Fenster mit Ug 0,6 im Altbau?

06.01.2010



Liebe Forumsteilnehmer,
dass man in hochwärmegedämmte Neubauten entsprechende Fenster einbauen muss, ist klar. Wie aber sieht das im Altbau Bj. 1900 aus? Macht es Sinn, in ein Haus mit 42 cm dicken, ungedämmten Ziegelwänden (38 cm Ziegel + Putz innen und aussen)neue Fenster einzubauen mit Ug 0,6 (Uw im Angebot nicht angegeben)?
Hat das hier gegenüber Fenstern mit UG 1,1 Vorteile oder mehr Nachteile?
Freundliche Grüße
Doris



Moin Doris,



wir dämmen zwar nachträglich, haben uns aber für 2-Fach-Verglasung entschieden, weil wir keine Lust auf diesen krassen Grünstich im Glas hatten.

Durchguckprobe machen! Preisunterschied is ja auch nicht ohne...

Problemzone ist immer der Übergang Fensterrahmen/Wand - der sollte luftdicht innen, in der Mitte gut gedämmt und diffusionsoffen nach aussen ausgeführt werden.



Gruss, Boris



Ug 0,6



ich bin schon beim Neubau nicht vom Sinn einer Scheibe mit dem Ug-Wert von 0,6 überzeugt, um so weniger beim Altbau.
Die Scheibe mit dem Ug-Wert von 0,6 bringt abgesehene von den erhöhtem Schimmelrisiko in Raumecken und an Fensterleibungen noch folgende Dinge mit sich:
- auf das gesamte Fenster betrachtet ca. 15 % Mehrkosten.
- Verbesserung gegenüber Ug 1,1 ca. 2,5 %
- Amortisationszeit > 50 Jahre
- Reduzierung der Lichtdurchlässigkeit ca. 10 %
- Reduzierung von Energiegewinnen ca. 15 %



Habe Ug 0,7 letztes Jahr eingebaut



Meine Hütte hat auch eine 42er Ziegelwand, Baujahr 1905.
Bisher keine Probleme diesen Winter. Allerdings habe ich die Fensterlaibungen innen in Vorbereitung auf eine kommende Innendämmung gleich mit 25er Heraklithplatten gedämmt.

Auch muss es nicht zwangsweise Schimmeln nach dem Fensterwechsel.
Wenn der Taupunkt nirgends im Raum unterschritten wird, dann schimmelt es auch nicht! Egal, was jetzt für Fenster eingebaut sind!
Auch wenn Aufgrund des jetzt möglicherweise unterbundenen ungewollten Luftaustausches durch ein undichtes altes Fenster die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt, muss es nicht Schimmeln!
Können kann es, müssen muss es nicht :-)

Mein Motto: Das Bessere ist der Feind des Guten - es darf also gerne etwas mehr sein. (Natürlich sollten die
Rahmenbedingungen stimmen)



0,6 Fenster



kosten schon eine Stange Geld.

Ich würde das Geld das sich durch das Einsparen durch günstigere Fenster ergibt eher in eine leichte Innendämmung investieren.

Grüße



Fenster mit Ug 0,6



Hallo,

die hier geäußerten Ansichten zum Thema Amortisation unterstütze ich alle.
Wenn Sie ein komplettes Maßnahmenpaket vorhaben, können Sie als Kriterium am besten die Kosten pro zusätzlich eingesparte Kilowattstunde (Grenzkosten) ansetzen und diese nach ihrem Rang sortieren.
Gelegentlich bringt das im Einzelfall ungeahnte Erkenntnisse.
Die Amortisationsdauer lt. Programm ist oft irreführend, weil
a) dynamische Rechenverfahren durch statische ersetzt sind
b) Steuern und Zuschüsse nicht berücksichtigt werden
c) eine "Ersatzinvestition" als Vergleich nicht herangezogen wird.

Grüße vom Niederrhei