Holzfenster einputzen

18.10.2004



Hallo,

ist ja eigentlich fast alles dabei im Forum, aber kann mir bitte jemand helfen, wie ich meine neuen Holzfenster am Besten einputze?
Ich hab ein denkmalgeschütztes Haus aus 80 cm Naturstein und hab in die Fenstergewände neue Holzfenster gesetzt. Die müssen eingemörtelt werden, aber viele schon befragte Häuslebauer haben dazu viele Meinungen (Bauschaum, Zementmörtel usw), so daß ich hoffe hier richtig zu sein.
Ich glaube, früher hat man das mit Kalkmörtel gemacht, wegen der Bewegung und so.
Oder doch mit Lehm wie der Innenputz?



Vielen Dank

Christoph



k e i n Bauschaum



Hallo Christoph, bitte keinen Bauschaum nehmen, auch wenn das große Mode ist. Der zersetzt sich in wenigen Jahren von allein durch das UV-Licht und "verkrümelt" sich.
Sind die Mauern, sprich Fenstergewände aus Sandstein, dann ist auch Zementmörtel denkbar ungeeignet, da Zement den Sandstein zersetzen kann.
Ich bin zwar nicht vom Bau, würde aber die verkeilten, ausgerichteten Fenster ganz normal wie die Wandnische auch einputzen. Vielleicht verrät ein Fachmann noch ein paar Tricks.!?
Fröhliche Grüße
Dietmar



Was denn nun genau?



Ich werde nicht ganz schlau, wo das Problem genau sitzt: Seitlich zwischen Fenster und Mauerwerk oder innen vor dem Fenster?

Generell baut man Fenster so ein:
1. Fenster im "Fesnterloch" fixieren. Dabei muss nach aussen hin auf einen "schlagregendichten" Anschluss geachtet werden. Das macht man idealerweise mit entsprechenden Kompribändern.
2. Die Fuge zwischen Fensterrahmen und Wand (seitlich und oben) wird wahlweise mit Dämmmaterial (Fensterschaum oder Hanf oder ... ) dicht aufgefüllt.
3. Der innere Abschluss der Fuge muss (in bewohnten und beheizten Räumen) Luftdicht ausgeführt werden. Dazu gibt es wieder ein breites Sortiment an Silikonen, Klebebändern und Abdeckleisten.
4. Dann werden die Faschen ganz normal verputzt, von der Fuge ist nichts mehr zu sehen.

Das ganze kann man sich prima auf www.illbruck.de grafisch und in Animation anschauen. Praktischerweise liefern die die Materialien auch gleich ins Haus.

Da ich das kürzlich selber gemacht habe hier noch mal im Detail:

Das Fenster ringsrum mit Kompriband versehen und das Fensterband für den inneren Abschluss angebracht. Dann habe ich das Fenster in seine entgültige Position gebracht und mit Rahmendübeln im Mauerwerk fixiert. Die Fugen seitlich und oben habe ich mit Hanf ausgestopft (richtig fest mit Klopfholz und Hammer reingeschlagen - da geht was rein!). Dann das Fensterband ringsrum am Mauerwerk (vorgeputzt) angeklebt. Ein Streckmetall als Putzräger über dem an der Wand klebendene Band fixiert (ein paar kleine Dübel gesetzt) und das ganze wartet jetzt nur noch auf den Verputz - soweit ist es aber noch nicht.



Wenig Aufwand-hoher Wirkungsgrad



Bei Ihrem Baukörper sollte darauf geachtet werden, daß die Kondensatfeuchte an der Kontakfläche der Holzbauteile (Fenster) nicht zu Problemen führt und dies bedeutet, ,daß Sie mit einem Dämmstoff bzw. auch mit einem gut verpreßbaren Lehmmörtel diese Fugen schließen können und auch sollten.
Bei einer Ausstopfung mit Dämmstoff, sollte auf gute Feuchteresistenz geachtet werden. Hanz oder Kokos ist da sehr gut.
Trotzdem ist eine zusätzliche Brücke für eine gute Feuchtespeicherung und -ableitung zu schlagen.
Soll heißen, daß Sie einen Massespeicher benötigen und da ist der Lehmbaustoff hervorragend geeignet.
Eine nachträgliche Putzanbindung (Leibungsverputz) sollte immer auf das Bauteil auflaufend ausgeführt werden.
Damit erhöhe ich die Winddichtigkeit, ohne irgend welche Profile, Anbindefolien, Schattenfugenabschlußschienen udgl.
Die Illbruck-Hompage kann man sich schlicht weg sparen, denn hier verdient der Hersteller natürlich immer sein Geld, weil er ja seine Produkte auch verkaufen möchte.
Selber einmal etwas tiefgründiger nachdenken und sich eigene Lösungen unter Umständen einfallen lassen, denn sonst sind unsere Häuser bald bewohnbare "Luftballons".

Grüße vom Lehmbauer.



Danke!



Vielen Dank für die Tipps, jetzt heißt es ranklotzen...



Christoph



Innerer Abschluss



@Herrn Mühle:


Eine nachträgliche Putzanbindung (Leibungsverputz) sollte immer auf das Bauteil auflaufend ausgeführt werden.
Damit erhöhe ich die Winddichtigkeit, ohne irgend welche Profile, Anbindefolien, Schattenfugenabschlußschienen udgl.


Hmm, heisst es nicht: winddicht aussen und luftdicht innen?
Ich will jetzt nicht streiten, da mir die nötige Erfahrung fehlt. Aber wie kann ein Lehmverputz innen die nötige Luftddichtigkeit herstellen und somit verhindern, dass warme Raumluft in der Fuge kondensiert? Das Temperaturgefälle in der Fensterfuge (bei mir 8cm tief) ist doch ziemlicht stark.
Möglicherweise ist die Luftmenge so gering dass der Tauwasserausfall vernachlässigbar ist?

Ich würde das gerne verstehen. Weil den Faden weitergesponnen kann ich ja auch auf die Dampfbremse bei der Dachschräge verzichten, wenn ich mit anschliessend mit Lehmputz verputze.