Dielen mit Hartholzöl (Faxe) sollen mit Wachs nachbehandelt werden

15.04.2009


Hallo zusammen,

wir haben alte und (überwiegend) neue Kieferdielen Schleifen und anschließend mit Faxe Hartwachsöl behandeln lassen.

Bei unserem Obergeschoß haben wir nach der Behandlung leider keine komplette Abdeckung vorgenommen, so dass die Schuhspuren unserer Handwerker (2 Tage nach Behandlung) noch heute zu sehen sind. Auch haben wir auf den alten Dielen weiße Flecken, die möglicherweise durch "Handwerkstaub" (von Rigips oder Lehmfeinputz) entstanden sind.

Im Untergeschoß waren wir - vermeintlich - schlauer und legten Malerkrepp (überlappend) aus. Die Bahnen haben wir mit Kreppband aneinander geklebt. Unglaublich aber wahr: durch das Malerkrepp hindurch hinterließ das Kreppband eine weiße Spur in dem Holzboden - mit einfachen Mitteln (Holzbodenseife von Faxe) nicht auswaschbar.

Nun ja. Der Schleifer kann es sich nicht erklären und Faxe hält derzeit die Art des Auftragens für ursächlich.

Wir hatten nun einfach einen denkbar schlechten Start mit diesem geölten Boden – er ist einfach stumpf und anfällig – und wünschen uns schlichtweg eine Oberfläche, die allein durch einen leichten Glanz einen Oberflächenschutz mitbringt.

Wer kann uns ein Bodenwachs empfehlen, der mit dem verwendeten Material gut harmoniert? Faxe bietet ja leider keine Wachse an.

Können wir das Wachs bestenfalls per Hand – also ohne erneutes Maschineleihen – auftragen?

Wir möchten nicht noch einmal schleifen. Im Notfall intensiv reinigen und erneut Ölen und dann wachsen. Geht das?

Vielen Dank für alle Antworten im Voraus!

Nancy & Steffen



Hartwachsöle...



halte ich im Fußbodenbereich schlicht und ergreifend für Mist. Sie dringen, behindert durch den Wachsanteil, schlechter ein, trocknen schlechter durch (besonders auf harzhaltigen Hölzern wie eben Kiefer), bilden eine Schicht AUF dem Holz, die Schmutz binden kann. Hartwachsöle bilden zudem weniger wasserfeste Oberflächen aus, als reine Hartöle.

Sto djelatch?

Ohne Einscheibenpoliermaschine geht's nicht. Ich würde die Fläche mit roten Pads und Orangenschalenöl gut reinigen, mit Lappen nachwischen, um die Öl-Wachs-Schicht anzulösen und abzunehmen. Gut trocknen lassen, und dann mit einem reinen Fußbodenhartöl überarbeiten.

Optimal wäre das Heißölverfahren, die dafür erforderliche Maschine (Columbus Thermopad E 430) ist aber nicht überall zu haben.

Von Wachsen rate ich gleichfalls ab, diese sind deutlich pflegeintensiver.

Grüße

Thomas



Nje panimaju



Hallo Thomas,

danke für Deine Hinweise.

Du meinst also, dass die ganze Chose wiederholt werden muss? Erst alles Hartholzöl runter (Faxe ist ja nun auch kein Schnäppchen) und neu drauf? Oder hattest Du verstanden, dass wir bereits Hartwachsöl eingesetzt haben?

Ich jedenfalls wünschte, wir hätten ein Hartwachsöl verwendet. Ist vielleicht für den Fachmann hartsträubend aber so eine leicht speckige Oberfläche halte ich einfach für weniger anfällig...

Und nur Wachsen - geht so etwas? Geölt ist ja nun schon...


Viele Grüße,

Nancy



Bitte unterscheide...



zwischen Hartöl und HartWACHSöl.

Hartöl dringt ein, die Überstände müssen abgenommen werden. Es entsteht eine strapazierfähige Fläche (ich muß es wissen, weil ich jährlich Dutzende Kunden damit erfreue. Reklamationen wie von Dir beschrieben hatte ich in meinem gesamten Berufsleben noch nicht). Es entsteht KEINE Schicht auf dem Holz.

Gewachste Flächen sind deutlich weniger wasserfest, und sie müssen deutlich öfter überarbeitet werden. In vielen Schlössern z.B. werden die historischen Böden weiterhin gewachst. Der Pflegeaufwand ist immens. In Schloß Pillnitz z.B. werden die Böden wöchentlich überarbeitet.

Soll ich mir's anschauen? Falls Ihr nicht zu weit vom Schuss seid, ich bin morgen (Freitag) in Berlin.

Grüße

Thomas



ähm...



... sorry - da war ein Schreibfehler im ersten Satz.

Also: unser Boden wurde mit HOLZHARTÖL von Faxe behandelt.

Er ist sehr stumpf und hat weißen Streifen (Kreppband auf Malerkrepp) und der alte Boden hat weiße Flecken.

Ich befürchte, Du hältst "drüberwachsen" für unnötig...

Ich habe ein Bild des alten Bodens angehängt.

Viele Grüße

Nancy


PS: Sind leider morgen nicht zu Hause..



Oha,



also es wäre den Versuch wert, mit einem Refresher die weißen Stellen wegzubekommen.

Wenn der Boden matt ist, steht zumindest nicht zuviel Öl auf der Fläche. Habt Ihr eine weiße Stelle schon mal mit dem Öl betupft?

Grüße

Thomas



Jupp



haben wir. Nix gebracht. Anschließend lediglich mit Faxe Holzbodenseife gewischt (stoisch immer und immer wieder - unsere Fachmann meinte "richtigen Oberflächenschutz erhalten Sie erst nach der Seifenbehandlung"). Unsere nächste Idee war dann diese Intensivreinigung (entfernt aber das vorhandene Öl) und das Faxe Pflegeöl. Ist aber noch nicht umgesetzt.

Der Refresher wäre vielleicht noch eine Chance. Was macht er genau?

Ich habe mal noch ein Bild von dem neuen Boden angehängt, der (weil heller) schlimmer aussieht, besonders weil dort diese Kreppbandstreifen sind.

Viele Grüße

Nancy



Die Grenzen des Fotos...



Irgendwie sieht das auf dem Foto aus wie streifenweise kein Öl - was ja aber wohl nicht sein kann.

Schickt mir doch an meine mailadresse (siehe profil) eine Telefonnummer+ Anschrift, ich hoffe, bald wieder in Berlin aufzutauchen. Irgenwie passt ein Kurzbesuch sicher in den Plan. Würde mich dann melden, und wir könnten ein paar Sachen ausprobieren. Ich habe so etwas noch nicht gesehen.

Grüße

Thomas



Noch unklar, was Ihr verarbeitet habt...



...hallo Nancy und Steffen,

es gibt von Faxe ein Holzbodenöl oder ein Prestige Öl beides in farblos oder mit Weißpigmenten. Ein "Holzhartöl" gibt es nicht.

Wenn Ihr mit einem dieser beiden Öle gearbeitet habt, dann bleiben mal die Fragen,
wie Ihr das aufgebracht,
wann Ihr abgedeckt und
wann Ihr mit der Seifenbehandlung angefangen habt. (?)

Der Boden muss wenigstens 24 Stunden trocknen, bevor Ihr abdeckt und dann nach Belastung gleich wieder aufdecken, so dass das Öl weiter luftoxidierend trocknen kann. Erst nach ca. 10 Tagen kann der Boden direkt mit Schuhwerk belastet werden und dann darf er erst mit Wasser - also auch mit Holzbodenseife belastet werden.

Ihr schreibt:
"unsere Fachmann meinte "richtigen Oberflächenschutz erhalten Sie erst nach der Seifenbehandlung")."

Das ist schlichtweg "Käse" bei einem geölten Boden. Das passt zu der Holzbodenseife, wenn man den rohen Boden ausschließlich seift. Ein Verfahren, dass ich nicht empfehlen würde, aber gerade aus skandinavischer Tradition gerne praktiziert wird.

Wenn der Boden aber geölt wurde, dann darf nur wenig Seife zur Reinigung dienen. Sonst laugt der Boden aus und man muss nachölen. So wir Ihr das beschreibt, habt Ihr ja das Öl wieder aus den Fasern geschrubbt.

Dann schaut Euch noch mal Eure Behälter an. Habt Ihr da irgendetwas mit "weiß" gekauft oder habt Ihr alles "natur" gekauft? Die Öle wie die Seife gibt es mit weißem Farbpigment oder aber ohne - also "natur".

Wenn Ihr weiß geölt habt, dann auch mit weißer Seife reinigen - oder eben natur mit natur.

Die Flecken von den Handwerkern sind ins frische Öl und u.U. bis ins Holz eingearbeitet. Was die "Rettung" angeht kann Thomas aus seiner langjährigen Praxis vor Ort am besten helfen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Faxe Holzhartöl Natur



Da waren wir mit unserer Seiferei ganz schön auf dem Holzweg...

Hallo Frank,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

wir haben die hohe Konzentration für die Erstbehandlung der Seife laut Etikett eingehalten und mehrere Male so gewischt, das sollten wir so machen. Es kann sein, dass der Boden dadurch stumpfer wurde. Das kann ich heute nicht mehr genau sagen.

Laut Angebot wurde "Faxe Holzhartöl Natur" verwendet. Es wurde zweimal mit einem flachen Pinsel aufgetragen (so wurde uns das gesagt bzw. den Pinsel habe ich gesehen). Von der Menge schien es optimal, da kaum Reste auf der Oberfläche verblieben.

Der alte Boden:
- Zimmer wurde nach dem letzten Auftragen nicht mehr betreten (2 Wochen)
- in den anderen Zimmern (ohne Tür) wurde z.T. Rigips verarbeitet und Lehmfeinputz aufgetragen - es legte sich ein weißer Film (sicherlich Staub), der zum Teil abgewaschen werden konnte - die Flecken blieben leider

Der neue Boden (oben):
- nach mehr als 24 h wurde er betreten
- die "Hauptlaufwege" wurden nach 24 h mit Malerkrepp ausgelegt
- leider haben nicht alle nur die Hauptlaufwege benutzt und diese Trittspuren sind noch heute zu sehen

Der neue Boden (unten), Foto:
- nach mehr als 24 h wurde er betreten
- der gesamte Boden wurde mit Malerkrepp überlappend ausgelegt, die Überlappungen wurden mit Kreppband fixiert (kein Kreppband auf dem Holz)
- die weißen Streifen auf dem Holz sind dieses Kreppbandlinien – wir haben sie versucht nachzuölen, sowohl mit diesem Öl als auch mit dem leichteren Faxe Pflege-Öl – ohne Erfolg

Die Seifenbehandlung erfolgte erst nach 14 Tagen, am Tag des Einzugs.

Unser Dielenschleifer hat uns die Seifengeschichte erzählt, als wir uns über die Hartnäckigkeit der Schuhsolenflecken wunderten, wo uns doch die Begehbarkeit nach 24 Stunden zugesichert wurde: „kann ja noch nicht imprägniert sein, da noch nicht geseift“.
Er empfahl uns im gleichen Atemzug nochmaliges Komplettschleifen und Auftragen.

Viele Grüße

Nancy



Also,



der Bauablauf war grundsätzlich falsch, aber das wisst Ihr ja nun inzwischen auch.

Wir legen unsere Dielen normalerweise nach dem ersten Anstrich. Putz und Trockenbau sind dann schon lange Geschichte.

Zur Seife: Mitunter wird ja zuerst geseift, und dann geölt. Ich mag's nicht. Umgedreht herum ist es in jedem Fall porentiefer Unfug. Seife ist stärker alkalisch und schädigt (verseift) die Öloberfläche.

Nach der Beschreibung her vermute ich, daß noch zu viel Öl auf der Fläche steht. Normalerweise sollte es mit der Einscheibenmaschine eingearbeitet werden. Eine gleichmäßige Verteilung ist beim Handauftrag nicht gegeben. Das könnte über Trocknungsprobleme zu den dauerhaften Fußspuren geführt haben.

Schickt Eueren Dielenschleifer besser in die Wüste. Vielleicht schleift er ja gut, von Oberflächen versteht er offensichtlich nichts.

Grüße

Thomas