Altbaufenster austauschen ? Sanieren ? Selbermachen ?

26.01.2005



Hallo.
Wir haben eine ca. 1890 gebaute Villa gekauft. Es ist zwar kein Fachwerkhaus aber ich hoffe, dass uns hier trotzdem geholfen werden kann, da ich im Interetn bisher kein vergleichbares Forum gefunden habe.
Das Haus ist noch mit alten Holzfenstern ausgestattet, die an allen Ecken und Enden ziehen wie Hechtsuppe und im Treppenhaus bläst es einem trotz geschlossenem Fenster kräftig entgegen. Die Vorbesitzerin hat sich mit dicken Vorhängen geholfen, das ist uns aber zu dunkel.
Da unser Budget eher klein ist wollen wir die Fenster nach und nach erneuern, am besten in Eigenarbeit. Nun gibt es hier zwei Lager: Die Austauscher und die Restaurierer.
Nach einigem Stöbern bin ich auf die Homepage von Konrad Fischer gelangt, der ja vehement gegen das Austauschen wettert. Andererseits gibt es ja diverse Wärmeschutzverordnungen und Energiespar-Argumente denen man sich schlecht entziehen kann.
Hat hier jemand Erfahrung (speziell beim Selbermachen) oder kennt einschlägige Webseiten, die mir weiterhelfen ? Dafür wäre ich sehr dankbar - mit einer Rolle Tesamoll ist es ja anscheinend nicht getan...



Selber machen



bei Fenstern ist sicher eine schwierige Sache. Das Aufarbeiten alter Fenster ist schon für einen Handwerker keine leichte Sache.
Ich glaube man sollte austauschen oder alternativ (abhängig von der Qualität der alten Fenster) ein zweites dahinter setzen.



Einfach- oder Kastenfenster



ist hier die Frage. Um die angegebene Bauzeit wurden in Villen eigentlich schon solide Kastenfenster zumindest in den Wohnräumen eingesetzt.
Wieviele Glasebenen haben Ihre Fenster und wie sind die Fenster vom Flügel her aufgeteilt? Können Sie vielleicht ein Foto einstellen oder mailen?

Wenn die Holzsubstanz der Fenster noch in Ordnung ist kann ein Aufarbeiten und Ergänzen auch eine preiswerte Variante sein.
Mit neuen Isolierglasfenstern holen Sie sich meist mehrere Folgeprobleme in Ihr Haus. (erhöhte Luftfeuchte durch Absenken der Luftwechselrate, Schimmelbildung, Lärmschutz .....)
Sollte es doch zum Austausch kommen, sollten sicher auch mehrere Ausführungsvarianten zur Diskussion stehen - Kasten-, Verbund- oder Isolierglas.

Bei Bedarf bin ich Ihnen gerne bei einer Entscheidung behilflich.

Mit winterlichen Grüßen aus Weimar

Holger Schmidt-Schuchardt



Wenn möglich erhalten !



Ich stehe(stand) an dem gleichen Punkt . Außen habe ich die original Fenster von 1905 und Innen wurden in der Belletage und anderen (oft) genutzten Räumen Vorsatzfenster eingebaut . Ich arbeite die gut erhaltenen Fenster auf und lasse ein paar Innen - Vorsatzfenster nachbauen . Der Reiz dieser alten Fenster kann kein Neues bieten zumal dann meistens auch viel Fensterfläche für breite Rahmen verschwendet wird . Die Aufarbeitung ist sehr zeitaufwendig ,doch ich bin der Meinung es lohnt bei gut erhaltener Grundsubstanz .
Im übrigen gibt es mittlerweile kaum noch Villen mit original Fenstern .



Leider



sind hier noch keine Kastenfenster o.ä. eingebaut worden. Es handelt sich hier um stinknormale einfachverglaste Holzfenster, grösstenteils eingeteilt in 3 Elemente (2 Flügel, 1 Klappe oben). Dann wären da noch 3 vertikale Schiebefenster, und zwei Fenster und eine Balkontür wurden auch schon gegen Kunststoff getauscht und sind sehr hässlich. Die Substanz scheint in Ordnung zu sein, es zieht halt stark (daher der Satz mit dem Tesamoll).
Bilder hab ich davon noch nicht, das wird wohl auch noch dauern, weil ich der alten Dame, die da bis Mai noch wohnt nicht auf den Geist gehen will (es fällt ihr so schon sehr schwer, ihr geliebtes Haus zu verkaufen und sie soll sich in Ruhe verabschieden).
Zum Selbermachen ist zu sagen, dass ich schon mal Schreiner gewesen bin. Das ist zwar lange her und ich habe ausschliesslich Möbel geschreinert (was ich über Fenster weiss ist also etwas älteres Berufsschulwissen) aber ich verfüge über Werkzeug, Geschick und den einen oder anderen Exkollegen (die aber allerdings auch mehr über Schränke als über Fenster wissen). Ich bedanke mich schon mal für die bisherigen Antworten und ich würde mich freuen, wenn sich jemand der was von Bauphysik versteht zu Konrad Fischer äussern könnte. Denn der scheint auch nicht viel von nachträglichen Einbauten wie z.B. Kastenfenstern zu halten. Hmmm...kopfkratz...



moin , die frage ist ja immer ..



..was bringt`s ?!
Austauschen heisst natürlich Löcher reissen in Fassade und Geldbeutel und , wollen wir mal ehrlich bleiben , gegen paar dichte und schöne Fenster in neu kann man lange anheizen mit den alten ..
Von der Zufriedenheit her , sprich Wohnkomfort , Spritverbrauch und Ärgernis sind zumindest diejenigen ,denen wir neue Fenster verschafft haben die glücklicheren ..
Innen(vorsatz)fenster haben auch ihre Tücken : Erstmal muss das Aussenfenster doch erst aufgearbeitet werden , dann der Preis fürs Innere und zudem , so gehts mir oft :Richtig schön find ichs meist nicht mit 2 Flügeln hintereinander , zudem in der Handbabe nicht so leicht ..
Ergo gälte es Fenster zu finden , die sich stimmig einfügen und dazu ein modernes Quantum an Dichtigkeit und Behaglichkeit mitbringen , zudem verlangt Ersteres unsere EnEv ..
Das der Streit um Dichtigkeit bei den Baufüsikern und- filsofen heftig tobt , hilft hier nicht viel : Bei Dampfdruck von innen nach aussen , bleibt nix als die Fenster leidlich dicht zu kriegen ..
ups , wollte hier keine Tiraden halten
schönen Gruss in die alte Heimat
Jürgen Kube



Altbaufenster



Liebe Hausbesitzer
Ein Altbaufenster ist das Schönste, was man in seinen eigenen vier Wänden haben kann und es gibt immer einen Weg der Substanzerhaltung.
Mit ein wenig Geschick, Dichtleisten,neuen Scheiben,Verbblendungen u.s.w.läßt sich das Problem sicher in den Griff bekommen.
Die ollen Kunststofffenster raus und vom Tischler Originale nachbauen lassen.



Altbaufenster - aufarbeiten oder austauschen - Ästhetik und Preis



Hallo,
ich habe auch ein altes Haus (Bauernhaus von 1905) erworben (Backsteinbau, Teilfachwerk), in dem sich leider Fenster unterschiedlichster Struktur befinden:

1. Die originalen zweiflügeligen Holzfenster mit Viertelrundbogen möchte ich der Optik wegen unbedingt erhalten. Mit Abbeizen und ordentlichen Anstrichen werden die wieder. Das Einfachglas ist sicher nicht wärmedämmend.
Gibt es eine Möglichkeit der nachträglichen Isolierung?

2. An der Vorderfront haben die Vorbewohner die Rundbögen rausgekloppt und rechteckige Fenster eingesetzt. Die Fensterstürze wurden leider mit Beton gemacht (eine ästhetische Sünde). Aber die Fenster sind immerhin aus Holz und doppeltverglast. Sie sind mangels vernünfiger Heizung, durch Feuchtigkeit etc. schwergängig bis kaum bedienbar (Dreh-Kipp DDR-Technik vor ca. 40 Jahren). Lohnt sicht eine Reparatur? Mit welchen Kosten muss man rechnen?

3. Aus Kostengründen überlege ich, ob man die vorhandenen einflügeligen Holzfenster zwecks der optischen Gesamtwirkung nachträglich mit Sprossen versehen könnte. Habe da mal was gelesen von Sprossenrahmen oder so. Hat da jemand einen guten Tip?

Ursprünglich wollte ich ja alle Fenster austauschen lassen, aber da hier fast jedes Fenster ein anderes Maß hat, sprengt das mein Budjet. Deshalb diese Überlegungen. Und außerdem habe ich gelesen, dass Isoglas in Altbauten nicht unbedingt immer die beste Lösung sein soll (von wegen des Sauerstoffaustauschs und Feuchtigkeitsabzugs etc.)
Die Fensterrahmen dürfte man doch auch bei alten Fenstern dicht kriegen mit geeignetem Material (z.B. Hanf, Lehm), oder?





In Berlin gibt es Firma die verleiht eine Fräsmaschine und
verkauft entsprechende Dichtungen .Suche unter Hanf



Villenfenster



Ich bin ein Tischler aus Berlin und bin absolut gegen einen Rausriß, es sei denn,Sie haben in der Villa nur Einfachfenster.
Doppelkastenfenster lassen sich immer herrichten und abdichten.
Die Kosten sind zudem geringer als beim Kauf von neuen Fenstern.
Außerdem hat es etwas Ursprüngliches und das Raumklima bleibt gesund.
MfG
Dilger



Die vorhandenen Einfachfenster...



...sollten schon sehr gut in Schuß sein, um über eine Ertüchtigung durch ein zweites, IV-verglastes Fenster dahinter nachzudenken. Ökonomischer wäre vermutlich der Austausch. Dann haben Sie allerdings das Problem einer möglichst ähnlichen Gestaltung, und ggf. ein Kondenswasserproblem in den kalten Ecken. Über die Beheizung und Lüftung sollten Sie in diesem Zuge auch nachdenken.

Die Propagierung des Einfachfensters bei Konrad Fischer liest sich wunderbar, solange man seine eigenen Erfahrungen völlig außenvor lässt. Ich habe die Vermutung, daß nur unterdurchschnittlich wenige Menschen der Meinung von Konrad Fischer sind.

Grüße

Thomas



machen sinn



Nu hackt mal nicht alle auf den Herrn Konrad Fischer rum,
Der hatt generell schon recht. Seine gelungenen Projekte geben Ihm Recht.
... und einfach verglaste Fenster als Sollkondensatfläche machen zumindest in Bad, Küche und anderen feuchten Räumen unbedingt Sinn (!) man muß natürlich auch regelmäßig die Fensterbretter auswischen (!!)
Ich rate übrigens auch zum Erhalt alter Bausubstanz (auch Fenster) wo es nur geht ... "ALTER ist durch nichts zu ersetzen"



Unsinn...



...wird nicht weniger unsinnig, wenn damit ein steinalter thread reanimiert werden soll. Wer zu Faul zum Lüften ist, braucht natürlich "Sollkondensatflächen". Dafür darf er dann besonders fleißig beim heizen und wischen sein.

Der Herr Fischer war hier gar nicht beteiligt. Es langweilt auch enorm, den abwesenden Herrn ständig am Bart übers Podium zu zerren.

Grüße

Thomas



und doch



Erstens wurde der Herr Fischer bei Dieser Discusion hier mindestens zweimal erwähnt und Zweitens habe ich mit keiner Silbe mitgeteilt, dass das Lüften unterbleiben soll ... weiterhin hat eine permanente Luftzirkulation bei "undichten" Fenstern auch Vorteile gegenüber der angepriesenen "Stoßlüftung" ...

Fichte



Auch das...



...ist angelesener Unsinn. Dann schimmelt es eben im Falz, weil dort das Kondensat ausfällt. Von den Wärmeverlusten ganz zu schweigen.



Oho



Na da fühlt sich aber jemand sehr schlau ... er unterstellt mir fehlende Praxiserfahrung ohne mich zu kennen ...
Er kann mir glauben ... ich habe genau diese Erfahrungen an diversen Altbaufenstern (und eben auch den ach so tollen vakuumdichten Plastikfenstern) gemacht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

der dumme nur angelesene Fichte



Auch Randfichten...



könnten dazulernen :-)

Ich beurteile Sie mithilfe dessen, was Sie hier schreiben.



aha



Gäääähn ... ich beende hiermit, das schweift eh zuweit ab ... ach ja, und immer schön dicht bauen und alles schön zustopfen

Fichte



Altbaufenster austauschen - was ist vernünftig?



Hallo,
zu diesem Thema hatte ich 2005 die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, original alte Fenster (Rundbogen) zu erhalten und irgendwie zu dämmen. Inzwischen habe ich schon lange die alten Fenster durch Maßanfertigungen ersetzt: Holzsprossenfenster für die Bauästhetik, moderne Doppelverglasung mit Lüftungsautomatik. War gar nicht mal so teuer.
Die Wärmedämmung ist enorm, ebenso die Geräuschdämmung. Aber anfangs war an den fensterseitigen Wänden plötzlich erhöhte Feuchtigkeit und sogar Pilzbefall. (Als hätte sich das alte Haus erst an die neue Baubiologie gewöhnen müssen ....)

Das habe ich (ohne Chemie) in den Griff gekriegt. Ich glaube, die neuen Fenster waren eine gute Entscheidung. Nur im Bad bildet sich manchmal Kondenswasser zwischen den Scheiben.
Lüftung und Abwischen des Rahmens und der Fensterbretter muss man wohl bei jedem Fenster machen.





Und haben Sie eine Energie Einsparung bemerkt?
Was haben Sie denn mit Ihren alten Fenster gemacht?
Haben Sie Fotos von vorher und nachher?


MfG


André



Wie...



... haben Sie es denn in den Griff gekriegt, oder hat das Haus als Quasi-Organismus Ihnen durch Gewöhnung an die neuen Fenster die Arbeit abgenommen?