Wärmedämmung an der Innenwand > Sauerkrautplatten raus ? bei gleichzeitiger Einfachverglasung bei Ofenheizung o.k.

23.12.2004



Liebe Forumsmitglieder,
wir haben kürzlich ein Fachwerkhaus am Stettiner Haff gekauf, bei dem wir im März einige Fachwerkbalken (Nadelholz) sanieren lassen. So ist die Schwelle auf der Nordseite am schrumpfen und einige Riegel fehlen. Jetzt stellt sich heraus, dass eine Schlafzimmeraussenwand (ca. 2,3x4m) innen mit Sauerkrautplatten gedämmt ist, die anscheinend auf eine Konstruktion genagelt sind. Innen brach an einer Stelle unter der Tapete großflächig (0,5 qm) der Mörtel-Putz ab. Der Handwerker hat die Sauerkrautplatte 10 cm aufgeschlagen,> zwischen Sauerkrautplatte und Aussenwand ist ein Luftraum von 2-5 cm Dicke. Nachdem ich mich hier im Forum umgesehen habe, bekomme ich einen Heidenschreck, dass darin in Zukunft Feuchtigkeit ausfallen könnte, vermutlich betrifft das alle Außenwände. In anderen Räumen ist von innen farbiger Strukturputz aufgebracht, der in den unteren Außenecken auch etwas schimmelt. Insgesamt riecht das Haus keineswegs schimmlig, auch nicht aus der Öffnung im Sauerkrautbeton. > Was tun: Darauf vertrauen, sollte es bislang o.k. gewesesn sein > lieber so lassen und nur Aussenwand sanieren, oder Dämmung rausreißen und ungedämmt versuchen? Die Außenwand ist 20-25 cm dick. Wir planen auch Enfachverglasung (kräftige Ofenheizung) mit der Option späterer innerer Vorsatzscheiben oder Innenfensterläden sollte es zu kalt sein.
Sollen wir alle Sauerkrautplatten rausreissen und innen mit Lehm dämmen? > Ist dort im Umkreis ein Handwerker, der sich damit auskennt und der das durchführen kann? Welcher Lehm von welcher Firma wird empfohlen?

Wir denken Einfachverglasung (durchaus zwei Fenster á 1x1,40 m pro 20 qm Raum)ist ausreichend, da wir wegen der Ofenheizung eh Frischluft brauchen > Isoverglasung ist völlig Überflüssig, und besser das Wasser läuft innen am Fenster runter als dass es in den Zimmerecken schimmelt. Ist dieser Gedanke korrekt, oder rät jemand trotzdem zu Isofenstern. Die letzten Jahre waren Plastik-Iso-Fesnter mit Sparren in Aspik reingequält.
Das Haus wird nicht ständig genutzt und steht im Winter auch mehrere Wochen lehr mit Frostschutzheizung in den beiden Bädern und Küchen und wir suchen vor Ort jemanden, der zweimal die Woche die Öfen einheizt und lüftet.

Für alle Tips bin ich sehr dankbar.

Hagen Bode





Frage: Was ist eine Sauerkrautplatte oder Sauerkrautbeton?

Das mit der Einfachverglasung siehst du vollkommen richtig. Bei mir fing die Schimmelage mit dem Einbau von Thermopanfenstern an. Abgesehen von den blödsinnig hohen Kosten brachte es nur Nachteile: Höheres Kondensat an den Wänden, schwüle, stickige Raumluft, und Schimmel eben.



Seit wann ist eigentlich Glas luftdicht ?



Hallo Herr Hagen Bode,

Seit wann ist eigentlich Glas luftdurchlässig?

Für die Luftdurchlässigkeit ist es vollkommen uniteressant ob, ein historisches 3 mm mundgeblasenes Glas oder ein supermodernes 3-fach Wärmeschutzverglasung mit einem U-Wert von kleiner 0,6 W/qmK (bin kein Freund davon) genommen wird.

Für die Luftdurchlässigkeit ist die Falzgeometrie und der Wandanschluß der Fenster interessant. Alte Fenster hatten keine Dichtungen im Falzbereich. Neue sogenannte "Thermopanefenster" haben Dichtungen zwischen Flügel und Blendrahmen. Auch haben wir schon Fenster mit einfacher Verglasung und Verbundfenster mit Dichtungen gebaut. Die Falzdichtung ist nicht Isolierglasfenster abhängig.

Da wir heute alles möglichst abdichten wo eine Fuge ist, müssen wir auch unser Wohnverhalten und die Fensternutzung
ändern. "Höheres Kondensat an den Wänden, Schwüle, stickige Raumluft und Schimmel eben " wie Wolf schreibt, zeigt eindeutig falsches Lüftungsverhalten und ist nicht die Schuld seiner neuen Fenster.

Pro Person produzieren wir beim Schlafen pro Nacht 2 Liter Wasser, welches von der Raumluft aufgenommen wird, bis sie gesättigt ist und das Wasser als Kondensat sich an kalten Bauteilen niederschlägt.

Die 2. Frage die ich mir stelle ist:

Wo läuft eigentlich das "Wasser" hin, welches innen an den Fensterscheiben runter läuft???

Auf die Innenfensterbank mit Schwitzwasserrinne und darunter eingebauten Zinkkasten als Schublade wie es früher in einigen Bauten üblich war.

Schwitzwasserrinne mit Ablaufröhrchen nach Außen, bei Fachwerkhäuser nicht überlich gewesen.

Bleibt es auf der Innenfensterbank stehen und zieht seitlich in die Laibung mit Schimmelbildung?

Da ich Ihren Wunsch Herr Bode kenne, daß Ihre neuen Fenster landschaftstypisch auswärts öffenen sollen, besteht auch die Gefahr, daß sich das Wasser zwischen Flügel und Blendrahmen staut und in das Holz eindringt, mit Erhöhung der Holzfeuchtigkeit und Fäulnisbildung.

Die Lösung für Ihr Haus, ist wenn der Unterschied der U-Werte (früher k-Wert) von Wandaufbau und Fenster nicht sehr sehr groß ist. (einfach verglastes Fenster hat einen U-Wert von 5,2 W/qmK).

Das Lüftungsverhalten den Räumen angepaßt wird. Bei auswärts öffnenden Fenster kann man Stoßlüften ohne die Fensterbank abzuräumen!!!

Wie Sie ja schon wissen, ist das Fenster in einem Altbau kein einfaches Thema, auch bei der Dimensionen der Fensterprofile. Achten Sie bitte auf die alten Dimensionen und Aufteilung auch wenn an Ihrem Haus sie nicht mehr nachvollziehbar sind, so wird doch am Stettiner Haff bestimmt noch irgendwo ein ähnliches Haus mit Originalfenster stehen.

Zum Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen und Herrn Plumbaum einige besinnliche Stunden ohne Baustreß und zum Neuen Jahr Gesundheit, Glück und Erfolg bei der Sanierung des Hauses.

Mit Gruß aus Diepholz

Louis Schierbaum



Seit wann ist eigentlich Glas luftdicht ?



> Da wir heute alles möglichst abdichten wo eine Fuge ist,
> müssen wir auch unser Wohnverhalten und die Fensternutzung
> ändern. "Höheres Kondensat an den Wänden, Schwüle,
> stickige Raumluft und Schimmel eben " wie Wolf schreibt,
> zeigt eindeutig falsches Lüftungsverhalten und ist nicht
> die Schuld seiner neuen Fenster.

Ist es so erstrebenswert alles möglichst abzudichten? Irgendwie verbinde ich mit "Behaglichkeit" nicht unbedingt den Umstand durch Kopfschmerzen daran erinnert zu werden, dass es jetzt mal wieder an der Zeit ist "stoßzulüften".

Bei unseren Thermopanfenstern haben ich in der logischen Konsequenz die untere Abdichtung beseitigt. Die Wohnqualität ist dadurch, zumindest subjektiv betrachtet, gestiegen. Nun zieht kontinuierlich ein minimaler, und zu dieser Jahreszeit kalter, Luftstrom durch die Ritzen, was aber nicht weiter stört. Ich betrachte dies als eine Dauerlüftung und will nicht so recht den Sinn einer Stoßlüftung erkennen.

> Da ich Ihren Wunsch Herr Bode kenne, daß Ihre neuen
> Fenster landschaftstypisch auswärts öffenen sollen,
> besteht auch die Gefahr, daß sich das Wasser zwischen
> Flügel und Blendrahmen staut und in das Holz eindringt,
> mit Erhöhung der Holzfeuchtigkeit und Fäulnisbildung.

Das gehört zwar jetzt nicht mehr zum Thema, dennoch. Wie sieht denn in diesem Zusammenhang ein Anstrich des Holzes mit Öl (Leinöl) aus? Ein mit Öl gestrichenes Fenster sollte gegen Feuchtigkeit doch recht gut imprägniert sein, oder?

Im Anschluß ein Statement eines (umstrittenen) Fachmanns für Altbausanierung und Pflege, Zitat:
"Die Strahlungswärme [einer Strahlungsheizung, Anm.] erwärmt als elektromagnetische Welle nur die angestrahlten Körper und wird schon von einfachem Fensterglas (s.u.) nicht durchgelassen, sondern an der inneren und äußeren Glaskante (Phasenübergang) je nach Auftreffwinkel der Wämestrahlung mehr oder weniger reflektiert oder absorbiert - mit anschließender Emission auch zurück in den Raum. Wobei das Einfachfenster mit seinem erhöhten Solardurchlaßgrad, seinem guten Fugendurchlaßgrad und seiner Sollkondensatfunktion obendrein für erhöhten Solarenergiegewinn und dauerhaft reduzierte Raumluftfeuchte eigentlich die perfekte - und preisgünstige Energiesparkonstruktion bietet. Gell, da glotzte! Vor allem, wenn eine Strahlungsheizung ohne Raumluftkonvektion den Wärmeübergang zwischen Luft und Glas auf das marginalste und unspürbarste vermindert - ins Extrem zu steigern noch durch Fensterladen oder Rollo gegenüber kalt anströmender Winterluft."
http://www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm





Innendämmung ist selten gut, vor allem bei Fenstern. Wenn Ihr innen Fenster mit höherem U-Wert nachrüstet, holt Ihr Euch ganz sicher Feuchtigkeitsprobleme zwischen die beiden Fenster. Ich hatte mal eine Wohnung mit Einfachverglasung und Ofenheizung (min. 50 Jahre alt). Es war arschkalt am Fenster.

Mein Haus ist ähnlich versaniert worden mit Gipskartonplatten und hässlichen Kunststofffenstern. Da die Fenster aber noch technisch i.O. sind, stecke ich mein Geld in die Wände. Die Sauerkrautplatten würde ich abreißen wegen befürchteter Feuchtigkeit zwischen Platte und Wand und weil ich befürchte, dass der Taupunkt in die Außenwand gewandert ist und die Wand nachhaltig geschädigt wird.

Einfachverglasung, wie sie vor Euren Kunststofffenstern im Haus waren, ist ganz sicher nach EnEv verboten. Natürlich kann man sich darüber hinwegsetzen. Wenn Ihr zulässige einfachverglaste Fenster einbaut, werden diese ganz sicher einen Mindestwärmeschutz haben und Ihr müsst auf Eisblumen im Winter und fließend Wasser an den Fenstern verzichten. Wenn Ihr die Wände mit Lehm verputzt, sehe ich aber auch keine Schimmelprobleme, da der Lehm die überflüssige Feuchtigkeit aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Da hat Schimmel keine große Chance.

Bei den Lehmprodukten habe ich bis jetzt mit keinem Produkt schlechte Erfahrungen gemacht. Sucht Euch einen guten "Ökobaumarkt".

Sauerkrautplatten sind zementgebundene Faserplatten. Wobei die Fasern (Material kenne ich auch nicht) aussehen wie Sauerkraut. Sondermüll sind sie sicher nicht. Ich würde sie aufheben und irgendwo anders verarbeiten, wo es nicht so darauf ankommt. Kann halt nichts wegschmeißen.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Hallo Stephan



> Ich hatte mal eine Wohnung mit Einfachverglasung und
> Ofenheizung (min. 50 Jahre alt). Es war arschkalt am
> Fenster.

Hier in Ro haben noch viele Häuser Einfachverglasung (in unserer Blockwohnung waren vorher auch welche drin, und ich bereue sie ausgetauscht zu haben). Geheizt wird dort in der Regel mit Kachelöfen. Es war immer behaglich warm, und die Eisblumen sind wunderschön und am Fensterunterrand bildet sich eine dicke Eisschicht. :)
Die Winter sind hier im Norden übrigens viel härter. Gestern Abend hat es geschneit und alles ist weiss.

> Wenn Ihr die Wände mit Lehm verputzt, sehe ich aber auch
> keine Schimmelprobleme, da der Lehm die überflüssige
> Feuchtigkeit aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Da hat
> Schimmel keine große Chance.

Ich hoffe ich bekomme von einem befreundeten Schreiner endlich meine Form. Dann werde ich 3cm dicke Lehmziegel pressen und an die Aussenwände unserer Blockwohnung kleben. Mal sehen ob das funktioniert. Bis dahin habe ich mir gegen den Schimmel mit einem Kalkanstrich an den befallenen Bereichen geholfen. Kalk ist alkalisch und das bekommt dem Schimmel offensichtlich nicht, zumindest ist bislang nichts wieder "erblüht".

> Sauerkrautplatten sind zementgebundene Faserplatten. Wobei
> die Fasern (Material kenne ich auch nicht) aussehen wie
> Sauerkraut.

Danke für die Info.

Schöne Festtage.



Lüften



@Wolf

Wie entfernen Sie die durch die Nutzung der Räume produzierte Feuchtigkeit, wenn Sie nur die untere Dichtung entfernen?

Um ein gutes Klima in den Räumen zu bekommen, muß die Luft ausgetauscht werden. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern unsere Vorfahren bauten deswegen Fenster zum Öffnen.

Wenn Fensterbau doch so einfach wäre! Fenster mit Leinöl Streichen und schon passiert nichts mehr mit dem Fenster.
Wichtig ist, daß die Fenster vor Feuchtigkeit konstruktiv geschützt werden.Auch die Eckverbindungen und nicht wie heute von vielen Fensterbauern angepriesen mit V-Fugen wegen besserer Farbhaftung. Ich kenne Fenste die haben noch nie einen Anstrich gesehen oder seit mehr als 50 Jahren keine Farbe mehr bzw. Leinöl und sie sind im Holz noch tadellos und in Ehren vergraut. Farbe bzw. Leinöl ist oft nur zur Optik. Auch bei Leinölanstriche immer Innen ein Anstrich mehr als Außen, damit Wasserdampf nicht ins Holz diffundiert und sich dort staut.

Die Strauhlungswärme wird durch Fensterglas nicht durch gelassen, also keine Wärmeverluste. Warum bauen wir eigentlich nur noch Häuser mit einer Strahlungsheizung und einfach verglasten Fenster, wir hätten unser Energieproblem gelöst und bauen wäre so einfach. Leider ist Bauen ein komplexeres Thema.

@Stephan Schöne

Innenfenster müssen gegen die Innenluft abgedichtet werden sonst strömt warme feuchtigkeits angerechterte Raumluft in
den Fensterzwischenraum und kondensiert. Dabei wird das äußere Fenster in kurzer Zeit zerstört. Nur innen ein Fenster vorschrauben ging früher nicht und heute immer noch nicht. Alte Kastenfenster hatten immer ein Dampfdruckausgleich nach Außen.

Weihnachtliche Grüße aus dem Diepholzer Moor

Louis Schierbaum



Sauerkrautplatten



Hallo Hagen,

Sauerkrautplatten sind, ob magnesit oder zementgebunden mit einer Luftschicht als Innendämmung vor der Fachwerkwand montiert, Gift.
Selbst bei vermeindlich guter Hinterlüftung, die wahrscheinlich nicht gegeben ist, kommt es in den Bereichen von luftberuhigten Zonen zwingend zu einem drastischem Feuchtigkeitsanstieg, der Taupunkt des eindiffundierenden Wasserdampf, liegt über den Jahresverlauf betrachtet und bei den heutigen Komfortansprüchen, zu häufig über den tolerierbaren Werten.
In der Regel wurden in der Vergangenheit diese Platten auf eine vertikale und horizontale Lattung aufgebracht.
In meinem Fachwerkhaus gab es nicht eine Lattenaufdopplung ohne Schimmelbefall.
Also Platten raus und homogenen, hohlraumfreien Wandaufbau schaffen.

Eine Lüftung über undichte Fenster oder andere Bauteile ist keine Lösung für Feuchteprobleme.
Unkontrollierte Lüftung durch Fugen und Spalten führt bei entsprechendem Winddruck auf das Gebäude zu indiskutabelen Luftgeschwindigkeiten und Luftwechselraten mit dem Ergebnis eines deutlich erhöhten Heizwärmebedarfes.

Also Wohnumfeld mit feuchtigkeitsausgleichenden Baustoffen schaffen und Luft durch gezielte Stoßlüftung = Fenster auf, Türen auf, befrachtete Luft raus, frische Luft rein, austauschen.
Nur so hat man die Kontrolle über das Wohnklima.

Weihnachtliche Grüße aus dem Münsterland
Klaus



Lüften



Hallo Louis,

> Wie entfernen Sie die durch die Nutzung der Räume
> produzierte Feuchtigkeit, wenn Sie nur die untere Dichtung
> entfernen?

Nach dem Duschen und Gebrauch der Küche bechlagen die Scheiben. Der Beschlag verschwindet aber wieder von alleine.

Wahrscheinlich genügt es nicht zu einem völligen Ausleiten der Feuchtigkeit. Ich kann mich aber nun wirklich nicht dazu aufraffen, und ernte auch massiven Protest von meiner Partnerin, wenn ich hier bei üblicherweise -5° bis -15° die Fenster aufreisse.

> Um ein gutes Klima in den Räumen zu bekommen, muß die Luft
> ausgetauscht werden. Das ist keine neue Erkenntnis,
> sondern unsere Vorfahren bauten deswegen Fenster zum
> Öffnen.

Deshalb erfüllt die Beseitigung der Dichtung ja auch ihren Zweck. Vielleicht nicht optimal, aber besser als mit.

> Die Strauhlungswärme wird durch Fensterglas nicht durch
> gelassen, also keine Wärmeverluste.

Nun, es gibt noch die Wärmeverluste durch Konvektion. Die fällt aber bei Strahlungsheizungen nicht so dramatisch ins Gewicht wie bei reinen Konvektionsheizungen. - Ich denke, der Autor wollte nur auf gewisse Mißverhältnisse hinweisen. Es stellt sich die Frage ob der Kosten-Nutzen-Aspekt bei der Gegenüberstellung von Einfachverglasung und der super-modernen Iso-Fenster noch in einem Verhältnis steht. Aus meiner Sicht würde ich Kastenfenstern in Zukunft den Vorzug geben, hätte aber auch keine Bedenken bei einer Einfachverglasung, falls die Architektur oder andere Umstände (siehe das Eingangsposting) dies erforderlich machen.

> Innenfenster müssen gegen die Innenluft abgedichtet werden
> sonst strömt warme feuchtigkeits angerechterte Raumluft in
> den Fensterzwischenraum und kondensiert. Dabei wird das
> äußere Fenster in kurzer Zeit zerstört. Nur innen ein
> Fenster vorschrauben ging früher nicht und heute immer
> noch nicht. Alte Kastenfenster hatten immer ein
> Dampfdruckausgleich nach Außen.

In meinem Profil sieht man die aktuellen Sorgenkinder unseres Hauses. Es sind Kastenfenster. Eine Innendichtung gibt es dort nicht. Auch suche ich vergeblich einen Dampfdruckausgleich nach aussen, aber vielleicht habe ich nur falsche Vorstellungen wie der aussehen könnte. Gibt es von Kastenfenstern irgendwelche Pläne oder Skizzierungen wie dieser Dampfdruckausgleich aussehen könnte? Ich habe schon im Internet gestöbert aber bislang noch nichts gefunden. - Es gibt hier in der Region offensichtlich keine guten Fensterbauer mehr. Alles fährt hier inzwischen auf die tollen Kunstoff-Thermopan-Fenster ab. Also muss ich das selber "in die Hand nehmen" und den Holzwerkern genaue Pläne für die Sanierung in die Hand geben.

> Weihnachtliche Grüße aus dem Diepholzer Moor

Auch von mir kalte und weisse Weihnachtsgrüße



Hallo Klaus



> Eine Lüftung über undichte Fenster oder andere Bauteile
> ist keine Lösung für Feuchteprobleme.

Eine Stoßlüftung aber auch nicht. Feuchtigkeit die in den Wänden sitzt bekommst du durch gelegentliches Stoßlüften nicht wieder raus. Nach dem schliessen der Fenster ist die Raumluft bis zur Sättigungsgrenze ruckzuck wieder feucht, eben von der Feuchtigkeit der Wandoberflächen. Addiert man nun menschliche Transpiration oder andere Quellen (Haustiere, Küche, Badezimmer) hinzu schlägt sich die Feuchtigkeit eigentlich schon Minuten später wieder auf den Wänden nieder.

> Unkontrollierte Lüftung durch Fugen und Spalten führt bei
> entsprechendem Winddruck auf das Gebäude zu indiskutabelen
> Luftgeschwindigkeiten und Luftwechselraten mit dem
> Ergebnis eines deutlich erhöhten Heizwärmebedarfes.

"Sich wohlfühlen" sollte aber wichtiger sein als ein "deutlich erhöhter Heizwärmebedarf".

> Also Wohnumfeld mit feuchtigkeitsausgleichenden Baustoffen

die sind aber auch irgendwann mal gesättigt mit Feuchtigkeit.

> schaffen und Luft durch gezielte Stoßlüftung = Fenster
> auf, Türen auf, befrachtete Luft raus, frische Luft rein,
> austauschen.
> Nur so hat man die Kontrolle über das Wohnklima.

Vielleicht können wir uns darauf einigen: Kontinuierliche Fugenlüftung verbunden mit zeitweiser Stoßlüftung? ;)

> Weihnachtliche Grüße aus dem Münsterland

ebenfalls von mir aus dem fernen Siebenbürgen.





moin,

wir haben auch ein feuchtigkeitsproblem, aber anders: wir haben zu wenig davon. wir haben keine Heizung mit heizkörpern sondern "nur" einen großen Bullerjan, der heizt 400 m³ . die Luftfeuchtigkeit wird mit der verbrennungsluft zum Schornstein herausgelüftet. frischluft kommt zur zeit durch diverse undichtigkeiten im fachwerk. das ist im moment nicht störend soll aber noch abgestellt werden. dann muß eine geregelte Zuluft installiert werden.

wir haben nur 30% feuchte, wenn wir voll heizen. auch nicht toll,

ersma,



Sauerkrautpaltten, an Stephan Schöne



Hallo Stephan,

Sauerkrautplatte=Holzwolleplatte. Die "Fasern" sind Nadelholzwolle, also gehobeltes Holz.

Gruß, Andreas



Erfahrungen



In Ihrer Frage ging es ja auch um die Erfahrungen, was die Verarbeitung bzw. die Situation hinsichtlich der "Sauerkrautplatten", neudeutsch als Heraklith-Platten (wenn möglich aber bitte nur magnesithgebunden verwenden!)angeht.
Diesbezüglich kann ich Ihnen ein von mir zur Zeit im Auftrag befindliches Objekt in der Uckermark benennen, was durch den Architekten: Dritte Haut Architekten ( Hr. Garkisch/Plattformmitglied)in Ausführungsplanung und Betreuung ist.
Da wird genau dieses System in Anwendung gebracht, eine in Lehm gelegte HWL-Platte mit anschließendem 2-lagigen Lehmputz versehen, weil genau die von Ihnen angesprochenen Gegebneheiten, dort ebenfalls Sachstand sind (keine durchgängige Nutzung, Ofenheizung, histor. Fensterverglasungen, Frostsicherheitssysteme).
Bei Interesse sind wir gern bereit, Ihnen sachdienlich mit zur Seite zu stehen, um Ihre Vorstellungen auch fachlich richtig in Umsetzung bringen zu können. Mit freundlichen Grüßen aus der winterlichen Oberlausitz.



Danke für die vielen Ratschläge und Erfahrungsberichte !!!!



Liebe Forumsmitglieder,
ich bin überwältigt von soviel Resonanz, Anteilnahme und Rat. Hatte ich gar nicht mit gerechnet. Vielen Dank!!

Zur Frage von Herrn Schierbaum: Wo denn die innen am Einfachglas kondensierende Feuchtigkeit hinlaufen solle > unsere Schwitzwasseröffnungen sind noch da (außen mit Bauschaum verstopft > bäh)aber die Fensterbänke und damit die Rinnen sind futsch. Ich gedenke, an die Innenseite des Fensterrahmens einen Wasserschenkel anbringen zu lassen, an dem das Wasser innen abtropfen kann. Dann stelle ich rechteckige Tonschalen drunter, die innen lasiert sind, die es als Blumenuntertöpfe gibt. Da kann es doch eine Weile lang vor sich hin tropfen ... Und wenn ich vor Ort bin, schütt ich sie aus und wische die Fenster unten mal trocken.
Ich denke halt nur, dass eine Isoverglasung mit entsprechenden Kosten für unser Haus völlig unnötig ist, weil die Fenster wegen des Frischluft für die Öfen ja zugig sein MÜSSEN. Ich tendiere bei der Planung zu einfachverglasten Fenstern mit Dichtungen in den Flügeln, von denen ich eine obere herausnehme, besonders, wenn das Haus genutzt ist und auch entsprechend viel geheizt wird. Sollte es zu zugig sein, kann man sie ja wieder hineinfriemeln.
Herr Schierbaum, ich halte die Fenster, die Sie bauen, nach wie vor für sehr ansprechend, nur haben sie eben auch ihren Preis. Es ist auch gar nicht so einfach einen Tischler wie Sie zu finden, der auch abseits der Vrögrum und Outrupp-Fenster arbeiten kann (die im übrigen auch sehr schön sind, ich will das keineswegs schlechtmachen.)
Wir haben hier in Berlin einen Tischler gefunden, der uns Einfachfenster zu zwei Dritteln des Preises von Dänischen Isofenstern herstellt, und der auch das Haff nicht scheut.
Auf eine Fensterlaibung dachte ich innen wie außen zu verzichten. Eine Leiste vom Rahmen zum Balken müßte doch reichen.(?)
Außerdem bat ich den Tischler die möglichst schmalen (25 mm)Sprossen so zu planen, dass, sollte ich beim Einfachglas daneben gegriffen haben, man nachträglich Isoglasfenster einbauen könnte. Nicht das ganz dicke, wie in den dänischen Fenstern, sondern dünnere. Ich halte die Dänischen Fenster auch für sehr schwer und halte auch deshalb die Einfachverglasung und den dünneren Rahmen für vorteilhaft, -wenn innen noch son bischen Fensterbank bleibt, ist das auch schön.

Lieber Wolf, mit den Kopfschmerzen hast du recht. Die gibt es wirklich bei Plastikfenstern mit Ofenheizung. Du nimmst die untere Dichtung heraus, wäre die obere nicht praktischer ? > es kommt unten nicht gar so kalt an und holt sich die Wärme vom Fesnter > noch mehr Eisblumen. Hast Du das mal probiert > was ist Deine Erfahrung? Dass einige kritische Bausachverständige Einfachfesnter bei Strahlungsheizung auch für klasse halten, hat mich zusätzlich zum Einfachglas bewogen Im übrigen haben wir eine Südseite mit viel Sonne...

Lieber Stephan, die inneren Vorsatzscheiben, sind nur eine Otpion, falls es mit den Einfachfenstern zu kalt wird. Eine andere Option sind Fensterläden von innen. Auf äußere möchten wir wegen des Fachwerkerscheinungsbildes verzichten. Der Tischler rechnet allerdings mit Kosten von 500 Euro pro Fenster à Läden, die jeweils noch faltbar sind. Sieht sicher gut aus und erscheint auch praktisch, sind aber hohe Zusatzkosten, auf die wir zunächst verzichten. Nur scheint mir, mit diesen Optionen muss ich nicht gleich doch noch mal die dänischen Prospekte herausziehen, falls es zu kalt wird. Sicher hast du Recht, dass der Einbau von Einfachfensern nicht im Sinne der EnEV ist, aber ich habe sie mir in der neuesten Fassung aus dem Internet heruntergeladen und auf "Ofen" und "Ofenheizung" abgesucht > kein Wort. Kann ich gezwungen werden, die Ofenheizung abzuschalten? Ich hoffe die Behörden würden sich meiner Argumentation anschließen, dass wir unter den gegebenen Voraussetzungen Holz in den Öfen brauchen und kein Edelgas in den Fenstern. Im übrigen bezweifle ich, dass die EnEV so von Dauer sein wird, wenn man sich umhört haben 80% Schimmel in der gedämmten Wohnung und Ärger mit dem Vermieter.

Wir planen ein Reetdach mit 40 cm Vorsprung > die Fenster sollten nicht sooo häufig nass werden. An Leinöl dachte ich auch schon, aber vielleicht muss man das Lärchenholz, das unser Tischler empfiehlt ja auch gar nicht streichen. Obwohl das ja Herr Konrad Fischer auf seiner Homepage und die Firma Kreidezeit deutlich anders sehen > Weiße Ölfarbe sei am besten.

Lieber Stephan, lieber Wolf, lieber Klaus,
danke wegen Eurer Tipps zur Lehmdämmung,
ich denke jetzt auch, wir werden die Sauerkrautplatten wegmachen. Der Zwischenraum ist wirklich eine Zeitbombe. Kann gutgehen oder auch teuer werden, nichts genaues weiß mann, und mir ist lieber, ich seh den Schimmel auf der feuchten Wand, als daß er dahinter im Zwischenraum blüht. Wir werden es erstmal ohne Dämmung probieren, einfach auch innen Kalkputz auf die Ziegel und noch n Scheit in den Ofen (das Haus wird eh nicht durchgehend genutzt und geheizt, sooo viel CO2 wird da nicht rausgepustet).
Sollte es dann doch zu kalt werden, dämmen wir nachträglich von innen mit Lehm.

Ich bin ja noch Ofenneuling, und staunte Bauklötze, als mir der Sog vom Schornstein mehrmals beim Anzünden meine Streichhölzer und Papiere ausblies. Das bedeutet doch aber auch, dass die Bude immer gut belüftet ist. Eingabrachte Feuchtigkeit trocknet auch schnell ab.

Dennoch frage ich lieber nach: Stephan, wie hast du den Kalkanstrich angemischt? Ich hörte, gegen Schimmel helfe Brennspiritus > hast DU das schon mal probiert? Das mit dem "Ökobaumarkt" kannst du da oben vergessen. Von Jute statt Bauschaum beim Fenstereinbau oder Kalkgruben und Kasein haben die da noch nix gehört, - lach, aber auf ihren alten im Garten gestapelten Ziegeln sitzen sie, die rücken sie nicht raus. Offenbar setzt doch ein Umdenken ein. Immerhin haben sie nur noch zwei Fachwerkhäuser im Dorf, die anderen sind kaput"geschäumt". Sehr beliebt sind dort auch blaue Dachziegel. Und wenn wir, ihnen von unseren Reetplanungen erzählen, öffnen sie staunend die Augen. Dabei wächst es vor ihrer Tür.

Herr Mühle, Ich werde Sie in den nächsten Tagen mal anrufen.

Und zum Abschluss wünsche ich mir Ihr Problem Herr Hagen. Ich hatte so trockene Luft mal in einer wunderbaren berliner Altbauwohnung mit sehr vielen (zugigen) Kastenfenstern und uralten Gründerzeitheizkörpern hinter Verkleidungen. Trotzdem war es warm und trocken. Ich empfehle: Wäsche schleudern nur noch mit 600 Umdrehungen, oder gleich klatschnass aufhängen, ist eh gleich trocken, spart Geld, schont die Wäsche und ist gut für die Schleimhäute. Die trockene Luft war gut fürs Haus und schlecht fürs Klavier > nie ist es richtig
;-))



Nachtrag



Wenn Sie mich kontaktieren möchten, dann am besten gegen Abend und dann unter 035936-45341.
Da kann man dann über die verschiedensten varianten reden.

Grüße zurück und schönen Abend.





In der EnEV steht nicht, dass Ofen(holz)heizung verboten ist. Im Gegenteil, wenn mit Holz geheizt wird, bekommt man bei Neubauten sogar einen Bonus in der Gesamtrechnung. Aber es gibt Mindest-U-Werte für Fenster. Und hier steht die Frage, ob nostalgische, einfachverglaste Fenster die einhalten?

Desweiteren würde ich bezüglich der Frischluftzufuhr für den Ofen den Schornsteinfeger befragen.

Wieso bekommt man Kopfschmerzen bei der Kombination Ofenheizung und Kunststofffenster?





Lieber Stephan,
der Schornsteinfeger muß gewußt haben haben, dass die zahlreichen Öfen durch die damals neuen Kunststoff-total-dicht-Fenster viel weniger Luft bekommen. Von daher verbessern wir die Situation, von der Seite befürchte ich bislang keine Schwierigkeiten.
Ich meinte nicht, dass man vom Kunststoff der Fenster Kopfschmerzen bekommt (höchstens wenn mann zuviel auf die Sparren in Aspik schaut, die brennen in den Augen ;-))sondern von der mangelhaften Raumluft. Wenn die Öfen mit zuwenig Raumluft kokeln, besteht immerhin Erstickungsgefahr.
Eigentlich sind die Plasitkfenster noch o.k. wir wollten sie ursprünglich aus Kostengründen auch zunächst drin lassen, aber als klar wurde, dass sie bei der Fachwerksanierung eh raus müssen, tat es uns in der Seele leid, für ihren Wiedereinbau zu zahlen und haben uns entschieden, Holzfenster zu kaufen.



Wärmedämmung und Reetdach



Hallo Hagen,
kaufe gerade auch ein altes Fachwerkbauernhaus in MeckPom, zwischen Grimmen und Stalsund. Werde vermutlich ähnliche Probleme haben, aber vor allem interessiert mich die Reetdachdeckung. (Kosten, Material, Versicherung usw.) Vielleicht können wir mittelfristig einen Erfahrungsaustausch durchführen. Ich werde allerdings erst 2006 mit den Arbeiten beginnen. Zunächst will ich, um der Feuchtigkeit her zu werden eine Drainage herstellen.
Gruß Gerd



@Gerd



Bei Bedarf könnte ich Ihnen mit Reetdachdecker und Reet behilflich sein, denn ich habe hier in meiner Lausitzer Ecke eine Ungarn wohnen, der dieses kann, macht und auch noch in Ungarn das Reet selbst mit erntet bzw. seine Familie.
Diese besitzt eine Schilfproduktion und somit kommt alles aus einer Hand.
Bei der Drainage sollte aber auch einiges beachtet werden, nicht das nachher noch mehr Wasser an die Substanz gelangt.
Frage dazu am besten einen versierten Fachmann.
Die Frage wäre zu klären, ob es sich um Feuchte im Baukörper oder um äußerlich anfallende Feuchte handelt.

Grüße in's neue Schaffensjahr aus der Lausitz.



@Gerd



Lieber Gerd,
wir können die Tage mal telefonieren,
mail mir mal deine Tel.nummer an: hagen.bode@charite.de.
Herrn Mühle muss ich auch noch anrufen.
Ich kann i.d.R. allerdings erst abends so ab 21.00 Uhr.
(Die Reet-Preise des Ungarn wüßte ich natürlich auch gerne.)
Schau wegen der Drainage mal auf der Homepage von Konrad Fischer, der wurde hier in den Antworten auch schon zitiert.
Bis demnächst.

Hagen



schimmel



schimmel ist eklich und scheisse!!!!!!!!!!!!!!!!!unzwar an den wänden!!!!!!