Gleichzeitiger Schallschutz und Wärmeisolierung bei Fenster für ein altes Bauernhaus

05.11.2009



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe ein Bauernhaus von 1860 gekauft welches vor 30 Jahren komplett umgebaut wurde.
Die Fenster sind meiner Meinung nach nicht mehr stand der Technik (30 Jahre alt) und deswegen möchte ich gerne Fenster einbauen, welche gleichzeitig optimale Wärme und Schallisolierung ermöglichen, da der Bauernhof direkt an einer relativ stark befahrenen Strasse liegt ( also maximalen Schallschutz)
Hat jemand Erfahrung damit ?
Kennt jemand einen guten Hersteller für solche Fenster ?
MfG
Alex



Moin Alex,



frag ruhig mal den erstbesten Fensterbauer in deiner Nähe - der schämt sich wenigstens wenns nix taugt, hat kurze Wege bei Änderungen und du hast schonmal eine Hausnummer, um mit anderen Angeboten zu vergleichen.

Gruss, Boris



Wenns nur um Schallschutz gehen würde,



täte ich uneingeschränkt meine einfach verglasten Kastenfenster empfehlen...(ca 36 cm Scheibenabstand)

Gruß...J.



Täten tun nur Trompeterlehrlinge -



[pubimg 9053]


Wer hier glaubt, daß ein Kastenfenster mit möglichst großem Scheibenabstand wärmetechnisch und schallschutzmäßig das allein seelig machende Fenster ist, der irrt gewaltig.
Die angefügte Darstellung stammt aus einem DDR - Fachbuch
aus den sechziger Jahren. Immerhin hatte man damals schon erkannt, daß ein lichter Scheibenzwischenraum von ca. 65 mm
wärmetechnisch die optimalste Lösung darstellt.
---- Weiterhin : Weder im Westen, noch im Osten kannte man
seinerzeit elastische Dichtungen für die Fensterfälze, was ja auch heute noch gut wäre, weil es ohne Diese einfach keine Schimmelprobleme gäbe. ---
@ Thomas.W. Böhme, Vielen Dank für Deinen Link bezüglich
Vakuum- Isolierglas ,den Du hier vor einigen Wochen eingestellt hast. Natürlich beobachte ich seither die technischen Entwicklungen besonders. Es gab bei mir auch schon einige Anfragen von interessierten Kunden, welche
regelrecht mit Aufträgen drohten. Allerdings konnte ich von allen meinen Glaslieferanten nur folgende Aussagen wahrnehmen :" Wir wissen NICHTS von Vakuumglas - wenn wir Etwas wüssten, würden wir erst dann eine Ferigungsstrecke
aufbauen, wenn die Sache technisch ausgereift ist und Mitbewerber Druck machen "
- Grüße in die Runde, Andreas Milling



Schall- und Wärmeschutz



@ Andreas: von älteren Tischlern kannte ich nur eine Grund für das Flachkastenfenster - kein Holz für normales Kastenfenster mehr zu haben in der DDR. Auch bei 65 mm ist eine Luftzirkulation zwischen den Scheiben möglich, kleiner ging es aber kaum durch die Beschläge! (dazu gab es Untersuchungen der TU Dresden, die im Ausbaukolloqium etwa 1989 veröffentlicht wurden. Prof: Dr. Gertis war damals dabei. Das Heft dazuhabe ich leider vor wenigen Jahren entsorgt.) Ein Kastenfenster ist aber als solches schallschutztechnisch immer noch die beste Lösung und wenn man eine Scheibe als Iso-glas ausführt, dann ist es mit nichts zu toppen. Habe selbst so ein Musterfenster bei mir eingebaut - der Postbote davor kann brüllen wie wer will - drin ist kein Ton zu hören. Das Problem stellt eher die Fuge und die Nebenwege durch die Wand dar. Hatte mal einen Kunden, der wollte ein Schallschutzfenster mit etwa 50 db in einem Fachwerkhaus an einem Autobahnzubringer. Da wackelte das ganze Haus. ich bin abgesprungen .....
Zur Frage zurück: Wünsche mit techn. Daten zum Schall- und Wärmeschutz an mehrere Tischler richten und Angebote vergleichen. Die ausgewählten Tischler sollte man sich in seiner Nachbarschaft vorher empfehlen lassen - besser kann man nicht zu einer guten Leistung zum guten Preis bekommen.
Zuvor sollte man sich zum Material aber festlegen, weil da gundsätzliche Preisunterschiede bestehen.



Olaf,---



Du hast mich an meiner schwächsten Stelle erwischt ,wegen Deiner mir weit überlegenen Tüchtigkeit werde ich sofort
meinen Gesellenbrief und auch meinen Meisterbrief zerfetzen und verbrennen.



@ Andreas, warum



so ungehalten, ich habe Dir nur meinen Wissensstand mitgeteilt, den ich ja nicht einmal selbst erlebt habe. Da ich als Maurer kein Tischler bin, würde ich mir also nicht anmaßen, einen qualifizierten Tischler sein Wissen abzusprechen. Ich bin aber der Meinung, daß mehrere Meinung am Ende erst ein Gesamtbild ergeben. Und das kann auch auf die Entwicklung der Flachkastenfenster zutreffen. Wenn Du also anderer Meinung bist, bitte sachlich dazu schreiben. Einverstanden ? Ich meinerseits möchte mich entschuldigen, falls ich Dir in irgend einer Form zu nahe getreten bin.

Nachtrag: das Berliner Kastenfenster hatte (bereits vor 1945) eine Kastenbreite von 9 cm.