Faulende Schwellen durch Estrich

04.05.2004



Liebe Freunde des Lehmbaus und der Eichenbalken,

in unserer Kate von 1884 wurde zu dunklen Betonzeitaltertagen (ca. 1970 + 1990) Estrich geschüttet, leider bis direkt, ohne lüftenden Abstand, an die Schwellenbalken (Eiche ca 16*16 cm). Nach unten existiert keine Isolierung gegen Feuchtigkeit. Stichproben zeigen: die Balken sind stellenweise in einer Höhe bis zu 3 cm von unten moderig und löchrig. Nun die Frage: ist es sinnvoll den Estrich zu den Seiten zu öffnen, eine Lüftung für die Balken herzustellen um so den Fäulnisprozeß zu stoppen, oder alles zu lassen und hoffen, daß der Bau noch mindest 50 Jahre steht (Statik?) bzw. überall gleichmässig absackt? Vielen Dank für Ihre/Eure nützlichen Ideen.

Gruß Thomas Eine



Estrich



Lieber Herr Heine,
ich würde Ihnen empfehlen, den Estrich an den Seiten zu öffnen und so eine Lüftung für die Balken herzustellen.Wo steht den das Haus?Eventuell könnte ich bei Ihnen vorbeikommen und mir die Lage vor Ort ansehen.Ferndiagnosen sind immer schwer zu stellen.

Viele liebe Grüße
Ihr Bauservice
Peter Leuze



Faulende Schwellen



Den Estrich zu öffnen und durch Belüftung den Balken zum trocknen zu bringen und dadurch den Fäuleprozess zu stoppen mag das Eine sein. Es bleiben weitere Probleme:
1.) Fäule wird durch Pilze verursacht. Es können unterschiedliche Pilze mit unterschiedlichen Eigenschaften am Werk sein. Es gilt heraus zu finden, welche Pilze die Fäule verursacht haben um festzustellen ob Sie damit nur eine Trockenstarre erreichen oder der Pilz tatsächlich abstirbt.
2.) die Ursache muß durch das Öffnen des Estrichs nicht vollständig erfasst sein: was ist mit aufsteigender Feuchtigkeit unterhalb des Balkens. Die bringen Sie nur weg durch den Einbau von Horizontalsperren.
3.) Die festgestellte Löchrigkeit kann von Insekten stammen. Es gilt festzustellen welche Insekten hier unterwegs sind. Manche benötigen den Fäulnisprozess des Holzes, andere kommen auch durch gesundes Holz.
Fazit: Besser man verschafft sich maximalen Wissensstand, bevor man nur das halbe Maßnahmenprogramm durchführt, das verkleinert das gefahrenpotential. Holen Sie sich einen Sachverständigen/Sachkundigen für Holzschutz ran, der örtlich untersucht.
Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig





Hallo, ich kann H. Malangari nur zustimmen: Das muss sich ein Fachmann anschauen, denn hier hilft nur ein Gesamtkonzept (wobei Sie wohl richtig liegen mit der Vermutung, dass es noch lange dauern wird, bis ein 16/16 Balken seine statische Festigkeitz verliert). Hauptproblem wird sein, die Feuchtigkeit dauerhaft weg zu bekommen. Nur mit "Lüften" ist es da wohl nicht getan. Viel Glück!
gf



Faulende Schwelle



Hallo Herr Heine,
-das wasser /quelldruck/ kann nicht ganzflächig ausdifundieren wegen des estrichs-es findet ihren weg durch innen und aussenwände-estrich ist auf etwas Sand oder direkt auf naturgewachsenem boden.
-das Fundament ist mit einem hartem Zementputz "saniert?,verschönert?" worden.das wasser kann nicht raus sondern nur nach oben zum fussholz.
es ist möglich weitere schäden zu verhüten.
möglichkeiten:aussenrum abgraben-höhe fundamentsohle und die natursteine neu verfugen mit reinem kalkmörtel/fugen etwa 6cm auskratzen-drainage?-schadet sicher nicht.mit grobem Kies auffüllen,spritzschutz erstellen.
wen Sie keinen neuen Boden einbringen,schneiden Sie den Beton ab /Sie beschreiben es mit "öffnen".graben Sie ab bis die ganze Schwelle sichbar ist.
verplattungen,verbindungen prüfen.
die schwelle sichern,unterfangen,balken sauber machen/faule stellen entfernen,mit reinem Kalkmörtel und steinen untermauern(seite für seite-stück um stück).
sollte es innen sehr nass sein,(ist halt auch relativ)käme eine Drainage aus ungebrannten! tonröhren in frage.darauf kalkestrich,erdfeucht eingebracht und gestampft.zwischen kalk-und beton bildet sich ein riss.
könnten Sie genauere beschreibung liefern?
Mit freundlichen Grüssen
Klepac Mladen



Faulende Schwelle



Das Fussholz musste komplett ausgetauscht werden.Der neue Balken wurde auf kalkmörtel gelegt.



Faulende Schwellen



Vielen Dank an alle, für die fundierten, treffenden Antworten. Allen entnehme ich, das es sinnvoll ist, die Schwellen 'zu befreien'. Dann denk ich, kann man das vermutete Schadenmaß aufnehmen, konkretisieren und Gegenmaßnahmen einleiten. Ggf. von den Aussenmauern (Hr. Klepac Mladen) beginnend. Ich denke (hoffe) das aufsteigende Feuchtigkeit nicht das ganz große Problem ist, der Katen steht ca 0,5 M über Erde, bzw. drumherum fällt das Gelände ab, dann stehen noch 100 jährige Linden drumherum, die viel Wasser ziehen. Ich denke es ist eher die Taupunktproblematik (moderne Heizung etc.) Jedenfalls mach ich mich mal ans Werk! Ach ja, das Thema 'Insekten' von Hr. Martin Malangeri ist natürlich ebenfalls zu untersuchen, kleine schwarze Käfer, deren Bestimmung ich seit letzten Jahres im Internet versuche, vergebens. Wahrscheinlich eine kleine eigene Hofgatung, über die jahrhunderte evolutioniert?! (Bislang meinten aber alle versierten Liaen, daß es keine Holzschädlinge sind, und tatsächlich scheinen diese das Styropor unterm Estrich zu bevorzugen. (P.S. für Hr. Peter Leuze, das Haus steht in Mecklenburg, nähe Zarrentin)

Gruß Thomas Heine