Fassade beim Fachwerkhaus neuverputzen

11.04.2012



Hallo Zusammen,

Ich hoffe hier in diesem Forum Hilfe zu finden. Wir haben ein altes Fachwerkhaus welches nun ueber 100 Jahre alt ist. Unsere Vorbesitzer haben das Haus ziemlich verwuesstet. Nun ist uns der Putz von der Fassade gefallen da er auch nur ca. 2mm dick war. Wir haben uns entschlossen dann alles runter zu holen. Jetzt sind die Felder sehr unterschiedlich in ihrer Dicke und wir wollen zum schluss Reibeputz drauf machen. Welches ist die beste Loesung? Wir dachten mit armirungsmoertel und Lattung die Felder auffuellen um dann gerade den Reibeput drueber zu ziehen, aber bei der Ansicht der Fassade stellten wir fest, dass dies wohl Wochen dauern wuerde, da einiges an Trockungszeit eingerechnet werden muss.

Oder gibt es eine effektivere Loesung? Und was ist mit den Holzbalken, wir haben die erste Schicht Teer heruntergekratz, was waere die bessere Alternative zum Teer fuer die Balken, dieses sind noch gut erhalten und muessen nicht ausgetauscht werden.

Vielen Dank



Um



eine gute Antwort zu bekommen, solltest Du besser ein Foto hochladen. das kostet nichts, tut nicht weh und verpflichtet auch zu nichts. Aber nur so können die Ratgeber das Probelm besser einschätzen, meist ist der text etwas anders als die Realität.



Foto



hier ein foto



Fassadensanierung



Zuerst muss geprüft werden, mit welchem Material die Gefache ausgefüllt sind: alter Lehmverstrich mit Stakung, Bimsbetonsteinausmauerung, alte Ziegelausmauerung, Porenbeton (Ytong etc.) -sehr beliebt bei Selbstsanierern.

Einige Materialien zur Ausfachung sind tolerabel, Bimsbetonstein oder alte Ziegel, Porenbeton ist schadensträchtig und trägt zur Vermorschung der Balken bei (Feuchtestau). Lehm ist die beste Materialwahl.

Das MAterial der Ausfachung bedingt die Putzwahl. Dazu kommt noch die Beachtung der Schlagregenbelastung, die je nach Einstufung ebenfalls das Putzsystem beeinflusst bzw. eine Sichtfáchwerkfassade ausschließt. Ggf. muss die FAssade schlagregendicht hinterlüftet verkleidet werden.

Keinesfalls sollten Sie mit irgendeinem Putz aus dem Baumarkt arbeiten. Zementäre Putze sind zu hart, zu diffusionsdicht und zu rissanfällig. Sog. "kunstharzvergütete" Putze sind zu dampfdicht. Die VAriation eines Kalkputzes wird die richtige Wahl sein.

Zudem bleibt zu prüfen, ob die Fassade danach als wind- und regendicht bezeichnet werden kann. Dazu gehört i.d.R. eine innere durchgehende Putzschicht, also kein Sichtfachwerk innen.

Sie schreiben, das der Vorbesitzer den Zustand des Hauses durch eigene "Sanierungsmaßnahmen" wahrscheinlich mehr geschädigt als verbessert hat. Das ist leider in den meisten Fällen richtig. Diese Maßnahmen müssen fast ausnahmslos zurückgebaut werden, um langfristige Substanzschädigungen zu vermeiden. Grundsätzlich geht´s dabei immer um bauphysikalisch falsch konzipierte Wandaufbauten, z.B. Innendämmungen/Vorsatzschalen, die zu Kondensat- und Schimmelbildung führen.

Wo in NRW befindet sich Ihr Haus ? Bei Interesse und weitergehenden Fragen zu Sanierungskonzepten können Sie mich gerne einmal anrufen



stat



des geplanten Reibeputzes würde ich einen rauhen landhausputz oder normal verriebenen Putz nehmen, der sich aber nach der von WP beschriebenen Auswahl richtet.