Kalziumsilikatplatten für Fensterlaibung

19.12.2008



Hallo,

wir haben in unserem Altbau neue alte Holzfenster mit Isolierverglasung erhalten. Diese wurden (leider) mit PU-Schaum abgedichtet. Es handelt sich bei der Wand um ein 36 cm Doppelmnauerwerk aus Ziegeln ohne sonstigen Schnickschnack.
Nun steht die Verkleisung der Fensterlaibungen an. Unser Handwerker möchte dazu PU-beschichtete Gipskartonplatten verwenden, um am Übergang Fensterrahmen/Wand eine Wärmebrücke zu vermeiden. Es ist ein Spalt von ca. 3-4 cm abzudecken.
Da PU aber ja auch die Feuchtigkeit nicht durchlassen würde, vermute ich den Taupunkt in Fensternähe später irgendwo im Gipskarton.
Mir wäre daher eigentlich ein diffusionsoffenes Material wie Kalziumsilikatplatten lieber. Was meint ihr dazu grundsätzlich?

Ganz konkret hätte ich dann noch die Frage, wie man die oben runden Fensterlaibungen mit beschichteter Goipskartonplatte oder eben Kalziumsilikatplatten überhaupt verkleiden kann? Kann man die Biegen? Müsste man die in kleine Segmente zerschneiden?

Oder ist einfach ein Verputzen mit Kalkputz ausreichend/ besser?

Die angrenzenden Wände möchte ich gerne mit Kalkputz verputzen (lassen).
Grüße
Alex





Hallo Herr Reiprich,

dann nehme ich mal an, dass die Fenster auch winddicht abgeklebt wurden. Die Laibungen der meisten Häuser in unserem Land sind gewöhnlich nur verputzt und in den meisten Fällen dürfte es keine Probleme geben, selbst mit Gipsputz im Einsatz.

Kalkputz ist in Ordnung und auf der sichereren Seite. Wenn es keine Besonderheiten gibt sollte das eigentlich ausreichend sein. Anfallende Feuchtigkeit kann in gewissem Maße aufgenommen und wieder abgegeben werden; Material liegt hier sicher an Material.

Sie können natürlich Kalziumsilikatplatten verwenden, auch Heraklithplatten sind denkbar nur - PUR-beschichtete Gipskartonplatten? Die kann ich hier nicht ganz verstehen. Wasserausfall auf Gipskartonplatten oder in einer der Schichten des Materialmixes - das wird nicht von langer Dauer sein.

Mit der beste Schutz ist das ordentliche Lüften und das Vermeiden von Kippstellungen des Fensters, denn dabei kühlen die Fensterlaibungen ab und werden genau zu dem Ort, an dem sich vorhandene Feuchte niederschlagen kann.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Vielen Dank!



Hallo Herr Kornmayer,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich stehe dem Vorschlag des Handwerkers ebenfalls etwas ratlos gegenüber. Mir erscheint ebenfalls das Verputzen der Laibung als die einfachste und plausibelste Lösung. Vielen Dank noch einmal!
Grüße
Alexander



Laibungen dämmen



Hallo,

wenn Sie was biegbares haben wollen, das es auch in recht geringen Materialstärken gibt, empfehle ich Ihnen Holzweichfaserplatten.

Grüße





Noch als Ergänzung...

PU-Schaum dichtet nicht ab, sondern dieser sollte die Fensterfuge dämmen. Natürlich sind auch die Anschlussfugen fachgerecht abzudichten.

Ich würde auch noch empfehlen in der Anfangszeit das Raumklima regelmäßig zu überprüfen.

Was mich aber wundert,- was bitte sind "neue alte" Holzfenster?

Grüße,
Peter



Neue alte Fenster



Hallo noch einmal,

ja, vielen Dank für die Richtigstellung. Als Laie drücke ich mich nicht immer so ganz korrekt aus. Also, der PU-Schaum isoliert natürlich und soll nicht unbedingt Abdichten (macht er aber dennoch, oder?)vermute ich.
Ich habe mich mit dem Handwerker wegen der heute vorgesehenen Abdichtungsfolie um die Fenster herum unterhalte. Er meint, dass das nicht viel bringt und zudem das Anputzen um die Fenster herum schwierig sei, weil kein Putz auf diesen Folien hält. Wie machen das denn andere Handwerker?

Neue alte Fenster sind Denkmalschutz-konform, neu erstellte Holzfenster mit Isolierverglasung, die den ursprünglichen Fenstern optisch ähnlich sehen sollen. Das tun sie natürlich nur begrenzt wegen der dickeren Profile. Mehr Holz, weniger Glas als früher. Ich hoffe, dass diese Investition sich irgendwann auch Energie-technisch rechnet. Da man aber ansonsten den Wärmeverlust bei dem Gebäude nicht besonders eindämmen kann (geschützte, schöne Ziegelfassade) haben wir uns zu diesem Schritt durchgerungen.
Grüße
Alexander





Hallo Alexander,

sorry, aber Dein Handwerker erzählt da einen Schmarrn.

Dafür gibt es geeignetes Abdichtungsmaterial, auf dem das Verputzen problemlos geht. Das gehört heute zum fachgerechten Einbau dazu!

Weitere Infos zum Fenstereinbau auch hier: http://www.khries.de/forum/

Grüße,
Peter



Genau,



die Dichtungsstreifen sollen u.a.verhindern, daß die Dämmebene, in deinem Fall der Pu-Schaum,von innen durchfeuchtet wird und irgendwann nicht mehr dämmt und das Holzfenster durch die aufgenommene Feuchte schädigt.
An einem Backsteinbau würde ich nicht auf das Dichtband verzichten. Möglicherweise sieht dein Tischler ein Problem mit den Verputzen,weil die Fugen sehr breit sind.
Wenn du mal Bilder vom jetigen Zustand (von innen) einstellt, bekommst du sicher noch konkretere Tipps.

Grüße aus dem Erzgebirge, Holm Bernhardt



Winddichtungsbänder an den Fenstern?



Sind an Euren Fenstern Winddichtungsbänder umlaufend vorhanden?
Wenn nicht, sollte ein fachgerechter Einbau mit Kompribändern sichergestellt sein und innenseitig kann man dann zusätzlich mit Hanf oder ähnlichem Stopfmaterial arbeiten. Die Ansputzmöglichkeiten der Fensterleibungen sind dann vielfältig.
Hängt natürlich von Euren bestehenden Wandputzen ab. Wenn Kalkputze vorhanden, dann sollte man schon die Leibungen mit dem selbigen Produkt anarbeiten.
Es sollte aber auch darauf geachtet werden, dass die Fertigputzfläche mindestens 5 mm umlaufend auf das Bauteil ausgebildet wird.

Wenn natürlich ein Winddichtungsband vorhanden ist, sollte dieses fachgerecht am Mauerwerk verklebt werden.
Dazu ist erfordelich, dass erst einmal ein Putzglattstrich umlaufend hergestellt wird, auf dem anschließend dieser Streifen dauerelastisch mit Kautschukkleber (z. B. pro clima coll) verklebt wird.
Nachher sollte dieses Band funktional geschützt überputzt werden.
Dazu ist eine Putzträgerebene aufzubringen, die anschließend zum Verputzen geeignet ist.
Wir erledigen dies mit einer in Lehm gebetteten Heraklithplatte 8 mm und diese zusätzlich mechanisch befestigt.
Bestehende Rundbögen werden mit Segmentstücken hergerichtet und ausgebildet.

Bauschaum ist nicht mehr zeitgemäß und sollte wenn möglich, entfernt werden!!

Frohes Schaffen,
Udo Mühle





Hi Udo,

warum ist der Montageschaum nicht mehr zeitgemäß?

Grüße,
Peter



Weil ich ihn....



...nicht mag und auch viele andere mittlerweile nicht mehr!
Er darf nicht geschnitten werden, doch was sieht man ständig auf den Baustellen?
Er gast aus und das ist ja auch nicht gesundheitsfördernd!
Usw. usw.

Es gibt bessere Alternativen und gesündere Materialien.

Grüße in den Abend.
Udo





Sagen wir mal so,- es gibt Alternativen... :-)

Die Dämmung mit Montageschaum ist dennoch die meist gängige Methode in der Praxis und auch eine, die nach wie vor fachgerecht und den aRdT beim Einbau der Außenbauteile entspricht.


Grüße,
Peter



Fenstereinbau



Hallo,

bitte vergeßt doch mal den Montageschaum, der nur deswegen so beliebt ist, weil es fix geht. Und die VOB ist auch nur auf massiven Druck der Interessenverbände "nachverschlechtert" worden.
Folgendes spricht dagegen:
- er ist nicht langzeit-volumenstabil
- es kann faktisch nicht bei jeder Dose vom Bauleiter überprüft werden, ob wirklich keine HFKW eingesetzt wurden
- zu viel Druck kann zu Verformungen führen und den Glasfalz beschädigen
- er bietet einerseits keinen Schlagregenschutz und ist andererseits nicht ausreichend widerstandsfähig gegen Diffusion.
- im Zusammenhang mit Holzfenstern und in der Holzrahmen- und Fachwerkbauweise fehlt ihm wünschenswerte Kapillarität.
- die ganz fixen Buben "fixieren" damit noch das Fenster.
Weder KfW noch WTA dulden das Material !
Aus alledem muß man schließen, daß die Dämmung von Holzfenstern mit Montageschaum nicht mehr zu den anerkannten Regeln der Technik gehört.
Die Haftungsfolgen für alle Beteiligten sollten bekannt sein.

So gehts richtig:
Fenster richtig befestigen, das heißt mit Fensterkrallen (z.B. von Würth), große Fenster stabil unterklotzen.
Außen Compriband (z.B. von Illbruck) in angepaßter Stärke einlegen.
Von innen (Standard ist Mineralfaser) Stopfhanf fest einstopfen.
Mit Fensteranschlußfolie (eventuell überputzbar) von innen dichten - die gibts auch bei Illbruck.
Dann ist das Fenster innen dichter als außen für Wasserdampf und von außen schlagregendicht.
Wenn man es perfekt machen will, kann man innnen wie außen noch verleisten.

Alles andere ist geschludert !

Grüße vom Niederrhein



Nö,



das stimmt so nicht. Der Grund war ein anderer, warum in der VOB/C die Regelausführung auf Mineralfaserdämmstoff vor ca. 4 Jahren geändert wurde. Außerdem wäre dann Dein Stopfhanf und andere Dämmstoffe auch nicht mehr die Regelausführung nach VOB/C. Die Änderung 2006 in Dämmstoffe das wieder zu verallgemeinern war aus fachlicher Sicht absolut richtig.

Auch die Vorgaben zum Fenstereinbau sind in dieser ATV vorgeben. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, die man auf die baulich vorgegebene Situation anpassen muss.

Grüße,
Peter





Hier noch ein "nettes" Einbaubeispiel... mit Dichtband! :-)

Grüße,
Peter



@ Peter



Ist aber nicht auf einer Deiner Baustellen?
Würde ich einen Krampf kriegen!!

Weihnachtliche Grüße
Udo





Ne ne, ich "durfte" das begutachten... :-)

Auch von mir an die Fachwerksforumsmitstreiter weihnachtliche Grüße,
Peter