Holzfenster - Kondenswasser außerhalb

17.11.2011



Hallo zusammen,

wir haben ein Problem mit unserem Holzfenster unter dem Dach im Wohnbereich. Das Fenster ist aus Fichte.
Das Holz des Fensters ist aus Sicht von Innen hinter der Dichtung im Winter naß. Am oberen Rand hängen Tropfen am Holz, dort wo die Metallschiene unten sitzt ist ebenfalls alles naß. Das Fenster liegt unterhalb einen Dachüberstandes auf der Wettergegenseite, d.h. Regen ist hier noch nie gegen geschlagen.
Ich habe die Beschläge so eingestellt das die Fenster nach meinem Gefühl an der Dichtung fest anliegen, jedoch ohne Ergebnis. Wenn ich keine Lösung finde werde ich wohl in den nächsten Jahren teuer sanieren müssen.
Die Eckdaten:
Temperaturbereich innen im Winter: 18-23°C
Wandaufbau: Außen Rechteckholzbohlen 10cm, 10cm Steinwolle, Folie, 20mm Holzbretter innen, das Fester ist in eine Nut im Rechteckholzbohlen eingelassen und hat eine Zarge über die gesamte Breite.
Bei den anderen Fenstern im Obergeschoss gleicher Bauart gibt es dieses Problem nicht.

Woran kann es liegen, kann man da was machen?



Nachtrag Photo 2



Photo 2, Metallschiene unten



Fenster



Das ist Kondensat, hervorgerufen durch ausströmende Innenluft. Ihr Fenster ist undicht!
Ein Tischler sollte sich das mal ansehen.

Viele Grüße





Yup! Ich sehe das Problem genause wie Georg.
Schaun Sie mal ob die Dichtung oben und unten lang genug sind um dicht zu schließen. Mir scheint die etwas zu kurz geraten.

Gruß aus Berlin



kann mich den Vorrednern nur



anschliessen, die Feuchtigkeit auf den Bildern zeigt dass das Fenster undicht ist. Ein Fall für ihren Fensterbauer.

Grüsse Thomas



Kondenswasser



Hallo Obermosel


Ich bin mir nach dem Vergrößern Deines Fotos fast sicher, daß in der oberen Ecke ein Teil der Dichtung nicht schließt.

Geh mal auf die Strasse, nimm einen Raucher in den Würgegriff und schleif ihn ins Haus an das betreffende Fenster. Dann lässt Du ihn eine Schachtel Zigaretten rauchen ( möglichst alle auf einmal) und den Rauch in Richtung Fensterecke blasen.
Wenn dann Rauch nach außen austritt, ist die Dichtung hin.


Anschließend trägst Du den Raucher runter und entsorgst ihn unauffällig hinter irgendeine Mülltonne....



Viel Spass



Andreas



Kondenswasser



Hallo,
selbst wenn die Dichtungen intakt währen kann Kondensat von innen an die kalten Beschläge kommen.
Bitte beachtet die Dichtungsebene !
Bei der hier nicht thermisch getrennten Regenschutzschiene
muß es zwangsläufig zu Kondenswasserbildung kommen.

Ich saniere in so einem Fall so :
Austausch der Regenschutzschiene gegen eine thermisch getrennte Schiene.
Einbau von Flügelüberschlagsdichtungen.

Sind die Beschläge verrostet ist oft die Luftfeuchtigkeit im inneren zu hoch.

Viele Grüße
Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur



antwort



Hallo, danke für die zahlreiche Hilfe,
die Luftfeuchtigkeit beträgt 54% bei 20 Grad, die Beschläge sind nicht verrostet. Normalerweise haben wir an sehr kalten Tagen manchmal innen etwas Kondenswasser an den Scheiben was morgens dann abgewischt wird. Sind die Holzklappläden geschlossen gibt es keine Probleme.
Zur Dichtung:
Sollte ich neue Dichtungen besorgen oder versuchen die Fenster neu einzustellen? Die Fenster sind 10 Jahre alt, der Holzaufbau ist aus Tirol, die Fenster wohl aus dem italienischen Teil, Datenblätter etc sind nicht mehr zu bekommen, die Firma existiert nicht mehr.



Das Thema kenne ich ...



... siehe auch Beitrag: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/86692$.cfm

Meine Fenster haben auch nur eine Dichtungsebene und diese sind selber dicht! Bei ordentlich Frost draussen gefriert diese Feuchtigkeit dann auch im Rahmen. Ähnlich sieht es bei Velux-Schrägfenstern aus.

Der letzte Beitrag aus dem oben genannten Thread bring es aber auf den Punkt. Das ganze Zimmer ist *zu dicht*!
1. es handelt sich um die Kinderzimmer im neu und dampfdicht genbauten DG
2. die Nässe wird nur morgens festgestellt
3. Tagsüber - wenn keiner da ist sind die Fenster trocken

Daraus lässt sich schlußfolgern:
* die Luftfeuchte steigt nachts (Atemluft) an
* somit sucht der gestiegene Wasserdampfdruck sich Auswege
* die Fensterdichtungen sind zwar luftdicht - aber eben nicht dampdicht => der Dampf diffundiert durch die Dichtebene und kondensiert ausserhalb

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Das Fenster dampfdicht bekommen.
2. Die Luftfeuchte anders abführen.

Helfen kann da eine zweite Dichtebene im Fenster (Flügenüberschlagsdichtung) oder irgendwie nachts zu lüften.

Ich habe stattdessen erst mal einen Teil Türdichtung entfernt - in der Hoffnung der Dampdruck entlädt sich aus dem Zimmer in Richtung Treppenhaus. Hier verteilt er sich besser im größeren Raumvolumen und lüftet sich auch leichter weg. In ein paar Wochen weiß ich dann ob es hilft.




@Hartmut: Kann man nicht irgendwie geschickt eine Beziehung zwischen zwei Thread herstellen?



Erfolgsmeldung!



Lange habe ich diesen Winter auf knackige Kälte warten müssen, um meinen Versuch zu bestätigen. Jetzt ist es soweit:
Kein Schwitzwasser mehr in den Fensterfalzen!

Wo sich sonst in den Fensterfalzen das Schwitzwasser bei diesen Temperaturen bereits zu einer kräftigen Reif- und Eisschicht verfestigt hat, ist dieses Jahr alles knochentrocken.
Zwei Maßnahmen:
1. In den Zimmertüren wurde die obere Türdichtung entfernt. Die Zimmer sind somit nicht mehr völlig dicht in Richtung Treppenhaus.
2. In jedem Zimmer befindet sich ein Velux-Schrägfenster. Konsequent wird nachts die Lüftungsklappe oben geöffnet. Trotz der geschlossenen Rollos aussen dürfte auch hierüber genug Feuchteausgleich stattfinden. Das alleine hat in den Jahren davor nicht ausgereicht.

In Kombination beider Maßnahmen bleibt der Dampfdruck in den Zimmern jetzt niedrig genug, damit der Wasserdampf nicht durch die Fensterdichtungen in die Falze diffundiert!


Und als Bonus obendrauf: Ich habe alle Fenster mit Tesa-Fensterfolie versehen - kein Beschlagen und kein Wischen mehr. Auch keine Kondensation zwischen Folie und Glas. Sieht zwar nicht schön aus - ist aber wirksam!
Da frage ich mich ob es nicht möglich ist, innen einfach eine weitere Glasscheibe aufzukleben - halt wie eine "dicke Fensterfolie"