Fesntereinbau zu grosser Abstand - was nun ?

12.12.2007



Hallo liebe Fachwerker !

Ich habe folgendes Problem
Uns sind neue Holzfenster (lackiert) eingebaut worden.Leider sind diese zu klein angefertigt worden, weil hinter dem alten Fensterrahmen 3-4 Zentimeter aufgeschäumt war. Dies kam erst beim Ausbau der alten Fenster zutage. Somit wurden die Fenster zum Teil zwischen den Rahmen eingebaut und gut verschraubt oder haben so gut wie keine Auflagefläche an den Fensterrahmen. (Kein Holzrahmen Betonsturz -rahmen)

Die Fenster sind alle an der Wetterseite. Eigentlich wollte ich das mit dem Dichtungsband zu machen.(gibt aber keine so dicke) Nun wurde der grosse Spalt halt doch aufgeschäumt und von aussen mit Acryl „dichtgemacht“ . Innen habe ich es einfach mal so belassen

Wie kriege ich Fenster jetzt doch dicht und atmungsaktiv ?
Nach langen Recherchen kam ich zum Schluss von Aussen das Acryl dranzulassen – darüber aber mit einem Wärmputz und so Streifenputzmatten alles neu einzurahmen.
Innen Bauschaum rauskratzen mit Stopfhanf zustopfen und dann einfach mit Lehm drüber verputzen– somit könnte doch die eventuell eingedrungene Feuchte wenigsten nach innen abdampfen.

Bevor ich mich an die Arbeit mache, wäre es doch sehr beruhigend zu wissen , das dies nicht ganz falsch wäre…. , oder gibt es da eine andere Lösung.


In diesem Sinne

Augen auf und gutes Gelingen

Uwe Drotschmann



Andere Lösung (!!!), denn:



1. Schaum / Schrauben reichen zum Lastabtrag laut einschlägiger Richtlinien nicht aus! Fenster müssen verklotzt werden!

2. Außenfuge muß diffusionsoffen sein! Acryl und Silikon sind ungeeignet.

Fenster wieder ausbauen, Rahmen mit entsprechend dimensionierten (trockenen, evtl. ebenfalls lackierten) Hölzern Aufdoppeln und wie ursprünglich vorgesehen einbauen.

Viele Handwerksbetriebe sind durchaus bereit, eigenleistungswillige Bauherren anzuleiten! Einfach mal den netten Tischler aus der Nachbarschaft fragen... Zwei oder drei Stunden Handwerkerlohn dürften im Vergleich zum Fensterpreis nicht wirklich ins Gewicht fallen.

Ansonsten etwas Fachliteratur lesen, denn auch so mancher Tischler hat hier so seine (ungeeignete) Methode. Wenn ich daran denke, wie ich es in der Lehre gelernt habe...

Literatur: Leitfaden zur Montage von Fenstern und Haustüren mit Anwendungsbeispielen
ISBN 3-87864-834-0 , ca. 38,- €

Gruß Frank



Mal mal ..



ein Bild ;-) oder mach ein Foto von der Einbausituation .
Welche Fassade , was für Anschlüsse oben unten seitlich .Und natürlich die Frage : Wer hat das verbockt 8-( ?
Gruß Jürgen Kube



Ein paar Fotos wären sehr hilfreich ----



--- irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, daß
bei dem Aufmaß der Fenster sich Mess-oder Denkfehler eingeschlichen haben. Wenn ich richtig verstanden habe,
dann haben die Fensteröffnungen gemauerte Anschläge ( Fälze ), gegen diese das Fenster zuverlässig " angelehnt" und montiert werden kann.
Eine Ferndiagnose ist natürlich nicht möglich, aber
Fotos könnten sehr aufschlussreich sein.
- Gruß A. Milling



FensterEinbau Bilder und mehr



Hallo !
Erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Der Fensterrahmen - Fälz ist ein Verputzer Betonstein.
Auf Griffhöhe sieht man auch noch den alten Bauschaum der 4-5 cm dick-breit unter Putz war. Mir ist das vorher auch nicht aufgefallen.

Die Misere kam erst beim Einbau der Fenster zutage.
Hier einmal die Fotos - Wobei der Abstand /Auflagefläche ja dadurch nicht zu sehen ist.

Euch allen einen schönen Tag

Uwe Drotschmann



Bild von aussen



Hier das Foto von aussen. Ich hoffe ihr könnt euch ein ausreichendes Bild machen.

Uwe



Einbauvorstellungen



Hier trennt sich stets die Spreu vom Weizen!
Bereits bei der Beratung sollte man erkennen, wie fit der Handwerksbetrieb (Unternehmer) in seinem Fache ist.
In diesem Fall wäre zu erörtern, daß er die verschiedensten Lösungsvorschläge im Vorfeld mit ihnen bespricht.
Also, Materialauswahl, Befestigungs- und Montagelösungen, Bauteilanbindungen, Umgang mit den baulichen Maßtolerenzen (Lösungsvorschläge!) etc. etc.

@Vorredner
haben da bereits viele wichtige Details hervorgebracht und angeschnitten.
Eine schlagwetterfeste Anbindelösung am massiven Anschlagbereich sollte stets mit einem sog. Kompriband erfolgen. Zusätzlich ist mit Montagedübeln mechanisch zu befestigen. Die Anschlußfugen sollten dann aber eben nicht geschäumt werden, sondern bestenfalls diffusionsoffen gestopft (Hanfwolle) werden.
Bei einer Putzwahl hin zu Lehmputzen ist eine zusätzliche hohe Feuchteableitung gewährleistet.
Der Oberputz sollte außerdem stets auf das Bauteil auflaufen.

Handwerkliche Grüße

Udo



Fenster Aussengesamtansicht



Hallo
Hier noch eine Foto für das Gesamtbild. Das Gelbe ist leider kein Sandstein , sondern verputzer Beton . Die Fensterbank (ist echter Sandstein) hat der Vorbesitzer
mit so einem Bitumenanstrich versehen. Ich denke mancher Steinkenner - liebhaber verdrehn sich dabei die Eingeweide.....
Dafür ist die Lage des Hauses wunderschön ...

mit aussichtsfreien Grüssen

Uwe Drotschmann



Aber sicher ist das Gelbe Sandstein !! ---



--- zumindest ein ähnlich weicher Naturstein, der mit Sicherheit mittels Betonmörtel punktuell " saniert " wurde.
- Die typischen Außenfälze ( für die ehemaligen Fensterläden ) sind maßgleich mit den Innenfälzen, welche
zur Aufnahme des Fensters dienen. Also : Außen- u. Innenfälze sind ca. 30 x 30 mm groß. Ca. deshalb, weil seinerzeit noch nach dem französischen Zoll gebaut wurde
( 27.2 mm ) --- Weiterhin sieht man auf dem Foto auch ganz deutlich Fragmente ( und Spuren ) von den ehemaligen Haspen - auch Kloben, oder Haken genannt,an denen die Fensterläden drehbar angeschlagen waren. -- Füge noch ein Foto an, weches dokumentiert, daß meine Aussagen richtig sind. Also Klartext : Die Fenstergröße hätte man auch anhand der Ladenfälze messen können, natürlich unter Berücksichtigung des Gefälles der Außenfensterbank. ---
Gruß - A. Milling