Hinterlüftete Fassade - Welche Alternativen zur Holzfassade gibt es?

13.01.2008



Hallo Zusammen,

welche preisgünstigen Alternativen von hinterlüfteten Fassaden gibt es generell zur hinterlüfteten Holzfassade?

Die Fassade soll auf einem Holzgerüst / Lattung befestigt werden und als Verkleidung / Wetterschutz für ein Wohnhaus dienen.

Gibt es auch eine Möglichkeit, eine verputzte, hinterlüftete Fassade zu erstellen?

Freue mich über jede Anregung.

Viele Grüße,
Jörg



Eine Fassade



ist schon ein recht exponiertes Bauteil und man sollte da nicht unbedingt am Material sparen. Ist den schon eine Fassadenverkleidung dran und soll erstetzt werden oder wird´s eine Neuinstallation. Die Möglichkeiten reichen theoretisch von Holz bis Blech. Schieferit, Flüchtlingsklinker, Dachziegel, Zink- oder Kupferbleche usw. Macht euch erstmal Gedanken, was vom optischen passt und gefällt. Und dann Preisvergleiche ziehen.
MfG
dasMaurer



Neuinstallation



Es wird eine Neuinstallation auf einer alten Bruchsteinwand - als Schutz für die Wärmedämmung.

Eine Stülpschalung finde ich prinzipiell schon ganz OK, möchte aber wissen welche preisgünstigen Alternativen es dazu gibt.

Optisch bin ich gegenüber allem grundsätzlich aufgeschlossen. Es können auch großformatige Fassadenplatten sein etc.

Was ist denn Flüchtlingsklinker?



Dann würd´



ich mich mal nach regionaltypischen Bekleidungen umschauen. Bei uns zum Beispiel findet man neben Holz auch sehr oft Ziegelverkleidungen. Im süddeutschen Raum sind zum Beispiel Schindeln weit verbreitet. Blechverkleidungen findet man eher in Grosstädten und bei Zweckbauten.
Und Flüchtingsklinker waren auf Bitumenplatten eingestanzte Klinkernachbildungen, die Nachfolger sind aus Kunststoff, sieht auch nur von weitem klinkerähnlich aus, potthässlich und schweinebillig. mir rollen sich schon bei der Beschreibung die Fussnägel hoch.
MfG
dasMaurer



Noch was,



warum hinterlüftete Putzfassade?? Bei der Wahl geeigneter Materialien ist die Putzfassade diffusionsoffen und braucht keine Hinterlüftung. Der Konstruktive Aufwand wäre erheblich und die Gefahr von Rissen nicht auszuschliessen.
MfG
dasMaurer



Auf die Dämmung kommt es an



Ich möchte die Wand mit Strohballen dämmen. Diese werden in eine Holzständerkonstruktion eingebracht. Ich beabsichtige, diese nur mit einer dünnen Lehm- oder Kalkputzschicht zu überziehen. Es folgt eine Windbremse.

Um die Strohballen sicher vor Schlagregen zu schützen und maximale Diffusionsoffeheit zu erreichen, eine hinterlüftete Fassade.

Ich habe verstanden, dass eine hinterlüftete Putzfassade schwierig und fehleranfällig in der Ausführung wäre.



Hinterlüftete Fassade



Wie dick soll denn die Strohballendämmung werden?

Viele Grüße



35cm



Voraussichtlich werden wir die Ballen hochkant einbauen. Daraus ergibt sich eine Dämmschichtdicke von 35cm.



Fasade



Also, 35 cm Stroh und davor noch mindestens 5-8 cm vorgehängte Fassade mit Luftschicht.
Das ergibt eine Verbreiterung der Außenmaße des Gebäudes um eta 1 m in der Länge und 1 m in der Breite.

Was ist dann:
- mit den Abstandsflächen bzw. Grundstücksgrenzen?
- mit der Brandsicherheit bzw. Brandübertragung?
- mit den Laibungstiefen der Fenster und damit der
Besonnung?
- mit dem Dachüberstand?

Ein halber Meter mehr Ausdehnung bedeutet ein völlig neue Dachform, entweder die Neigung ändert sich oder der First wird höher.

Was ist mit dem unteren Abschluß?
Wo und wie werden die Strohballen aufgestellt?
Werden sie samt Vorhangfassade mit einer auskragenden Holzkonstruktion an die vorhandene Fassade gehängt oder erfolgt eine separate Fundamentierung?
Was ist mit dem Sockelbereich, reicht die Dämmung bis zum Boden, in den Spritzwasserbereich hinein?

Mein Vorschlag:
Erst mal drüber schlafen und ein wenig nachdenken.

Viele Grüße



Wird alles geregelt



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Ich denke, dass diese sich vornehmlich auf das Thema "Wärmedämmung mit Strohballen" bezieht.

Da es mir wichtig ist, das Kernthema dieser Diskussion auf die Hinterlüftete Fassade zu beschränken, mache ich eine neue Diskussion mit dem Thema "Strohballendämmebene als Vorwandschale einer Bruchsteinwand" auf.



Regionale Spezialitäten



Bei uns im Ort sind die meisten Häuser verputzt, einige verklinkert. Holzfassaden sieht man sehr wenige, genauso wenig Holzhäuser. Dann schon eher Fachwerkhäuser mit Sichtfachwerk, die schön hergerichtet wurden.

Ich habe beobachtet wie einige Häuser ganz oder nur an einer Fassadenseite gedämmt wurden: Meistens wurde da Styropor genommen und anschließend verputzt.

Strohballenhäuser werden des öfteren direkt verputzt ohne eine hinterlüftete Fassade. Ich finde, dass das sehr reizvoll ausschaut.

Wie könnte man einen Putz aufbauen, der
- möglichst diffusionsoffen ist und
- so Schlagregendicht, dass das Wasser abperlt und draußen bleibt?



Für



diese Version ist wohl ein Lehmputz mit Silikatfarbe das Sinnvollste.
MfG
dasMaurer



Unterschied Lehmputz Kalkputz



Ich habe gelesen, dass entweder ein reiner Kalkputz verwendet wird oder ein Kalkoberputz auf Lehmunterputz.

Zum reinen Außenlehmputz habe ich die Meinung gehört, dass man diesen mit reiner Kalkfarbe in drei Lagen streicht.

Das wiederholt man am Anfang 1 mal pro Jahr. Die Streichintervalle werden immer länger, da der Kalk im Laufe der Zeit eine wetterfeste Außenhaut mit dem Lehm bildet.

Worin ist denn der Vorteil eines Lehmputzes gegenüber einem (reinen) Kalkputz zu sehen?



Holzfaserdämmplatte



Mittlerweile nähere ich mich der Holzfaserplatte als Putzträger. Diese könnte von einer Diagonalschalung getragen und dann verputzt werden.