Marc.



Oh Mann...



...bei euch Bauingenieuren hat man es als Ing. aus dem Maschinenbau nicht leicht :-). Ganz ehrlich, ich meinte mich daran zu erinnern, daß mein Bauleiter bei meinen 29 anzuputzenden Laibungen das mit ausgeschrieben hatte, ist aber schon zwei Jahre her und ich müßte nachschauen. Ich nehme alles zurück, aber für H.Maier bleibt die Tatsache, daß er am Besten fährt, wenn er sich das Angebot etwas mehr detaillieren läßt.
Und an H., was will der Handwerker den pro qm in unserem geliebten Schwabenland? Und was kommt heraus, wenn du die Fenster nicht abziehst?

Gruß Patrick.

P.S.: Dafür haben wir Maschinenbauer andere DINs, harhar. Und wir teilen die Zentimeter noch ein paar mal durch zehn!



;-))



cm ein paar mal durch 10? ... Das geht?



Selbstverständlich Fred...



...auch wenn ich heute noch neben dem Digitalmeßschieber immer einen Meterstab in der Schublade habe. Ich war einfach zu lange baulich unterwegs.
Ganz zum Verzweifeln gebracht habe ich damals zu Beginn meines Studiums die Lehrmeister. In der Seitentasche meiner mit Fliesenkleber besetzten Arbeitshose hatte ich stets einen Meterstab. Wenn ich dann nach Rundmaterial, Durchmesser ca. 2 cm, Länge ca. 16 cm gefragt habe...harhar.
Danach habe ich die grobe Ausspannlänge an der Drehbank (für euch Bauigel, das ist eine Maschine, mit der man genaue runde Eisenteile herstellen kann (keine Bewehrungsstäbe) :-)) mit dem Meterstab ermittelt. Das hatten die wohl vorher noch nicht gesehen.
Habe mich aber damals gerne auch schon mal um eine Zehnerpotenz vertan (Hundertstel statt Tausendstel), meine Passungen hatte genug Luft :-).

Gruß Patrick.