Fassade Sandsteinputz 100 Jahre

10.03.2014 Keb



Unser Haus hat eine Fassade aus Sandsteinputz , kennt jemand einen Hersteller oder hat Ideen, wie wir diesen Putz herstellen können? Oft wurde das bei Kirchen verwendet. Er hat grobe Körnung und eine beige ocker Farbe mit Einschlüssen . danke für jeden Tipp



Sandsteinputz



Und ich tippe mal: es ist kein Putz sondern Tuffstein.
Sagen Sie wenn ich irre.



Putz



Oder Putz mit Ziegelmehl als Zusatz.



Fotos



hier nun einige Fotos. Die Putzschicht ist ca. 1cm stark, darunter sind rote Backsteine, die Maueroptik ist in den Putz wahrscheinlich ein gefräst ???





Hallo,

es sieht mir wegen der SAtoß- und Lagerfugen, mal mit Fugenfüllung, mal ohne, eher nach einer Plattenbekleidung aus.
Von daher bin ich schon wieder beim Tuff, einem vulkanischen Gestein, das uns der Arenberg hinterlassen hat. Rheinab über Köln, Duisburg ist es bis Rotterdam verbreitet.

Grüße



Putz



Verdammt gut gemacht, dieser Putz.
er imitiert Werkstein, wahrscheinlich Tuffstein oder Brekzie.
Die Basis wird wohl ein hydraulischer Putz sein. Sandstein wäre einfacher zu imitieren.
Da hilft nur Geduld und probieren.



Wir suchen weiter



Die Fassadenverkleidung ist definitiv Putz , keine Platten. Das Haus befindet sich neben einer Kirche aus Original Sandstein. Für das Haus (gemauert aus roten Ziegeln) ist deshalb ein Putz angefertigt worden um zur Optik der Kirche zu passen. Wir sind also weiter auf der Suche , da es auch erstaunlich ist , dass dieser Putz außer Auswaschungen an der Wetterseite und groben Beschädigungen seitens einer Fensterbaufirma , keinerlei Schäden aufweist und immerhin seit 100 Jahren besteht.
Für weitere Denkanstöße schon mal vielen Dank



Heyho



NHL-Kalk von Otterbein hat auf jedenfall auch einen beigen/ocker-Ton (bzgl. Struve).
Weiterhin kommt da noch Romanzement (kann man googeln) in Betracht, der hat auch so eine Färbung und wurde zu der Zeit oft verwendet.
Was die Optik angeht muss man schon einige Musterflächen anlegen, da der Putz in seiner Kornstruktur doch recht speziell ist und auch Witterungseinflüsse die Oberflächen sicherlich verändert haben.





Also wenn es sich wirklich um einen Putz handelt, dann würde ich an Ihrer Stelle ein Probestück in ein Labor schicken und analysieren lassen. Die mischen Ihnen nach der Analyse den Putz nach historischem Vorbild und Sie können sich die Arbeit mit der Mischung sparen.

Ich habe vor kurzem einige Restaurierungsarbeiten an einer historischen Steinputzfassade gemacht und die Mischung selbst hergestellt... über 20 Proben habe ich angelegt um die richtige Zusammensetzung herauszufinden - und das obwohl mir die Zuschlagsstoffe schon vorher bekannt waren, es ging bei den Proben eigentlich nur noch um die Optik und die Oberfläche.

Meist wurden bei solchen Putzen Materialien aus der Umgebung verwendet, oft gibt es diese heute nicht mehr. D.h. sie müssen sich dann nach passenden Alternativen umsehen usw.

Den Service bieten mehrere Firmen an, spontan fällt mir da nur Remmers ein, die sind allerdings sehr teuer, was das angeht. Kann mir auch vorstellen, dass Otterbein oder Keim vielleicht auch was in der Richtung anbietet, sollten Sie mal erfragen.

Sowas in empirischen Versuchen herauszubekommen ist sehr aufwendig und damit teuer... für nicht mal einen halben m² Steinputz musste ich damals knapp 800€ in Rechnung stellen, und da war ich schon sehr kulant. Oftmals weichen die Farben heute auch je nach Ausrichtung der Fassade ab, die Sonneneinstrahlung und Verwitterungsprozesse tragen also dazu bei, dass die neue Mischung mit Sicherheit nicht überall wirklich gut passt. (genau das wurde bei weiteren Restaurierungsarbeiten an der Südseite der Villa leider bemängelt, allerdings bleicht das die Sonne in den nächsten Jahren schnell aus)

Was mich stutzig macht sind die Profile, die ja scheinbar massiv aus dem Putz gefertigt zu sein scheinen, außerdem ist da ein kleiner Riss neben der Abdeckung, der geht nicht durch, sondern endet an der Fuge... Vielleicht doch ein Plattenbelag?

Mehr Bilder sind bei sowas immer sehr hilfreich...

Trotzdem: Wenn es wirklich ein Putz ist, dann Hut ab! Alleine die Struktur so hinzubekommen dürfte sehr schwierig sein, könnte mir vorstellen, dass man die Fassade nach dem Putzen evtl. gewaschen hat um solche Löcher hereinzubekommen... Faszinierend was es alles gibt!