Kastendämmung von Holzkastenfenstern

25.10.2011



Hallo,

wir haben im Haus neben ein paar "normalen" Doppelfenster ca 26 Holzkastenfenster. In Bild ist die Außenansicht gut zu sehen. Innen jedoch haben die Fenster einen Rundbogen Die Fensternischen werden zur Raumseite immer breiter. Die Innenfenster sind somit auch größer als die Außenfenster. Von innen haben alle Fensterkästen bis an die Wand eine Holzverblendung, ebenso die Rundbögen.
Die Kästen sind hinter dem Mauerwerk der Fensteröffnungen logischerweise zur Raumseite unter der Verblendung innen hohl, das sind Abstände zum Mauerwerk links und rechts von gut 14 cm.
Früher hat man überall diese Hohlraume mit Glaswolle ausgestopft- eher schlecht als recht. Wir würden dies gern ändern. Gibt es da spezielle Dämm-Mittel oder wie haben andere das Problem mit ihren "Kästen" gelöst?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Bednarz





Ich würde Flachs oder Hanf als Stopfware nehmen.

Gruß,
Michael



Gut, Michael, --



- nun erklär doch bitte einmal, wie Du Flachs oder Hanf
als Stopfware in die Hohlräume eines bestehenden Kastenfensters inputten würdest ! Bin gespannt und jederzeit
lernbereit.
A. Milling, Lehrling im 45. Lehrjahr





Verblendung vorher abmachen.

Was schlägt der Lehrling vor?



Kastendämmung von Holzkastenfenstern



Hallo,

tatsächlich kann man die Innenverblendung abnehmen- sofern man vorher den Kasten gesichtert hat, denn dieser wird von der Verblendung gleichzeitig gehalten. Ich habe zur Verdeutlichung noch eine Draufsicht als Schema ...

Viele Grüße

Andreas Bednarz



Da



ich auch in Sachsen unterwegs bin und unzählige Kastenfenster schon ausgebaut habe: fast immer hier anzutreffen gemäß der Beschreibung von Andreas:

innen ist keine Verblendung, sonder ist ist ein zweiter Rahmen (gezapft), an dem die Beschläge befestigt sind. Der Kasten wurde später (vor der Montage) dazwischengfügt. Abgedichtet wurde mittels Kalk mit Roßhaar. In den frischen Mörtel wurden die Fenster bei der Montage reigedrückt. Es gingen also immer Maurer und Tischler zusammen von Öffnung zu Öffnung.

Persönlich bin ich der Meinung, daß man den Kasten nicht dämmen muß, aber man muß die Fugen abdichten. Das beste wäre wohl ein Neueinbau, außen VKP-Dichtband und innen Dichtfolie, wie bei RAL-Montage vorgeschrieben. Hohlraum maximal mit Zelluslose über Bohrungen zublasen.

Weitere Meinungen sind gefragt ..... !



@ Andreas Bednarz, --



-- wenn man die innere Bekleidung Eurer Kastenfenster tatsächlich ohne größere Probleme schonend entfernen kann,
habt Ihr entgegen meiner Erfahrungen sehr gute Voraussetzungen, die besagten Fenster zu sanieren und wärmetechnisch sowie einbaumäßig an den heutigen Wissensstand anzupassen.
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Aber : Wie Olaf schon empfohlen hat, würde ich das komplette Kastenfenster schonend ausbauen, um überhaupt feststellen zu können, welche Schäden das Fenster aufgrund seiner
sehr langen Verweildauer im Baukörper aufzeigt.
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In der Regel muß man leider davon ausgehen, daß das
waagerechte untere Blendrahmenholz durch pflanzliche und
tierische Schädlinge in Verbindung mit Wassereintrag stark
geschädigt ist.
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Nun, ich würde ein Fenster auf der Wetterseite komplett ausbauen, um die Schäden überhaupt sehen zu können.
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Danach entscheiden, ob sich eine Reparatur lohnt oder nicht.
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Falls sich eine Reparatur lohnt, das Fenster nach der Reparatur und dem heutigen Stand der Technik wieder einbauen.

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Viel Glück und gutes Gelingen wünscht A. Milling



Kastenfenster



sind gut dämmend, im übrigen ist der Anschlag gegenüber der Neubaubauweise - Fenster zwischen zwei glatten Laibungen, schon eine gute Dämmung und manchmal gibt es auch einen zweiten Anschlag. Dies kann man feststellen, indem man eine kleine Bohrung in den seitlichen Kasten macht und die Tiefe mittels eines Stabes bis zum Anschlag misst und mit der Laibung vorm Fenster innen vergleicht.
Anbei Bild aus: Franz Stade, die Holzkonstruktion,



in Kästen große Hohlräume



Hallo,

vielen Dank an dieser Stelle erst einmal für die vielen Antworten und Überlegungen- das zeigt mir auch, dass die Holzfenster nicht völlig aussterben werden.
Die vielen Holzkastenfenster bei uns sind natürlich nach einigen Jahren dort und da reparaturbedürftig bzw. müssen überarbeitet und gestrichen werden. Das ist normal- manchmal auch nervig. Viele von denen haben wir schon selber repariert oder auch vom Tischler reparieren lassen (Wetterschenkel usw.).

Mehrere Fenster hatte ich schon komplett dazu samt Kästen aus und wieder eingebaut. Daher weiss ich, dass es nur einen Anschlag gibt. Und da früher (19. Jh.) offensichtlich
nur ein Einfach-Fenster verbaut waren, welche man im 20. Jh. gegen die Kästen austauschte, waren dazu an den Fenstern Umbauten notwendig. Ende der 80er Jahre wurde nochmals in Verbindung mit der Fassade saniert. Die Rahmen und Kästen liegen nur am äußeren Anschlag an- und das ist nicht dichtend. Alles Mögliche, angefangen von Feuchtigkeit bis hin zu Ameisen kann da locker eindringen.

Zum Teil haben wir da auch selber abgedichtet und geputzt- aber das ist nicht das Problem. Unmittelbar hinter den Außenanschlag ist der Kasten hohl auf beiden Seiten jeweils 14 cm.
Jetzt lese ich, dass der Kasten nicht gedämmt werden muss- das verstehe ich nicht- auch, weil er wie ein Ressonanzkörper wirkt und Fahrgeräusche von vorbeifahrenden Autos bei bestimmten Frequenzen brummig nachvibriert. Innen besteht die Abdichtung zur Wand am Blendtrahmen aus zwei Leisten je links und rechts- ansonsten wären dort Spalten von gut 1 cm.

Gibt es da z.B. bei Hanfdämmung bestimmte Vorgaben oder was wäre bei welchem Dämmmaterial zu beachten...? (Ich würde schon noch gerne die ollige Glaswolle (sogenannte Russenjacken) gegen etwas unbedenklicheres austauschen.

Viele Grüße

Andreas Bednarz



Mein Vorgehen...



...war, den Putz in den Fensterlaibungen zur Hälfte abgschlagen und damit hatte ich genug Platz, um mit den Fingern hinter den Kasten zu kommen.
Habe dann erst einmal alles Alte rausgeräumt, Zeitungen, Mörtelreste, etc..
Dann mit Stopfhanf umlaufend komplett ausgestopft, nicht zu fest. Zum Teil die Befestigungshaken entfernt und den Kasten mit Fensterdübeln neu verankert (Achtung: Unterfüttern mit Holzkeilen).
Dann Umlaufend so ein Winddichtigkeitsband aufgeklebt und neu eingeputz. Die inneren Flügel habe ich umlaufend mit einer Dichtung versehen.
Das sollte jetzt mindestens solange funktionieren, bis neue Fenster reinkommen.

Gruß,
Jörg



eine



Wärmedämmung muß nicht unbedingt etwas zum Schallschutz beitragen. Das "brummen - und Fahrgeräusche von vorbeifahrenden Autos bei bestimmten Frequenzen brummig nachvibriert" ist eher ein Körperschall. Da müßte vor allem an der Befestigung gearbeitet werden. Damals wurden nur Bankeisen verwendet. Abdichten nach dem Grundsatz - innen dichter als Außen !!



Interessant,



wie sich da regionale Unterschiede auftun. Als unnützes Wissen am Rande (hoffe es interessiert trotzdem irgendjemand) meine Erkenntnisse über den Fenstereinbau hier im haus in Wien: die beiden waagrechten Rahmenhölzer des Kastens (solide 50mm-Bohlen) stehen an den Ecken außen deutlich über, an diesen "Nasen" ist der Kastenstock eingemauert. Manche Fenster scheinen flächig rundum mit Mörtel verschmiert zu sein, andere überhaupt nicht. Innen und außen wurde je ein ca. 40mm starker Blendrahmen (in sich mit Blatt- opder Zapfenverbindungen verbunden, habe ich noch nicht so genau analysiert) aufgenagelt, durch den auch die Fitschenbänder in den Kasten gehen. Außen ist auf drei Seiten bis an diesen Blendrahmen verputzt, innen ist eine Holzvertäfelung angesetzt. Außen unten ist nicht verputzt, nur verblecht.

Super-problematisch ist die Tatsache, dass die Mauer unter dem Fenster nur halb- statt anderthalbsteinstark ist und das Fenster somit frei in der Luft hängt. Mein Eindruck ist, dass es an der Kante zwischen Kasten und Mauer kräftig zieht. Ein Fenster habe ich vor Jahren ohne große Vorkenntnisse einmal in einem Anfall von Brutalität mit PU-Schaum von außen an den ärgsten Stellen wo kein Mörtel zwischen Mauer und Kasten war behandelt, und den Rest der feinen Fuge zwischen Putz und Blendrahmen mit Acryl verschlossen, das hat eine spürbare Verbesserung ergeben, wirklich wohl ist mir allerdings nicht mehr dabei (vor allem beim Acryl außen). Die Vertäfelung samt daran befestigtem Heizkörper bei 9 großen Fenstern zu demontieren und weiterführende Maßnahmen zu ergreifen wäre allerdings ein derartiger Aufwand, dass er momentan nicht in Frage kommt.