Feldsteinfundament als Keller ausbauen

04.02.2019 Scheune



Liebe Community,

ich besitze eine alte, zweigeschossige Scheune (BJ 1900) die auf einem Feldsteinfundament gebaut wurde.
Nun viel jemanden ein, eine Hälfte der Scheune zu unterkellern, die andere Hälfte aber nicht. Die Scheune ist
10m x 10m und quasi in der Mitte mit einer weiteren Feldsteinmauer (ca. 50 cm breit) geteilt. Die eine Hälfte wurde ausgegraben, die andere Hälfte ist mit Sand oder Erde gefüllt.

Die Kellerhälfte ist ca. 1,70 m tief. Die Feldsteine wurden von innen mit einer einfachen Ziegelwand zugemauert und verputzt. Quer wurden Eisenträger von Seite zu Seite gezogen um dort eine Decke einzuziehen.

Probleme:
- Die Steine von der inneren "Verblendung/Verstärkung" sind durchnässt, der innere Putz fällt ab durch leichtes berühren, insbesondere von der Trennwand in der Mitte des Kellers.
- Der Keller ist nicht tief genug.
- Die andere Seite des Hauses würde ich jetzt auch gerne ausgraben um den Keller zu vergrößern.

Genau an dieser Stelle suche ich Ideen, ob und wie man diese einzelnen Punkte angehen kann.

Mein aktueller Ansatz wäre, die Scheune einmal ringsherum aufzugraben bis zum aktuellen Sockel der Feldsteine und dort erst einmal ein neues Fundament vor die Feldsteine (von außen) zu setzen, welches man überhaupt erst einmal Abdichten kann. Im zweiten Schritte würde ich dann Meter für Meter unter die neue Aussenschale und die Feldsteine graben und entsprechend ausgießen, incl. neuer Horizontalsperre.

Ist dieses erste Vorgehen überhaupt sinnvoll? Wie weit kann man das ganze Haus überhaupt auf einer Seite ausgraben? Das Gewicht der gesamten Seite liegt ja auf den Feldsteinen und die werden ja durch die Erde gestützt. Wenn diese auf ca. 1,70 m tiefe entfernt wird, könnte ja die ganze Mauer instabil werden?!

Ich freue mich über zahlreiche Antworten.



Zahlreiche Antworten



IZahlreiche Antworten wird es hier zu dem Thema sicherlich kaum geben, da es nur eine sinnvolle Antwort auf die Frage gibt:

Geh zu einem Fachplaner.

Begründung:

Für die Ausführung brauchst du ohnehin eine Baugenehmigung, einfach mal freischachten ist nicht erlaubt und auch nicht empfehlenswert.


Du beschreibst eine Vorgehensweise, wie man sie vom Abteufen von Schächten oder Brunnen verwendet und ich glaube, das ist bei deinem Vorhaben nicht zielführend. Normalerweise werden immer 2-3 Meter in voller Tiefe freigelegt, dann betoniert, verfüllt und dann der nächste Abschnitt gemacht - so kenne ich das jedenfalls.

Allerdings: Ich kenne das nur von Vorsatzschalen zum Zwecke der Abdichtung und Stabilisierung. Ob es überhaupt möglich ist ein Streifenfundament soweit zu untergraben und neu zu gründen, dass man einen brauchbaren Keller hat, weiß ich nicht. Möglich ist ja vieles, aber ob das dann noch wirtschaftlich ist - ich wage es zu bezweifeln.



Sockel



Sie werden bei einem alten Feldsteinfundament keinen tiefen Sockel finden. Das Fundament wird je nach Untergrund nach einem halben bis einem Meter langsam aufhören. Das heißt erst noch einen saubere Wand und etwas tiefer eine lockere Steinunterlage. Wenn sie das Fundament ausgraben ist das Gebäude nicht mehr stabil und es besteht Einsturzgefahr. Herr Böttcher hat das gut formuliert und sie finden seine Dokumentsammlung unter Lesestoff. Kurz gesagt. Das umgebende Erdreich ist ein wichtiges Element des Fundaments und darf nicht ohne entsprechende Abstützungen abgegraben werden.

Wenn sie da einen Keller haben wollen, müssen sie das Haus so abstützen, dass das Fundament neu erstellt werden kann. Dazu ist Fachwissen und schweres Gerät notwendig. Definitiv etwas für Spezialisten.



Sind Sie sicher



das der Keller nachträglich eingebaut wurde. Ich vermute eher, er wurde eher mit der Scheune zusammen gebaut, in diesen Keller hat man früher Rüben und Kartoffeln über den Winter gebracht.



Keller



Hallo,

nein, ich weis nicht, ob der Keller nicht schon von Anfang an dort gebaut wurde. Mich wundert nur, warum der zweite Teil des Hauses keinen Keller hat, obwohl die Fundamente genauso tief gehen. Ggf. wurde dieser einfach zugeschüttet?

Die Felssteine sind mit Mörtel miteinander verklebt worden.

Zu den ersten beiden Antworten. Selbstverständlich ist ein Architekt und ein Planer mit an Board. Selbstverständlich wird ein Bauantrag gestellt. ABER ich möchte mich gerne informieren und das nicht nur gegen viel Geld sondern auch über Foren wie diesen, damit ich so umfangreich wie möglich zu einem ganzheitlichen Verständnis komme, ohne das etwas kaputt geht oder durch Falschberatung etwas schief geht.

Aktueller Vorschlag vom Architekten ist es, den nicht unterkellerten Teil mit jeweils einem Stich von beiden Seiten auszugraben um die Tatsächliche Gründungstiefe und die Beschaffenheit zu klären. Aber auch hier ist die Frage, ist das so das richtige vorgehen?

Inbesondere interessiert mich aber dennoch das allgemein Vorgehen in meinem Fall. Wie würdet Ihr an die Sache rangehen, so dass hier nichts zerstört wird? Zeit ist im übrigen mehr als genug vorhanden.



Lockeres Geld



hatten unsere Vorfahren nicht. Die haben nur das gebaut, was sie wirklich brauchten. Also war wahrscheinlich der Keller ausreichend. Zudem beherrschten sie noch die Kunst, nach Erfahrungswerten den Keller so zu konzipieren, dass ein für die Lagerung von Lebensmitteln optimales Raumklima herrschte. Ich habe Keller unter Scheunen gesehen, da wurde bewußt ein Rinnsal durchgeleitet, um eine konstante Raumtemperatur- und Feuchte zu halten. Die Futterrüben waren dann auch noch im März super erhalten, die Lagermöhren auch.