Fensterleibung

26.04.2010



Guten Abend Foris,

nach Abschlagen des alten Kalkputzes in unserem zukünftigen Badezimmer kam an der oberen,inneren Fensterleibung dieser Bogen zum Vorschein, der mit diversem Gibs,Zement und Ziegelabschlägen "zugemauert" wurde.
Meine Frage richtet sich jetzt auf den Sinn dieses Bogens,-
* war oder ist er als reine "Zierde" gedacht gewesen, den man im Rahmen einer Sanierung einfach zugeschmiert hat, oder
* Waren hier mal auch Fenster mit passendem Oberbogen geplant?
* oder dient er der Verbesserung der Statik?
Danke schonmal im Vorraus für Eure Antworten

----> des weiteren kann man auf dem Bild auch ganz gut den Zustand des Fugenmörtels erkennen; Die Steine sitzen alle fest und ich will die Wände mit Lehm verputzen-soll ich hier trotzdem nachfugen? Wenn ja", mit welchem Mörtel?

Danke und allen einen schönen Abend noch..

Patrick Bormann





Der Stichbogen dient als Sturz und verteil die Lasten am Fenster vorbei. Das Untermauerte Konglomerat an Gips und Stein kannst du raus hauen und somit deiner Fensternische den ursprünglichen Charakter wieder geben. Was ich vom Mauerwerk sehe ist sehr gut. Staub runter, ordentlich vornässen und lehm zweilagig drauf. Armierung an stellen wo Spannungen auftreten können.

Mit freundlichen Grüßen
www.lehm-bau-kunst.de



Solche



Ausmauerungen waren manchmal von Anfang an vorhanden, so beispielsweise hier in Wien bei allen Türen. Ein klassischer Fall von "kann sein, muß aber nicht". Eventuell war das Gewölbe auch ursprünglich innen im Raum sichtbar und nur über dem Fenster selbst ausgemauert, kam auch vor.



Das Fenster muss ja wirklich nicht original sein...



... vielleicht kannst Du in der Nachbarschaft oder im Gemeidearchiv alte Ansichten ausfindig machen. Könnte gut sein, dass Du dann den Bogen wieder siehst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Entlastungssturz



Hallo,

"Kann sein, kann nicht sein" ist die Antwort, die mir am besten gefällt. Es kann nämlich sein, dass nur rechteckige Fenster geplant waren, es hierzu aber dieses Entlastungsbogens bedurfte. Darauf deutet das gleichmäßige bauzeitliche Material nämlich hin.

Grüße vom Niederrrhein



und



meine Erfahrung im Altbau (Sachsen) sagt mir, dass innen oftmals ein Bogen statt eines Sturzes aus Kostengründen verwendet wurde. Außen war zwar auch ein Bogen, doch war der durch ein gerades Naturstein- oder Betongewände nicht zu erkennen. Die alten Kastenfenster hatten aber innen einen breiteren Blendrahmen, der der Bogenform angepasst wurde. Beim Austausch durch TGL-Fenster war eine Rahmenverbreiterung oftmals nur als Sonderanfertigung möglich und da wurde mit Mörtel/Steinresten improviesiert. Jedenfalls ist das bautechnisch ohne Bedeutung und wird sich wohl mittel ein paar Hammerschläge gut rückbauen lassen.
neues Fenster mit breiteren Rahmen bestellen - dann ist weniger Arbeit beim Putzen - oder die Methode der Vorgänger wiederholen. Aber nicht mit Lehm zum Maueren!