Feldbrandstein Scheune neu verfugen und ausbessern - Welchen Mörtel?

03.11.2018



Hallo,

Ich möchte unsere Scheune, die mit Feldbrandsteinen in 30cm Stärke um 1800 erbaut worden ist neu verfugen. Die Fugen sind außen komplett bis 5cm und mehr ausgewachen und innen ebenfalls sehr instabil.

Damals wurde sehr heller, ich schätze reiner Kalkmörtel verwendet oder der Zement hat sich zwischenzeitlich verflüchtigt. Die Fuge ist kreidig, sandig.

Ich habe bereits die meisten Forenbeiträge hier durchsucht welchen Mörtel man bei einer tragenden Außenmauer innen sowie außen verwenden sollte?`

Muss ein hydraulischer Kalk oder Zement dem Kalkmörtel beigemischt werden um die Festigkeit zu erhöhen oder sollten die Feldbrandsteine außen wie innen mit reinem Kalkmörtel C90 1:3 saniert werden?

Da die Fugen sehr tief ausgewaschen sind und hier die Statik bereits in Gefahr ist würde ich mich über Rat aus diesem kompetenten Forum freuen.

Ich hatte bereits einen Statiker vor Ort sowie einen Dienstleister für Verfugung. Der Statiker sagte Kalkmörtel, der Dienstleister Zementmörtel. Beides zwei Meinungen die unterschiedlicher nicht sein können. Eine genaue Zusammensetzung konnten beide nicht erläutern.

Vielen Dank für konstruktive Unterstützung bei der Klärung der Frage zu der Zusammensetzung für die Verfugung außen und innen der Feldbrandsteinwand.

Viele Grüße
Robert



Trasskalk-Mauermörtel



Nimm eine Fertigmischung, z, B. Trass-Kalk-Mauermörtel gräfix 55 (www.graefix.de) , damit Du eine gleichbleibende Qualität in der Mischung hast und arbeite mit einer passenden Fugenkelle. Keine Schlämmverfugung oder nur Auswerfen der Fugen. Die Fugen ausfegen, dann ausblasen und anfeuchten, mit steif-plastisch angemischtem Mörtel (immer nur so viel anmischen, wie Du in der nächsten Stunde Verarbeiten kannst) von der Klättkelle mit der Fugenkelle mit dem Mauermörtel (nicht Fugenmörtel, der ist nicht druckfest genug) die Fuge bis Vorderkante Stein wieder auffüllen. Nicht verfugen, wenn Frost in den nächsten Tagen zu erwarten ist oder wenn die Sonne stundenlang auf die neu verfugte Fläche prasselt. Keinen Zement verwenden, der baut beim Abbinden etwas Druck auf, das würde bei der Masse an Fugen Deine Wand "verbiegen". Trass ist Bewitterungsschutz genug.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen, Andreas Wugk



Grobmörtel



Melde dich an und mache mal Photo vom originalen Mörtel.

Die beschrieben tiefen Fehlstellen, sollten mit einem Grobmörtel gestopft werden.

Traditonell wurde Kalk mit Puzzolane, wie Trass- oder Ziegelmehl und natürlich hydraulischer Kalk eingesetzt.

Der Kalkmörtel wurde trocken gelöscht.

Mit Weisskalkhydrat ereichst du die notwendige Festigkeit nicht.

Kein Zement oder Trasszement verwenden.



Fotos



Hier wie gewünscht ein paar Bilder, weitere folgen...



Wand-Seitenansicht



Feldbrandsteinwand Seite - Ausgewaschene Fugen



Bild3



Mörtel Nahaufnahme, Kreidig, sandig.



Mörtelmischung Trass-Kalk-Mörtel



Ich habe letzte Woche leider Weißkalkhydrat C90 bestellt, da ich hier einige Forenbeiträge verfolgt habe, die dann einen Fugenmörtel mit Weißkalkhydrat 1:3 empfohlen haben... Wegen der Festigkeit hatte ich nun zu Recht bedenken und zum Glück nochmal hier gefragt. Kann ich mit dem Weißkalkhydrat auch einen Trass-Kalk-Mörtel herstellen oder diese C90 Kalksäcke für die Mörtel-Mischung mit einem weiteren Bindemittel-Zusatz verwenden?

Hier in der Umgebung wurden vor kurzer Zeit einige Häuser und Höfe mit Zementmörtel saniert. Ich möchte ungerne mit Zement nach den Kritiken demgegenüber arbeiten möglicherweise in 10 Jahren vor einem noch größeren Problem stehen und würde der Firma dann gerne entweder eine konkrete Mörtel-Mischung als Vorgabe vorschlagen/vorgeben wollen, falls die C90 Weißkalkhydrat-Säcke verwendet werden können oder die bereits vorgeschlagene Trasskalkmörtel-Fertig-Mischung "Gräfix 55".

Herzlichen Dank und Grüße

Rob



Gewährleistung



Alleine aufgrund der Gewährleistung würde ich in so einem Fall ausschließlich auf einen Fertigmörtel zurückgreifen - außer du triffst wirklich einen Vollprofi was das angeht, ist heutzutage bei den Haus- und Hofdienstleistern aber sicherlich äußert selten der Fall.

Ich habe leider keine Erfahrung mit dem Gräfix Mörtel, nehme aber an, dass er vermutlich hier häufiger empfohlen wird, da kein Zement beigemischt wird? Ist eine Vermutung, im Datenblatt habe ich jetzt auf die Schnelle keinen expliziten Hinweis dazu gefunden.

Ich nutze als Trasskalkmörtel immer den TKM von Sakret. Da wird zwar sicherlich ein bisschen Zement beigemischt sein, aber bisher habe ich mit dem Mörtel trotzdem sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich denke für deinen Fall wäre das absolut ausreichend.

Sakret bietet auch einen Reinkalkmörtel an. Leider ist der laut Datenblatt für tragendes Mauerwerk nicht geeignet. Aufgrund deiner Fotos hätte ich keine Bedenken auch diesen einzusetzen, es bedarf dann aber einem entsprechenden Aufwand in der Nachbereitung.

Liebe Grüße + viel Erfolg!





Kannst ja einen Mörtel aus 1 Raumteil Kalkbindemittel und 3 Raumteilen Grubensand 0-2 oder 0-4 mm bereiten. Dem Luftkalk CL90 wird zu 10 Prozent ein natürlich hydraulischer Kalk, NHL 2 zugemischt.

Für die Festigkeit ist die Verarbeitung fast entscheidender, so sind tiefe Fugen zunächst mehrlagig aufzufüllen und dann sind die Fugen oberflächenbündig zu erstellen. Auf eine Verdichtung (Handfeger) und gute Flankenhaftung ist zu achten, damit ein kraftschlüssiger Verbund gewährleistet wird. Auch mit dem Wasser sparsam umgehen. Die Konsistenz sollt zwischen erdfeucht und leicht plastisch liegen. Durch kräftiges mischen, setzt eine Verflüssigung des Mörtels ein.

https://www.youtube.com/watch?v=ltFRjpRcbWQ



Feldbrandstein vs. Mörtel-Festigkeit und Mörteltuning vs. 'Mörtelorgie'



Feldbrandstein ist oft weit unter der Klinkerphase gebrannt und zieht gerne Wasser, was die Tragfähigkeit von nassen Wänden augenscheinlich dramatisch reduziert. Es ist fast ein Lehmziegel ...

Die Wände sind sicher mit einem Kalkmörtel gemauert und stehen seit bald 220 Jahren, was ja zeigt, dass Kalkmörtel funktioniert. Bei Mauermörtelfugen-Sanierung wird deutliche statische Aufwertung hinzugegeben.

Der Kalkleim bleibt elastisch und kapillaroffen, was ein 'fließendes' Gebäude mit saugenden Steinen braucht. Die Tragfähigkeit wird schon durch den Ersatz der verlorengegangenen Körnung verbessert. (Erst durch die hochfesten Betone wird die Körnung zum Schwachpunkt.)

Bei einem nicht kapillaroffenen Mörtel (Trasskalk ist der Erinnerung ein HL, wo meist Zement enthalten ist als Hydraulefaktor. Mit Trass oder Ziegelmehl oder auch Prompt von Vicat/Otterbein kann man auch Wasserleitungen bauen.) leidet die Wiederabtrocknung, die in Kombination mit Fugenabriss (Mörtel ist härter als der Stein und es entsteht ein Riss, durch den Wasser in die Wand läuft. (Hat man auch gern bei Sandstein und Zementmörtel.) Frostabsprengungen können die Folge sein. (Dank Trasszementmörtel, der zu fest ist, habe ich einen Scheibenabriss von einer Ziegelwand, den es vorher schon gab aus den gleichen Gründen. Lehrgeld.)

Die heute geforderten Festigkeiten für Mauermörtel für eine Scheune ohne mehrere Etagen anzuwenden, sollte bei Materialergänzung zu vermeiden sein (Der Statiker hat Kalkmörtel empfohlen!) und im Denkmalschutz versucht man, mit einem ähnlichen Material zu arbeiten, wie es im Original verwendet wurde. Bei der Festung Ehrenbreitstein hat ein namhafter Mörtelhersteller einen Spritzfugenmörtel auf NHL-Basis entwickelt.
(Bis zur Erfindung von Stahlbeton hat man Häuser gebaut, wo die Steine eigentlich nur gestapelt sind und solche Gebäude halten, wenn keine Scherkräfte auftreten. Darum hat der Aachener Dom oder Schloss Ludwigsburg einen Ringanker ... etc. und in der Gothik hat man Stützbögen gehabt. Bögen hat man z.B. bei Kolonnaden auch oft mit Spanngurten versehen. Zur Strukturertüchtigung könnte man Spiralanker oder Basaltfaserstränge von www.nanogarten.de 3fach oder 4fach auf die Wandhöhe verteilt in die tiefen Fugen einmörteln und 1 mal rund ums Gebäude ziehen.)

Es sollte mich wundern, wenn das mit Luftkalk-Mörtel verfugte Gebäude nicht wieder 200 Jahre halten würde, wo ich den fehlenden Dachüberstand als ein Haupt-Problem ansehe.

NHL von Hessler Kalkwerk ist auch nicht wirklich viel härter im Vergleich zu Luftkalk. Kapillarität wohl auch ähnlich. Durch die Volldeklarierung vermeidet man aber Wundermittel, Vergütungen, die nicht deklariert werden müssen. (Vor ein paar Tagen wurde ein Perlitputz aus der Türkei getestet, der wirklich wie Kaugummi war und praktisch nicht mit der Intonacatrice Tigre, dem PutzSpritzTiger zu verarbeiten war. International wurden die 16 Vergütungen gerühmt. In Deutschland kein Wort davon.)

Jetzt die ketzerische Konzeption der Wandsanierung, weil ich zu faul wäre, die Fugen auszukratzen und auszufugen, was Ziegelliebhaber vielleicht anders sehen:
* Hochdruckreiniger und nachfolgend staubfreies Ausblasen der Fugen
* Einlegen der Basaltstränge in die Fugen, in Mörtel, ggfs. mit wanddurchdringenden Basaltsträngen verbunden
* Basalt-Grid überlappend auflegen, ggfs. mit wanddurchdringenden Basaltsträngen verbunden
* Verfugen und Verputzen mit der Intonacatrice Tigre, dem PutzSpritzTiger mit 600 L/min Kompressor, um den Mörtel rein zu schiessen (Der Schreiber ist der Autor der entsprechenden Website. Aber auch Claytec arbeitet damit.)
* Krateroberfläche als Basis für Oberputz, d.h. kein Abziehen
* Abziehen mit dem Abziehschlitten, mit Putzleisten aus Putz
* Sicherung des Spritzwasserbereiches

Dann sollte die Wand viel erdbebensicherer sein und mit hydrohilem, kapillaroffenen Putz von ca. 30 mm werden keine Fugen mehr ausgewaschen.

PS: Zum Bild - Man kann auch spritzen und nachher, nach dem Anziehen, mit Mandelschalen die Steine wieder säubern. Mit der Intonacatrice Tigre, dem PutzSpritzTiger wurde es noch nicht versucht ...



Luftkalkmörtel



Hallo und Danke für diesen Beitrag. Das erscheint mir auch eine stabile Lösung. Jedoch sehr aufwändig in der Ausführung. Einen Basaltstrang 100m müsste man Stück für Stück in Meterabschnitten Verlegen und warten bis der Mörtel wieder trocken ist, ich möchte ungerne eine tiefe Furche um das Gebäude ziehen oder mehrere. Da ist mir die genaue Ausführung noch zu unklar. Bei Rissen als Alternative zu Ringankern scheint es ein interessantes Material zu sein, es hat aber eine Glatte oberfläche und muss wahrscheinlich dann tatsächlich um das Gebäude gelegt werden um eine Zugfestigkeit herzustellen.

Die Spritzpumpen-Technik war mir bislang auch neu. Da eine Firma die Arbeiten an den Feldbrandsteinen vornehmen wird muss ich mich nun entscheiden welcher Mörtel verwendet wird. Ich hatte mich mit dem GRÄFIX 55 Trass-Kalk-Mörtel nun abgefunden, ein M5 Mörtel, der längst nicht so hart wie der Zement-Mörtel ist, mit dem die Firma hier alle Höfe in den letzten Wochen komplett saniert hat.

Jetzt ist die Frage ob der
- GRÄFIX 55 für die Hand-Ausfugung die bessere Wahl ist oder ein Luftkalkmörtel aus dem hochwertigen -
- Walhalla Weißkalkhydrat CL 90 S frisch aus dem Kalkwerk 1:3 mit 0-4mm Sand gemischt
- Oder als Dritte Variante 1 x Weißkalkhydrat CL-90-S, 1 x Hydraulischer Kalk, 6 x Sand.

Wenn ich der Firma keine Auflage für den Mörtel geben würde, würde auch Zement verwendet werden, was sicherlich eine Fehlentscheidung wäre. Nächste Woche geht´s los.

Noch ergänzende Eckdaten:
Die Vorderseite der Scheune hat einen Riss, ca 2 Meter zwei große Tore, die per Eisenpfosten der Wand befestigt sind. Die Höhe der Scheune bis zum Giebel ist 7 Meter. Bei jedem Öffnen der Tore bröselt der Sand aus diesen Befestigungsstellen an denen das Schiebe-Tor hängt. Hier wäre ggf. ein Zementmörtel angebracht? Für die restlichen Stellen möchte ich einen optimalen Mörtel für das Mauerwerk finden. Es ist nicht einfach, hier in NRW findet man nicht so viele Fachleute wie in Bayern. Zement kann nicht optimal sein, da er nun an den Stellen wo mit Zement nachgebessert wurde herausgeplatzt ist. Typisches Bild.

Ich habe eine Palette Weißkalkhydrat CL 90-S hier liegen.

Viele Grüße

Rob



Kurze Antwort bis um 10:00 verputzt werden muss ...



Basaltstränge https://www.nano-garten.de/shop/ sind besandet und können in die Fugen eingelegt werden. Sie dienen der Lastverteilung.
Die wanddurchdringenden Stücke sind bei einem mürben Mörtel relativ leicht zu bohren. (Dann braucht man noch Mörtel-Torpedo oder die billige Mörtelspritze aus dem UK.)
Die Basaltgitter dienen auch der Lastverteilung.

Für die Trockenspritzmaschine gibt es die Möglichkeit, sie zu mieten bei www.wernermader.de . Es keine Pumpe, sondern ein Blasgerät, wo der Fertigmörtel durch einen Schlauch geblasen wird und im Endstück mit Wasser gemischt wird. Für die Firma ist das eine Frage, weil man auch fertigen Mörtel pumpen kann, aber eine Trockenspritzmaschine nicht aufwendig gereinigt werden muss und es kein Problem gibt, wenn man eine Pause macht ...

Walhalla ist Rheinkalk ist Lhoist aus Belgien, der größte Kalkhersteller der Welt. Und sie haben HL, d.h. Kalk mit Zement, mit dem in Frankreich und dem UK Hanfbeton gemacht wird. Das Smeaton-Experiment hat aber gezeigt, dass man eigentlich Kalkzement-Mörtel nehmen muss, damit es haltbar wird.
Der Walhalla-Kalk-Mörtel scheint attraktiv zu sein - zumal mit 4 mm Größtkorn. Aber die haben auch Stückkalk und Weißfeinkalk bis 4 mm ... mit einer Trockenspritzmaschine könnte man einen Mörtel rezeptieren, der in der Fuge expandiert (Man hat früher Weißfeinkalk zum Sprengen benutzt.) und das Schwinden kompensiert ...

Sanieren und Saniermörtel mit Preisen, wo einem die Augen tränen, versprechen viel, aber gibt es die 10 Jahres Referenzen?

Bei dem Tor ist es nicht die Frage des Mörtels, weil man wohl einfach Dübel benutzt hat, die in zu weichem Mörtel bzw. Stein sitzen. Man braucht Ankerflächen (Gewindestab, Stützplatte, Unterlegscheibe) und man hätte es 'klemmen' können ...



Genaue Bezeichnung Walhalla CL 90-S



Hallo,
Ich habe eine Palette Walhalla CL 90-S Weißkalkhydrat.
https://www.walhalla-kalk.de/_layout/publicpage/system/file.php?df_id=2270
Dort sollte meines Wissens kein Zement enthalten sein.

Zur Option steht aktuell diesen Kalk in einem Mix 1:3 mit 0-4mm Körnung Sand zu verwenden
oder die Fertigmischung von Gräfix 55.

Mit dem Durchbohren der Wand für Basaltfasern vestehe ich noch immer nicht ganz die Ausführung. Gibt es dazu eine Zeichnung wie man die durchgeführte Faser befestigt oder hängt die dann einfach auf der Innenseite heraus bzw. wird abgeschnitten? Ich frage aus Interesse - Die Frage nach dem Putz ist für mich auch noch nicht klar ob die Palette nun verwendet werden kann (CL 90-S von Walhalla ist ein Luftkalk) oder ob die Investition falsch war.

Vielen Dank

Rob



Spricht für Gräfix 55



Dann ist Gräfix wieder im Rennen mit dem Hydraulischen Trass-Kalk-Mörtel, der auch eine höhere Festigkeit hat, jedoch nicht so hart wie Zement. Reiner Luftkalkmörtel scheint mir auch das andere Extrem zum Zementmörtel zu sein, Zementmörtel funktioniert ja viele Jahre aber ist definitiv zu hart. Luftkalkmörtel ist nicht hart - Hydraulischer Trass-Kalk-Mörtel M5 bindet schneller ab und kann von einer Firma auch einfacher verarbeitet werden. Ich denke das ist dann die richtige Entscheidung und vielleicht die goldene Mitte zwischen den zwei Extremen.



Bei mir sieht´s so aus



Vorher: Ausgewaschene Fugen und leichte Ausblühungen an den Ziegeln durch defektes Dach/Kehle/RInne und über Jahrzehnte herunterlaufendes Regenwasser



Nachher



Nachher.
Mischung
Ziegelmehl : CL90 : Sand = 1 : 3 : 12

Übrigens indirekt u.a. von Herrn Böttcher so "abgesegnet"... RIP



Pöbelei wegen Luftkalk



Eine Kalk-Hanfplatte hat auf der Wetterseite schadlos 5 Jahre gestanden ... bis auf den Spritzwasserbereich. Dafür muss man natürlich besondere Vorkehrungen treffen. Dies gilt natürlich auch für den Dachüberstand.
Bei hiesigen Rotsandstein-Kellern wird darum z.B. ein Betonstein-Sockel vorgesetzt, der farblich passt und Tausalz abhält.

Wenn Luftkalk so schlecht wäre, dann hätte die Scheune nicht bald 220 Jahre gehalten. Und ein gepimpter Luftkalk mit Ziegelmehl und Ziegelsplitt (Coccio Pesto als Ersatz für vulkanische latent hydraulische Zusätze) wurde schon bei der Hagya Sophia verwendet, die auch rund 1500 Jahre steht.

Trass-Kalk wäre vergleichbar, wenn es denn Kalk mit Trass wäre und nicht wahrscheinlich Kalk mit Zement und Trass ... oder besser Zement mit Kalk, wie das Sicherheitsdatenblatt auf Seite 4 bekennen muss: https://www.graefix.de/fileadmin/Medienpool/downloads/sida/sida_kc1_clp/SIDA_graefix_KC_1_CLP_170725.pdf ... und dazu noch wahrscheinlich mindestens noch Methylzellulose und andere 'Vergütungen'.

Es geht speziell um Feldbrand und Sandstein, die allergisch reagieren, wenn der Mörtel härter und dichter ist als der Stein. Und das sehe ich nicht dogmatisch ... heute mit Nylonfasern, Wasserglas und Tiefengrund gearbeitet. Letzte Woche Putz mit 16 Vergütungen aufgebraucht.

Wer Argumente bringt, der hat eine Chance. Und die dogmatischen Katastrophen per Denkmalschutz sind mir natürlich bekannt, aber genau das Gegenteil ist auch vorgekommen, wenn z.B. ein Kirchturm mit Plasteputz eine Mikrobenzucht war und dann mineralisch saniert werden musste.

Wer fachlich nicht argumentieren kann, wird vielleicht das nächste Mal mich als 'völkisch' bezeichnen, weil ich eine vielleicht 7000 Jahre lang bewährte Lösung den Wundermörteln mit der 'Lizenz zum Gelddrucken' vorziehe. (Bin von Opfern schon vollgejammert worden.)



Spricht gegen Gräfix 55?



Wenn etwas Zement und andere Zusätze drinnen sind, spricht das gegen diesen Mörtel? Fakt bleibt ja, dass er der Mörtelgruppe M5 zuzuordnen ist, sprich nicht so hart wie Zementmörtel. Habe mich dennoch gewundert dass dort doch versteckt Zement zu finden ist - Danke für den Hinweis! Jetzt ist nur die Frage ob das schlecht bzw. schlechter als eine Eigenmischung CL 90-S mit 0-4mm Sand ist. Vielleicht die eigene Mischung doch am besten mit CL 90-S, Hydraulischem Kalk und Sand mit einem Zuschlag eines geeigneten Ziegel- oder Steinmehls? Die Palette Weißkalkhydrat habe ich ja bereits und dort sollte kein Zement drinnen sein, hatten Sie nochmal geschaut Herr Berges? ich hatte anfangs C90 geschrieben aber es handelt sich um CL 90-S Weißkalkhydrat. Meines Wissens sollte das reiner gelöschter Kalk sein.



Man kann auch...



....eine Wissenschaft draus machen... :-)

Sorry, aber das ist eine Scheunenmauer und wenn der Statiker sagt: Nimm nen Kalkmörtel und die Wand offensichtlich mit nem wesentlich minderwertigeren Mörtel gebaut wurde und immer noch steht....

Solange du jetzt nicht die übelste Zementmischung dort reinklatschst, wird dich alles andere sicherlich überleben.

Egal ob du da jetzt selbst mit deinem CL-90 eine Pampe anrührst oder einfach einen Werktrockenmörtel wie den Gräfix oder den TKM von Sakret nimmst....

Wenn du es richtig luxuriös machen willst, kannste auch nen Muschelkalkmörtel nehmen und noch Goldflöckchen mit einstreuen :-)

Nein, im Ernst jetzt:

Du machst weder mit dem Selbstmischen noch mit einem Werktrockenmörtel etwas falsch. Einen reinen Luftkalk würde ich nicht verwenden, aber dazu wurde ja genug gesagt.

Ein alter Maurer sagte mir mal: Früher haben wir einfach nur Sand und Kalk gemischt und eine Spitze (!) Zement reingehauen Solange es dabei bleibt (und so ähnlich wird es sich bei den Werktrockenmörteln a la Trasslkalkmörtel auch verhalten) ist das meines Erachtens nach auch ok.

Wie gesagt, das womit deine Wand gemauert wurde ist mit Sicherheit von der Qualität her wesentlich schlechter als das was du heute mischen wirst - einfach schon weil die früher gar nicht über so hervorragend aufgearbeitete Baustoffe verfügt haben...

Überleg mal... früher haben die den Kalk oftmals direkt beim Mischen des Mörtels gelöscht. Also im Sandhaufen ein Loch gebuddelt, Wasser reingekippt, Kalkbrocken reingeworfen, kurz gewartet und alles mit der Schippe durchgemischt.... bei vielen Mauerwerken erkennst du in den Fugenmörteln oft noch diese kleinen weißen Bröckchen, die genau daher rühren....

Zur Not: Leg halt mal ne Probefläche an. Zwingt dich denn jemand oder etwas dazu die Fassade in einem Rutsch durchzufugen? Die steht doch bestimmt nicht erst seit gestern so da, oder? So genau kann dir aus der Ferne eh keiner ein gutes Mischungsverhältnis sagen, weil das einfach auch von der Qualität deines Sandes abhängig ist...

Und wenn du nen Werktrockenmörtel ohne Zement willst, dann nimm halt den Reinkalkmörtel von Sakret. Hydraulischer Kalkmörtel ohne Zement. Kostet netto 8,40€ / Sack und du hast die Möglichkeit den in zwei Korngrößen zu ordern...

Ich finde das schon interessant was die Leute hier alle so schreiben, aber irgendwo dreht sich das doch im Kreis und kommt zu keinem Punkt. Wenn du den Kalk schon da hast und nicht umtauschen willst / kannst, dann nutze den halt und gut ist... billiger gehts definitiv nicht. Nur... ob dein Fugendienstleister sowas auch bringt - da hätte ich kein Vertrauen zu. Werktrockenmörtel ist und bleibt idiotensicher...

Halt uns mal auf dem Laufenden, finde es immer schade, wenn solche Threads dann im Nirvana verschwinden und man nie wieder was vom Ausgang der Projekte hört!

Liebe Grüße + viel Erfolg!



Nachtrag Luftkalk-Mörtel (unter Einbeziehung von NHL)



Natürlich sollte CL 90 CL90 sein, d.h. Weißkalkhydrat.

#notoo kann ich weitgehend zustimmen in Hinsicht auf das praktische Denken.

Ein Bewußtsein über die Materialien und deren Kombination ist aber ein Schutz vor grenzenlosen Versprechungen, auf die man reinfallen soll. (Zu diesen Versprechungen gehört auch die Wirkung auf die Raumluft, doch kein Putz der Welt kann die verheerenden Wirkungen von Nicht-Luftaustausch oder kontrollierter Lüftung kompensieren. Dazu gibt es nicht einmal einen Vergleich der Kapillarqualitäten. Die Schimmelresistenz gilt auch nur, solange nicht eine Staubschicht etc. den Kalk abdeckt.) Und da die Dienstleister offensichtlich 'Sackaufreisser' sind, gibt es ja auch Klebemörtel und Armierungsmörtel, die eigentlich das Gleiche machen ... es ist wie in der Politik, wo man nur das richtige Etikett braucht.

Die Gesteinsbasis macht die verschiedenen Kalke schon speziell. Manche bezeichnen Romanzement Prompt von Vicat als NHL 15.

Kalk wird unterhalb der Sintergrenze gebrannt, was eine andere Erstarrung und Kristallstruktur mit sich bringt. (Im Smeaton-Experiment hat man die Wirkung von Mischungen von Kalk und Zement auf die dauerhafte Festigkeit getestet und der Erinnerung nach war das Ergebnis, dass man entweder keinen Zement oder genügend Zement, wie bei Kalkzement-Mörtel, nehmen sollte.)

Die Brennmethoden Schachtofen und Trommelofen brennen differenziert oder uniform. Prompt im Vertrieb von Otterbein hat die Temperaturverteilung schön dargestellt. Ein temperaturdifferenziert gebrannter Kalk scheint 'stabiler' in komplexen Situationen zu sein. (Der oben unter 'Herr Berges' als Bild angefügte PR-Artikel nutzt Katastrophen als scheinbare Belege.)

Im Schachtofen sollen die Beheizung mit Holz oder Kohle einen Unterschied machen. So stellt sich die Frage, ob Kohlebefeuerung nicht die Wirkung wie ein latent hydraulischer Faktor hat, der allgemein bekannt ist: Steinkohlenflugasche aus Kohlekraftwerken
Auf dieser Basis könnte man richtigen 'Schwarzkalk' herstellen.

Nasslöschen, Trockenlöschen und die Herstellung von Kalkspatzenmörtel schaffen eine andere Art von Kalkleim. Das Einsumpfen über Jahre scheint die Qualität zu verändern.

Kalk braucht 3 mal Wasser: Zum Mischen. Zur Wandvorbereitung. Zur Karbonatisierung ... dies ist natürlich neben der 'Langsamkeit' zu schwierig. Die Kalkzubereitungen, die man Werktrockenmörtel nennt, kompensieren dies mit 'Wasserhaltern', wobei Hanf wohl die beste Wahl ist, weil die fraktale Faser sich mit der Mineralstruktur verbindet.

Allgemein gilt für Mörtel die Wichtigkeit des Verhältnisses von Leim und Zuschlag, sowie die Sieblinie. Größtkorn reduziert den Leimverbrauch ... darum werden beim Staumauerbau Mischer eingesetzt, die über 200 mm Kiesel verarbeiten können. Bei einer guten Sieblinie füllen die kleineren Korngrößen die Zwischenräume möglichst gut aus. Dies ist wichtig, weil zu fetter Mörtel bei der Aushärtung eine Neigung zur Rissbildung hat - ganz einfach, weil die Körnung nicht aufeinanderliegt. (Das Prinzip kann man auch bei Dernoton.de sehen, die Teiche oder Deiche nur mit Ton und Sand abdichten und nur soviel Ton verwenden, dass er die Hohlräume der Körnung ausfüllt. So führt Trockenheit nicht zu Rissen.)

Man kann durch falsche Mörtelrezeptierung die Qualitäten des besten Bindemittels wegwerfen. Bei hydraulischen Bindemitteln auch durch ein falsche W/Z-Verhältnis, was saugfähige Zuschläge, Leichtzuschläge 'unbeliebt' macht. (Liapor hat durch die Sinterhülle eine Zwischenstufe, aber 'saufende' Zuschläge wie Liadrain, Perlit, Bims, Lava, Hanf etc. sind perfekt für Luftkalk und ein Vabanque-Spiel bei hydraulischen Bindemitteln. Die Bröckeligkeit von Perlit ist ein Problem für Zertifizierung und Handling)

Maschinengängigkeit als Kriterium ist auch ein Hindernis für guten Mörtel, weil ideal für die üblichen Putzmaschinen ist möglichst kleine und runde Körnung und Schmiermittel, so eine Art von Flutschi.
Deswegen ist Ziegelsplitt oder (wie jetzt die Tage mit der Intonacatrice Tigre verarbeitet) scharfer Porphyrsplitt 2 - 5 mm in Verbindung mit Rheinsand 0 - 2 mm der Horror für Benutzer von Mörtelpumpen und der feuchte Traum von Schlauchherstellern, weil Schläuche im Zeitraffer-Tempo verschleißen.

Mörtelpumpen sparen zuerst das Tragen und 'Draufrotzen' des Mörtels auf die Wand und arbeiten mit relativ kleinen Kompressoren. Da zählt nur die oben genannte Maschinengängigkeit.
Für Spritzbeton wird ganz andere Power benötigt, weil man den Beton, die Körnung praktisch in die Wand und die vorherigen Spritzschicht hineinschießt. Doch dabei gibt es ein Problem: Den Rückprall! Man kann dies schon bei einer Trichterpistole erleben, wo man im Sandkornregen steht. Dies ist aber nicht das Problem, sondern die Veränderung des Bindemittel-/Zuschlag-Verhältnisses. Darum müssen die speziellen Mörtel dafür ausgerüstet sein, den Rückprall zu minimieren.
Eine ganz andere Wirkung hat das Arbeiten mit der Intonacatrice Tigre und Calcecanapa (Hanfdämmputz - Der Effekt auf Hanfkollerschäben 4 mm von Hanffaser.de könnte ähnlich sein): Durch den Luftstrom wird der Hanf aufgeplustert und es entstehen zusätzliche Dämmstufen.

Natürlich können die Komponisten von Werktrockenmörtel mit Wissen, Erfahrung und Equipment leichter einen sehr guten Mörtel herstellen, doch es gibt mehrere Hindernisse:
* Maschinengängigkeit
* Normerfüllung gegen Weiterentwicklung
* Materialkosten gegen Zertifizierungskosten, Marketing und PR, Bürokratie
* Preisvorgaben durch Marktposition und Herausnehmen von Qualität oder Ersatz durch chemische Helferlein, die nicht deklariert werden müssen
* Verarbeitung vor Generationenstabilität, d.h. ein Mörtel, der nicht wie ein Knorr-Fix und fast food funktioniert, hat es schwer am Markt, auch wenn er besser ist, weil Zeitvorgaben und geringe Frustrationstoleranz ("Am Smartphone geht alles so einfach.") Unlust und Sabotage generieren

*** Ein Fachmann beim Baustellenmischen oder beim Werktrockenmörtel-Rezeptieren ist eine Lust, doch die Ersten findet man kaum noch und die Zweiten sind nicht frei.***
Und selbst im Baufachmarkt wird man bei der Frage nach Weißfeinkalk manchmal schon als Alien angeschaut und mit den obigen Fragen kann man sich sehr unbeliebt machen. Dies kann man noch steigern, wenn man nach dem Blaine-Wert fragt ... der die Reaktionsoberfläche, die durch die Mahlfeinheit definiert wird, bemisst.. (Bei Sumpfkalk scheint es von der Sumpfdauer abzuhängen ... ohne Mahlen.)

(Exkurs Weißfeinkalk als Expansionsmörtel-Bestandteil: Die Römer haben mit ablöschendem Mörtel, d.h. Heisskalk-Mörtel gearbeitet (Der Kalk-Laden bietet gipsfreie Elektrikerspachtel mit sachtem Anteil von Weißfeinkalk an. Super.), was heute arbeitsschutzrechtlicher Horror wäre.)

Disclaimer: Diese Ausführungen stellen den augenblicklichen Erkenntnisstand dar und qualifizierte Einwände und weiterführende Informationen sind willkommen.



Wände vernähen mit Basaltsträngen



Vorbemerkung:
Fasern ertüchtigen Mörtel und Beton! Glass und Basaltfasern müssen vor dem Alkali-Angriff geschützt werden, indem man ihnen einen Überzug aus Plastik verpasst, der die Faser gleitend macht. Dies spricht für Nylon, PA, PP oder Hanf, die durch 'Spliss' sich wirksamer einbinden.

Basaltstränge, engl. Rebars, sind stärkere Faserbündel, die in eine Kunststoffmatrix eingebunden sind. Und durch Besandung hat man einen ähnlichen Effekt wie bei Haftmörtel, d.h. die Einbindung wird stärker.
Im Vergleich zu Betonstahl ist die Zugfestigkeit höher und das Gewicht niedriger. Im Vergleich zu den Spiralankern aus Edelstahl sind sie ebenso rostfrei und ein Sonderangebot für gewisse Anwendungen.

Die Anwendung kann der üblichen Arbeitsweise folgen, die in Italien gerade gegen Erdbeben Verwendung findet, aber auch von der Firma Rubenstein praktiziert wird:
https://www.youtube.com/watch?v=pzdstlSl9ic zur wanddurchdringenden Armierung
https://www.youtube.com/watch?v=0XW8AsUmeIE zur Armierung mit Fugeneinlegern, Gewebe und Spiralankern

Beim Vernähen einer Wand mit Basaltsträngen wird wohl ein Bohren mit Übermass, ein Einfädeln und ein späteres Verpressen mit entsprechendem Mörtel (Klebemörtel oder expansive Suspension) die alternative Vorgehensweise sein. In Kalifornien hat man nur mit Gewebe auf beiden Seiten die Erdbebensicherheit deutlich gesteigert ... Durch die Verbindung von zwei flächigen Armierungsebenen aus Basaltgrid mit Fugenringanker und Wandvernähung wird die Strukturintegrität der Wand deutlich erhöht.

Bei der Wahl des Fixierungsmörtels steht die Formfixierung der Basaltschlange und die Verbindung mit Fugenarmierung und Armierungsgitter im Vordergrund. Der Halt ergibt sich aus der Struktur und nicht aus Adhäsion (Stein/Kleber) und Kohäsion (Stein/Stein-Innenstruktur) im Bereich der Kontaktflächen. Da hätte der Schreiber hier keine Skrupel einen hart-zähen-Kunststoffmörtel oder UHPC-Mörtel zu verwenden - aber wahrscheinlich ist alles übertrieben.

Aber als Extremist will man an Grenzen gehen. So sind Armierungsgewebe minderwertig, weil sie nur bi sind, birektional. Darum haben WDVS-Verarbeiter bei Türen und Fenstern die Notwendigkeit diagonal über die Ecken Verstärkungslagen von Armierungsgewebe zu legen, was ein potentieller Hubbel werden kann.
Mit flächiger 45°-, 90°- und 135°-Armierungslage werden die auftretenden Kräfte so (fast) perfekt verteilt. Es gibt auch eine Firma in Wipperführt, die multidirektionale Armierungsgelege aus Carbon (z.B. für Windradflügel) oder Naturfaser herstellt. In Kombination mit Fasermörtel, gleichgültig ob mit Kokos oder Hanf oder mit Basaltfaser oder Nylon, kann man eine hohe strukturelle Steifigkeit erreichen.





Du musst halt überlegen ob Werktrockenmörtel oder Baustellenmischung. Wenn der "Dienstleister" meint Zementmörtel (M III), dann ist das irgendwie nicht so vertrauenserweckend.

Eigentlich müsste doch der Handwerker das Material empfehlen.

Ich denke der Empfehlung mit dem "Gräfix 55" oder "TKM" könnte man schon folgen. Mir wären 1,8 mm Korn zu fein und die Endfestigkeit auch etwas zu hoch.

Für eine Baustellenmischung hätte ich auch keine Bedenken gegen eine Mischung aus Weiss- und natürlich hydraulischen Kalkhydrat mit Mauersand.

Ich solches Mauerwerk so wie von Methusalem instand gesetzt, da ist auch nach drei Wintern kein Schaden zu entdecken.

Zement ist mehr ein Problem dort wo Feuchtigkeit oder Salze einwirken, das kann an solch alten Gemäuer nicht ausgeschlossen sein. Auch dort wo Zement wie Beton verarbeitet wird gibt es Probleme. Im günstigsten Fall fällt die Fuge nach dem Frost einfach wieder raus.

Wie gesagt die Verarbeitung halte ich für den Schlüssel zu Festigkeit und Haltbarkeit. Wenn der Mörtel nur so rein gekrümelt wird oder wie Andreas schon gesagt hat, nur wie bei Fliesen in die Fugen eingeschlämmt wird, egal mit oder ohne Zement.

Wenn die Kraftschlüssigkeit und die Oberflächenbündigkeit gewährleistet Schwundrisse oder gar Ablösungen des Mörtels von den Ziegelkanten vermieden wird, ist die Festigkeit gegeben und dem Wetterangriff wenig Fläche geboten.

Der Mörtel ist mit der Fugenkelle einzubringen und nach dem Ansteifen entsprechend zu verdichten. Die Oberfläche der Fugen entscheidet dann auch stark über die optische Wirkung des Mauerwerks.

Ich kenne dan so Fälle wo unbegabte "Fachfirmen" da selbst sehr tiefe Fehlstellen einlagig auf füllen, die Mörtel masse wird durch hohe Zementanteile schnell hart, schwindet und ergeben dann Spalten an den Ziegelkanten.

Dieses Malheur wird dann durch neuerliches Verschlämmen kaschiert und das Mauerwerk dann mit Flusssäure gereinigt wird. Solche "Qualitäten" würde ich vermeiden wollen.

Die Risse im Mauerwerk können mit Spiralankern ertüchtigt werden. Eisenteile werden ja ebenfalls tief im Mauerwerk verankert und auch hier kommt es nicht so sehr auf die Druckfestigkeit der Mörtel an.



Dieser



# Mario



... wieder etwas gelernt



Gräfix 55 Grob und NHL2 mit CL90 S



Hallo und Danke für die Rückmeldung,
Ich nehme dann Gräfix 55 Grob für außen und für die Verfugung innen den CL90S mit NHL2
Ist die Mischung dann so korrekt?
6 Teile Sand
2 Teile Kalk (1,5 Teile CL90S und 0,5 Teile NHL2)

Mit Eimern lässt sich die Baustellenmischung dann relativ genau durchführen.



Bestandsaufnahme Front



Ich füge noch zwei Fotos von der Front bei, hier mit Zementmörtel damals saniert, der überwiegend herausplatzt, komplett fehlt oder nicht mehr fest sitzt. Folgend noch ein Detailbild.



Detail Frontseite



Frontseite Details mit Steinharter Zementfuge, die an vielen Stellen heraustritt.
Die ersten Bilder oben zeigen die Südseite mit komplett ausgewaschenen Fugen. Hier sind die Fugen zum Teil noch nicht herausgefallen aber sichtlich defekt.



Hydraulisch vs. latent hydraulisch



Vorbemerkung: Es geht hier nicht um Feindschaft gegen hydraulischen Mörtel, sondern um die Unterscheidung von CS 2 und CS 3, um Klinkerphase ...

Luftkalk mit latent hydraulischen Zugaben ist kein hydraulischer Kalkleim. Und die Aquädukte sind darum Argumente für Luftkalk, für die Vielfältigkeit und Anpassungsfähigkeit von Luftkalk. (Jetzt müsste ich recherchieren, wie die doppelt gebrannten Klinker der Kanalisation in Hamburg vermörtelt sind ...)

Kalk mit Tonanteil gebrannt ist unter der Klinkerphase nicht mit Zement vergleichbar, auch wenn er durch den Tonanteil ein NHL ist. Doch ein NHL ist etwas ganz anderes als ein HL mit Zement. Es kommt auf die Klinkerphase an.

Die Kapillarqualitäten, der w-wert, werden nicht zum Vergleich von Kalken bzw. Kalkmörteln herangezogen und es ging ja um die Vermarktung, die darauf aufbaut, irgendwas als so guten Kalkmörtel zu verkaufen, der gegen Feuchtigkeit und Schimmel ist. So präsentiert man Kalk uniform als so gut.

Claytec (auf YouTube gibt es dazu Video) und hanffaser.de arbeiten mit der Intonacatrice Tigre, aber es wird nicht in Abrede gestellt, dass 'Putzrotzmaschinen' perfekt zur Arbeitsorganisation und zum Arbeitsschutz passen (auch im Zimmerer-Handwerk ... da kenne ich noch das freie Balanzieren auf Balken und das Einrenken nach dem Verheben.) und die Putzmörtelmischungen perfekt zu den Maschinen. Und das Bild Ihrer Nass-Rotz-Maschinen im Vergleich zu mir an einer Trockenspritzmaschine mit Eifeler Spritzmörtel zeigen meine Erfahrung und nicht ihre.
Sie tönen stolz von 8 mm Grösstkorn, aber da wäre die erste Frage, wie groß der Anteil ist und die zweite Frage wäre, wie viel scharfe Zuschläge Sie verarbeiten?

Aber vielleicht ist Ihre Agression ja darauf zurückzuführen, dass die von Ihnen verarbeiteten Naturbaustoffe nicht ganz so natürlich sind, wie deklariert. Und ob für Kunden ein guter Kalk-Zement-Putz zum guten Preis nicht die bessere Wahl wäre.

Und Ihre Definition meiner Äußerungen als wirr lässt mich kalt, weil ich schon als Kleinkind mit "Krause Haare - krauser Sinn" gemobbt wurde.



Zu Camaldoldis "Naja"



Habe ich doch irgendwo geschrieben, dass mir flächiger Putz am Ehesten einfallen würde.

Einschränkung der Aussagen: bei rund 600 mm Regen hier an der Weinstrasse sind rund 1400 mm in meinem Geburtsort mit Hochmoor oder Ähnliches in Nordwestdeutschland natürlich wichtige Bedingungen. Die Hanf-Kalk-Platte hätte dort sicher nicht so reüssiert. Ein Luftkalkputz ohne Dachüberstand wohl auch nicht.



Ob..



..wohl der Fragesteller noch online ist oder zwischenzeitlich schon seinen Internetanschluß gekündigt hat?

Ganz im Ernst, die fachlichen Kompetenzen der beiden Streithähne kann und will ich gar nicht beurteilen, aber so langsam reichts dann oder?

Grüße
Michael