Hilferuf zur Fassadenrenovierung

21.08.2013 crazytommi



Hallo, vor 14 Jahren entschieden wir uns für den Bau unseres Fachwerkhauses und haben uns, naiv wie man in jungen Jahren ist, auf die angebliche Erfahrung eines vermeintlichen Fachmannes verlassen. Unser Fachwerk besteht komplett aus Leimbinderbalken die mit Porenbeton ausgemauert wurden. Grundsätzlich und zum besseren Verständnis möchte ich den Wandaufbau kurz erklären (von innen nach außen):
- Innenwand: mehrschichtiger Aufbau aus Gipskarton, Spanplatte, Dampfbremse und Isolierung
- Außenwand: 16er Balken, innen 4 cm Isolierung, 10 cm Porenbeton mit 2 cm Kalkzementputz
Der Putz wurde durch einen Kellenschnitt rundum vom Holz getrennt um eintretender Feuchtigkeit die Möglichkeit zu geben wieder austreten zu können.
Der Porenbeton wurde mit flexiblem Fliesenkleber verklebt, ohne die Felder zusätzlich zu sichern. Uns wurde versichert, dass diese Verklebung dauerhaft hält. Natürlich musste es so kommen wie jetzt eingetroffen, dass diverser Fachfelder sich gelöst haben und nun teilweise nach außen gedrückt wurden und/oder oben 1-2 cm gegenüber dem darüber liegenden Querbalken vorstehen, sodass die Gefahr besteht das bei Schlagregen Wasser eindringt.
Da jetzt eine Renovierung der Fassade ansteht, würden wir gerne die Putzfelder vorher wieder auf irgendeine Art wieder sichern oder befestigen, ohne die Felder komplett neu machen zu müssen. Wir würden uns über Vorschläge wirklich sehr freuen, auch wenn der ein oder andere sich mit dieser Art einer Fachwerkfassade nicht identifizieren kann. Herzlichen Dank im Voraus für Vorschläge.

Herzliche Grüße



Nach diversen



Feldern kommt der Rest vielleicht auch noch raus,ich würd den Poenbetonmist komplett raus kloppen und neu mit Dreikantleisten rundherum und geeigneteren Steinen ausmauern.

Ist jetzt nicht die Antwort die du haben möchtest,aber auf jeden Fall langlebiger .

Grüße Martin



Obwohl



ich für Dein Anliegen des geringsten Aufwandes volles Verständnis habe, fällt Dein Haus wohl unter Haus 1 meines Mottos. Ich wüsste eigentlich keine sinnvolle Möglichkeit, die Felder (alle) nachträglich von außen zu sichern. Es müsste ja eine Verbindung zu den Holzbalken geschaffen werden, und da diese Flächenfündig sind, käme nur schräge Anker - wie soll das aussehen :-(( - oder wie von Martin vorgeschlagen eine vollständige Erneuerung in Frage. Als einzige Alternative wäre dann noch eine vollflächige Holzverkleidung möglich, um so die Felder zu sichern. Aber dann Fachwerk ade !



Gefache



Betrifft das nur einzelne Gefache und in der untersten Reihe oder sind alle betroffen, unabhängig von der Lage?

Das mit dem Fliesenkleber war fürchterlicher Bockmist, das mit der Innendämmung auch!



Vergleich bei dem Aufwand



Hallo,

Ich habe zur Zeit das selbe Problem und habe mir da mal ein paar Gedanken gemacht. Besser gesagt die Handwerker die mich unterstützen :-)

Grundsätzlich kann man das "alte" Innenleben erhalten.
Was du aber (egal wie) benötigst ist eine feste Verbindung mit dem Fachwerk.

Sich jetzt da was hinbasteln mit schrägen Ankern usw. kostet Zeit und Geld. Wie es mit der Optik ist kann man sich ja erahnen das es alles andere als "hübsch" wird.
Und was ist an dem alten innenleben "erhaltenswert"?

In deinem Fall, denke ich mach es nicht wirklich sin.
Zumindest lese ich herraus, das die komplette Fassade gemacht werden muss.

Sollten es nur ein paar Felder sein...
Je nach Gefachegröße (mindestens 2 oben und 2 unten) ca. 10 cm Langlöcher an den Ränder einstemmen/Bohren. Bis zu der Mitte des Gefache.

Lange Schrauben Schräg reindrehen, so das diese noch midestens 10 cm den Porenbeton stützen würden. Das ganze neu verputzen.

Bei mir (Backsteinwand) sind wir letztendlich zu dem Ergebniss gekommen, das neu ausmauern (mit den alten Steinen und neuen Ankenr in den Fugen)
Schneller, billiger und stabieler ist.

Grüße Dirk



Fachwerk ade?



Ich würde mir das ernstlich überlegen.

Eine Boden-Deckelschalung mit zusätzlicher Dämmung, die den Taupunkt wieder verbessert, wird vermutlich nicht mehr kosten, als der Aufwand der Sanierung der Gefache.

Gerade auf der Wetterseite wäre das für mich eine ernste Alternative. Natürlich nur, wenn die anderen Gegebenheiten das unterstützen: Dachüberstand, Sockelbereich, etc.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Fassadensanierung



Die Fassade ist m.E. nur zu retten, wenn sie mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale als Wind- und Schlagregenschutz versehen wird. Eventuell ist auch eine Aussendämmung in diesem Zusammenhang anzuraten.

Die freibewitterte Porenbetonausfachung kann, wenn sie freibewittert bleiben soll, so nicht gerettet werden. Eine ausreichende Fugendichtigkeit ist nicht gegeben; der Porenbeton kann durch die Fachwerkbewegungen reissen, weil er eine starre Scheibe bildet im Gegensatz zu einer kleinteiligen Ausmauerung. Porenbeton speichert zudem eingedrungenene Feuchtigkeit im Porenraum. EIne kapillare Rücktrocknung findet erst ab 15-20% Feuchteanteil im Baustoff statt; dieser Anteil kann ggf. als Dauerfeuchte dort verbleiben und im Kontakt mit der Fachwerkkonstruktion zur Vermorschung führen. Insbesondere dann, wenn der Versuch unternommen worden ist, die undichten Fugen mit Acryl- oder Silikondichtmasse zu schließen.

Die Innendämmung kann durch eingedrungenes Regenwasser durchfeuchtet worden sein und Schimmel angesetzt haben. Eine derartige Form der Innendämmung ist in Zusammenhang mit einer Fachwerkkonstruktion ebenfalls grundfalsch und sollte entfernt werden, da sie keinen kapillaren Feuchterücktransport gestattet.

Die konstruktiven Möglichkeiten der Fassadensanierung können am besten nach einer Bestandsaufnahme im Detail überlegt werden, bei der auch die Qualität der FAchwerkkonstruktion beurteilt werden sollte. Eine nachhaltige und dauerhafte Sanierung wäre zu empfehlen, da die Bauteilkonstruktion im Ansatz falsch ausgeführt worden ist.

Ich bin z.Zt. regelmäßig in Ihrer Region im Zusammenhang mit einer Fachwerksanierung in Gummersbach-Hülsenbusch unterwegs. Bei Interesse und Bedarf kann ich mir Ihr Fachwerkhaus gerne einmal im Zuge einer Bauberatung ansehen. Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur" (anklicken)