Kondenswasserbildung bei Doppelfenstern

23.01.2006



Hallo!

Mitte des vergangenen Jahres sind wir in ein denkmalgeschütztes Haus eingezogen.

Seit den Herbstmonaten kommt es zu starker Kondenswasserbildung an den Fenstern (Wasser rinnt an den Scheiben in Tropfen herunter, bildet teilweise Schimmel). Die hölzernen Fenster sind doppelflügelig, je zwei Flügel als Außen- (also in Richtung draußen), und je zwei Flügel als Innenfenster (also zur Wohnung hin). Der Abstand zwischen dem Außen- und dem Innenteil beträgt ca. 25cm.
Das Kondenswasser bildet sich im Raum zwischen dem Außen- und Innenteil am Außenfenster, nicht am Innenteil des Innenfensters -das würde bedeuten, daß die Raumfeuchtigkeit nicht zu hoch ist, oder?
Ist die Feuchtigkeit im Raum zwischen den Fenstern zu hoch? Wie kann man diese vermeiden?

Vielen Dank im voraus!



Habe da mal etwas gelesen:



"... die Innenfenster sollten dicht schließen, die Außenfenster nicht, damit die sich die in diesem Bereich abkühlende, gesättigte Luft nach draußen entweichen kann..."

Vielleicht ist ja das Gegenteil die Ursache für euer Problem? Ich würde das mal testen, und das Außenfenster einen kleinen Spalt weit offen lassen.

Viele Grüße!

Karsten



Die Probleme



hab ich nicht, obwohl die Fensterflügel des Kastenfensters schon über 60 Jahre auf'm Buckel haben! Der lesehinweis von Karsten ist bei uns umgesetzt. Außer das unsere Außenflügel geschlossen sind.
Gibt es ein Foto von Eurem Fensterle?

Grübelnde Grüße nach BS

Micha



...



Danke erstmal für die Antworten.

Ein Photo gibt es leider nicht (Warum Photo?).

"Dicht" ist hierbei so eine Sache: Es handelt sich um vermutlich alte Holzfenster. Sie sehen zwar gut aus, aber daß sie dicht schließen, würde ich bezweifeln (da keine Gummidichtung etc.).

Lassen wir die Fenster "etwas" auf, geht doch wieder (insbesondere gerade jetzt bei -11°C draußen) Heizleistung verloren. Wie verhält es sich bei Regen z.B.? Lasse ich dann das Fenster "etwas" auf, dringt doch wieder Feuchtigkeit in den Kasten ein, oder?

Grüße aus BS



Kondenswasser



Feuchtigkeit kondensiert dann, wenn der Taupunkt unterschritten wird. Die äußere Fensterscheibe ist sicher sehr kalt, so dass selbst eine niedrige Feuchtigkeit dort kondensiert. Die Temperaturbedingungen an den Fensterscheiben können leicht gemessen werden und mit Hilfe von Tabellen kann die entsprechende Luftfeuchtigkeit für die Kondensatbildung ermittelt werden.
Tabellen und Tips finden sich bei www.corak.ch/Kondenswasser.html oder www.holzfragen.de/seiten/taupunkt.html

Ich würde folgende Versuche machen:
-Außenfenster bei dieser trockenen Jahreszeit für 1/2 Stunde öffnen, damit Feuchtigkeit reduziert wird, oder
-Innenfenster ab und zu öffnen, damit die Außenfensterscheibe erwärmt wird, oder
-Luftfeuchtigkeit im Raum reduzieren (z.B. weniger Blumentöpfe, Stoßlüftung)

Viel Erfolg

R.Lehner



Es geht sicherlich



etwas Wärme verloren, wenn man die Außenflügel einen Spalt weit öffnet, wie sehr sich das dann auswirkt weis ich leider nicht.

Der Gedanke war der, daß, wenn man mit dem Auto im Winter nur kurze Strecken fährt, die Scheiben auch beschlagen. Abhilfe schafft ein ein Stück weit geöffnetes Fenster, so daß die Feuchte (warme) Luft heraus, die kalte herein kann. Wenn sich die kalte Luft erwärmt, nimmt ihre relative Luftfeuchte ab, sie kann dann mehr Wasser speichern, was wiederum zur Folge hat, daß weniger an der Scheibe kondensiert.

Wenn Du schreibst, daß die Fenster alt sind und nirgendwo Dichtungen haben, erklärt sich die Sache recht leicht:

Durch die Ritzen im Innenfenster entweicht die Raumluft in den Zwischenraum und dann weiter nach draußen. Auf diesem Weg kühlt die Luft ab, die relative Luftfeuchte nimmt zu und erreicht in der Nähe der Außenfensterscheibe 100% relative Luftfeuchte. Die Luft ist gesättigt, und was an Wasser zu viel ist, das schlägt sich an der Scheibe nieder. Dem oben genannten Prinzip zur Folge müsste das Innenfenster abgedichtet werden, mit Filzstreifen zum Beispiel. Oder es kann ein guter Tischler helfen ...
mfg
Karsten