Fehlbodendecke isolieren/dämmen

01.11.2017 AlexK



Hallo.
Kaum angemeldet schon die erste Frage ans Forum.
Im Zuge einer Renovierung/Sanierung unseres frisch erworbenen Hauses bin ich zur Zeit dabei den Dachboden zu machen.
Ursprung:
Fehlbodendecke auf dem ein Hasendrahtgitter armierter gegossener Boden aufgebracht war.
Boden war krumm und schief. Zum Teil war keine Schüttung mehr zwischen den Balken.
Der gegossene Boden zwischen 3cm und 7cm Stark war direkt auf den Balken und der Schüttung aufgebracht.
Da vor dem Aufbringen der (Estrich)Decke im Dachboden Getreide gelagert wurde war die Decke auf und unter den Einschüben "bewohnt".

jetzt Zustand:
Ich habe den Boden aufgeschnitten und entfernt.
Die teilweise noch vorhandene Schüttung (verunreinigt mit Getreidespelzen, Mäuse und Ratten Kot und Kadavern) wurde ebenfalls entfernt.
Von unten teilweise Gipsplatten teilweise verputzte Schilfrohrmatten wurden ebenfalls entfernt.
(Gestank und Staub ohne Ende. Nur mit Atemschutz solche Arbeiten durchführen!)
Einschub der Decke war teilweise von den in der Decke eingeschlossenen Ratten mit Faustgroßen Löchern durchzogen.
wurde durch 22mm OSB erneuert.
Darauf ein Rieselschutzflies.
Als Masse gegen Schwingungen wurden ca 6 - 7 cm Edelsplitt eingebracht. Balkenabstände max. 52cm.
Schwimmend verlegte und ausgerichtete Dachlatten mit Trittschallschutz auf den Balken sollen jetzt mit 22mm OSB beblankt werden.


Meine Frage.

zwischen Schüttung und Unterkante OSB Platten habe ich einen Hohlraum von ca 7cm.
Ist es sinnvoll (Schall/Wärme Dämmung) diesen Hohlraum mit einer Isolierung (Steinwolle o.Ä.) aufzufüllen?
Von unten soll für eine neue Decke noch eine Lattung angebracht werden, wo evtl mit Hanf/Jute und Dampfbremse gedämmt wird.

Dampfbremse soll von unten auf jeden Fall verarbeitet werden. Mache ich mir zu viele Gedanken an dieser Stelle wegen Tauwasser oder sonstiges?

Ausfüllen zwischen Schüttung und OSB hilfreich?


Habe noch ein Foto beigefügt um das ganze etwas zu veranschaulichen.


Gruß Alex



Fragen



Wie soll der Dachraum genutzt werden, mal ein Ausbau geplant? Gibt es Anforderungen an den Schallschutz? Bleibt der Hohlraum zwischen Kies und OSB bildet sich ein Resonanzraum-Trommeleffekt. Besser mit perliten ausfüllen und über die Latten abziehen. Eine diffusionsoffene Beplankung (Rauhspund statt OSB) sichert ab, dass Feuchte, falls welche trotz Sperre unten eindringt) ablüften kann, OSB ist ziemlich dicht. Und noch: Dämmungsaufbau, vor allem traufseitig, gegen die bekannten Nager sichern, also Fehlstellen im Mauerwerk zwischen den Sparren auswerfen.





Genutzt werden soll der Dachboden erst ein mal als Abstellraum.
Später evtl großes Spielzimmer für Kids...

Wenn ich den Hohlraum jetzt mit Perlit auffülle besteht dann nicht die Gefahr einer Schallbrücke wenn die Körnchen zwischen Lattung und Trittschallschutzmatten rieseln?

Auf dem Foto ist ein Stapel OSB Platten auf der Lattung zu sehen. Es kommt natürlich nur eine Platte drauf.



Dckenaufbau



Wenn Sie wieder so was machen vorher fragen.
Das kann unter Umständen eine Menge Arbeit und Geld sparen.
Ich wäre bei der Decke folgendermaßen vorgegangen:
Statt Splitt 30 mm Betongehwegplatten in etwas Sand gelegt,
Höhenausgleich auf den Balkenoberkanten durch beigelaschte Bohlen oder aufgeschraubte Federn,
Zwischenraum mit passenden flexiblen Dämmmatten oder Perlite auffüllen,
OSB, besser Rauhspundlage aufschrauben,
trittfeste Dämmplatten aus Holzfaser aufbringen,
Trockenestrich bzw. OSB.
Wenn der Dachboden später einmal Wohnraum werden soll dann JETZT die Dachschrägen dämmen. Dann vereinfacht sich der Fußbodenaufbau ab Oberkante Höhenausgleich wie folgt:
OSB
Trockenestrichplatten mit integriertem Trittschallschutz (z.B. Fermacell),
Belag.
In den Räumen darunter eine luftdichte Bekleidung der Deckenunterseite und eine angepasste Lüftung/Heizung sichern.



Schalldämmung des Bodens



Im jetzigen Zustand zB Holzflexplatten oder Hanfdämmplatten leicht über das Lattenniveau verlegen, sodass diese von den OSB-Platten etwas komprimiert werden.
Die Trittschalldämmung hätte ich auf die ausgerichtete Lattung gelegt und nicht darunter- dann verschiebt sich nichts und die Lattung liegt stabiler.

Die OSB-Platten dabei natürlich schwimmend lose Verlegen und in Nut und Feder verleimen.
Holzdielen könnten schwimmend auf der Traglattung liegen und mit daneben gelegen Begleitlatten verschraubt werden, was wegen geringerem Diffusionswiderstand günstiger ist als OSB Platten.

Sand hat ein besseres Schalldämpfungsvermögen als Splitt

Andreas Teich