Fenster zwischen Laibungen verschrauben?

03.08.2012 Elli



Hallo zusammen,

derzeit Restaurieren wir ein etwa 200 Jahres altes Fachwerkhaus, welches in den 60er Jahren schon einmal zwischenrenoviert wurde.

Nun stehen neue Fenster an, welche aus Kunststoff gefertigt sein sollen. Derzeit haben die alten Fenster noch gut im Futter stehende Laibungen, welche insgesamt einen Stabilen Eindruck machen.

Meine Frage wäre nun, ist es vernünftig, die neuen Fenster zwischen die Laibungen zu setzen, sie darin zu verkeilen, zu verschrauben und anschließend mit Hanf auszustopfen? Wäre es darüber hinaus legitim, den Schlagregenschutz über eine hölzerne Dreicksleiste zu bewerkstelligen?

Vielen Dank für eure Hilfe
Elli





Ich zitiere Sie mal:
"Da ich derzeit unser etwa 200 Jahre altes Fachwerkhaus restauriere und dieses nach den aktuellsten Richtlinien und Haltbarkeitsaspekten umsetzen möchte, möchte ich mir im Forum Rat zu speziellen Fragen einholen und gleichzeitig anderen Forumsmitgliedern mit meinen gesammelten Erfahrungen zur Seite stehen."

Grundsätzlich stellt sich für mich die Frage, was haben neue Plastikfenster mit einer Restaurierung zu tun? Auf welche aktuellsten Richtlinien und Haltbarkeitsaspekte beziehen sich? Mir sind jedenfalls etliche Holzfenster bekannt, die eine übliche Lebenerwartung von Plastikfenstern um ein Vielfaches übertreffen. Meine Holzfenster z.B. dürften bald ihr Hunderjähriges feiern. Diese wilde Mischung aus Plastik, Hanf und Holzleiste macht es auch nicht erträglicher. Ihr Haus hat sicherlich etwas Besseres verdient.
Ich kann Ihnen nur den Tipp geben: Überdenken Sie Ihre Entscheidung noch einmal. Gerne gehe ich dann auch noch einmal auf die Einbausituation ein.
Bernd Kibies



Restaurieren...



... eines 200 Jahre alten FW-Hauses geht nicht mit Kunststofffenstern... nicht wirklich...

Der Einbau in eine vorhandene (Holz?-) Laibung ist grundsätzlich fragwürdig...

Die geplante Anordnung der Dreiecksleiste erschließt sich mir nicht...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Hallo Herr Kiebis,

vielen Dank vorweg für Ihren Rat. Da noch keine Fenster bestellt sind, stünden Holzfenster nach wie vor zur Debatte. In Anbetracht des historischen Charakters des Hauses wäre meine erste Wahl ebenfalls Holz gewesen, durch vielfachen Rat verschiedener "Fachleute" wäre meine Wahl nur zuletzt auf "Plastik" gefallen.

Wäre besagte Montageform bei Holzfenstern denn vertretbar?

EDIT: Die bestehenden Laibungen sind aus Holz und liegen offenbar direkt an den Balken an. Die Laibungen sind gerade, weswegen sie m.E. eine gute Basis für die Montage gerader Fenster geboten hätten.



Moin Elli,



viel Lesenswertes zum Thema findest du hier:

http://www.khries.de/index.php/fachwissen

Gruss, Boris





Diese „Fachleute“ begegnen mir auch immer wieder, viel Wert messe ich deren Meinung jedoch nicht bei.

Zurück zu Ihren Fenstern!
Sind die vorhandenen Fenster aus Holz?
Wie sehen diese aus?
Warum wollen Sie die Fenster tauschen?
Wurden die Fenster auch in den 60er getauscht?
Wurde seinerzeit auch die Einbausituation geändert?
In welcher Region steht Ihr Fachwerkhaus?
Wie werden Fenster in vergleichbaren Gebäuden dort üblicherweise eingebaut?
Vielleicht schauen Sie sich Fenster in Fachwerkhäusern an, die unter Denkmalschutz stehen. Viele Denkmallisten werden von den Gemeinden veröffentlicht, in Wikipedia findet man auch einiges.
Ein Einbau zwischen den Leibungen hat auch eine Verlagerung der Fenster nach aussen zur Folge, diese werden somit einer erhöhten Bewitterung ausgesetzt.

Vielleicht können Sie mal zwei Fotos der vorhandenen Fenster einstellen (Innen- und Aussenansicht).

Bernd Kibies





Ergänzend dazu noch: Sie sollten ihr Haus als Ganzes betrachten, der Austausch von Fenstern ist auch ein bauphysikalisch relevanter Eingriff. Sie sollten sich grundsätzlich im Vorfeld erst mit der Fenster-Thematik auseinander setzen, Details können danach entworfen werden.
Bernd Kibies



Fenster



Ich schließe mich der Meinung von Bernd Kiebis an sowas klärt man nicht mal eben zwischendurch.
Unabhängig von der bauphysikalischen Problematik müsste Ihnen bei Ihrer Idee vorher klar sein: Die Fenster und damit die Scheibenfläche wird kleiner. Die ohnehin breiten Rahmen der Kunststofffenster werden bei dieser Lösung noch drastischer ins Auge fallen.

Viele Grüße