Vorhangfassade hinterlüftet mit Steinwollplatten dämmen?

18.07.2011



Hallo,

also es handelt sich um ein Fachwerkhaus mit Lehmgefache. da wir durch einige Umbaumaßnahmen die Fassade neu machen müssen, wollten wir aich gleich ein wenig mit dämmen da es nur eine 14er Lehmwand ist. Wir dachten an eine vorgehängte Fassade mit folgendem Aufbau:

KVH-Holz 100x60 auf Fachwerk
Zwischenräume mit 100er Steinwollplatten ausfüllen
auf die Unterkonstruktion (KVH) dann Dachlatten 3x5 und
auf die Dachlatten eine Putzträgerplatte (AquaBoard)
Die 3 cm der Dachlatten ist also die Hinterlüftungsebene.

Wäre der Aufbau so ok oder besser Holzfaserdämmung, wenn ja wieso?

Danke und Grüße

Rene`



Vorhangfassade



Aquaboard ist eine Trockenbauplatte für den Innenbereich.
Außerdem fehlt an Ihrem Aufbau eine Winddichtung.

Viele Grüße



Aquaboard



Hallo, danke für die Antwort aber gemeint ist das AQUAPANEL® Cement Board und das ist extra eine Putzträgerplatte für den Außenbereich. Was ist zu der variante der Dämmung zu sagen und was meinen Sie mit Winddichtung. Eine diffusionsoffene Folie auf die Dämmung? Muss die unbedingt sein? Habe etwas Bedenken da ich extra eine hinterlüftete Vorhangfassade wähle und dann ne Folie davor klemme.



Bewegende Sache



Hallo René,

rein rechnerisch mag das Ganze funktionieren und das AQUAPANEL® Cement Board Outdoor ist auch für den Außenbereich zugelassen, trotzdem gäbe es einige Punkte die zu bedenken wären:

- in einem Fachwerkgefüge wird es immer gewisse Bewegungen geben. Die Aquapanelverkleidung ist eine starre Außenbekleidung auf einem in gewissem Maße "bewegten" Untergrund. Mit Rissbildungen im Putz ist zu rechnen.

- Bei der beschriebenen Unterkonstruktion kann es zum Schwinden, Verwinden, Reißen etc. kommen. Dies mag zwar statisch nicht von Belang sein, führt aber zu Bewegungen unter dem starren Aquapanel. Dies kann wieder die Rissbildungen verstärken.
Schrumpfende oder leicht verformte Hölzer können Spalten bilden, an denen die Luft aus der Hinterlüftungsebene entlangstreichen kann. Dies führt zu Temperaturunterschieden entlang der Außenwand.

- Statt zu Steinwollplatten würde ich immer zu Holz-, Hanfprodukten o. vergl. greifen. Ohne genaue Kenntnis von Gesamtkonstruktion etc. lässt sich kaum etwas sagen, EnEv und Denkmalschutz einmal ganz unberücksichtigt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Alternativen?



Danke auch Ihnen für die Antwort. Leider sehe ich aber keine andere Alternative als diesen Aufbau. Die Fläche an sich ist auch nicht so riesig. Nur etwa 2,60 m hoch x 16 m (Länge) und immer wieder Unterbrechungen durch 2 Türen und 3 Fenstern. Bei dem Einbau der Fenster und Türen wurden neue Balken eingezogen also senkrecht rechts+links und die Ausfachungen mit Porenbetonsteinen vermauert (nur kleine Ausschnitte) Alles in allem sieht die Fassade nicht besonders gut aus. Wenn es also keine wirkliche Alernative gibt dann ist auf jeden Fall dieser Aufbau besser als keiner oder?? ich hoffe ja aufgrund des hohen Alters bewegt sich das Holz weniger stark. Im Innenbereich wurde mit Weißputz vor Jahren auf den Lehm geputzt und es sind keine Risse zu sehen. Bin aber auch gern für Vorschläge offen. Eine wichtige Frage ist aber nach wie vor warum denn keine Steinwolle? Durch die Hinterlüftung ist Sie doch diffusionoffen oder?

Gruß Rene