Fenster und wieviel Flügel???

01.02.2003



Hallo,
wir möchten gern bei unserem ca. 200 Jahren alten Reihen-Fachwerkhaus die Fassadenfesnter erneuern. Momentan sind schätzungsweise 30 Jahre alte einfachverglsste Fenster (mit 2 Flügeln)vorhanden die unheimlich viel Kälte durchdringen lassen.
Also ging der Gang zum Denkmalschutzamt um den Antrag zur Erneuerung zu emfpangen. Da wurden uns aber gleich mündliche Auflagen gemacht wie, Holzfenster mit Sprossen und wieder 2 Flügel!
Holzfenster und Sprossen sind selbverstänlich, aber unbedingt 2 Flügel!
Meine Fenster sind recht klein, ca. 0,8*0,9m und es kommt wenig Licht herein. Zudem ist es eine finanzielle mehrbelastung die nicht gerade wenig ist.
Enstspricht es überhaupt der Verhältnismäßigkeit der Mittel? Und wie kann ich mich dagegen wehren?
Über hilfreiche Ratschläge wären wir sehr dankbar.
Viele Grüße ins Forum, Katja.



Fenster



Moin,nicht gleich verzweifeln !
Falls die jetzigen Fenster da Erhalten nicht lohnen ( Aufarbeiten + Innenfenster anbringen ) , und so ist da meist bei dieser Fenstergeneration zeigen wir gerne unsere ausgeführten Fachwerksanierungen mit Fenstern in historischen Proportionen von Vrøgum .
schönen Gruß
J.Kube
Brüggemann + Kube Zimmerei
www.zimmermeisterin.de
05734 511886



größtmöglicher Lichteinfall



Bitte denken sie noch einmal darüber nach und wehren Sie sich nicht gleich! Aus Liebe zu Ihrem alten Haus! Fenster gestalten die Fassade. Schönere Fenster bedeuten eine Wertsteigerung der gesamten Immobilie. Im übrigen gibt es mehrflügelige Fenster, wie die Manufakturfenster, die einen höheren Lichteinfall haben als hhandelübliche industrielle Fenster. Schöner und handlicher sind sie allemal. Sie sind eine wahre Symbiose aus Funktion und Ästhetik! Gewinnen Sie an Wert Ihres Hauses mehr, als Sie für die Ursache ausgeben. Surfen Sie doch mal hier vorbei: www.manufakturfenster.de oder www.schierbaum.de



Tja ,die Kernfrage ist aber ...



Hallo,
ich hätte da die gleiche Frage gestellt. Mein Haus ist "nur" denkmalgeschützer Bereich.Das Amt will Galgenfenster oder zumindest Doppelflügel. Da es mir auch um den Lichteinfall und Kosten geht, wäre es toll wenn jemand nicht unbedingt als Geschäftsmann/frau auftritt, sondern tatsächlich auf die Möglichkeiten eingeht.Auch meine Fenster sind klein 700mmx1000mm.
Ich grüße alle und insbesondere Katja . Die genannten Internetseiten werde ich natürlich besuchen.
der dieter



Fenster für fachwerkhäuser



Hallo Frau Paul !
Fenster sind die Augen eines Hauses, sagten schon die alten Baumeister.
Höhe, Einteilung der Sprossen und der fensterkreuze, alles gehörte zur Ordnung, zur Schönheit des Entwurfs. Wer heute etwas daran ändert, pfuscht dem alten Architekten nachträglich ins Handwerk.
Jedes fachwerkhaus hat ein Gesicht, eine Hauptfront, die Fassade. In letzten Jahrzehnten sind schätzungsweise zwei Drittel dieser Gesichter durch Fenstereinbrüche verstümmelt worden. Modische Einscheiben-Kippfenster, ohne Sprossen, zu dicke Rahmen, grob, klotzig, stur - aber pflegeleicht.
Bei den fränkischen Fachwerkhäusern zum Beispiel sitzt ein Fenster ganz oben im Giebel, darunter kommen zwei, dann drei, dann vier, dann fünf Fenster, in jedem Stockwerk eines mehr. Diesen schönen Rhythmus, den alle Fachwerkbauten dieser gegend einhalten, hat man hier grausam zerstückelt. Statt fünf Fenster zwei, groß, breit und ungeschlacht.Und ohne Fensterläden.Man kann zusehen, wie witzig die Lebendigkeit da zerstört wurde.
Genau das sollten Sie vermeiden und die Auflagen vom Landesamt für Denkmalpflege ernst nehmen.
Jeder der ein historisches Haus besitzt, sollte bedenken, das er ein Objekt hütet, was aus Handarbeit gebaut wurde, das macht sie so kostbar und lebendig.
Uns allen wurde das kulturelle Erbe anvertraut und wir sollen es hüten, pflegen und schützen und nicht verstümmeln.Versuchen Sie , soviel wie möglich vom alten Bestand zu erhalten,Nur so geben sie dem Haus seinen Reiz und sein Gesicht.



Und wieder ein so gut gemeinter ....



die wirkliche Vergangenheit sieht leider nicht so idealisiert aus wie manch einer glaubt. Fachwerkhäuser zB. sind immer so gebaut worden ,wie der Geldbeutel groß war und ebenfalls nach gutdünken verändert worden, auch diese Umbauten, welche meist auch nicht Fachgerecht ausgeführt wurden ,müssen also auch als Denkmal geschützt sein, weil Zeitzeugen einer vergangenen Epoche. Die Auslegung mancher Leute ist deshalb nur halbwahr und halb objektiv.Ob ich also ein Fenster in der gleichen Größe zB:700mmx1000mm aus Holz, aber nicht Zweiflügelig, sondern mit aufgesetzten Holzsprossen verbaue, sollte vernachlässigt werden können.
Natürlich ist der Kniefall vor den Halbgöttern aber wieder einmal schon vorab festgesetzt.
Die gesamte Strucktur der Auflagen usw. sollte endlich neu überarbeitet werden, da genau aus solchen Hemmnissen heraus viele zB Häuser eben erst gar nicht gekauft oder Restauriert werden , obwohl ein nachhaltiges Interesse besteht. Aber ich glaube dieser Beitrag ist auch nicht neu und schon tausendmal besser formuliert.
Es wäre schön, mehr Normalsterbliche zu hören, die das alte Kulurgut mit Zweckmäßikeit besser vereinen können.
Viele Grüße an alle
Dieter



alles ist vergänglich, die menscheit treibt es voran ! ( Dieter Mendel )



Nicht die Veränderung an sich ist es, die deprimiert. Die gab es immer, muß es geben, wo etwas lebendig ist. Sondern der Abstieg ins Banale, der Verlust an Gestalt, an Geschmack und Qualität. Daß Ramsch zur Norm wird. daß unser aller Lebensraum wieder etwas schäbiger geworden ist.
In manchen Dörfern sind Häuser saniert. Mit großer Mühe und viel öffentlichen Geldern.- Und das ist dabei herausgekommen: " Vermurkst in alle Ewigkeit "