Fassadendämmung

05.07.2017 Frank Zehner



Hallo
Ich würde gerne meine Fassade (keine Wetterseite) mit Holzfaser dämmen.

Die Gefache sind mit Leichtlehmsteinen ausgemauert. Ich hatte daran gedacht eine Lattung zu machen und dazwischen eine 40mm Holzfaserdämmung.Darauf dann eine Winddichtungs- und Regenfolie die diffusionsoffen ist, darauf eine 24mm Konterlattung und dann eine Keil- Stülpschalung oder ähnliches.
Ist dies so inordnung?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar



Hohlraumfreiheit



Die Dämmung sollte wirklich hohlraumfrei und fest anliegend an die Außenwand sein. Also Absätze und Unebenheiten mit Lehmputz begradigen. Ich würde eher eine Unterdeckholzfaserplatte z.b. Udi top von Unger Diffuthern in Lehmkleber einlegen (wegen der Hohlraumfreiheit) und in die Balken schrauben. Spart auch die Unterspannbahn und minimiert die Wärmebrücken, die durch die Lattung entstehen. Auf jedenfall auf Hinterlüftung der Vorsatzschale achten. Wie ist die Fachwerkwand von innen gestaltet?



Hohlraumfrei



Sie meinen direkt auf das Fachwerk die Platten Kleben und darauf dann die Schalung? Wie kann ich sie denn erreichen falls ich noch fragen habe bzw. ich könnte Ihnen ja mal Bilder zeigen.

MfG



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Außendämmung



Nur 4 cm Dämmung lohnen kaum den Aufwand, da die Außenverkleidung, Befestigung etc bei jeder Dämmstärke gleich bleiben.

Bei stärkerer Dämmung und unebenem Untergrund ist es einfacher, Holzlatten aufzuschrauben, darauf Holzfaserplatten oder Fassadenbahnen zu befestigen und darauf dünne Konterlattung und die Holzverkleidung zu schrauben.
Die Hohlräume mit Zellulose/Holzfasern dämmen.
Bei dickerer Dämmung sind Stegträger einfacher zu befestigen und dämmtechnisch besser.

Einblasdämmungen ersparen das vollflächige Ansetzen von Plattendämmungen.

Evt genügt es auch, flexible Holzfaserdämmplatten mit Druck anzuschrauben

Andreas Teich





@ Hr. Teich

"Nur 4 cm Dämmung lohnen kaum den Aufwand, da die Außenverkleidung, Befestigung etc bei jeder Dämmstärke gleich bleiben."

Sonst kann man hier im Forum immer lesen, " die ersten Zentimeter sind die wichtigsten".

"Bei stärkerer Dämmung und unebenem Untergrund ist es einfacher, Holzlatten aufzuschrauben, darauf Holzfaserplatten oder Fassadenbahnen zu befestigen und darauf dünne Konterlattung und die Holzverkleidung zu schrauben.
Die Hohlräume mit Zellulose/Holzfasern dämmen."

Jou, es geht auch aufwändig und kostenintensiver.

"Bei dickerer Dämmung sind Stegträger einfacher zu befestigen und dämmtechnisch besser.
Einblasdämmungen ersparen das vollflächige Ansetzen von Plattendämmungen."

Auch hierbei ist der Aufwand und der Kostenfaktor höher.

"Evt genügt es auch, flexible Holzfaserdämmplatten mit Druck anzuschrauben."

Wie geht das ?

Irgendwie kann ich Ihnen Heute nicht folgen.
OK, ist aber auch warm.

Viele Grüße
Hanno



Wirtschaftliche Fassadendämmung



Der Aufwand womöglich an einer höheren, unebenen Fassade Holzfaserdämmplatten vollflächig anzusetzen und dann noch eine Tragkonstruktion für die Holzverkleidung anzubringen ist sicher höher als Zellulosedämmung zwischen Stegträgern einzublasen.
Kosten für dickere Stegträger sind praktisch gleich wie die für dünnere, der Aufwand für die Montage jeglicher Holzverkleidung bleibt gleich-unabhängig von der Dämmstärke.

Bei Verwendung von Stegträgern können Fenster bei Bedarf einfach außen in der Dämmebene montiert werden, sodass sich die Laibungtiefe optisch nicht verändert.

Platten mit Kleber/Mörtel vollflächig an die fassade zu setzen ist für Laien sicher schwieriger als Stegträger durch den Steg in die Fachwerkhölzer zu schrauben- Zellulose einblasen kann unter Mithilfe durch eine Firma erfolgen.

Natürlich sind die ersten cm der Dämmung prozentual am effektivsten, da aber ein erheblicher Teil der Kosten unabhängig von der Dämmstärke anfallen ists trotzdem- auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll mehr zu dämmen.
Ganz abgesehen von Anforderungen der ENEV, die mit 4 cm eh nicht erfüllt werden.

Auch der ursprünglich gedachte Aufbau mit nur 4 cm Dämmung würde funktionieren

Flexible Holzfaserplatten an die Fassade anpressen funktioniert automatisch bei Verwendung stärkerer Platten durch die Montage der Konterlattung.

Andreas Teich



Wirtschaftlich sinnvoll mehr zu dämmen.



Für wen, ... den Hausbesitzer, den Planer oder die Dämmstoffindustrie ?

Nicht jeder der seine Fassade ein wenig dämmen möchte, ist gewillt die Fenster in die Dämmebene zu versetzen.
Die Fensterbänke mag man vielleicht auch nicht erneuern.
Am Ende sollte dann auch noch der Dachüberstand korrigiert werden.
Und dann noch wesentlich mehr an Dämmstoff zu kaufen,als er eigentlich wollte.

Er wollte doch nur ein wenig seine Fassade dämmen.

Für wen also ist das wirtschaftlich ?

Materialkosten scheinen für Sie als Planer nicht wichtig zu sein, da diese ja nicht Ihnen zu Last fallen.

Und dann noch der Hinweis auf die ENEV, ...... dazu sag ich jetzt mal nix.

Nix für ungut
und Danke, für die ausführliche Erklärung.

Viele Grüße
Hanno



Materialkosten



Ich hatte ja schon geschrieben, dass bei dickerer Dämmung ggf nur mehr Zellulose benötigt wird, die eh sehr günstig ist.

Gerade weil die in jedem Fall anfallenden Kosten unabhängig von der Dämmstärke relativ hoch sind lohnt sich eine dickere Dämmung.

Welche Zusatzarbeiten evt notwendig sind kann niemand ohne Ortskenntnis sagen.
Bei uns habe ich übrigens mit Stegträgern, 240 mm Zellulose und 60 mm Holzfaserplatten gedämmt mit nun erheblich geringeren Heizkosten

Andreas Teich



andere Überlegung



Ist es vielleicht besser z.b. einen Holzrahmen zu machen z.b. 40x60, darauf steico Protectplatten und den Zwischenraum mit Zelluloseinblasdämmung auszufüllen, diese ist ja auch nicht sehr teuer habe ich gesehen. darauf dann eine Lattung und dann die z.b. Stülpschalung



Fassadendämmung



Viel zu aufwendig und teuer Zellulose in derart geringe Stärken einzublasen, vom geringen Dämmwert abgesehen.

Die Befestigungskosten sind gleich, die Steico Protect-Plattenkosten sind gleich, der Einblasaufwand ist größer als wenn ein Vielfaches der Dämmstärke verwendet wird.

Wenn aus architektonischen oder baulichen Gründen keine stärkere Dämmung verwendet werden kann dann eben nur 40/60 mm Latten aufschrauben, flexible Holzfaserdämmplatten mit quer zur Unterkonstruktion verschraubten Bretter anpressen und darauf die Holz- oder sonstige Verschalung anbringen.
Im Verhältnis zur Dämmwirkung jedoch zu viel Aufwand.

Andreas Teich



ich klinke mich mal mit ein



Hallo an alle,
ich klinke mich hier einfach mal ein, ich stehe vor dem gleichen Problem und hoffe ich bringe hier nichts durcheinander.
Ich möchte meine Hausseite auch gleich mit dämmen wenn ich einmal eine Holzfassade machen möchte. Ich weiss nur nicht ob mein Dachüberstand von knapp 30cm (glaube ich) reicht.
Ich hoffe das es ok ist das ich hier mal mitschreibe, vielleicht bringt es ja dem Einen oder anderem was. anbei mal ein paar Bilder



zweites Bild



hier ein zweites Bild



Fachwerkfassade



Gefühlsmäßig würde ich den Spritzwasserbereich ordentlich aufbauen. Den Rest der Fassade aufarbeiten, Dämmung von innen.



also



...die Gefache evtl. neu Verputzen und das Sichtfachwerk lassen? Und wie den Spritzwasserbereich aufbauen?
danke für die Antworten



Fassadensanierung



Keine Ahnung, ich bin kein Hellseher.
Mit zwei Fotos kann ich kein Sanierungskonzept schreiben.
Ob der Putz nur durchrepariert und gestrichen werden muß, ob und welche Schäden am Holz vorliegen weiß ich doch nicht.
Der Traufbereich des Daches ist es wert, überarbeitet zu werden. Ob Sie was am Dach machen wollen weiß ich auch nicht.
Spritzwasserbereich heißt etwa 30 cm ober- und unterhalb des Geländes ein Sockelputzsystem aufbauen, über einen spritzwasserbrechenden Streifen nachdenken, etwas für den Schutz der Eingangstür tun...