Hilfe!!!!!!!!!!! Fenstergestaltung

16.01.2007



Schönen Abend alle zusammen,

ich habe mir von einem Tischler aus unserer Umgebung ein Angebot über 8 Fenster machen lassen.
Ich wollte eigentlich Kastenfenster haben, der Tischler sowie der Denkmalpfleger haben sich für normale Fenster entschieden.
Normal heißt:zweiflügelig nach außen öffnend, Wiener Sprossen 24, Isofenster K1.1, IV-68 Eurofalz; 68 x 80 Holzquerschnitt Holzart Lärche Kantel 72/86; Bremer Ruder; Fensterwinkel auf die Bandseite. ca 100cm * 100cm
Die Fenster sind tauchgrundiert gegen Bläueschutz und sollen mit Dick-Schicht- Lasur behandelt werden.
Was ist nun besser? Ist die Behandlung mit Dick-Schicht Lasur gut? Ist das Fenster seinen Preis von ca 750,- € ohne Fensterbank und Rahmen Wert? Bin ein wenig ratlos, wer kann mir Tips geben.
Ich hätte gern das Fenster in naturfarbend gelassen.
Das Bild stammt glaube ich von Herrn Milling.
Vielleicht hat er auch eine Idee oder kann auch ca. Preise nennen. ;-)
Mfg
Thomas Lind



Solch ein Fenster -----



---- kostet Drei Groschen Zehn . ----
--- für Kunden in den Nachbarorten , welche nicht mehr
als sieben Meilen von unserer Werkstatt entfernt leben und wohnen.



Wie darf ich die Äußerung verstehen?



Sehr geehrter Herr Milling, worauf bezieht sich Ihre Äußerung?
Das abgebildete wird wohl von Ihnen sein, das angebotene Fenster hat kein Oberlicht und die Flügel sollen ja auch nach Außen aufgehen.
Für mich ist halt wichtig das das Fenster zum Haus passt und so viel wie möglich Licht hinein fällt.
Dabei spielt es keine Rolle ob es Drei Groschen Zehn wie in Ihrem Fall oder 750€ oder 1000€ kostet. Und jeder denke ich will das Beste für sein Geld haben.
Und da ich der Meinung bin das in diesem Forum kompetente Fachleute vertreten sind, habe ich die ernst gemeinte Frage eingestellt.
Sollte ich Ihre Ehre angekratzt haben, das ich eines oder zwei Ihrer Bilder eingestellt habe, möchte ich mich hiermit in aller Form Entschuldigen.
MFG
Thomas Lind



So ganz naturfarben...



geht im Außenbereich nicht. Ein paar Pigmente als UV-Schutz sind erforderlich. Dickschichtlasuren auf Acrylbasis sollten Sie meiden; diese Lasuren verhindern die Diffusion. Oft kommen die Schäden nicht sofort, aber dann richtig...

Das Thema Oberfläche gab es gerade (Lärchenfenster unbehandelt):
Maßhaltige Bauteile

---Forenreferenz-----------
Maßhaltige Bauteile -
sollten unbedingt mit einer schützenden Schicht versehen werden. Unbehandelt wird das Holz reißen, könnte sich verwerfen, die Holzverbindungen könnten verstärkt arbeiten, sich ggf. lösen. Dauerelastische Anschlüsse haften auf rohem Holz nur wenig. Im Forum finden sich viele gute Gründe, eine Öllasur für diese Aufgabe zu wählen.

Der Geschichte mit dem reinen Leinöl im Außenbereich widerspreche ich gern ein weiteres Mal:

Spezielle Öllasuren für den Außenbereich dringen wesentlich tiefer ein und halten auch wesentlich länger als Leinöl. Ferner sind ein paar Pigmente für den UV-Schutz des Holzes erforderlich (nicht heller als eine Tönung wie Lärche/ Douglasie/ Bernstein o.ä.). Zum Schutz des Holzes ist eine Ölschicht auf dem Holz unerlässlich (die DIN verlangt es sowieso, aber auch nach praktischer Erfahrung geht das nicht anders).

Empfohlener Schichtaufbau: 1x Grundierung (bei bläuegefährdeten Hölzern wie Fichte/ Tanne/ Kiefer mit Bläueschutz. Bei Lärchenkernholz oder Eiche ist ein Bläueschutz nicht erforderlich); 3x Öllasur für außen.
Ich habe mit denentsprechenden Produkten von Natural und Naturhaus sehr gute Erfahrungen gemacht.

Öllasuren sind pflegeleicht, weil sie später nicht abgeschliffen werden müssen: Fenster einfach reinigen und überstreichen.

Gut Öl und Frohes Fest

Thomas mehr ...
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Lärchenholz ist eine gute Wahl.

Im übrigen würde ich mir von einem Denkmalpfleger das Kastenfenster nicht ausreden lassen. Wozu sitzt der Kerl dort eigentlich hinter seinem Schreibtisch, wenn sein Horizont nur bis IV 68 reicht. Was für ein Haus sanieren Sie denn?

In Herrn Milling haben Sie da einen guten Ansprechpartner.

Gutes Gelingen

Thomas



Vielen Dank Herr Böhme,



da hab ich mich mal wieder unklar ausgedrückt, sorry bin ja auch nur ein Sesselpupser;-)

In natur sollte auch nur heißen das ich die Struktur und die eigentliche Farbe des Holzes behalten wollte.
Ich bin ein wenig unsicher was und wie ich die Fenster bauen lassen soll. Sie sollen ja schließlich lange halten und zum Haus passen.
Ich renoviere gerade ein 140 Jahre altes Vierständer- Fachwerkhaus in Rinteln/Exten. Ein Bild ist in meinem Profil vorhanden.
Die Giebelfronten möchte ich mit Lärche Brettern in Deckelverschalung verkleiden. Ich habe gedacht diese Bretter nicht zu behandeln was meinen Sie.

dankbare Grüße

Thomas



Da muss ich....



Hernn Böhme ein wenig wiedersprechen.
Wir haben seinerzeit Eichenfenster gewählt.

Unsere Fenster sind ausschließlich mit Leinöl (ohne Pigmente)behandelt. Auch im Außenbereich.
Die Farbe der Fenster zeigt bisher keinen Vergang. Die Maßhaltigkeit auch nicht. Anfangs mussten die Fenster allerdings sehr häufig geölt werden. Mittlerweile sind sie gesättigt. Einmal im Jahr Ölen reicht nun.
Aber bei diesem Thema scheiden sich offensichtlich wieder mal die "Geister".

Grüße aus Nordhessen
M.Wittwar



Eichenholz...



@ Martin Wittwar
...ist das dauerhafteste gebräuchliche Holz im heimischen Fensterbau und wird durch die holzeigenen Inhaltsstoffe (Gerbsäure) geschützt. Ferner hat es eine besonders lange Feuchtewechselzeit, d.h. es reagiert besonders langsam auf Feuchtewechsel. Aus diesen Gründen ist Eichenholz für Fenster erste Wahl. Sie haben sich da für eine Lösung entschieden, die über Generationen funktioniert. Glückwunsch.

Jedoch gilt für Eiche ebenso wie für Nadelhölzer, daß Holz als natürliches organisches Material durch UV-Strahlung langsam abgebaut wird, weshalb Pigmente sinnvoll sind, die einen Teil der UV-Strahlung abhalten. Falls Sie tatsächlich reines Leinöl verwenden, so ist das grundsätzlich möglich, solange keine Bläuegefahr besteht. Jedoch sind Ölgemische und -lasuren entwickelt worden, deren Eindringverhalten und Dauerhaftigkeit besser auf spezielle Anwendungen abgesimmt wurden. Teilweise wird mit bis zu 3 verschiedenen Ölen für den Schichtaufbau im Freien gearbeitet: die Grundierung dringt besonders gut ein und beeinhaltet, so erforderlich, den Bläueschutz; die Lasur trägt die Pigmente und bildet eine atmungsaktive Schicht; letztlich wird durch einen UV-Wetterschutz die Lasur optimal geschützt. Das klingt vermutlich kompliziert und ziemlich chemisch, läßt sich aber volldeklariert auch mit Naturfarben machen. Es liegt auf der Hand, daß Leinöl pur nicht in allen 3 Disziplinen gleichmäßig mit Bestnote "punkten" kann. Insbesondere verhindert die Lasur als atmender Schichtbildner die Aufnahme von flüssigem Wasser in höherem Maße, was für die Dauerhaftigkeit wichtig ist.

Damit will ich Ihnen jetzt keine Lasur auf die Fenster "schwatzen". Solange Sie mit wachem Auge den Zustand Ihrer Fenster beobachten und so oft wie nötig nachölen, werden Sie kleinere Probleme erkennen und vermutlich beseitigen können, bevor es größere werden. Sie könnten allerdings 2 Dinge tun: Da sie offensichtlich keine Schicht auf dem Holz wünschen, könnten Sie doch darüber nachdenken, ein paar Pigmente, die dem jetzigen Farbton Ihrer Fenster entsprechen, in das Öl zu geben. Es entsteht deshalb keine Schicht, aber der Schutz verbessert sich. Zum anderen sollten Sie das Holz, und insbesondere die Wetterschenkel, genau beobachten. Sollten sich gehäuft kleinere Risse bilden (durch den Wechsel nass-trocken-Sonnenstrahlung), wird es Zeit für eine Lasur.

Jetzt ist sicher verständlich, daß ich das "nur Ölen" im Außenbereich und gar auf Nadelhölzern nicht empfehlen kann, auch wenn es anerkannterweise mitunter (wie lange?) funktioniert. Im privaten Bereich kann mann so ganz für sich natürlich die DIN, die eine Beschichtung fordert (und damit auch z.B. problematische Acryllacke) außenvor lassen. Jedoch nimmt die Wahrscheinlichkeit der Schadensfälle m.E. nach von der Öllasur hin zum reinen Ölanstrich zu. Ferner erfordert die ausschließliche Behandlung mit Öl einen höheren Wartungsaufwand, der regelmäßig zu erbringen ist - zu lange Pausen rächen sich da unweigerlich.

Aus diesen Gründen sollte eine gute Öllasur den Vorzug erhalten.

@ Thomas Lind

Lärche ist eine gute Wahl und hält auch ohne Öl lange, wird dann silber-grau. Mit einem Öl kann man die Farbe des Holzes für eine gewisse Zeit erhalten. Sollte die Lärche viel Splint haben oder die Wetterseite verkleidet werden, sollte zusätzlich zum Öl über einen Bläuschutz nachgedacht werden. Ich habe an Fassaden mit Natural-Terrassenöl gute Erfahrungen gemacht, das gibt es auch leicht pigmentiert.

Ölige Grüße

Thomas