Welche Fenster???

15.12.2012 Lilly



Hallo,

wir sanieren gerade ein 200 Jahre altes Bauernhaus, jetzt meine Frage, welche Fenster bei 50cm dicken Sandsteinwänden. Es werden auf jedenfall Kunststofffenster (Kostenfrage). Einfach -oder Zweifachverglasung. Es gibt welche mit einem Lüftungssystem. Ich bin überfragt und will wegen der Luftfeuchtigkeit keinen Fehler begehen und Schimmel provozieren. Muss man auch etwas bei der Eingangstür bedenken?
Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich nehme sehr gerne Ratschläge an :-)
Danke schon mal

LG
Susanna



1fach Verlglasung ist out



Hallo Susanna,

dicht sind Holz- wie auch Kunststoffenster, den "Blowbye" gibt es schon lange nicht mehr. Standard sind inzwischen 2fach und auch schon 3fach-Verglasung. Kastenfenster dürften wesentlich teurer sein.
Von einem bewußt erstellten "Einbaufehler" mit Zugluft am Blendrahmen vorbei rate ich ab. Also bliebe nur eine gezielte Lüftung oder automatisiert über z.B. einen Wärmtauscher.
Eingangstür würde ich aus thermisch getrennten Alu oder Holz wählen. Alu ist hier unproblematisch. Holz sollte mehrschichtverleimt sein um den Spannnungsausgleich zwischen den Schichten zu gewährleisten. Bei Kunststoff hatte ich schon häufiger Verzug beobachten müssen und eine Vergilbung der Zierprofile.
Je höher die Temperaturdifferenz zwischen außen und innen, Je größer die Neigung zum Verziehen. Ein Windfang oder zweite Tür vor dem Wohnbereich ist hilfreich ("Wärmeschleuse")wenn möglich.
Zur Sicherheit würde ich im EG überall mind. AHS empfehlen und ein 8mm Verbundsicherheitsglas außen.

Ich würde an einem 200J altem Haus material- und stilgerecht bauen. Die Öffnungen werden nicht allzu groß sein. D.h. Holz- anstelle von Kunststofffenstern, zweiflügelig evt. mit Sprosse statt einflügelig. Die Mehrkosten sind da, wenn auch bei guter Planung durchaus moderat.

Der Schimmelproblematik ist gut mit einer Wandheizung zu begegnen. In Fußleistenhöhe entlang der Außenwände verlegte Heizungsrohre bewirken auch schon ein wenig.
gruß
Selle



Moin Susanna,



kannst du ein Foto einstellen und ein paar mehr Infos geben?

Falls eure Fensterausschnitte nämlich eher kleiner sind, solltet Ihr Fenster mit schmaleren Rahmen einbauen, da bereits durch eine Doppelverglasung spürbar weniger Licht eintritt.

Grundsätzlich wandert dein Taupunkt von alten Einfachfenstern zu modernen Doppelglasscheiben erstmal "irgendwoandershin", d.h. die Raumfeuchte sucht sich den kältesten Punkt in der Wand.

Da mit neuen Fenstern und Türen euer Haus quasi luftdicht ist, müsst ihr mehrfach am Tag querlüften um die Raumfeuchte rauszubringen.

Falls ihr Verkehr vorm Haus habt, würde ich die belüfteten Fenster nicht empfehlen, da kommt nämlich wieder der Krach mit rein.

Bei 50cm Sandsteinwänden sollte Schimmel allerdings kein Problem sein, wenn ihr normal heizt und lüftet.

Gruss, Boris



kunststoff aus Spargründen



einzubauen, und nicht weil man sie auch ästhetisch und passend findet- das sollte man sich gut überlegen! Ich habe mich für mein Stadthaus für praktische zweifach verglaste Kunststofffenster entschieden und nicht bereut. In meinem neugekauften Fachwerkhaus sind auch Kunststofffenster mit Sprossen und eine Kunststoffhaustür. Das funktioniert zwar problemlos- auch mit Lüftungsschlitzen, schaut aber einfach gräßlich aus. Ich habe vor, so nach und nach die Fenster mit Holzfenstern zu ersetzen. Welche Fenster hast Du denn drin? Kann man die nicht Aufarbeiten lassen? Solltest Du Dich für Kunststofffenster entscheiden, überlegen gut vorher, ob Du auch welche von außen öffnen willst. Wir hätten gerne eine Terrassentür, die man von außen absperren kann, aber ein Schloss lässt sich nachträglich nicht ohne großen Aufwand anbringen. In unserem Stadthaus haben wir zweifarbige Fenster innen weiß, außen pflegeleichtes Braun. Allerdings nervt die Fensterrahmenputzerei der weißen Rahmen schon, der Erfolg ist auch mäßig.Da sind Holzfenster pflegeleichter. Allerdings muss man sie alle paar Jahre mal streichen.



Kunststoff oder Holz



Im Fensterbereich plädiere ich immer für Holz
und eigentlich zwar für einfachste Konstruktionen (wie früher) ohne Doppelverglasungen etc. mit Leinölprodukten gestrichen …

Solche Holzfenster lassen sich eigentlich immer "einstellen" oder "anpassen" und gut reparieren; haben wenig Holzverbrauch und einfachste Fertigungskonstruktionen sind gut … lassen sich gut zu Kastenfenstern erweitern und mit Winterfenstern und oder Flügeln mit Insektengittern aufrüsten …

Dass diese einfachsten Konstruktionen nicht "konkurrenzfähig" sind entzieht sich meiner Vorstellungskraft … Dass die meisten Schreiner lieber "Fertigprodukte" kaufen und einbauen wollen ist m.E. ein grosser Fehler, denn die grösste Wertabschöpfung hat der Handel oder die Industrie - jedoch die Gewährleistung und den Ärger muss der Handwerker "verkraften" …

Kunststofffenster lassen sich eigentlich nicht reparieren und sind weder nachhaltig noch "umweltfreundlich" da es einfach Sondermüll wird …

Schimmel kommt nie alleine von "dichten" Fenstern sondern von einem mangelhaften Gesamtsanierungskonzept, das in allen Bereichen aufeinander abgestimmt sein sollte … alle Materialien, Konstruktionen und Maßnahmen müssen stimmig stimmen …

hochtechnisierte Lüftungssysteme und Reparatur anfällige technische Steuerungen sind immer heikel und m.E. NIE nachhaltig und die Versprechen der Verkäuferinstitutionen meist nur aus dem Labor und seltenst aus "freier Wildbahn" generiert …

Vorsicht ist die Mutter der Bauherrin oder des Bauherrn …

Gutes Gelingen und wachsamer Geist …

Florian Kurz



Ich wollt



doch nicht wirklich ein Kunstofffenster einbauen, oder?

Ob das Fenster landfristig billiger ist, darf bezweifelt werden. Von der Optik mal ganz abgesehen.

Grüße





Vorhandene Holzfenster lassen sich oftmals auch überarbeiten und ergänzen.
Viele Arbeiten lassen sich mit etwas Geschick auch in Eigenleistung ausführen.
Fotos wären von Vorteil.

Bernd Kibies