Feldsteinfundament "zerfleddert"

10.01.2019 Ziegel-Else



Hallo!

Ich habe mir heute (fürs erste eher flüchtig) eine Doppelhaushälfte mit Kaufoption angesehen und was mir ins Auge stach: Das Feldsteinfundament grätscht an einer Längsseite irgendwie ziemlich aus... Mache mir hinsichtlich der Standfestigkeit da Sorgen.
Bei der Nachbarhälfte befindet sich an dieser Seite eine Drainage, hier nicht. Das Haus ist nicht unterkellert. Baujahr dürfte so um die Jahrhundertwende 19./20.Jh. oder etwas später sein. Doppelte Außenwände, außen Backstein, innen vermutlich verputzte Fachwerkwände.
Mehr Fotos habe ich leider noch nicht gemacht. Und Bilder des Verkäufers kann ich ja nicht veröffentlichen.
Was sagt ihr zu dem Stück Fundament?



Hm,



was sagt der Verkäufer dazu oder die Nachbarn? War das schon immer so? Wenn keine Setzungen im Mauerwerk sichtbar sind, würde ich keine Beeinträchtigung der Tragfähigkeit vermuten. Läßt sich rausfinden, ob die Vormauerung original ist oder später gemacht wurde. Der Verkäufer sollte aussagefähig sein.



Danke für die Antwort



Hallo!
Der Verkauf geht leider über einen Makler - habe ihm aber eine Anfrage diesbezüglich an den Besitzer geschickt. Eine Setzung sieht man (bis jetzt?) an dieser Gebäudeseite im Mauerwerk nicht. Es sieht aber fast so aus, als wären die unteren Mauersteine mal erneuert worden.
Mal sehen, wie die Antwort ausfällt... Es sieht mir einfach ungesund aus. Den Nachbar werde ich auch noch fragen.



Makler



auch der Makler ist über sein Verkaufsobjekt zur Auskunft verpflichtet und haftet dafür. Er hat genau wie der Verkäufer über Bauschäden, Umbauten zu Zeiten des Verkäufereigentums und Bekanntes aus der Historie des Hauses zu berichten. Es stimmt, die erste Ziegelreihe über dem Sockel ( das Fundament befindet sich unter der Erde) sieht anders aus als der Rest. Bis das Ganze nicht eindeutig aufgeklärt ist bzw. mal von einem Sachverständigen begutachtet wurde, würde ich nicht kaufen.



Upps,



danke für die Berichtigung Sockel/Fundament...
Der Makler meint, er wüsste nichts, leitet meine Fragen aber weiter an den Besitzer. Es soll wohl auch keine Bauunterlagen mehr zu dem Haus geben aber auch da hake ich noch einmal nach. Das eine oder andere Fenster ist garantiert weit nach der Bauzeit eingebaut worden und zu so was müsste es doch Unterlagen bezüglich einer Genehmigung geben...
Der jetzige Besitzer hatte das Haus auch nur wenige Jahre (als Feriendomizil). Könnte sein, dass er es, naiverweise, selbst ohne Unterlagen gekauft hat. Vielleicht soll auch was verheimlicht werden.
Sollten sich aus den hoffentlich baldigen Antworten neue Fragen ergeben, melde ich mich gerne noch einmal.
Dir danke für die Antworten. Im Übrigen eine tolle Seite hier, gerade für Greenhorn-Fraglinge wie mich...



Bauunterlagen



Für einen Tausch der Fenster oder Bauarbeiten am Fundament sind in vielen Fällen keine Genehmigungen erforderlich. Ich habe bei mir die Baupläne von den Umbauten des Vorbesitzers erhalten und das Bauamt der Stadt hatte noch Unterlagen zu einem älteren Umbau, aber so detailliert wurde da nicht aufgeschrieben bzw. genehmigt. Ebenso weichen auch die Ausführungen der Planungsunterlagen doch ziemlich von den tatsächlichen Gegebenheiten ab. Bei mir ist das Fundament teilweise aus kleinen Sandstein, die einfach nur mit Mörtel gesetzt und verputzt wurden, aber auch das hält, da der Rest aus massiven Sandsteinquadern ist.

Warum schreiben sie zerfleddert. Der Unterbau scheint doch sehr massiv zu sein und so weit ich sehen kann sind weder am Fundament noch am Mauerwerk Risse zu sehen. Damit scheint das doch ziemlich massiv und funktionsfähig zu sein. Vielleicht liebte der Ausführende ja das rustikale an diesem Fundament.

Möglicherweise entsprechen die belüfteten Böden nicht mehr dem heutigen Energiestandard.



Moin



Ich meine nicht Austausch von Fenstern, sondern neu in die (Katen-)fassade eingelassene, evt. auch vergrößerte Fenster. Das bräuchte wohl eine Genehmigung... Andererseits braucht jedes altes Haus auch so seine Geheimnisse...
Als ich davor stand, sah es irgendwie "zerfleddert" aus, das war der spontane Begriff aus dem Bauch raus. Bei näherer Betrachtung könnte es auch sein, dass der Sockel einfach mal mit zu großen Steinen ausgebessert wurde und diese deshalb so hervorstehen. Nach dem Motto: Hauptsache es hält.
Nächste Woche bin ich hoffentlich schlauer.
Dein letzter Satz wirf Fragen auf. Heisst das, man wäre generell verpflichtet, die bislang belüfteten Fußböden zu erneuern? Ich weiss nur, dass man nach EnEv innerhalb von zwei Jahren nach Kauf verpflichtet ist, die Zwischendecke oder das Dach zu dämmen...



Sockelausbildung



Wenn’s keine sichtbaren oder reparierten Risse. im Ziegelmauerwerk gibt besteht zumindest kein Grund zur Sorge was die Standfestigkeit betrifft.

Was über 100 Jahre gehalten hat beweist doch zur Genüge die Qualität.

Verpflichtet ist man erst einmal zu gar nichts, zudem ließe sich Vieles aus techn. oder wirtschaftlichen Gründen abwehren- sofern dies überhaupt sinnvoll ist.

Der Sockel ließe sich sicher etwas ausputzen oder Löcher mit Steinen auszwickeln,
techn. finde ich ihn ok.
Allerdings ist generell ein Sachverständiger zu empfehlen wenn’s um Immobilienkauf von Altbauten geht.
Es gibt doch viele Punkte die zu beachten sind, wobei Ziegelhäuser insgesamt unproblematischer und risikoloser sind im Vergleich zu Fachwerkbaten.