Fehlboden/Fellboden sanieren

26.06.2018



Hallo,
ich habe mir zwar schon die diversen Einträge zur Sanierung von Fellböden angeschaut, aber ein paar Fragen hätte ich noch dazu.
In dem Haus meiner Schwiegermutter muss dringend renoviert werden. Vor allem die Böden müssen erneuert werden. In einigen Räumen ist dort noch Teppich auf den Holzbohlen. Da das Obergeschoss vermietet werden soll, müsste in jedem Fall bezüglich des Trittschalls etwas passieren.
Wir arbeiten auf jeden Fall von oben, weil die Decken in den Räumen in Ordnung sind und im Erdgeschoss weiterhin gewohnt wird.
1. Kann bezüglich Trittschall innerhalb der Schüttung schon etwas verbessert werden? Welche Schüttung bisher drinnen ist, wissen wir nicht und vor allem wie fit diese Schüttung ist, sehen wir erst wenn der Boden weg ist. Wir wollen möglichst kostengünstig arbeiten, deshalb kann es sein, dass wir die Schüttung beibehalten und nur auffüllen. Ist das ratsam?
2. Kann man auf / in die Schüttung eine Fußbodenheizung einbauen? Was muss man beachten?

Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

Viele Grüße
Elisabeth



Fehlboden



Wenn es getrennte Wohneinheiten sind muss/sollte die DIN 4109 eingehalten werden. Da sie nicht schreiben welchen Aufbau sie bisher habe, gehe ich von einer Balkendecke mit verputzter Decke unter den Balken und einem Fehlboden wie sie geschrieben haben.

http://www.forum-holzbau.com/pdf/hbt12_andreas_rabold.pdf

In dem Bericht finden sie auch Beispielaufbauten von Böden und einige Möglichkeiten der Ertüchtigung.

Eine weitere gute Lektüre dazu finden sie hier im Lesestoff

https://www.fachwerk.de/pdf/fussboden-im-altbau-teil-3-holzbalkendecke-im-obergeschoss.pdf

Auf der anderen Seite ist Schallschutz immer relativ. Wenn sie unten wohnen werden die Mieter sich wenig beschweren. Luftschall ist einfacher zu bremsen als Trittschall.

Ich habe bei mir versucht die Werte einzuhalten, auch wenn ich durch Denkmal und Deckenhöhe sehr große Probleme hatte. Ich habe die möglichen Aufbauvarianten mit einen Bauphysiker evaluiert, komme aber maximal auf die Werte der DIN 4109 (Ausgabe 1989) die ich 2015 noch anwenden konnte.

Im Prinzip brauchen sie Gewicht im Fehlboden, im Idealfall Splitt, Sand oder Betonplatten. In der Regel sind alte Schüttungen funktional und bestehen aus Lehm, Schlacke oder Bauschutt wenn es sich früher schon um Decken zwischen Wohnräumen gehandelt hat. Ich habe 24 mm Splitt verwendet und darauf weiche Holzfaser Trittschallplatten Anwendungstyp DES mit 40 mm. Das ganze kombiniert dann Gewicht mit einer schwimmenden Verlegung.



Bodenaufbau unbekannt



Danke für die Antwort.

Leider wissen wir nicht wie es im Boden ausschaut. Das Grundhaus wurde 1888 erbaut. In den 1960er Jahren kam eine Teilunterkellerung, Garage und ein Anbau hinzu. Meine Schwiegereltern haben 1972 das Haus geerbt und aufgestockt. Erstes OG Kniestock auf Raumhöhe erhöht, eine Decke eingezogen und es ist noch unter dem Dach ein Speicher entstanden. Die Böden wurden soweit wir wissen höchstens in den den 60er Jahren in dem umgebauten Teil erneuert/erweitert. Ein Teil des Hauses steht auch noch ohne Keller im "Dreck". Wurde aber in den 80er Jahren von außen trocken gelegt.

Bisher wurde das Haus von meiner Schwiegermutter und meinem Schwager gemeinsam bewohnt. Jetzt soll aber für meinen Schwager im EG eine Wohnung entstehen und das OG + Speicher vermietet werden.

Die Bausubstanz ist augenscheinlich gut nur die Böden sind abgewohnt und wir müssen diese teilweise erneuern. In manchen Räumen reicht es, wenn wir den Belag Abschleifen und neu versiegeln. Das wurde im EG bereits in einem Raum vor ein paar Jahren gemacht.



Bodensanierung



Zuerst müßte ohnehin der Bestand geprüft werden und die Notwendigkeit von schalltechnischen Verbesserungen.
Wieweit überhaupt die Fußbodenhöhe geändert werden kann hängt vom Treppenaustritt, Türhöhen etc ab.
Ansonsten kann primär die Deckenbeschwerung erhöht werden-
am besten mit geglühtem Sand, der neben Masse auch über gute Dämpfungseigenschaften verfügt.
Dazu müßte die zusätzliche Belastbarkeit anhand der Balkendimensionen und -längen festgestellt werden.
Die Trittschallbelastung von Laufbereichen kann notfalls durch Teppiche reduziert werden.
Wenn sonst nichts hilft müßte die Deckenunterseite durch abgehängte Konstruktionen geändert werden.