Dämmen eines Fehlbodens über Feuchtraum

13.08.2008



Hallo Leute,
ich hoffe dass mir jemand von Euch einen Tip geben kann. Kurze Situationsbeschreibung: Bei meinem Haus von Bj 1863 habe ich eine Aussenwand durchgebrochen und mir einen kleinen Anbau für ein Bad gemacht. Die Decke habe ich wie im Haus mit einem Fehlboden sprich Balken eingezogen Latten dran und Bretter auf die Latten geschraubt.Unten an die Balken habe ich Latten im Kreuzverbund als Unterkonstruktion für meine Fermacellplatten geschraubt. Soweit so gut, nun meine Hauptfrage: Mit was soll ich am besten von oben Wärmedämmen?
Meine Bedenken sind der Schimmel, denn unten ist das Bad und über meinem Fehlboden oder Decke ist freie Natur die lediglich durch ein Eternitdach ( war vorher schon da) das ca 1 m höher als der Boden ist ein wenig Schutz bietet. Erstes Problem, die Feuchtigkeit die vom Bad ausgeht, zweites Problem die Temperaturunterschiede zwischen Innen und Aussen. Mein Vorhaben ist sobald ich die richtige Dämmung gefunden habe, OSB Platten von Oben aufbringen und den Abstand von Bad zum Eternitdach ausmauern. Diesen kleinen Stauraum, möchte ich dann verwenden um mein Brennholz zu lagern. Ich hoffe ich habe mein Problem gut beschrieben und bin für nützliche Tips sehr dankbar.





Hallo Herr Traxel,

aus welchen Materialien haben Sie den Anbau errichtet? Haben Sie ein paar Bilder zur Decken-/Dachkonstruktion?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Anbei die gewünschten Bilder



Wir hoffen auf viele Vorschläge.



Bild vom Fehlboden



Draufsicht



Zu viele Gebäude wurden im Lift entworfen, der zum Mittagessen nach unten fuhr.



Hallo Herr Traxel,

da sind wohl einige Dinge im Argen.

- Zunächst einmal haben Sie keinen vernünftigen Gebäudeabschluss. Wenn Sie hoch mauern bis unter den Stahlträger sind Sie zwar vor Regen geschützt, Wind- und Feuchtedichtigkeit ist aber der Decke immer noch nicht gegeben.
Die von Innen in das Material eindringende Feuchte wird durch eine Dampfsperre im Feuchtraum, also auf der warmen Seite der Konstruktion, von der Konstruktion ferngehalten.

- Schüttung rein und Dielen drauf funktionier da aber auch nicht: Winddichtigkeit muss auf der Außenseite geschaffen werden und =>

- Sie wollen da oben wenn ich es richtig verstanden habe Brennholz lagern? Im Stückholz können noch immer Holzschädlinge vorhanden Sein, die sich hungrig auf Ihre Konstruktion stürzen können.

- Der Anbau wurde u. a. direkt ohne Trennlage an das bestehende Haus gemauert, das wird nach dem Verputzen mit Sicherheit zur Rissbildung führen.

- Die gewählten Betonstürze über Fenster und Türe zwingen Sie – wenn Sie Außen denn verputzen wollen – zum Vollwärmeschutz, sonst wird es neben Rissen im Putz auf der Außenseite auch einen Schimmelbefall im Innenbereich geben (Kältebrücke).

- Davon ausgehend, dass Ihr bestehendes Gebäude von 1863 keine denkmalrechtlichen Auflagen hat ist Ihr Anbau nach LBO-Rheinland-Pfalz genehmigungsfrei, da unter 50 cbm. Wenn die Wand hochgemauert wird berechnet sich das Volumen allerdings etwas anders. Aus den jetzt geschätzten 30 cbm könnten Sie dann knapp über die 50 cbm kommen.
Die Genehmigungsfreiheit entbindet nicht von der Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die durch baurechtliche und sonstige öffentlich-rechtliche Vorschriften an bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen gestellt werden.


So, was nun. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Verzichten Sie auf das Holzlager => Dampfsperre von Innen => Diffusionsoffene Schüttung oder Bahnendämmung => Winddichtigkeit => eigenes Dach

- Verzichten Sia auf das Holzlager und nutzen Sie den Dachraum anders. Aufbau wie oben, die Schicht der Winddichtigkeit wäre dann die Wand. Eine Ausführung in Holz ist genauso denkbar wie in Mauerwerk.

- In beiden Fällen: Verzichten Sie auf die OSB-Platten und Verlegen Sie einfache Bretter, Rauspund o. ä.


Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Anbau



Herr Kornmeyer hat Sie hier sehr gut beraten, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Vor allem aus optischen Gründen würde ich hier eine geschlossene Ansicht (Holzverschalung) bevorzugen.
Mfg
Mathias Josef