historische Fenster aufarbeiten / dämmen

25.02.2010



Hallo zusammen,

ich besitze größtenteils einfachverglaste Fenster (2-flügelig, mit Oberlicht), Haus von 1897 und möchte diese gerne Aufarbeiten und Abdichten / Wärmeschutz verbessern - hier stellt sich jetzt halt die Frage nach dem wie.

Die Substanz ist auf jedenfall erhaltenswert.

Ich habe im Internet einiges zu Vorglasfenstern und einfräsen einer Silikondichtungsfuge gelesen. Dies könnte ich mir gut vorstellen.
Kastenfenster ist ein no-go aufgrund der Optik!
Allerdings stelle ich mir die Frage, ob es nicht auch die Möglichkeit gibt die Einfachverglasung durch eine (wie auch immer geartete) Wärmeschutzverglasung zu ersetzen.

Ich denke Isoverglasung wird nicht möglich sein, wg. Dicke, Schwere des Glass.

Insbesondere die Sache mit der Dichtungsfuge ist für mich von großem Interesse, da hier die große Schwachpunkt der Fenster liegt und ein Großteil der Fenster "zieht wie Hechtsuppe". Das wäre voraussichtlich auch eine einfach durchzuführende Maßnahme.

Für Anregungen wäre ich sehr dankbar.

Ich stelle in Kürze noch Fotos ein...

Beste Grüße

Holger



der



Einbau eine ISO-Scheibe ist richtigerweise mit gewissene Bedingungen verbunden, so ein belüfteter Glasfals (kein in Kittlegen), die Abdichtung der zwei Glasscheiben muß im Schatten der Glasleisten liegen damit die liebe Sonne keinen Schaden anrichtet usw. Das alles kannst Du nicht ohne weiteres in einem Flügel für Einfachlas unterbringen, ohne die Holzverbindung zu schwächen und wenn dann noch das Glasgewicht hinzukommt - ist die Grenze erkennbar. Es gab mal Lösungen mit aufgesetzten Leisten, die die neue Glasscheibe gehalten haben. Das muß sich aber ein Glaser vor Ort ansehen.
Vielleicht kann der auch einen neuen Flügel passend bauen und sich Dach nach der alten Optik richten.
Eine Einfachscheibe also Wärmeschutzscheibe zu bekommen ist nicht möglich, da diese Gläser bedampft und gegebenenfalls mit Gas befüllt sind. Das klappt bei Dir dann nicht.
Die von dir angesprochenen Silikonschlaudichtungen habe ich kurz nach der Wende auch hier in Sachsen oft eingebaut. Aufgrund der dicken Farbe (Farbtropfen usw) war aber oft eine zeitaufwendige Vorarbeit notwendig, so dass am Ende keine Wirtschaftlichkeit dahinterstand (neue PVC-Fenster liesen sich bei der Miete umlegen....). Allerdings bleibt der Bereich der Beschläge ein Schwachpunkt, da dort nicht gefräst werden kann (Metall im Holz).



Seltsam



"Kastenfenster ist ein no-go aufgrund der Optik!"

Das war nun 'mal die übliche Fensterform in einem Haus der Zeit (neben dem Einfachfenster). Das ergänzende Anfertigen einer inneren 2. Fensterebene (auch mit Iso-Glas), wodurch quasi ein Kastenfenster entstünde, sollte jedenfalls in optisch zufriedenstellender Form möglich sein.

Im Vergleich dazu ist ein Winterfenster (Loses Vorsatzfenster) eher ein Notbehelf.

Fotos wären gut.

Grüße

Thomas



Bild vom Fenster



Hallo zusammen,

anbei ein Bild vom Fenster - irgendwie schaffe ich es nicht den Originalbeitrag zu bearbeiten oder geht das nicht?

Mich würde insbesondere die Unterseite interessieren, da hier der größte Wärmeverlust vorliegt.
Gibt es dafür geeignete Maßnahmen?

Gruss

Holger



historische fenster aufarbeiten



Hallo,

bei denkmalwerten Metallfenstern der 1930er Jahre hat sich eine Technik bewährt,14 mm dicke Isolierglasscheiben zu bauen (4/6/4), bei sehr kleinen Formaten käme man vielleicht auf 4/4/4 also 12 mm runter. Diese werden dann mit beidseitigem Klebeband (3M- acrylic-foam-tape), wie in der Autoindustrie, paßgenau unter Druck eingeklebt. Das gibt dem Flügel eine bisher nicht gekannte Steifigkeit.
Da müßten Sie mal die gereinigten Falze ansehen, ob das ginge, und falls ja, ein Probestück fertigen lassen.

PS: Ich sehe gerade Ihr Bild. Solche Fenster lassen sich nach Muster in moderner Technik nachbauen. Was meinen Sie mit Unterseite ? Ist der Blendrahmen undicht ?

Grüße vom Niederrhein