Starke Kondensation in Altbau

24.11.2004



Hallo zusammen,

wir haben in den letzten kalten Tagen ein großes Problem mit Kondensat an den Fenster. Trotz regelm. Lüftens sind die Fenster (ca. 25 Jahre alte Doppelverglasung) morgens in den ungeheizten Räumen (Nordseite des Hauses) und auf dem Speicher beschlagen.
BESONDERS STARK tritt dies auf, wenn das Wetter von feuchtkalt auf Frost umschlägt (wie letzte Nacht).

Bisher haben wir es vermieden, diese 100qm "Nordzimmer"(auf beiden Etagen zusammen)zu heizen.

Vor 1 Jahr haben wir zwar in den südlichen Zimmern (Wohnzimmer, Küche) Fenster ausgetauscht, aber von 25 Jahre alter Doppelverglasung zu aktueller Verglasung; dadurch wurde das Haus wohl nicht "dichter".

Im Sommer haben wir noch AUF das bisherige Dach aus Dachpappe-Schindeln eine neue Verkleidung aus einer Art Blechplatten im Dachpfannen-Look aufgebracht. Dabei wurden die uralten + undichten Glas-Dachfenster gegen wohl etwas dichtere aber einfache Kunststoff-Dachfenster ausgetauscht ... aber können "ein paar fehlende undichte Stellen" sooo viel bewirken?

Die Luftfeuchtigkeit bei mir im Wohnz. in der unteren Etage beträgt 42% bei 20° (= 7,3 gr. Wasser pro qm). Oben im Flur sind es ca. 65% bei 15° (= 8,1 gr. Wasser pro qm). Wir kochen unter recht selten und Lüften das Bad direkt nach dem Duschen durch Öffnen des Fensters für 3,4,5 Minuten.

Wer hat eine Idee zur Ursache bzw. zur Lösung dieses extremen Kondensats ... oder wie ist die Berufsbezeichnung von Leuten, die sich mit so etwas auskennen?

Danke!
Uwe





Hi, ich "behaupte" mal, das ist bei alten Fenstern einfach so. Ist bei uns auch, wo nicht direkt geheizt wird.

Sicher kann Andreas Milling da weiterhelfen (-> Fensterspezialist). Grüße Annette





Hi Annette,
es geht dabei weniger um das Kondensat An den FENSTERN, sondern eher um das MÖGLICHE Kondensat IN den FENSTERNIESCHEN.
Das Wasser von den Scheiben kann man abwischen, aber wenn es erstmal IN der Wand anfängt zu SCHIMMELN ...

Wir haben jetzt mal vom großen Treppenhaus zum Speicher ein 40x60cm großes Fenster aufgemacht um in Speicher die Klappe 10x20cm eines ungenutzten Kaminabzuges geöffnet ... quasi um eine "kontrollierte Entlüftung" zu schaffen. (Wie groß ist denn so eine kontrollierte Entlüftung in einem Niedrigernergiehaus, bzw. wieviel m3 Luft "verarbeitet" die denn die Stunde ... um mal eine Relation zm Kaminabzug zu bekommen?)

Danke!
Uwe



Tauwasser



So einen 0,8 fachen bis 1 fachen Luftwechsel sollte man bezogen auf die Wohnung einplanen, in stark frequentierten Klos einen 10fachen.
Aber was die Fenster angeht:
der u-Wert (früher k-Wert) von 20jährigen Doppelglasscheiben ist nun mal nur 3,0.
Der von modernen Wärmeschutzverglasungen 1,1 bis 1,4.
Da ist Kondensat dann bei entsprechenden Randbedingungen zwangsläufig. Wenn es stört: Umglasen oder neue Fenster reinmachen !
Allerdings hilft das auch nicht, wenn ein Dachbodenfenster in kalter Umgebung nun die Feuchtigkeit aus warmer Luft abscheidet: also wenn man die Küche über den Dachboden entlüftet und da ist das Fenster.
Und 40% rel. F. ist am unteren Rand des Behaglichkeitsfeldes. 60% dürfen Sie sich schon leisten.

Gruß





Hallo Herr Beckmann,

mit dem U-Wert ist klar; im Schlafzimmer haben wir neue Gläser einsetzen lassen. Da beschlägt die SCHEIBE auch kaum.

Das "Problem" ist aber - wie gesagt - das "nicht sichtbare" Kondensat recht und links in der Wand am Fenster ... "Angst vor Schimmelbildung".

Das Problem war in den letzten Jahren nicht so stark; vielleicht hat der Austausch vom 10 Stück zig-Jahre alten Dachfenstern in neue den "natürlichen Luftaustausch" dermaßen reduziert, dass sich nun alle Feuchtigkeit "oben" staut ... mal schaun, was unsere "neue Zwangs-Entlüftung" über den Speicher -> alter Kaminschacht bringt ;-)
... ist ja dann so ähnlich wie in manchen Miets-Bädern ohne Fenster (Schlitze in Tür, Abluftloch oben in Wand), was ja zu wirken scheint.

Danke!
Uwe



Klimatisch gekoppelte Räume?



Guten Tag,
in der Frage wurde geschrieben, dass in den unbeheizten Räumen am meisten Kondensat ausfällt. Das ist natürlich logisch und eine Binsenwahrheit, ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass dieser Effekt aus Versehen noch verstärkt werden kann. Wenn die Türen zu den unbeheizten Bereichen nicht richtig schließen, steht die Luft der warmen Räume in direktem Kontakt dazu. Folge: Warme, feuchtebeladene Luft stömt in die kalten Räume und verliert dort an den kalten Oberflächen feuchtigkeit. Wen die Räume nicht geheizt werden, muss die Verbindung (Tür usw.) zu den beheizten Räumen relativ dicht sein, die Konstruiktionsfuge Fensterfalz muss dagegen offener sein oder es muss extrem stark gelüftet werden.
Die oben genanten Effekte können den Tauwasserausfall verstärken. Vielleicht spielt diese situation bei Ihnen ja auch eine Rolle.
Viele Grüße
der mal wieder nicht eingeloggte Ulrich Arnold



Geldwerter Tipp bei Altbaufenstern gegen Kondensation/ beschlagene Scheiben



Wir wohnen in einer Altbauwohnung mit doppelten Flügelfenstern. Leider hat sich oft Kondenz zwischen den Scheiben gebildet. Die Hausverwaltung bzw. der Hausmeister erklärte mir, dass daran nichts zu ändern sei. (Schönheit von Eisblumen etc.) Müsse man eben öfters lüften, mehr heizen und weniger Wasser benutzen, halt die alte Leier, die man auch überall im Internet findet :-(
Problem dabei: ich heize, ich lüfte und ich betreibe kein Schwimmbad in meiner Wohnung! So konnte das nicht weitergehen! Kontaktierte Handwerer plädierten für den Einbau neuer wärmeisolierter Fenster. Das fand der Vermieter nicht lustig und verwies auf Lüften Lüften, Heizen, Lüften ..... Enttäuscht machte ich mich selbst an eine Problemlösung.
Nachdem ich mir meine Uni-Kurse Bauphysik ins Gedächtnis gerufen und einige Zeichnungen gemacht hatte, kam ich zu folgendem Schluss: die Fensterritzen der Innenfenster (und nur die!) müssen mit Dichtungsband abgedichtet werden. Die warme, viel Feuchtigkeit führende Innenluft gelangt somit nicht zwischen die Fenster. Da nur die Innenfenster abgedichtet wurden, kommt trockene Luft von außen zwischen die Fenster, erwärmt sich dort und kann dadurch noch mehr Wasser aufnehmen. Ergebnis: Kondensation der Fenster erst bei sehr niedrigen Temperaturen (ab -15 Grad!) Kondensation tritt dann auch nur raumseitig auf, d.h. kann leicht entfernt. Ein Dichtungsband habe ich bei Kaufland (6m; 2,49Euro) gefunden. Ich bin richtig glücklich!!!
Jetzt schaue ich immer mitleidig auf die beschlagenen Fenster in den anderen Wohnungen in meiner Straße (Potsdam Babelsberg, fast alles Altbauten). Ob ich mal einen öffentlichen Aushang zu diese Thema mache?



Schön dass jemand weiter gekommen ist!



Hallo,
dann haben wir ja die klimatisch gekoppelten Räume abgestellt. Der "Raum" war hier nur der Zwischenraum zwischen den Fenstern. Es lässt sich also alles auf einfache Regeln zurückführen. Nach außen immer offenere Konstruktionen als nach innen.