Sanierung (neuer) Verbundfenster

22.08.2011


Mein Sanierungsfall ist in diesem Forum sicher etwas ungewöhnlich
allerding scheint mir, dass die kumulativer Erfahrung hier
Antworten auf meine Fragen geben könnte.

In den 80ger Jahren wurde unser Haus gebaut, die Fenster
wurden als Verbundsprossenfenster ausgeführt (glasteilende
Sprossen mit Kit aussen mit einer durchgehenden Scheibe innen. Die
geteilten Fenster und zwei Doppelterassentüren gehen nach
außen auf.
Der Anstrich ist mit einer lösungsbasierten Acrylfarbe ausgeführt.
Hier beginnt jetzt das Problem: die Farbe blättert, das Holz
darunter hat zum Teil schon Schaden genommen.
Die Fenster sind schon einige Male gewartet worden, jeweils
mit großen Aufwand, da - so beim letzten mal- die alte Farbe
entfernt werden muss und wir im letzten Jahr auch keinen Maler
finden konnten.
Dieses ist kein durchhaltbarer Zustand. Deshalb wurden folgende
Optionen diskutiert unter der Rahmenbedingung, dass die Sprossung
und weisse Farbe beibehalten werden muss:
1. alle Fenster raus und durch neue ersetzten
- in Holzausführung und Neuanstrich mit offenporigen Anstrich
sodass Pflege durch Überanstriche erfolgen kann
- in Alu/Holzausführung: keine weitere Pflege notwendig (ausser
reinige)
2. Erhalt aller Fenster aber die gesamte Farbe abnehmen und Neuanstrich
- mit offenporigen Anstrich
- mit Leinölfarbe
nachdem was ich hier und sonstwo gelesen habe, ist die
Langzeithaltbarkeit von Letzterem wohl genau das was ich suche:
Nachölen alle 5 Jahre und wenn dann nötig überstreichen

Vom Aussehen scheint mir die Leinölversion die beste zu sein: Erhalt
des origalen Aussehen bei glänzend weissem Anstrich.

Ich vermute mal, dass in dieser Runde nicht viele mir zur Version 1.
raten.

Wie sieht es mit den beiden Anstrichen bei Version 2 aus?
Wenn Leinölfarben so super sind, warum sind die praktisch verschwunden?
Verarbeitung zu aufwändig?
Oder halten am Ende die offenporigen Anstriche (wasserbasierte Acryllacke?)
ebensogut bei leichterer Verarbeitbarkeit?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.



Bilder..



...wären hilfreich ?
gruß Jürgen Kube



vorsicht:



In oder auf weißer Farbe kann Leinöl mit der Zeit vergilben.
(sonst natürlich auch, da merkt man's aber nicht so)



Sind



die Fenster aus Kiefer oder Fichte gefertigt ?



Sanierung (neuer) Verbundfenster



@Jürgen: guter Vorschlag, hier kommen noch ein paar Bilder. Wie zu sehen ist (und im Text nicht erwähnt, ist eines der Hauptprobleme, neben der Ablösung der Farbe die Auflösung der Kittfuge)

Ich glaube es handelt sich um Fichtenholz.

Noch einen Fehler berichtigen: der letzte Anstrich war ein Alkydharz



Moin redil,



deine Fenster sind nach heutigen Masstäben schall- und wärmetechnisch nicht mehr "state of the art" und bauhistorisch auch nicht unbedingt wertvoll, wieso nicht erneuern? Ist in erster Linie eine Geldfrage.

Sicher kannst du deine jetzigen mit Kitt ausbessern und einem guten Anstrich nochmal 10 Jahre und länger erhalten. Das ganze Gefutzel alles bis auf's Holz runterzuschleifen würde ich mir allerdings nicht antun, sondern es bei einem Renovierungsanstrich belassen.

Leinölfarbe braucht bei gutem Wetter ca 24 Std. zum trocknen, bei schlechtem auch mal ne Woche, das ist in diesem Sommer im Aussenbereich nicht so einfach regenfrei hinzubekommen. Gibt aber nix schöneres zum lackieren finde ich.

Dass die neueren Acrylsysteme besser halten, wage ich stark zu bezweifeln sie kosten jedenfalls annähernd dasselbe wie eine gute Ölfarbe......

Gruss, Boris



diese



"alten" Verbundfenster haben einen K-Wert von etwa 3,0. da die Fugen nicht ganz dicht sind, gibt es in den Wohungen dahinter weniger Schimmel. Wenn man selber Streichen kann, dann ist es weitaus billiger als neue Fenster, zumal ja noch Maurer, Malerarbeiten dazukommen und die inneren und äußeren Fensterbänke oftmals nicht mehr verwendet werden (sollen).

Kitt säubern, anschleifen, Leinölfinis, Farbe (bin kein Maler). Was soll daran falsch sein. Wenns nicht zieht im Haus, hilft das für die nächsten 5 Jahre. Bei großen Elementen könnte man unter Beachtung der Bschläge auch eine Iso-Scheibe einziehen - Glaser fragen.



habe



mir mal das andere Bild (Balkontür?) angesehen, die Beschläge sind mit Kreuzschrauben angschraubt - das deutet auf eine Baustelle in den alten Bundesländen hin. In den neuen wurden fast ausnamslos Schlitzschrauben verwendet. Damit könnte bei der Holzart aber auch bessere Qualität verwendet worden sein. Neben Kiefer ist also auch Tropenholz möglich.





Stimmt, die Bildchen kommen aus Niedersachsen. Es handelt sich um Fenster und Terassentür, und hier habe ich nur die schlechten Stellen aufgenommen. Mir geht es eigentlich nicht darum, die nächsten fünf Jahre zu überstehen. Vielmehr möchte ich solche Anstriche haben, die auch gepflegt werden können, ohne dass dies Abbeizen oder ähnliches nötig macht. Eine solche Notwendigkeit heisst eigentlich im Klartext, dass die Fenster nicht pflegbar sind (es ist mir auch in 2010 nicht gelungen einen Maler zu finden, mal abgesehen von den Kosten).

Ich bin überzeugt, dass Kunstharzanstriche auf solchen Fenstern einfach ungeeignet sind.
Wenn dies so ist, was bleibt dann als Anstrich? (Lein)Ölfarben?

Eigentlich ist das Holz im wesentlichen ok, nur einige kleinere Schäden. Da widerstrebts es mir, diese wegzuwerfen. Und ob ich dieselbe Sprossung wiederbekomme ist auch die Frage.

(Dieses sind Architektengezeichnete Fenster und Türen, insofern gehören die schon SO zum Haus.)

Gruß und Dank