Was kann ich gegen Anlaufen der Fenster tun?

10.12.2011



Hallo,

ich wohne in einer Eigentumswohnung. Gebaut 1994. Es ist von außen gedämmt. Die Fenster sind weiße Holzfenster mit Doppelverglasung.

Leider bildet sich Kondenswasser. Diese fangen sich an zu bilden dort, wo die Fuge unter zwischen Fenster und Rahmen ist. An anderen Stellen ist nichts.

Wir kriegen das Problem nur durch viel heizen und dreimaliges Stoßlüften am Tag in Griff. Das übertriebene Heizen geht natürlich ins Geld. Je kälter es draußen ist, desto stärker wird es.

Ich habe schon mal einen elektrischen Hygrometer hingestellt. Die Luftfeuchtigkeit liegt wenn es anfängt zu kondensieren immer bei maximal 40-45%. Daher meine ich, dass es nicht zu hoch ist. Bei weniger trockent ja die Luft zu sehr aus (unangenehm für die Lunge).

Was kann ich tun? Würde in meinem Fall so etwas wie Regel-Air-Lüftungssystem helfen?

Vielen Dank und ein schönes Wochenende noch.



Kondenswasser



Hallo Yeter,
es gibt mehrere Ursachen für Ihr Problem.
Eine könnte in Ihrer Feuchtemessung liegen.
Einfache Feuchtemessgeräte sind manchmal ihr Geld nicht wert und zeigen falsche Messungen. Ich habe schon Unterschiede von über 30% RLF zwischen zwei nebeneinander liegenden Geräten erlebt.
Dann ist der Messort entscheidend. Die relative Luftfeuchte (RLF) ist ohne die dazugehörige Temperatur wenig aussagekräftig. Am besten sollte der Messpunkt da sein, wo die Feuchte sichtbar ist, also in der Nähe des Fensters bzw. der Außenwand. Damit sparen sie sich Umrechnungen.
Es kann nämlich auch möglich sein, das in Raummitte bei den o.g. Werten der RLF eine Temperatur von 23°C herrscht während am Fenster nur 13 oder 14°C sind. Das Ergebnis wäre eine RLF an dieser Stelle die zu Kondensatausfall führt.
Das kalte Fenster kann auf eine zweite mögliche Ursache hindeuten, ein defektes, undichtes oder ungenügend dämmendes Fenster.
Eine dritte Möglichkeit ist eine ungenügende Wärmedämmung der Laibungsflächen und ein nicht luftdichter Fenstereinbau.
Genaueres kann man nur nach einer Ortsbesichtigung sagen.

Viele Grüße
p.s.
Übrigens, haben Sie Blumentöpfe auf dem Fensterbrett?



1994?



Das ist lange her.
Heutige Fenster, vor allem mit beschichteter Dreifachverglasung, Isolieren viel besser.
Vielleicht sind die Dichtlippen der alten Fenster versprödet oder verhärtet, weil die Weichmacher im Dichtungsgummi ausgegast sind und deshalb nicht mehr hermetisch abdichten. Ob es sich noch lohnt, bei den alten Fenstern die Dichtlippen zu erneuern oder ob es überhaupt möglich ist, kann auf jeden Fall nur ein Fachmann erkennen.

Wie groß sind denn die Räume (Rauminhalt in m³)?
Wie Herr Böttcher mit seiner Frage schon sehr richtig implementierte, sind Blumen auf dem Fensterbrett in solchen Fällen passé. Ein automatisch geregeltes Zwangslüftungssystem ist auf jeden Fall eine gute Sache, am besten in Verbindung mit neuen Fenstern. Wie alt ist denn die Heizungsanlage und wieviele cm Dicke hat die Dämmung?



Auf Teufel komm raus!



Kaufen Sie neue Fenster, eine Zwangslüftungsanlage, dazu gleich eine PV-Anlage, damit die auch bei Stromausfall funktioniert, dazu gibt's noch genug Geld auszugeben um DANN ordentlich sparen zu können und KEINE Bauschäden mehr zu haben!
Vergessen Sie das Gerede von vernünftigen Strahlungsheizungen und gesetzlicher Luftwarmmachung.
Da gibt es sicher noch weitere gute Tipps um nicht den Kern anzugehen sondern immer an den Symptomen rum zu doktern!
Das macht man in der Medizin, der Psychologie und der Politik ja auch tagtäglich und was die Mehrheit macht - KANN ja nicht falsch sein!

Umdenken ist angesagt - nicht GLAUBEN!

Viel Erfolg

FK



Mit dem letzten Kommentar...



wird die Fragestellerin besonders viel anfangen können.

Bei dem geschilderten Phänomen ist das Fenster im Falz nicht mehr dicht. I.d.R. ist der Dichtgummi verschlissen. Es gibt Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, diese zu tauschen, oder Sie fragen einen Bautischler.

Grüße

Thomas





Hallo,

also ich habe mir mal die Dichtungen des Fenster angeschaut. Diese sind in einem finde ich sehr gute Zustand, weder porös noch gehärtet. Auch ist er ordentlich angebracht.

Blumentöpfe habe ich keine am Fenster.

Den elektrischen Hygrometer hatte ich schon vor das Fensterbrett gelegt und es beobachtet. Es ist immer schön brav zwischen 40 - 50%. Die Temperatur ist bei ca. 21 - 22 Grad. Mitten im Raum zeigt es immer ca. 30 - 33% an. Die Temperatur ist aber auch dort bei konstanten ca. 21 - 22 Grad.

Was das Anlaufen verhindert ist, dass herunterlassen von Jalousien. Logisch, schließlich bietet es dem Fenster Schutz vor der Kälte.

Einbau von neuen Fenster kommt leider aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Darüberhinaus sind die Fenster weder abgenützt oder sonst noch etwas. Die Holzfenster stehen in einem Topzustand wie am ersten Tag da. Es ist nichts irgendwie verbogen o. ä. Auch schließen tut es 1A.

Die Wohung hat ca. 80m2. Flur (Eingagsbereich) ca. 10 m2, Wohnzimmer ca. 15 m2. Essbereich getrennt vom Wohnzimmer mit eine Glaswand ca. 12 m2, Küche ca. 6 m2, Kinderzimmer ca. 12m2 und Schlafzimmer ca. 14 m2. Rest Bad mit Toilette ohne Fenster aber mit Lüfter (keine Schimmelprobleme)

Übrigens im Wohnzimmer entsteht kein Kondenswasser, obwohl wir dort genauso heizen wie die anderen Zimmer. Und dort haben wir sogar so einige Pflanzen auf dem Fensterbrett.





Nachtrag:

Die Heizungsanlage ist auch 1994 gebaut worden. Es wird per Fernwärme vom Nebengebäude bedient. Von ca. 00:00 Uhr bis 05:00 Uhr ist sie aus. Wenn wir daher vor dem Schlafgehen nicht Lüften ist es am schlimmsten in der Früh.

Wie dick die Dämmung ist kann ich nicht sagen, aber sicherlich ziemlich dick. Dann die Wohnung ist immer von sich auch lauwarm, egal ob man heizt oder nicht. Und im Sommer sehr kühl, auch wenn draußen Hitze ist.



Die Kondenswasserablagerung ...



...am Falz zeigt dennoch, daß genau da das Problem liegt. Das ist nämlich, bei funktionierender Dichtung, nicht der kälteste Punkt des Fensters. Ggf. fehlt der Dichtung die nötige Elastzität, um doch ganz dicht zu schließen, oder die Schließzapfen (bei Mehrpunktverriegelung) müssen nachjustiert werden.

Grüße

Thomas



Der von T.W.Böhme geäußerte Hinweis --



-- bezüglich des Nachstellens der Schließzapfen ist ein
Argument, dem man nachgehen sollte.
Alle namhaften Fensterbeschläge - Hersteller statten ihre
Fensterbeschläge mit exzentrisch gelagerten Schließzapfen
aus, die man nachstellen kann, um den Anpressdruck zwischen
Flügel und Blendrahmen zu ändern.
Bei manchen Beschlägen kann man dies sogar werkzeuglos vornehmen.
Auch das Drehkippband und das Scherenlagerband kann man
meistens mit Hilfe eines Imbusschlüssels nachjustieren.
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Allerdings kann nun nach mehr als 16 Jahren die Flügeldichtung ermüdet sein - und sollte ausgetauscht werden.
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Einfach einmal Fotos einstellen, wie die Schließzapfen und die Schließbleche (-teile) heute aussehen.
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Im Stulp der Beschläge ist immer ein Logo des Herstellers
eingeprägt, welches bei weiteren Fragen hilfreich sein kann.

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Grüße, A. Milling



Mit der Dämmung…



… scheint irgendwas nicht zu stimmen:
Wenn es im Sommer kalt im Haus ist, so ist das kein typisches Phänomen für gedämmte Häuser, desgl. müssten sie im Winter bei ausbleibender Heizung mehr auskühlen. Wahrscheinlich liegen massive Wände mit Speicherpotential vor. Ich würde dringend mal bei der Hausverwaltung um genaue Angaben zur damals verbauten Dämmung ersuchen. Wahrscheinlich ist nämlich die Maßnahme nach heutigen Kriterien weit unterdimensioniert.
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Da bringt es nicht mehr viel, an den veralteten Fenstern herumzuspielen, um sie evtl. wieder hermetisch dicht zu bekommen.
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Da ja offensichtlich mit einer Konvektorheizung geheizt wird, ist es natürlich relativ sinnlos, an bestimmten Stellen des Raumes die Luftfeuchtigkeit zu messen, da die erwärmte Luft und mit ihr die Feuchtigkeit durch den Raum rotiert. Logischerweise kondensiert die Luft an der kältesten Stelle, dem Fenster und zwar ursprünglich vollflächig. Da aber die Heizungsluft weiter oben wieder am Fenster entlangstreicht, wird die dort theoretisch kondensierende Feuchtigkeit gleich wieder "mitgenommen", ähnlich dem Gebläse bei der Autofrontsvheibe. Nur im toten Winkel des Luftzuges, nämlich der unteren Fensterkante, bleibt die kondensierte Feuchtigkeit am Fenster haften.
Ob eine Dichtlippe nicht mehr funktioniert, lässt sich mit einfachsten Hausmitteln, wie Kerzenflamme (Zugluft) herausfinden. Trockene Luft an sich ist keinesfalls unangenehm für die Lunge, sondern nur im Verbindung mit dem Staub, der bei solchen Heizungen mit durch die Luft geführt wird.
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Sinnvoller als ein Hygrometer wäre die Anschaffung eines Kontakt-Feuchtigkeitsmessegerätes für die Wände, ggf. auch eines Infrarotthermometers.
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Da das Phänomen nicht in allen Räumen vorliegt, liegen in den betreffenden Räumen größere Feuchtigkeitseinträge in den Wänden vor, wahrscheinlich durch die Dämmung am weiteren Austrocknen gehindert, das erklärt auch die Sommerkühle.
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Sollte das Fenster dicht sein (wovon ich ausgehe) oder aufgrund der Tipps der Altvorderen dicht zu kriegen sein, wird das Problem ja nicht wirklich gelöst, da die Feuchtigkeit ja weiter am kältesten Punkt, also nach wie vor wahrscheinlich Fensterunterkante kondensieren wird.
Ist eigentlich gut so, denn das Wasser kann man einfach abwischen, wogegen Feuchtigkeit in Zimmerecken oder gar hinter Schränken nicht so gut beizukommen ist, weshalb dort auch die üblichen Schimmelherde zu finden sind.
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Fazit: Das Problem liegt nicht am Fenster, es konzentriert sich dort nur im manifesten (bzw. -flüssigen) Sinne.

Welche Oberflächen haben Wände, Decken und Böden, womit ist verputzt worden? Welche Temperaturen und Feuchtigkeitswerte liegen an bestimmten Stellen der Wand (Decke, Boden) vor?

Selbst wenn sie durch den Einbau allerneuester Fenster mit noch besseren Dämmwerten (Entgegen den vollmundigen Versprechungen der Industrie ist allerdings ab einem bestimmten technischen Level kaum noch Potential drinne, jedenfalls nicht im Verhältnis zur Investition) die Kondensation abstellen, haben sie trotzdem bzw. dann erst recht das Lüftungsproblem, da beißt die Maus sich in den Schwanz.



Wasser schlägt sich am kältesten Bauteil nieder.



Wenn Sie die Fenster wärmer kriegen, dann passiert das Kondensieren vielleicht woanders und mach das Feucht - vielleicht in kalten Wandecken. Wärmere oder dichtere Fenster werden ihre Heizkosten nicht messbar senken.

Solange der untere Fensterrahmen nicht das Schimmeln anfängt, würde ich das nicht als negativ ansehen.

Wenn man einmal am Tag das Kondenswasser wegwischt, dann ist die Raumluft etwas entfeuchtet worden. Mein Fenstermonteur hat schon viele dichte Schimmel-Wohnungen gesehen und sogar den Einbau eines Fensters pro Raum mit Einfachglas empfohlen - Als Sollkondensationsfläche...

Soweit meine Eindrücke dazu,

Johannes





Hallo,

bei älteren Fenstern mit u-Werten um 2,8 (die in der Glasmitte gelten)ist der Dämmwert im Bereich des Randverbundes mit metallischen Abstandhaltern viel schlechter, er reicht hier an Einfachverglasung heran. Deshalb ist der Kondensatausfall hier einigermaßen normal.
Nachdenken würde ich erst bei neuen dreifach verglasten Fenstern mit Kunststoff-Abstandhaltern.
Eine Lösung dieses und weiterer Probleme erreichen Sie tatsächlich mit einer einfachen feuchtegeführten Wohnraumlüftung (Abluftanlage).

Grüße vom Niederrhein





guter Herr Herbst, Ihren Fenstermonteur würde ich die Tür weisen.

Holzfenster aus dem Jahr 1994 sind noch lange nicht veraltet und sollten noch lange ihren Dienst tun. Sie sollten keinesfalls anlaufen.
Es gilt hier die Ursache zu finden statt gleich zu raten die Fenster auszutaschen oder Lüftungsanlagen einzubauen oder gar das Fenster als Sollkondensationsfläche zu bewerten.

Zunächst sollten die betroffenen Fenster auf ihre tatsächliche Dichtigkeit hin überprüft werden. Das Kondensat fällt in der Fuge aus und nicht am Glas. Sowohl die Beschreibung des Schadensortes als auch der Hinweis, dass nicht alle Fenster betroffen sind deuten auf eine Undichtigkeit hin. Undichtigkeiten können aus einem Verziehen der Fenster, einer verstellten Mechanik oder einer versprödeten Dichtung resultieren.
Es liegt keine "Sollkondensation" vor. Entgegen der Meinung des Suaheli-Lehrers sehe ich es als durchaus negativ an wenn der untere Rahmen des Holzfensters feucht wird.

Wie werden die Räume genutzt in denen die Schäden auftreten? Schlafzimmer, Bad?

Zusätzlich könnte auch noch die Raumfeuchte mit einem alternativen Gerät überprüft werden ob dieses ähnliche Werte anzeigt. Interessant wäre auch, wie sich diese Werte im Tagesverlauf verändern, gerade dann, wenn eine Nachtabschaltung im Spiel ist. Welche Temperatur herrscht kurz vor Ende der Nachtabschaltung? Kannst Du die Oberflächentemperatur der Wand, der Laibung und des unteren Fensterrahmens im Schadensbereich ermitteln?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Alle Antworten, ...



... die das Lüftungsverhalten der Bewohner geißeln, sind doch vollkommen sinnlos. Der TE schreibt ja, dass mit intensivem Lüften dem beschriebenen Problem beizukommen sei, dies jedoch keine Lösung darstelle, weil dem intensiven Lüften wieder entsprechendes teures Heizen entgegensteht.

Abgesehen davon: Was passiert denn in Deutschland dem Land der schmerzenden Rücken, wenn man mal in einem Bus, Bahnabteil oder Seminarraum ob der verbrauchten Luft das Fenster aufmachen will? Aus der Tiefe des Raumes schallt es unisono "Fenster zu, es zieht!", "Es ist noch keiner erstunken, aber viele sind erfroren!" etc.

Was soll es außerdem bringen, mit noch exakteren Geräten die Raumluft zu messen? Solange die Feuchtigkeit hoch genug ist, kondensiert es, basta! Wo soll die Feuchtigkeit denn sonst hin? Sich ins Nichts auflösen, nur weil man jetzt 3-fach-verglaste Superisolierfenster mit allerbesten U-Wert für viel Geld eingebaut hat?

Nein, so kommt man dem Problem nicht bei.





@Schwarzwild

Du hast die eigentliche Antwort vergessen ;-(



Ähhhmmm...



... nein!

(s.o.)

Bei mir kondensiert das Wasser auch am unteren Fensterrand, eben genau im toten Winkel der aufsteigenden warmen Heizungsluft. Muss halt regelmäßig abgewischt werden, kein Problem!
Ich lebe und arbeite in einem ehemaligen WKII-Hochbunker mit 2m dicken Betonwänden, auf denen sich allerdings ein dünner Kalkputz befindet. Raumluft ist angenehm, im Sommer kühl, im Winter mild, Energieaufwand äußerst niedrig, aber als ich z.B. ein Sofa mit dem Rücken direkt an eine Außenwand stellte, gab es nach recht kurzer Zeit Stockflecken. Da die alten Drägerventile nicht mehr funktionieren und neue Lüftungen oder gar eine Klimatisierung bei der Wanddicke zu aufwändig wären, bin ich doch froh, wenn die etwas kühleren Fenster (6 Jahre alt und nach damals neuestem Stand der Technik) durch Kondensation noch Feuchtigkeit aus der Luft herausziehen.





Wenigstens das Nebensächliche macht riesige Fortschritte.



Was man über Raumklima wissen sollte.



Um zu verstehen, warum Kondenswasser sich bildet, hier mal ein paar Daten:
für uns Menschen sind 7 Gramm Wasser auf ein Qubikmeter Luft ideal, das sollen jetzt mal meine Berechnungsgrundlage sein, um hier kein Roman zu schreiben.
bei 16 °C würde dann 53% RLF ideal sein, freies Wasser bildet sich bei ca. 6,5°C
bei 18 °C würde dann 45% RLF ideal sei, freies Wasser bildet sich bei ca. 7°C
bei 21°C würde dann 37% RLF ideal sei, freies Wasser bildet sich bei ca. 9°C
Normalerweise sollte in einer beheizten Wohnung mit 20 °C kein Baustoff im Haus unter 12,6 °C kommen.



Ähhhmmm...



...es ist gar nicht dasselbe, ob Kondensat im Falz anfällt (wie beim Fragesteller) - dann ist das Fenster im Falz undicht. Ober aber Kondensat auf dem unteren Querholz des Flügels anfällt. Im letzteren Fall ist die Wärmebrücke (Aluprofil) im Inneren der Isoscheibe verantwortlich. Das ist nicht so ganz zu vermeiden, wenn's kälter wird. Es gibt wohl auch schon Abstandshalter als Kunststoff.

Grüße

Thomas



Selbst wenn…



… die Gummilippe der Falz absolut dicht ist, so ist die Falz auf jeden Fall das Einfallstor der Kälte, denn was ist schon ein bisschen Gummi gegen dickes Holz oder Doppelglas? Klar, dass das Metall der Scheibeneinfassung dazu noch sein Übriges tut, um den ganzen Bereich in eine Kältezone zu verwandeln.



Schweres Sprache Deitsch!



Wenn "die Gummilippe DES FalzES absolut dicht ist, so ist DER Falz" so dicht, daß das Fenster und damit das Haus auch einen Blower-Door-Test besteht und auf keinen "Fall das Einfallstor der Kälte"

Davon überzeugen kann man sich z.B. mit einer Wärmebildkamera.

Grüße

Thomas



Rheinischer Sprachfehler



Okay, der Falz. 1:0 Hast Recht. Es ist nur so, dass ich seit über 25 Jahren die Schwarze Kunst ausübe, und in unserer Gegend sagt der Kunde >die< Falz, wenn das Papier an einer bestimmten Stelle geknickt werden soll. Ich hätte es natürlich im Duden verifizieren können, aber was soll's, wenn ich in Bayern beim Bäcker ein Brezel bestelle, kommt auch meist schnippisch einE Brez'n zurück, von "Guten Tag" und "Grüß Gott" mal ganz zu schweigen…
---
Was Punkt 2 angeht, gibt es jetzt aber das Remis:
Auch wenn die Fenster den Blastürtest bestehen weil das Gummi dicht hält, so ist ein wenige Millimeter dickes Gummi ja wohl weniger gut isolierend als alles andere, da braucht es noch nicht einmal Luftdurchtritt, um die kälteste Stelle zu sein. Nach Deiner Logik könnte man dann ja ein Loch in die Wand kloppen und mit einer Plastikfolie zukleben. Der Gebläsetest würde wohl bestanden werden, aber trotzdem wird die dünne Folie die Kälte nicht draußen halten.



nach



den vielen technischen Erörterungen müssten DDR-Holzverbundfenster ohne Dichtung im Winter zugefrieren. Bisher nur im Bad bei von der Glasscheibe ablaufenden Kondenswasser erlebt. Undichte Fugen hatten kein Kondensat zur Folge - so meine Feststellung.
Ich vermute, daß die Wände ev. so Dicht sind, daß alles über die Fenster raus muß. Außerdem ist mit die Beschreibung der
"Fuge unter zwischen Fenster und Rahmen" etas zweideutig. Das
könnte eben auch auf ablaufendes Kondesat hindeuten. Aber 40% Luftfeuchte wäre wirklich nicht viel.



Manchmal...



...zitiere ich mich auch selber:

"Davon überzeugen kann man sich z.B. mit einer Wärmebildkamera." Nur zu!

Eine Dichtung erzeugt stehende Luftschichten im Falz, wenn sie denn dicht ist. Das ist mit einer Folie im Mauerloch nicht zu vergleichen. Kondensatausfall wird aber in sichtbaren Größenordnungen durch defekte Dichtungen hervorgerufen. Weil dann die Luft eben nicht steht. Ansonsten ist nicht der Falz, sondern die Oberseite des unteren Rahmenquerstückes der kälteste Punkt, des aluminernen Abstandshalters wegen.

Grüße

Thomas



@ Olaf



Die benamsten Fenster waren (optimalerweise) so passend, daß Flächen an Flächen gedrückt wurden, und sie konnten und können durchaus recht dicht sein.

Wenn man sich den Querschnitt eines (z.B.) IV68 - Fensters ansieht, fällt sofort auf, daß das Prinzip der Abdichtung durch passend geformte Profile aufgegeben wurde. Die Dichtfunktion übernimmt allein die mehr oder weniger passende elastische Dichtung. Ist in den Ecken der Dichtung die Schweißnaht knotig, schleift es schon von Anfang an. Ich hatte unlängst eine Baustelle zum Fußbodenölen, mit neuen Fenstertüren. Da lief es an den 4 unteren Außenecken aus dem Fensterfalz auf den Boden, aus genau diesem Grund. So grottenschlecht waren die Verbundfenster gar nicht, wenn sie ordentlich gebaut wurden.

Grüße

Thomas



Zitieren, jaja…



Was wissen wir denn überhaupt?

• Das Gummi ist offenbar in Ordnung

• Gibt es trotzdem Zugluft, evtl. wegen verzogener Fenster, ist überhaupt mal der einfache Kerzentest gemacht worden? Nein!

• Ist ein Wärmebild gemacht worden? Natürlich nicht!

• Ist mit einem speziellen Gerät mal die Temperatur und Feuchtigkeit an verschiedenen Stellen der Wand gemessen worden? Nein!

• Ist die Raumluftfeuchtigkeit mal mit einem anderen Gerät gemssen worden? Nein (warum auch?)

• Ist jemals die Beschaffenheit der Wände (Dispersionsfarbe? Tapete? Welcher Putz?) geklärt worden? Klaro: Nein!

• Das Aluprofil der Thermopanescheibe ist umlaufend, warum gibt es nur unten Kondensat? Dazu hat T.B. bestimmt auch eine Erklärung parat, und sei es nur um meine o.g. zu widerlegen.

• Wurde schon das verwendete Heizsystem thematisiert?

• Ist überhaupt schon eindeutig geklärt, wo genau das Kondensat auftrat? Wie auch schon anderweitig erwähnt, ist die Beschreibung ein wenig uneindeutig. Wenn es tatsächlich durch die Ritzen zieht, warum wird davon nicht alles ausgetrocknet? Es wird ja auch empfohlen, sogar bei kaltem Regenwetter zu lüften, selbst dann sei die Luft trockener als an warmen Tagen.

Ist schon recht cool, was man alles so in den luftleeren Raum hinein interpretiert, passt aber ganz gut zur Parameterarmut neuerlicher Referenzwerte.



steht doch da:



"wo die Fuge unter zwischen Fenster und Rahmen ist."

Das betrachte ich als eindeutig.

Ein optisch intakter Dichtgummi (wovon sollte der auch zerreißen?) kann trotzdem nicht mehr richtig abdichten, aus den oben genannten Gründen.

Aus der konkret benannten Kondensationsstelle lässt sich klar die Problemzone lokalisieren. Putz-,Farb, oder Heizsystembetrachtungen erscheinen mit an diesem Punkt überflüssig.

Obwohl das den Fragesteller vermutlich nicht interessiert:

" Das Aluprofil der Thermopanescheibe ist umlaufend, warum gibt es nur unten Kondensat? Dazu hat T.B. bestimmt auch eine Erklärung parat, und sei es nur um meine o.g. zu widerlegen."

Ich lese mir jetzt ganz gewiss nicht den ganzen Wulst noch 'mal durch um zu wissen, welche Meinung ich nun widerlegen soll. Auf dem unteren Fensterschenkel kondensiert das Wasser zuerst, und erst später auch an den unteren Seitenflächen, weil dort die wenigste Zirkulation besteht und somit am wenigsten Wärme hintransportiert wird. Dieses Profilteil ist sozusagen im "Windschatten".

Grüße

Thomas



Teelicht vs. Infrarotkamera



Könnt ihr Fensterspezis dem Fragesteller nicht mal nen Ratschlag geben wie er selber die Undichtigkeit der Gummilippe
überprüfen könnte?

Grüße Martin



Rundumfürsorge?



Die Sache mit dem Teelicht ist doch einfach herauszubekommen. Einsatz besonders sinnvoll bei Sturm.

Das Flackern vieler Kerzen auf der Fensterbank kommt aber von der Heizung. Ein HK unter dem Fenster müsste somit kalt sein.

Grüße

Thomas



Nö!



Aber immer auf der Suche nach dem einfachen.

Fenster haben wir hier auch in der Bude...

Grüße Martin



Entschuldigen Sie aber ich zweifel an den Werten



Sehr geehrter Yeter2,
irgendwas stimmt da nicht mit den Werten. Wenn Sie bei 22°C 40-45 % Luftfeuchte diese Kondensation an den Fenstern haben müssten in Ihre Scheiben zwischen 7,8° und 9,5° C kalt sein. Ich selbst wohne und arbeite in einer Wohnung die etwa dem Baujahr ihrer Wohnung entspricht (1991) und die Fenster sind auch aus dem Baujahr.
Ich habe ein Haushaltshygrometer das zeigt 22,0° C und 33% Luftfeuchte an, mein Hygrometer für meine Sachverständigentätigkeit zeigt 22,5° C und 51,5 % Luftfeuchte an.
Wenn man davon ausgeht das Ihr Haushaltshygrometer genauso falsch geht wie meins haben sie hochgerechnet eine Luftfeuchte 65 - 73 % Luftfeuchte. Da würde es an den Fenstern kondensieren wenn die Scheibeninnenoberfläche zwischen 15,1° und 16,9° C warm sind. Habe gerade meine Innenseite gemessen die 17,7° C warm ist.
Soviel zu Messgeräten aus dem Baumarkt!





@Bausachverständiger

Immer schön die Fragen durchlesen, das iss das A und O einer Ferndiagnostischen Schadensanalyse.

In der Frage hieß es sinngemäß:
…Leider bildet sich Kondenswasser. Dies fängt dort an wo die Fuge Fenster und Rahmen ist.
An anderen Stellen ist nichts.


Grüße



RE:@ Bausachverständiger



Ich habe die Frage sehr wohl gelesen und genau deswegen bezweifele ich dass sich an dem Fenster an besagter Stelle Kondensat bildet wenn die Werte stimmen die gemessen wurden.
Auch ein Fenster von 1994 sollte nicht so schlecht sein das der Taupunkt erreicht wird bei den angegebenen Werten.
Auch wenn ein Messgerät schön blinkt und leuchtet ist der Messwert immer zu hinterfragen.
Kann das sein was ich da messe? Ist die wichtigste Frage die man sich stellen sollte.
Im übrigen habe ich erst jetzt gesehen das ein anderer schon die Messwerte bezweifelt (siehe 1. Antwort)



So eine Fenstersanierung...



... erfordert sehr sorgfältige Planung. Am besten sollten sie einen Fachmann fragen.





Wen interessieren den die Klima Werte des Raumes bzw. der K-Wert des Fenster wenn es an der Fuge zwischen Fensterflügel und Rahmen schimmelt?

Da ist, und das wurde auch schon mehrfach gesagt, scheinbar die Dichtung im Eimer.



Richtig,



weil die Kondensation im Falz ganz wesentlich von der Temperatur UND der Menge der durchströmenden AUSSEN - Luft beeinflusst wird.

Grüße

Thomas



Herr Stuve



Entschuldigen Sie bitte, aber da es nun mal leider so ist aus Naturwissenschaftlichen Gründen das die Feuchte der Luft nur an Baustoffen kondensiert die kalt genug sind.
Aus diesem Grund ist das Raumklima und die Oberflächentemperatur der einzelnen Bauteile sehr wohl von Interesse.

Wenn Sie ein anderes Naturgesetz erforscht haben informieren Sie mich bitte darüber.

Mit freundlichem Gruß Jürgen Wegener





Ach so iss dass.
Können Sie mir da ein Buch empfehlen das ich mich ein bisschen belesen kann?
NGB (Natur Gesetz Buch) oder so?

Wenn ich groß bin will ich nämlich auch mal SV werden ;-)



In der 6. Klasse aufpassen hätte geholfen



Sehr geehrter Herr Stuve, unser Streit bringt den Fragesteller nicht weiter - wenn Sie weiter diskutieren möchten biete ich Ihnen an entweder mir persönlich zu schreiben oder wir machen einen neues Thema über Kondensation und Luftfeuchte auf.

Freue mich schon darauf.

Mit freundlichem Gruß Jürgen Wegener

Auf weitere Kommentare werde ich nun nicht mehr antworten - ausgenommen in einem neuen Thema





iss doch alles ganz einfach Herr Wegener.





schön hinhören, der iss schon 14 Jahre dabei ;-)



Erschreckend,



einfach erschreckend...

Es gibt, ähmmm, ein Spezialforum, wo arrogante Sachverständige fast unter sich sind.

Herr Wegener, wenn Sie mögen, dann lesen Sie doch das struvesche Posting noch 'mal. Sie stellen dann vielleicht fest, daß sie hier etwas zu widerlegen versuchen, was gar nicht behauptet wurde.

Grüße

Thomas