Kellerfenster im Gewölbekeller

19.10.2007



Hallo Ihr Lieben,

mit vielen Beiträgen die ich hier schon gelesen habe, habt ihr mir schon geholfen, aber nun muss ich selbst eine Frage stellen zu der ich bis jetzt noch keine Richtige Antwort bekommen habe.

Wir haben ein altes Bauernhaus gekauft.
Bei der Sanierung und einigen Umbauarbeiten sind wir auf jede Menge "Baupfusch" gestoßen. Angefangen von falsch eingesetzten Fenstern bis hin zu falsch angelegter Entwässerung des Daches. Abgeschlagene Entwässerungsrohre die trotzdem angebunden waren und Abwasserleitungen die gerade mal 1 cm unterm Außenputz lagen waren da noch das Verträglichste.
Soweit wurde alles gerichtet und nun möchten wir uns an den Keller machen.
Von außen ging ein Fußweg direkt am Fensterschacht vorbei und hatte diesen zu ca. 1/3 bedeckt. Als Fenster dient lediglich eine Holzklappe.
Unter den verlegten Gehwegplatten war eine Betonplatte über die gesamte Länge gezogen und direkt an die Sandsteinwand gegossen. Die Platten wurden ohne Gefälle vom Haus weg verlegt. Bei Starkregen lief das Wasser direkt durch die Klappe in den Keller. Das wurde alles entfernt und tiefer gelegt. Die Betonplatte ist jetzt auch weg. Neue Platten wurden mit Gefälle vom Haus weg verlegt und natürlich vom Niveau her unter den Fensterschacht. Nun ist der Keller auch wieder recht trocken. Ca 70% Luftfeuchte im Sommer und richt absolut nicht muffig.
Der Zugang zum Keller erfolgt vom (im Winter) geheizten Wohnraum aus. Es gibt auch nur ein Fenster (Klappe).
Diese Klappe möchten wir nun gegen ein Fenster ersetzen um den Raum als gemütlichen Partykeller nutzen zu können. Damit dieser aber nicht wieder feucht wird, haben wir gedacht, wir machen ein festes Fenster mit einer Abluftregelung hinein.
Also wäre das Fenster nicht mehr zu öffnen. Luft würde aus den Wohnräumen kommen die ja Sommer wie Winter trockener wäre als die Luft durch ein zu öffnendes Fenster. Also eine Zwangsquerlüftung ;-))
Um nun nicht „Pfusch zu verursachen wollte ich mal fragen ob das sinnvoll ist ein festes Fenster mit einem Abluftventilator einzubauen.
Warum ein festes Fenster? Die Klappe ist im Moment von außen zu öffnen, aber ein Fenster wird von innen geöffnet. Im Sogenannten Fensterschacht ist aber so wenig platz, das es kaum zu öffnen ginge und wenn dann nur nach unten zu kippen. Also eigentlich verkehrt herum. Es gibt zwar solche Fenster mit „hängenden Flügeln“, aber man kommt trotzdem nur hin, wenn man vorher ne halbe Stunde Joga macht und sich dann noch richtig verbiegt.
Der Boden des Kellers ist Lehmboden mit aufgefülltem Splitt und Betonplatten darauf. Auch absolut trocken.

Würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet.
Viele Grüße
Ingolf



ob ein Partykeller...



...da drin Sinn macht, lassen wir mal dahingestellt.
Keller sollten über den Winter gelüftet werden, da die Luft im Winter trockener ist. Im Sommer ist mehr Wasserdampf in der Luft und kondensiert in deinem kalten Keller. Die Luft aus der Wohnung trockener? Würde ich mal nicht behaupten, oder läuft das ganze Jahr ein Trocknungsgerät im Wohnzimmer, der die Feuchte von den Bewohnern und ihren Aktivitäten wie Kochen und Duschen aus der Luft holt? Eher wohl nicht...
Ich selbst habe ein kleines Kunststoffenster drin, das ich über den Winter öffne und Sommers zumache.
Bei Partys im Keller kriegst du entsprechenden Feuchteeintrag.
Aus meiner Sicht ist ein Gewölbekeller nicht wirklich der beste Partyraum. Mein Tip, bau was ein, daß du über Winter öffnen kannst (meinetwegen von außen), schmeiß die Betonplatten raus und lege Tonplatten auf den Split und fülle den Keller mit Wein, Kartoffeln und Obst.
Ist besser so.

Gruß Patrick.



trockenen Platten raus....?



Hallo Ingolf,
die Sache mit dem Lüfter im Fenster halte ich hier für eine gute Idee.
Beachten solltest du lediglich das wenn du warme Luft in den Keller einleitest es zu Kondensatausfall auf der Innenwandfläche kommt.
Also im Sommer nur an kühlen tagen, vorzugsweise nachts lüften.

Die in diesem Forum vorherrschende Hysterie, Angst und Panik gegenüber Beton treibt zuweilen eigenartige Blühten!
Die trockenen Betonplatten im Keller sind absolut okay und sollten so bleiben wie sie sind.
Was die Tonplatte bewirken soll bleibt mir in diesem Zusammenhang ein Rätsel(soll hier ein vormals trockener Boden als Feuchtespeicher eingebaut werden oder wofür ist Ton hier besser als Beton?).

gruß jens



Tonplatten...



...würde ich eher des Ambientes verlegen. Gehört zu der Kombination Wein, Kartoffeln und Äpfel. Ich bin einer der wenigen hier, der mit Beton kein Problem hat. Ich habe Tonnen in meiner Hütte verarbeitet (FK und KF würden meinem Haus noch maximal fünf Jahre geben). Aber wenn ich an meinen Gewölbekeller denke, der erst die nassen Wände verloren hat, nachdem ich konsequent nur im Winter lüfte und sommers zu habe, kann ich mich nicht mit Ingolfs Plänen anfreunden.
Kalte Tage im Sommer sind meistens die feuchten, ich weiß nicht...bei Gewölbekeller und Partys sträuben sich mir die Haare, da soll garantiert die Party dann steigen, wenn der ungünstigste Lüftungszeitpunkt ist...

Gruß Patrick

P.S.: Beton, es kommt darauf an, was man daraus macht!



Vielen Dank



für Eure Antworten.
Aber ich glaube, ich muss da etwas richtig stellen.
Der Keller, so wie er ist, ist trocken.
Partykeller soll heißen, dass wir dort ab und zu mal zusammensitzen möchten und ein Glas Schwobagscheidle Schwarzriesling Kabinett genießen möchten.
Also nicht zur ständigen nutzung. Ansonsten soll dort etwas Wein gelagert werden, aber nicht in großen Dimensionen. Die Luft aus der Wohnung ist sicher trockener mit ca. 50% Luftfeuchte zu ca. 65 - 70% im Keller, auch wenn sie wärmer ist. Die eventuell entstehende "Luftfeuchte" wird ja auch wieder durch die Zwangs-Ablüftung nach außen geleitet.
Die Betonplatten möchte ich gegen Backsteine, solche wie sie ursprünglich im Gewölbekeller verlegt wurden ersetzen.
Das aber nur aus rein optischen Gründen. Wie beschrieben... das Ambiente sollte auch stimmen.
Mit dem Fenster bin ich nun auch schon etwas weiter...
Unter http://www.kellerfenster-shop.de/index.htm gibt es verschiedene Fenster, auch mit geteiltem Glaseinsatz. Also kann ein Lüfter eingebaut werden und das Fenster kann trotzdem geöffnet werden. Aber eigentlich soll ja die Kellerluft nur nach außen...? Oder bin ich da auf einer falschen Färte?

Gruß
Ingolf



Luftfeuchte



Hallo Ingolf,

schön das mit den Backsteinen, genau auf meiner Wellenlänge. Bloß nochmal kurz zur Lüftung. Die Prozentangaben sind relativ, relative Luftfeuchte in Prozent drückt aus, wieviel Prozent von der bei der Temperatur maximal aufnehmbaren Wassermenge enthalten ist. Mit abnehmender Temperatur sinkt die Aufnahmefächigkeit. Ergo hat der gleiche Liter Luft mit deinen 50% bei Raumtemperatur bei der Kellertemperatur eine höhere relative Luftfeuchte, ohne daß er zusätzlich Wasser aufnehmen muß. Übersteigt nun beim Temperaturabfall die Wassermenge den Sättigungsgrad, fällt sie aus (Schwitzwasser). Ich bleibe skeptisch bei der Lüftung des Kellers mit Luft aus dem Wohnbereich...

Gruß Patrick.



Richtig...



das mit der Luftfeuchte, aber von außen kommt doch viel feuchtere (wärmere) Luft. Zumindest im Sommer.
Mit diesem geteilten Fenster könnte ich im Sommer den Ventilator benutzen um die Kellerluft nach außen zu bringen und im Winter kann das Fenster geöffnet werden. Das finde ich für die sinnvollste Lösung. Das Fenster von außen zu öffnen ist nicht möglich, da wir Einbrechern nicht gerade den Schlüssel auf die Straße legen möchten. Das ist eigentlich auch ein weiterer Punkt für ein richtiges Fenster.
Das mit den Backsteinen wird sicherlich schön, aber die wollen richtig viel Geld für diese "einachen" Ziegeln.
Gibt es da noch andere Möglichkeiten? Gibt es Tonplatten die man verlegen könnte? Habe schon gegogelt, aber nix vernünftiges gefunden.

Gruss Ingolf



Es ist eingebaut...



... das neue Fenster. Es ist ein geteiltes, nicht zu öffnendes Fenster. Eine Seite ist Isolierglas, die andere Seite ein Kuststoffeinsatz. Auch mit einer Isolierung dazwischen. In diesen KS Einsatz ist nun ein Lüfter eingebaut worden. Dieser Lüfter wurde mit einer Schaltuhr angeschlossen und zieht nun im Abstand von einer Stunde Luft aus dem Keller. Zur Sicherheit habe ich einen Lüfter genommen, der in beide Richtungen betrieben werden kann. So kann ich im Winter auch die Luft von außen "einblasen" lassen.
Das Fenster ist nun schon fast eine Woche drin und ich finde es sehr angenehm im Keller. Alles ist trocken und der Lüfter ist fast nicht zu hören.
Der Einbau allerdings hat mich mit einem festen Fenster bestätigt. Es war eine "sportliche Herausvorderung" das Fenster von innen zu versprießen und ich bin froh, das ich nun nicht mehr in den Schacht muss um es zu öffnen, oder zu schließen.
Am kommenden Wochenende werde ich mich mal für 2 - 3 Stunden der einen oder anderen Flasche Wein hingeben. Wenn ich am nächsten Tag starke Kopfschmerzen bekommen sollte, denke ich trotzdem nicht das es am Fenster liegt.
Allerdings feucht kann es schon werden ;-))

Vielen Dank an Euch und Eure Meinungen.