Wie muss eine Fassade beschaffen sein, um solche Schäden zu vermeiden?

03.02.2008 Bromm Edmund


Ein typischer Schaden an einer Fassade ohne ausreichende Hydrophobierung.
Hinter der Oberfläche ist ein Verputz (sehr "gut" saugfähig) ca. 2cm dick mit einer Glasgewebearmierung und darunter entweder Beton (im Bereich der Pfeiler) und ansonsten eine Wärmedämmung und ein sehr gut dämmender Hochlochziegel.
Das ganze wurde nach sehr ökologischer Bauweise erstellt, und doch ist einiges an Fehlern zu sehen.





Hallo Herr Bromm,
leider kann ich auf dem Bild nur einem Pfeiler erkennen.
Problem scheint hier die Niederschlagsentwässerung zu sein, zu geringer Abstand der Tropfkante zur Mauer.
Ich würde ohne Tropfkannte, dafür mit Speyerrohr arbeiten. Die Entwässerung lässt sich so besser führen.
Eine nachträgliche Hydrophobierung scheint hier ebenfalls Sinnvoll.

MfG



Fassade



Ja, das leidige Problem der Tropfkanten.
Erst mal wäre interessant zu wissen, wieso überhaupt solche Wassermengen (man sieht auf dem Foto einen kleinen Wasserfall von der Ecke rinnen) an die Fassade kommen.
Der sichtbare Dachüberstand scheint wohl recht großzügig bemessen zu sein.

Zur Tropfkante:
Der Überstand sollte nach Flachdachrichtlinie mindestens 20 mm betragen. Das scheint hier zu passen.
Dann sollte die Abdeckung eine senkrechte Überlappung der Tropfkante haben, und zwar bei Höhen bis 8 m 5 cm bei einem Abstand zur Wand von 20 bis 30 mm, über 8 bis 20 m 8 cm bei einem Abstand von 30 bis 40 mm und über 20 m Gebäudehöhe 10 cm Überlappung mit einem Abstand von 40 bis 50 mm.
Ob das hier eingehalten ist, kann man schwer anhand des Fotos erkennen. Mir kommt das etwas wenig vor.
Die Tropfkante sollte ein Gefälle zur Dachseite bzw. nach innen zu der Seite aufweisen, die nicht Schlagregen oder erhöhtem Windanfall ausgesetzt ist.
Und hier sehe ich auch das Problem, im Wind.
Ich vermute mal, das trotz des Dachüberstandes an der Ecke durch turbulente Strömungen Wirbel entstehen, die das Regenwasser quasi unter den Dachüberstand drücken (reine Spekulation meinerseits!)

Was könnte man machen?
Ich würde mit den Mauerabdeckungen beginnen. Das Wasser zur Fensterseite hin ableiten wäre auch nicht gut, daher würde ich eine flache V- förmige Abdeckung verwenden, die das Wasser innen als Rinne faßt und mit Gefälle nach innen zu den auf dem Foto sichtbaren Spalt im Mauerwerk leitet. hier kann man es mit kleinen rechteckigen Fallrohren nach unten leiten und dann entweder weiter führen oder durch Speier wie bereits vorgeschlagen abführen.
Diese Wasserführung kann gestalterisch so gelöst werden, das sie das Gebäude zumindest nicht verschandelt.

Viele Grüße



Dies hat nichts mit Tropfkante zu tun, sondern....



die Fassade hat eine "gute" Feuchteaufnahme und ist gefroren.
Zwei Tage nach dem Regen kam Frost und wenn man dann zum richtigen Zeitpunkt am Ort ist, sieht man wie das Eis an der Oberfläche schmilzt.
Da ist auch genügend Dachüberstand.
.
Die Flächen sind allesamt nass bzw. gefroren.
Die dunkleren Flächen sind nur mit einer anderen Dämmung ausgeführt.
.
Das Bild zeigt meinen Handabdruck.



Fassade



Das hieße ja, das das Wasser durch Kondensation an den kälteren, da übergut gedämmten Wandteilen entsteht?
Na ja, wenn man sieht, was morgens bei Laternenparkern an Reif auf der Windschutzscheibe klebt..

Dann dürfte aber die Hydrophobierung nicht das Problem sein, denn dann würde das Kondensat vom Putz aufgenommen werden.

Viele Grüße



Tauwasser; Regen und Risse sorgen hier gleichermasen für Schäden



Wobei sich diese sehr schnell aufschaukeln.
Die Frage ist auch, wie lange hält die darunterliegende Wand dies insgesamt aus?
Die Wärmedämmung hat sicher keine positive Funktion mehr.
.
Und zur Hydrophobierung - hier stellt sich die Frage - ist dies jetzt überhaupt noch realisierbar?
Ein Teil der Wände schaut auch so aus.
Da rettet eine Hydrophobierung sicher auch nichts mehr.
.
Weiter beachte man den Kiesstreifen. Hier wird auch Wasser eingeleitet.
Von unten kommt dann über die zwar verputzten Flächen - aber diese werden ja auch so gut wie nie mit Farbe behandelt und von einer Abdichtung ganz zu schweigen mit dem Oberflächenwasser belastet. Da es kurz unter der Oberfläche auch ständig feucht ist, ist ein weiterer Schaden vorprogrammiert.



murks



So ein Murks. Passiert denn das öfter, dass nicht ausreichend hydrophobiert wird?
Der Hauseigentümer tut mir fast leid...



Ja das passiert öfter, leider....



Der Hausbesitzer ist eine Waldorfschule.
Besonders traurig ist, dass diese Schule erst 2002 eingeweiht wurde.
.
Und nun dieses Bild.
.
Schauen sie mal nach einem Regentag die Fassaden in ihrer Umgebung an. Es sind nicht wenige Gebäude die feucht (oft dunkler) sind.
Das kostet ordentlich Geld.
Darüber sollte man reden!
Eine geringe Feuchteaufnahme bedeutet eine sehr schnelle Abnahme der Wärmedämmung.
Siehe auch:
http://image.historisches-fachwerk.com/upload/orginal/I1096_200612101912.JPG



Interessante.......



Sache, hab ich so noch nicht gesehen.
Sicherlich ein Schadensbild das zukünftig wohl des öfteren einmal auftauchen wird bei der Vielzahl der nachträglichen Dämmungen in den letzten Jahren.



Ja, Herr Schröter, dies wird öfters auftauchen...



...allerdings ist dieses Phänomen nicht so leicht zu entdecken.
Zu meinem ersten Bild - ungefähr eine viertelstunde später war hier so gut wie nichts mehr zu sehen.
Die Sonne schien drauf und der Wind trocknete auch sehr schnell diese Flächen ab.
Diese Stellen muss man suchen, und dann findet man solche Erscheinungen immer wieder. Es muss "nur" die "richtige" Stunde - die richtige Temperatur aber auch die richtige Feuchte beachtet werden.
.
Und jetzt zu den von ihnen noch gemachten Bemerkungen noch - "die Feuchte steigt bis ...hoch".
Ich weiß auch, dass dies immer wieder behauptet wird, weil einer vom anderen den Nonsens einfach ungeprüft übernimmt.
Ich behaupte jedoch, dass dies falsch ist und begründe dies auch genau mit der Tauwasserbildung.
Die Wände sind kalt und die Luft ist warm und feucht.
Ja und so entsteht Tawasser.





Herr Bromm,

"Und jetzt zu den von ihnen noch gemachten Bemerkungen noch - "die Feuchte steigt bis ...hoch".
Ich weiß auch, dass dies immer wieder behauptet wird, weil einer vom anderen den Nonsens einfach ungeprüft übernimmt."

ich kann Ihnen hier nicht ganz folgen.
Ist das ein Missverständnis?
Helfen Sie mir mal.



Nein kein Missverständnis, sondern nur eine Klarstellung



So weit ich mich erinnern kann war die Rede von "aufsteigender Feuchte" bis ca. 1,5 mtr.
Das stimmt eben nicht.
Die Wände können zwar bis zu dieser Höhe feucht sein - (sogar noch viel höher), dies hat jedoch mit "aufsteigender" Feuchte nichts zu tun.
Das habe ich aber ausführlich in meinem Buch "Gesund wohnen in Altbauten" erläutert.
Daraus auch noch ein Bild mit Feuchte in fast 4 mtr höhe.



murks



H. Bromm,
ich finde sowas schlimm und auch traurig.
Die Waldorfschule hat bestimmt gedacht, sie dämmt richtig und tut was für die Energieeinsparung und die Umwelt.
Bis jetzt ist mir an den Fassaden in der Umgebung nichts aufgefallen.
Habe aber vielleicht nicht gut genug hingeschaut.

H. Schröters,
das Schadensbild, hoffe ich wird nicht oft auftreten, sondern nur selten. Ich bin eigentlich für die Dämmung auch bei älteren Gebäuden.
Das, was auf den Bildern zu sehen ist, ist seltener Murks, hoffe ich.



Solche Eisdämmfassaden



biete ich in reicher Zahl auf meiner Webseite. Dieses Beispiel eines öff. Baues mag genügen.

Mit der Hydrophobierung hat das alles nix zu tun. Sie läßt Kondensat rein und kann die Abkühlung der nicht speicherfähigen Fassade nicht vergindern. Ergebnis: Es taut wie Sau unter der Fassadenbeschichtung. Und kapillar kommt die Brühe beim besten Willen auch nicht aus der Zwangsjacke "Polymeranstrich (Silikonharz, Silikatdispersion-vulgo "Mineralfarbe", Dispersion) raus.

Folge: Die Fassade friert und frostet auf. Und veralgt und verschimmelt. Die giftigen Abwehrmittel (Fungizide, Algizide) in den Farben werden schnell ausgespült und verpesten dann den Boden.

Es war schon immer etwas teurer, das Klima zu schützen ;-)



OK, noch eines,



etwas mehr Totale.

Reif, Eisbelag, Algen.

Übrigens ein Dezemberschnappschuß.



murks



H. Fischer,
Menschen versuchen etwas zu tun für Umwelt, aus Idealissmus und auch anderen wichtigen Gründen.
Wenn die Hydrophopierung richtig gemacht ist, dringt dann trotzdem das Wasser in die Dämmung? Wirklich?
Wie oft gibt es das, die gefrorene gedämmte Wand? Prozentuell?
Ist das nur eine Folge Murks oder nicht?





Ihr Fazit zu Ursache Herr Fischer?

Zuviel der Dämmung?
Falscher Aufbau?
Wärmebrücken durch Fuge in der Dämmung, zu geringe Ankerüberdeckung im System?

interessierte Grüße
jens





Herr Bromm,
nun kann ich ihnen nicht mehr folgen.
Sie können doch nicht eine Antwort von mir zu einem anderen Schadensbild und einem anderen Thread hier herreininterpretieren?!

Sie sehen mich etwas verwirrt!



In aller Kürze:



(um meine Themenwebseite "Eis auf WDVS" nicht zu wiederholen)

Selbstverständlich kommt jede Menge Feuchte in alle WDVS-Putze und Dämmschichten - durch Kondensat und durch kapillar saugende Mikrorisse. Die Wasserabweiserei ist folglich für die Katz, nein schlimmer - ein teuflisch Ding. Sie sperrt nämlich die Kapillartrocknung.

Und da Dämmstoffe eben nicht speicherfähig sind, kondensiert jede Nacht die abkühlende Luft in das WDVS. Und vereist im Winterfall. Die speicherfähigen Fugmörtel und die Ankerköpfli nehmen tagsüber Solarwärme auf und retten sie in die Nacht. Deswegen werden sie weniger befrostet, beschmutzt und bealgt.

So einfach kann Bauphysik sein.

Das Buidel ist aus Österreich von gestern früh 9.00 Uhr. Die eisige Frostschicht auf der göibn WDVS-Fassad zeichnet sich dunkel ab. Der stylische Dachüberstand "verschattet" die oberen Fassadenbereiche gegenüber dem Strahlungsaustausch mit dem eisekalten Nachthimmel, das schützt vor Kondensat und Frost, weil dadurch die Temperatur net so runter geht.

Wer an den Nikolausi glaubt, vertraut auch dem Klimaschutz mit industrieller Hilfe, den Tabellen und der Fungizidvergiftung in Fassadenfarben ...



murks



H. Fischer,
Bin kein Bauphysicker, habs aber trotzdem großteils verstanden, für die Erklärung deshalb danke.
Was ich nicht so gut verstanden habe:
Warum werden dann Dämmungen überhaupt überall empfohlen , das verstehe ich nich.
Die Politik möchte die Dämmungen auch!!!
Überall gibt es auch Murks beim bauen.
Wenn das Beispiel von H. Bromm alles kein Murks ist , sondern die Regel beim dämmen , warum wird es dann immer empfohlen , H. Fischer?
Die Seiten im Internet von Ihnen suche ich nicht , weil die so übertrieben sind, hat mir gemand gesagt.





Tja "Gast 42"
wer sich den Luxus einer eigenen Meinung gönnen möchte sollte nicht vom höherem sagen Leben.

Übrigens Herr Fischer,
was es bei ihnen zu lesen und an Infos gibt ist ja wirklich sagenhaft!
Anderswo kostet sowas richtig Geld.
Prima Sache!

gruß jens



@murks



Tja, ich finde dahingegen die abscheuliche Einflußnahme der Dämmlobbyisten auf "unsere" Regierung, Handwerker, Energieberater und Planer für übertrieben ...

Suum cuique.

@Jens: Danke für die Blumen. Ich rieche gerne dran. Das spornt für weitere Übertreibungen an ... ;-)



murks



Muss man bei der Walddorfschule auf den Bildern von H.Bromm besser den schlechten Teil der Dämmung herausgeben und neu draufmachen?
Kann es repariert werden?
Ich frage aus Interesse.



Tja, da bin ich auch neugierig, wie die Instandsetzung ausgeführt wird



Ich habe den Vorschlag gemacht, zunächst die Verantwortlichen zu befragen, warum so etwas in der heutigen Zeit möglich ist. Dies auch deswegen, weil sie ihren Murks bewerten sollen.
Dann die Farbhersteller und den Bauunternehmer der die Verputzarbeiten ausgeführt hat und natürlich auch denjenigen der die Dämmung aufgebracht (und auch den Hersteller) - mal sehen was da rauskommt.



Fassade



Ich habe mir das zweite Foto vom unteren Wandbereich mal etwas genauer angesehen ( Selber davor stehen, sehen, tasten und riechen wäre natürlich besser).

Einiges kann man doch sehen:
1. Da mündet ein Fallrohr ohne Einbindung am Wandfuß.
2. Ich kann am unteren großen Putzdefekt keinerlei Schutz gegen Spritzwasser erkennen.
3. Die punktuellen Defekte deuten für mich am ehesten auf Mängel am Verputzmaterial wie Kalktreiber. Aus was besteht der Putz eigentlich,war er werkgemischt, wie ist er aufgebaut?
4. Mir scheint, das der Unterputz weicher ist als der aufgekellte Oberputz. Falls der Unterputz als Entkopplungsschicht zur weicheren Wand dient, fehlt ein Putzgitter als Bewehrungslage zum Oberputz.

Was ich nicht zuordnen kann, sind die weißen Verfärbungen um die Defekte.

Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk, aus welcher Ursache auch immer habe ich schon mehrmals gehabt, die sieht m.E. anders aus, siehe Foto!

Viele Grüße





Kann es sein das dieses durchlöcherte Häuschen bei absoluten Minusgraden verputzt wurde ?



murks-bilder



H.Schröters
Jetzt habe ich geschaut beim H.Fischer wegen eigener Meinung bilden.
Ist wahnsinnig viel geschrieben dort zum Bauen , das hat bestimmt viel Müh gemacht.
Fotos mit Eisfassaden und Algen habe ich auch irgendwie gefunden.
Zum anschauen wenn sie nicht suchen wollen:
http://www.konrad-fischer-info.de/21314bau.htm
Immer wird einem gesagt , man soll dämmen und Energie sparen und an die Umwelt denken.
Es ist schwer zu glauben , dass dann so ein murks gemacht wird.

H.Bromm
Das hört sich wenig einfach an mit dem Reparieren der Dämmung und der Verantwortung dafür.
Bin auch etwas neugierig was da rauskommt.



Fassade



Das mit dem Frost ist eine interessante Alternative.
Aber dann wären die Schäden doch sicher flächig und nicht so punktuell verteilt, glaube ich.
Und der Unterputz, der mir wie ein Dämmputz aussieht und sicher einige cm dick ist, kann nicht in einer Lage aufgebracht worden sein und braucht Zeit zum Abbinden und Trocknen.
Wer putzt denn mit so was im Winter?
Etwas anders wäre ein WDVS, da werden nur ein paar mm Bettung und dann Oberputz aufgebracht.
Und vernässte, gefrorene Steine des Wandmaterials?
Was passiert, wenn beim Rohbau gelochte Ziegel mit Wasser vollaufen, da die Mauerkronen nicht abgedeckt wurden, kennt jeder. Wieso aber dann nur an einigen Stellen?
Ach so, Oberputz:
Falls ich richtig geraten habe, müßte der Oberputz kunststoffmodifiziert sein, um den nötigen Schlagregenschutz für den Dämmputz zu sichern.
Das würde dann auch die Kondensat- bzw. Reifbildungen erklären, aber nicht diese Abplatzungen.
Vielleicht gibts ja noch ein paar Angaben zum Wandaufbau und zum Material?

Viele Grüße





@gast 42
ja so ist er der Herr Fischer.....ein Querulant wie er im Buche steht!

Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte er sich im kath. Bayern vor der Inquisition widergefunden und wäre auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Achja, selbst die Kirche is nich mehr was sie mal war.
Jetzt müssen wir uns selbst ein Urteil bilden.

Werd dann mal weiter die Homepage Studieren.
gruß jens



Langsam, langsam ich berichte schon noch wie es weitergeht, aber erst dann..



wenn ich Fakten weiß.
Im Moment sehe ich nur die Schäden, aber an einer sehr großen Anlage. Siehe hierzu auch:
http://www.waldorfschule-ismaning.de/schule/vergang/bau/b-fort-s/bau-11/bauf11.htm
.
@Herr Bötcher Ihr Hinweis - (Winter und Verputzarbeiten) hat mich schon stutzig gemacht. Wenn ich den Bauablauf - sowie er im Link zu erkennen ist richtig lese, könnte da auch schon der Hund begraben sein.
Also noch etwas Geduld bis die Fachleute - siehe oben - ihren Senf dazu abgegeben haben.
Es hilft somit im Moment wenig weiter über alles mögliche zu spekulieren.
Aber zu Ihrem Bild 85824 Sockel feucht - würde ich eher auf Tauwasser tippen, weil mir hier auch die Salze fehlen.
Aber es ist sicher nicht nur das Eine, sondern sehr oft eine Kombination aus Tauwasser und Saugfähigkeit.
Dazu mein Bild mit etwas mehr Salz.
Aber auch hier weiß ich nichts genaues, weil ich nichts gemessen oder untersucht habe.



Fassade



Der Tip mit den Bildern von der Schule war sehr gut, ich habe mir mit großem Interesse die Bilder vom Baufortschritt reingezogen.
Einige habe ich mir rübergeladen, wo man besonders krasse Mängel im Rohbau sehen kann.
Jetzt ist mir auch klar, warum auf dem ersten Foto von Edmund der kleine Wasserfall an der nassen Ecke runterläuft: Oberhalb ist ein Wasserspeier des Blechdaches!
Selbst wenn es nicht regnet, läuft an kühlen Morgen das Kondenswasser dort in Strömen von dem großen Blechdach.

Den Wandaufbau kann man sehr gut erkennen; es sind Poroton-Planziegel, die in Stütze- Riegel bzw. Stütze- Ringankerfelder aus Stahlbeton als Füllung vermauert wurden.
Zum Ausgleich der Dämmung springen die StB- Bauteile außen um ca. 10 cm zurück, innen liegen sie bündig mit der Wand. Die Differenz wurde sicher mit Dämmung aufgefüllt.
Bilder vom Außenputz waren bis auf eines nicht zu sehen.
Dort kann man so etwas wie eine mineralische Dichtschlämme im Sockelbereich erkennen.

Was aber auf vielen Bildern vom Rohbau gut zu sehen ist, sind völlig vernässte Porotonsteine.
Der Hinweis von Thomas Lingl wird da immer interessanter.
Vielleicht wurde nicht gerade im Winter geputzt, aber bestimmt auf partiell durchnässten Ziegelmauerwerk.

Arbeitsthese:
In den vernässten Bereichen konnte der Putz nicht durchtrocknen und aushärten und fror später auf!
Und ein dicker, weicher Dämmputz als Entkopplung zum auch weichen Mauerwerk und zur Pufferung von Rissen zwischen Beton und Mauerwerk ist hier sehr wahrscheinlich.
Was das Grundwasser betrifft: Da eine offene Wasserhaltung mit Versickerungsteich betrieben wurde, steht da der GWS bestimmt kurz unter OKG.

Noch ein Hinweis von mir:
Im Innenbereich glaube ich, das es ca. 0,5 - 0,8 m unter der Decke in vielen Klassenräumen zu waagerechten Rissen im Putz gekommen ist.
An einigen Stellen über Türen werden schräge Treppenrisse zu sehen sein.
Bin gespannt, ob ich richtig geraten habe!

Aber sonst finde ich das Projekt aus gestalterischer Sicht sehr schön.
Statisch und bautechnisch hätte man sicher auch andere Möglichkeiten gehabt.

Viele Grüße



Fassade



Ich leg noch mal nach und zitiere aus dem Buch

Gewerk Mauerwerksbau Richtig ausführen - Fehler vermeiden

von Helmut Bruckner, erschienen im Fraunhofer IRB Verlag:

Starke Durchfeuchtungen des Mauerwerkes

Die Dauer der Austrocknung lässt sich als grobe Näherung nach der Formel von Cardiegues (2) abschätzen, wenn das Mauerwerk stark durchfeuchtet wurde:

t = s x d²

t = Zeit in Tagen
d = Dicke des Mauerwerkes
s = Materialkonstante, für Beton 1,8 Kalksandstein 1,2 Gasbeton 1,2 Bims 1,4 und Ziegel 0,28.

In (2) sind die Austrocknungszeiten bis zur Ausgleichsfeuchte für viele unterschiedliche Materialien ausgewertet. Die wird an einigen Beispielen dargestellt.

- Außenwände aus 36,5 cm dicken LHlz benötigen normalerweise ca. 1 Jahr...

... Die Ergebnisse können nicht genau sein, ermöglichen aber grobe Schätzungen der Trockenzeiten. Bei stark durchnässtem Mauerwerk dauert es bis zum Erreichen der Ausgleichsfeuchte wesentlich länger...

...Weitere Folgen können sein:

- Putzschäden, die auf Ausblühungen und/oder Frostschäden des Mauerwerkes zurückgeführt werden können,
- Frostschäden, z.B. schalenförmige Ablösungen oder Gefügestörungen des Mauerwerkes, so dass unter Umständen der Abbruch des geschädigten Mauerwerkes erforderlich wird,
- geringere Wärmedämmung- Kondenswasser- Schimmelpilze.

Einen schönen Abend



Quer...



Guten abend Herr Schröters,
als „Querulanten“ würde ich den Herrn Fischer nicht unbedingt bezeichnen wollen – eher als einen „Querdenker“ im positivsten Sinne. ;-). Ebenso wie Sie, Herr Schröters, finde ich seine Website toll, und schmökere gerne darin herum. Das hat uns auch schon vor vielen dummen Laienfehlern bewahrt, dafür sind wir sehr dankbar.
Viele Grüße
Linda
P.S.: Herr Bromm, das war jetzt ein bißchen *offtopic, ich weiß, sorry deswegen ;-).





Linda, dem Fischer Konrad nich zu oft den Bauch pinseln. Nachher bleibt der noch auf dem Rücken liegen.
Belassen wir es also lieber bei Querulant.

Diese Seite ist nach wie vor interessant, dank an Herrn Bromm und Böttcher.

gruß jens



Nach der Dämmung saufen jetzt die Bewohner ab ...



bzw. leiden unter Schimmel u. Co.

Hier ein aktueller Bericht aus der "Welt" vom 08.02.08

http://www.welt.de/wirtschaft/article1647581/Rueckkehr_der_Schimmelpilze_in_Deutschland.html

Wann gibt es den Schimmelpass für jedes Haus?

Güße aus Frangn

Frank



Schimmel



Ich glaube, mit so was wie einem Schimmelpass fürs Haus bekommt man das Problem nicht in den Griff, eher mit einem Schimmelpass für die Nutzer.

Schimmelfreiheit bedingt Kondenswasserfreiheit.
Und die hängt von der Luftfeuchte im Raum ab.
Entweder der Nutzer selber regelt das durch mehr Wärme bzw. mehr Frischluft oder ein Rechner übernimmt das mit Hilfe eines Abluftwärmetauscher und einer Zwangslüftung.
Ob das die schöne neue Wohnwelt sein soll?

Aber Schimmel war hier nicht die Fragestellung, es ging um eine schadensfreie Fassade.
Und das hängt nicht vom Nutzer innen ab, sondern von denen, die die Fassade
a) geplant und
b) gebaut haben.

Auf dem ersten Foto mit der gedämmten? monolithischen Betonwand sieht man zwei MÄNGEL:_
- Kondenswasser auf der Wandoberfläche und
- vom Dach herablaufendes Kondenswasser.
Ob daraus ein Schaden entstehen kann, ist noch zu ermitteln.
Wenn, dann ist die Planung die Ursache.

Auf dem zweiten Foto sieht man einen SCHADEN, abgesprengten, defekten Außenputz.
Und dieser Schaden ist mit Sicherheit auf einen Ausführungmangel zurückzuführen.

Viele Grüße




Fassade-Webinar Auszug


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